Christoph Marx - Südafrika

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Südafrika blickt auf eine jahrtausendealte Geschichte zurück und gilt als Ursprungsort der Menschheit. Mit dem Eintreffen der ersten Schiffe der niederländischen Ostindien-Handelskompanie begann die Kolonialgeschichte Südafrikas, die Zwangseinwanderung von Sklaven und die systematische Unterwerfung der indigenen Bevölkerung. Die Apartheidpolitik des 20. Jahrhunderts bedeutete eine weitere Verschärfung des Rassismus, der zur Grundlage der Staatsordnung wurde.
Christoph Marx vermittelt gut lesbar die grundlegenden Informationen zur Geschichte des Landes bis in die unmittelbare Gegenwart. Dabei legt er einen Schwerpunkt auf die politische Ereignisgeschichte vor allem des 20. Jahrhunderts und einen weiteren auf die ungemein facettenreiche Wirtschafts-, Kultur- und Sozialgeschichte.

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Jenseits der Klimagrenze, an der Ostküste und auf dem Highveld, lebten Völker, die sich sprachlich und kulturell deutlich von den Khoikhoi abhoben, wobei auch optisch ein Unterschied aufgrund der im Allgemeinen helleren Hautfarbe der KhoiSan erkennbar war, der allerdings nicht mit einem Rassenunterschied gleichzusetzen ist. Die Archäologie konnte zweifelsfrei Siedlungsformen, wie sie typisch für die heutige bantusprachige Bevölkerung sind, seit dem 2. Jahrhundert n. Chr. nachweisen. Diese Menschen waren offenbar in früher, nicht genau datierbarer, Zeit aus dem Norden zugewandert, wobei von mindestens zwei Zuwanderungswellen ausgegangen werden muss. Auch wenn unbekannt bleibt, welche Sprache die Menschen während dieser Jahrhunderte gesprochen haben, so kann man zumindest davon ausgehen, dass ihre Lebensweise in vielem derjenigen ähnelte, die Europäer seit dem 16. Jahrhundert direkt beobachteten und beschrieben. Im 19. Jahrhundert erfand der aus Deutschland stammende Linguist Wilhelm Bleeck für eine Gruppe eng miteinander verwandter afrikanischer Sprachen die Sammelbezeichnung »Bantu«, was nichts anderes als Menschen heißt. Die Bantusprachen haben ihren Ursprung im heutigen Kamerun, von wo sie sich über den ganzen afrikanischen Kontinent südlich des Äquators ausbreiteten. Ob dieser Vorgang als eine Art Völkerwanderung zu begreifen ist, wie man früher glaubte, wird mittlerweile bezweifelt, da auch eine Verbreitung der Sprache unabhängig von der Wanderung von Menschen denkbar ist, etwa durch Handelsbeziehungen. Im Unterschied zu den KhoiSan betrieben die Bantusprecher neben der Viehzucht auch den Anbau von Nahrungspflanzen. Darum lebten sie in festen Siedlungen, die allerdings von Zeit zu Zeit kleinräumig verlegt wurden, um den Böden Gelegenheit zur Regeneration zu geben.

Die bantusprachigen Afrikaner, die sich heute in Südafrika als Blacks oder Africans bezeichnen und die große Mehrheit der Bevölkerung ausmachen, betrieben eine Wirtschaftsform, die im Gegensatz zu den Khoikhoi stabile Verhältnisse beförderte, da Anbau und Viehzucht sich nicht nur wechselseitig ergänzten, sondern es auch ermöglichten, Dürrezeiten oder Viehkrankheiten leichter zu überstehen. Eine doppelte Ernährungsgrundlage erlaubte zudem eine größere Bevölkerungsdichte und damit tragfähigere politische Einrichtungen als bei den Khoikhoi. Die bantusprachigen Afrikaner bauten vor allem Getreide an, ursprünglich vor allem Hirse und Sorghum, das sie seit dem 18. Jahrhundert allmählich durch den ertragreicheren, aber auch weniger dürreresistenten Mais ergänzten, der von den Portugiesen aus Amerika an die afrikanische Ostküste transferiert wurde. Daneben pflanzten sie zahlreiche Gemüsesorten an, die eine ausgeglichene Ernährung sicherstellten. Die Böden wurden mit Hacken bearbeitet, denn Pflüge wurden erst von den Europäern eingeführt – nicht immer zum Vorteil der Böden. Der Anbau war die Aufgabe der Frauen, die mit Getreidesorten experimentierten und mehrere Pflanzensorten auf einem Feld anbauten. Das »Durcheinander« verschiedener Nutzpflanzen auf demselben Feld wirkte auf die an monokulturellen Anbau gewöhnten Europäer oft verwirrend und fremdartig. Doch war diese Art des Anbaus sinnvoll, weil sich die Pflanzen wechselseitig ergänzten. Kürbisse und Melonen etwa verhinderten mit ihren großen Blättern die Austrocknung der Böden, was dem Mais, der viel Wasser benötigt, zugutekam. Mischkulturen schützten überdies die Pflanzen vor Schädlingsbefall und Krankheiten.

Während im Rahmen der geschlechtlichen Arbeitsteilung die Frauen für den Anbau von Nahrungspflanzen zuständig waren, oblag den Männern die Viehzucht. Dahinter verbarg sich eine Asymmetrie, da den Rindern eine große soziale Bedeutung zukam. Der Reichtum und damit das soziale Prestige bemaßen sich an der Zahl der Rinder, ihrer Gesundheit und ihren ästhetischen Qualitäten, weswegen zuweilen die Hörner junger Rinder in bestimmter Weise gebogen wurden. Während aus dem Getreide, das die Frauen ernteten, Bier gebraut wurde, was nicht nur für das gesellige Leben bedeutsam war, sondern das aufgrund seines Stärkegehalts als ein Grundnahrungsmittel galt und auch den Ahnen geopfert wurde, dienten die Rinder neben ihrem Wert als Statussymbol den Männern als Voraussetzung zur Eheschließung. Um eine Frau heiraten zu können, wurde im Vorfeld mit deren Familie ausgehandelt, wie viele Rinder der Bräutigam zu entrichten hatte. Doch ging diese Abgabe von Rindern über eine rein ökonomische Bedeutung hinaus, weswegen die Übersetzung von Lobola mit »Brautpreis« inadäquat ist. Denn beides, die Heirat wie die Abgabe der Rinder dienten dazu, Bündnisse zwischen den Familien zu besiegeln. Eine Ehe einzugehen hatte demnach, wie in Europa vor dem 19. Jahrhundert, eher in Ausnahmefällen mit Liebesbeziehungen zu tun, dafür aber viel mit Familienpolitik und Kooperationen größeren Stils. Diejenigen, die große Rinderherden besaßen, konnten polygame Haushalte gründen. Da die Oberhäupter, die Chiefs, meist die größten Rinderbesitzer waren, dienten ihnen Eheschließungen als politisches Mittel, um Allianzen aufzubauen. Eine Ehe erfüllte in diesem Kontext eine wichtige symbolische Funktion. Dies führt nun zu einem weiteren wichtigen Thema, nämlich der Familienstruktur, da diese sich von der westeuropäischen wesentlich unterschied.

Während sich in Westeuropa seit der Karolingerzeit die »gattenzentrierte Familie« entwickelte, wie der Wiener Mediävist Michael Mitterauer sie nennt, galt für große Teile der Welt das System der sogenannten Lineage-Strukturen. Damit ist gemeint, dass die Familie als ein langes generationenübergreifendes Band zu verstehen ist, eine Linie, die von der jüngsten lebenden Generation über die älteren bis zu den bereits verstorbenen Ahnen führt. Ein wichtiger Unterschied zu den europäischen Verwandtschaftssystemen lag darin, dass es sich im südlichen Afrika um »unilineale« Strukturen handelte, d. h. nur die Abstammung über einen Elternteil für die Selbstverortung in der Gesellschaft, die »Identität«, von Bedeutung war. Dies bedeutet natürlich nicht, dass man zu anderen Verwandten keine emotionalen Beziehungen aufbaute, sondern die Lineage war im Wesentlichen ein strukturierendes Merkmal und hatte wichtige rechtliche Konsequenzen. Gesellschaften, die über die väterliche Linie verwandtschaftlich organisiert waren und die im südlichen Afrika vorherrschten, nennt man patrilineare Deszendenzsysteme.

Alle Kinder leiteten ihre Herkunft in einer solchen Gesellschaft ausschließlich über den Vater, den Großvater usw. ab, d. h. sie hatten eine Reihe von bereits verstorbenen Ahnen, die für sie die entscheidenden Mittler im Jenseits darstellten. Zwar kannten die bantusprachigen Gesellschaften Südafrikas einen quasi-monotheistischen Schöpfergott, doch näherten sie sich ihm immer über ihre Ahnen, an die sie sich wandten, wenn der Regen ausblieb, Krankheiten und anderes Unheil sie heimsuchten. Das Individuum war stärker als in der gattenzentrierten Familie in ein Netz wechselseitiger Verpflichtungen und in eine Identität als Angehöriger der Lineage eingebunden. So waren Eheschließungen Verbindungen zwischen Lineages. Dies erklärt auch, weshalb die älteren Männer als diejenigen mit dem höchsten Sozialprestige und der größten Nähe zu den Ahnen die Heiratsverhandlungen führten. Eine junge Frau zog zu ihrem Mann, verlor dadurch aber nicht die Zugehörigkeit zu ihrer eigenen Lineage. Faktisch blieb sie immer eine Fremde in der Familie ihres Mannes, im Gegensatz zu ihren eigenen Kindern, die der Lineage ihres Vaters durch ihre Geburt angehörten. Darum wurden vor allem Frauen, insbesondere unfruchtbare, verwitwete und alte, Opfer von Hexereivorwürfen. Denn Hexerei oder Schadenszauber wurde vor allem denjenigen unterstellt, deren Loyalität eher ihrer eigenen Lineage als derjenigen ihres Ehemannes galt. Umgekehrt war die Verbindung zweier Lineages aber auch Grundlage für Bündnisse und übergreifende Solidarität.

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