Martinus Beijerinck
EIN PARADIGMENWECHSEL
1900–1945
Quanten sind diskrete Energiepakete
Max Planck
Jetzt weiß ich, wie das Atom aussieht
Ernest Rutherford
Gravitation ist eine Verzerrung im Raum-Zeit-Kontinuum
Albert Einstein
Die sich verschiebenden Kontinente sind riesige Teile eines sich stets ändernden Puzzles
Alfred Wegener
Chromosomen spielen eine Rolle in der Vererbung
Thomas Hunt Morgan
Teilchen haben wellenartige Eigenschaften
Erwin Schrödinger
Unbestimmtheit ist unvermeidlich
Werner Heisenberg
Das Universum ist groß … und wird immer größer
Edwin Hubble
Der Radius des Raums war anfangs null
Georges Lemaître
Jedes Materieteilchen hat ein Gegenstück aus Antimaterie
Paul Dirac
Es gibt eine Obergrenze, ab der ein kollabierender Stern instabil wird
Subrahmanyan Chandrasekhar
Leben ist Lernen
Konrad Lorenz
95 Prozent des Universums fehlen
Fritz Zwicky
Eine universelle Rechenmaschine
Alan Turing
Die Natur der chemischen Bindung
Linus Pauling
Eine furchtbare Kraft steckt im Atomkern
J. Robert Oppenheimer
GRUNDBAUSTEINE
1945–HEUTE
Wir bestehen aus Sternenstaub
Fred Hoyle
Springende Gene
Barbara McClintock
Die seltsame Theorie von Licht und Materie
Richard Feynman
Das Leben ist kein Wunder
Harold Urey und Stanley Miller
Wir möchten eine Struktur für das Salz der Desoxyribonukleinsäure (DNA) vorschlagen
James Watson und Francis Crick
Alles, was passieren kann, passiert auch
Hugh Everett III
Ein perfektes Tic Tac Toe
Donald Michie
Die Einheit der Fundamentalkräfte
Sheldon Glashow
Der Grund für die globale Erwärmung sind wir selbst
Charles Keeling
Der Schmetterlingseffekt
Edward Lorenz
Das Vakuum ist nicht das Nichts
Peter Higgs
Symbiose gibt es überall
Lynn Margulis
Die Dreierbande – Quarks
Murray Gell-Mann
Eine Theorie für Alles?
Gabriele Veneziano
Schwarze Löcher verdampfen
Stephen Hawking
Die Erde und alle ihre Lebensformen bilden einen einzigen lebenden Organismus namens Gaia
James Lovelock
Eine Wolke besteht aus Schwaden auf Schwaden
Benoît Mandelbrot
Ein Quantenmodell für Computer
Yuri Manin
Gene können sich von einer Art zu einer anderen bewegen
Michael Syvanen
Der Fußball hält sehr hohen Druck aus
Harold Kroto
Genübertragung auf Menschen kann Krankheiten heilen
William French Anderson
Der Entwurf neuer Lebensformen am Bildschirm
Craig Venter
Ein neues Gesetz der Natur
Ian Wilmut
Welten jenseits unseres Sonnensystems
Geoffrey Marcy
ANHANG
GLOSSAR
DANK
Wissenschaft ist die permanente Suche nach Wahrheit – ein ständiger Versuch zu enthüllen, wie das Universum funktioniert, der bis in die ältesten Kulturen zurückreicht. Getrieben durch Neugier, baut sie auf logisches Denken, Beobachtung und Experimente. Der griechische Philosoph Aristoteles etwa schuf in seinen wissenschaftlichen Schriften die Grundlagen für viele der nachfolgenden Werke. Er war ein guter Naturbeobachter, aber da er rein auf Logik und Erörterungen vertraute und keinerlei Experimente durchführte, verstand er vieles falsch. So behauptete er, dass große Körper schneller fielen als kleine und doppelt so schwere Körper auch doppelt so schnell. Diese Vorstellung ist zwar falsch, doch sie wurde erst 1590 von dem italienischen Astronomen Galileo Galilei widerlegt. Heute mag es selbstverständlich sein, dass gute Wissenschaftler sich auf empirische Befunde stützen, doch das galt nicht immer.
Die wissenschaftliche Methode
Ein logisches System für das wissenschaftliche Vorgehen wurde erstmals im frühen 17. Jahrhundert von dem englischen Philosophen Francis Bacon vorgeschlagen. Er baute auf dem 600 Jahre alten Werk des arabischen Gelehrten Alhazen auf und wurde schon bald von dem französischen Philosophen René Descartes bestärkt. In dem System müssen Forscher Beobachtungen machen, eine Theorie zu ihrer Erklärung entwickeln und dann die Theorie mit Experimenten prüfen. Anschließend wird die Theorie Kollegen vorgelegt, die entweder Lücken in den Überlegungen finden und sie so widerlegen oder die Experimente wiederholen und die Ergebnisse bestätigen können.
Das Aufstellen einer überprüfbaren Hypothese oder Vorhersage ist immer von Nutzen. Der englische Astronom Edmond Halley beobachtete 1682 einen Kometen.
»Alle Wahrheiten sind leicht zu verstehen, wenn sie entdeckt sind. Es kommt darauf an, sie zu entdecken. «
Galileo Galilei
Da ihm die Ähnlichkeit zu bereits 1531 und 1607 gesichteten Kometen auffiel, behauptete er, es handele sich bei allen um denselben Kometen, der auf einer Bahn um die Sonne kreise. Er berechnete, dass der Komet 1758 wiederkehren würde – und er hatte recht, wenn auch nur knapp: Der Komet wurde am 25. Dezember gesichtet. Heute heißt er Halley’scher Komet. Da Astronomen kaum Versuche durchführen können, müssen sie Belege aus Beobachtungen herleiten.
Manchmal eröffnen Versuche auch völlig neue Blickwinkel: Als der Physiker Ernest Rutherford seinen Studenten zusah, die Alphateilchen auf eine Goldfolie schossen und dabei nur kleine Streuwinkel untersuchten, schlug er ihnen vor, den Detektor auch neben der Teilchenquelle aufzustellen. Zu ihrer aller Überraschung prallten einige Teilchen von der papierdünnen Folie zurück – so, als würden Granaten von Seidenpapier reflektiert. Das führte ihn zu einer neuen Idee über den Aufbau der Atome.
Ein Versuch ist umso überzeugender, je besser der Forscher mit seiner neuen Theorie das Ergebnis vorhersagen kann. Wenn die Vorhersage tatsächlich eintritt, ist die Theorie gestützt. Dennoch kann die Wissenschaft nicht beweisen , dass eine Theorie korrekt ist. Der Wissenschaftsphilosoph Karl Popper zeigte im 20. Jahrhundert, dass Theorien nur widerlegt werden können. Jeder Versuch, der zum erwarteten Ergebnis führt, stützt eine Theorie, doch nur ein gescheitertes Experiment kann sie zum Einsturz bringen.
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