Tete Loeper - Barfuß in Deutschland

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Barfuß in Deutschland: краткое содержание, описание и аннотация

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Mutoni, eine junge, gebildete Frau aus Ruanda, beschließt nach dem Tod ihrer Mutter auszuwandern. Über eine ehemalige Mitschülerin erhält sie das Angebot, nach Hamburg zu ziehen und dort einen Mann zu heiraten. Voller Zuversicht und Hoffnung auf ein besseres und wohlhabenderes Leben begibt sie sich auf den Weg nach Deutschland. Doch bereits kurz nach ihrer Ankunft zeigt sich, dass ihre Erwartungen nicht erfüllt werden: Ihre Unwissenheit führt sie in die Zwangsprostitution.
Doch selbst als es ihr gelingt, dieser Gewalt zu entfliehen und in Süddeutschland neue Wege einzuschlagen, bleibt ihr Leben in der ungewohnten und fremden Umgebung voller Demütigungen und Herausforderungen. Die Erfahrungen, die sie als Schwarze Migrantin in Deutschland alltäglich macht, führen sie schließlich zu einer unerwarteten Entscheidung.
Tete Loeper gelingt in ihrem Buch eine starke, und ergreifende Innensicht der Protagonistin, die verdeutlicht, wie schwer es ist, in Deutschland anzukommen und Fuß zu fassen. Dabei wird die Konfrontation mit Vorurteilen, die Negierung einer persönlichen Identität und die Enttäuschung eindrücklich nachvollziehbar, die viele Migrant*innen erleben, wenn ihre idealisierten Vorstellungen an der Realität scheitern. Darüber hinaus zeigt sie aus der Perspektive einer ruandischen Frau den Alltagsrassismus in Deutschland auf.

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Sobald Mama an diesem Tag den Unterricht verließ, rannte sie zum öffentlichen Telefon tuvugane und gab John Bescheid, dass sie frei sei. Er war beim Zoll und klärte Probleme mit Waren, die er aus China importiert hatte. Er sagte ihr, sie solle nach Hause gehen und wies sie an, ihn am Abend in der Green Corner Bar zu treffen.

Singend verbrachte Mama den Nachmittag, während sie ihre Schuhe putzte und ihre beste Bluse mit einem Holzkohlebügeleisen glättete, das sie sich, zum ersten Mal, von Mama Amina geliehen hatte.

An diesem Abend im Green Corner erzählte Mama John, dass sie allein lebte und dank der muslimischen Gemeinde von Nyamirambo zur Schule gehen konnte und zweimal am Tag eine Mahlzeit erhielt. John hörte zu, ohne sie zu unterbrechen. Er nickte nur gelegentlich, während er an seinem Primus-Bier nippte, das Spuren von Schaum an seinem Schnurrbart hinterließ. Mama erzählte ihm, wie sie während des Völkermords an den Tutsi im Jahr 1994 ihre ganze Familie verloren und als einzige ihrer acht Geschwister überlebt hatte. John rieb sich die Hände, starrte zur Seite und wandte sich wieder ihr zu, um ihr direkt in die Augen zu schauen, die inzwischen mit Tränen gefüllt waren.

»Nicht weinen. Du hast mich jetzt gefunden, okay.« Er nahm sanft ihre Hände in die seinen. »Also, hier ist ein Vorschlag«, fuhr er fort, »ruf mich an, wann immer du dich einsam fühlst, und ich komme und leiste dir Gesellschaft. Wann immer du hungrig bist, wann immer du irgendein Problem hast, vor allem finanzieller Art, werde ich dir helfen.«

Mama starrte auf seinen Ehering, unsicher, ob sie fragen sollte, ob er von Freundschaft, väterlicher Fürsorge oder einfach nur von der Unterstützung eines armen Mädchens sprach. Stattdessen sagte sie: »Vielen Dank.«

»Jetzt komm näher«, sagte John und zog sie zu sich heran. Er ließ eine Hand zu ihren Brüsten gleiten, während die andere ihre Schultern fest umfasste.

»Was machen Sie da?« Sie schob ihn weg und setzte sich wieder dorthin, wo sie vorher gesessen hatte.

»Schau mal, ich kann mich um alle deine Bedürfnisse kümmern. Jedes Bedürfnis. Aber du wirst dich auch um meine kümmern müssen«, zwinkerte er.

»Aber Sie sind doch verheiratet, oder?« Sie sah ihm in die Augen.

»Na und?«, fragte er sie spöttisch und zog die Augenbrauen hoch.

»Werden Sie es Ihrer Frau erzählen?«

»Oh Schätzchen, kein Wunder, dass du trotz deiner Schönheit arm bleibst.« Er rückte näher an sie heran, so nah, dass der Geruch von Primus aus seinem Mund sie würgen ließ, und sie befürchtete, betrunken zu werden, obwohl sie nur zwei Flaschen Sprite getrunken hatte. »Lass meine Frau aus unserer Vereinbarung heraus. Das bleibt nur zwischen uns, okay? Glaubst du, dass alle deine Mitschülerinnen, die schöne Schuhe tragen, Taschen haben, um die du sie beneidest, oder auf Motorrädern zur Schule kommen, reiche Eltern haben? Nein, einige von ihnen haben das Glück, einen Mann wie mich zu finden. Hör zu, das ist ein Angebot, keine Verpflichtung. Es steht dir also frei, zwischen deinem jetzigen Leben und dem, das du gerne hättest, zu wählen.« Er lehnte sich zurück und ließ sie über sein Angebot nachdenken.

In den folgenden Monaten trafen sie sich ein paar Mal in Hotels und Pensionen. Er bezahlte ihre Miete und kaufte ihr alles, was sie in ihrem Alter brauchte und wollte. Schicke Second-Hand-Kleidung, eine Uhr und ihr erstes Nokia-Handy, das die Nachbarn »Mobayilo« nannten, wenn sie es sich borgten, um ihre Verwandten anzurufen. Wie viele andere verheirateten Männer beklagte sich auch John über die körperlichen Veränderungen seiner Frau und darüber, dass sie ihm nach der Geburt der Kinder nicht mehr genug Aufmerksamkeit schenkte. Er war auf der Suche nach Abenteuer – etwas, das er seiner Meinung nach zu Hause nicht fand. Er begann, Nirere an den Wochenenden zum Kivu-See mitzunehmen, und führte sie in Nachtclubs ein, wo sie gelegentlich Alkohol trank.

Ein paar Monate später, als beide das Leben entsprechend ihrer gegenseitigen Vereinbarung genossen, erzählte Nirere John, dass sie schwanger sei. Sie lagen nebeneinander im »Muhabura Hotel«, schweißbedeckt von der Aktivität, die sie gerade beendet hatten.

»Was? Wie konntest du nur so dumm sein? Du weißt, dass ich eine Frau und zwei Kinder habe. Ich brauche nicht noch mehr«, antwortete er, während er aus dem Bett sprang, als ob ihn ein wildes Tier angreifen wollte.

»Aber ich habe das nicht gewusst. Du hättest mich warnen müssen«, begann sie zu weinen, während John sich beeilte, seine Hose anzuziehen.

»Wer wusste es denn? Oder was ist es, was du nicht wusstest?«

»Ich wusste nicht, dass ich schwanger werden würde, wenn du dich weigerst, Kondome zu benutzen.«

»Blödsinn.« Er knöpfte den letzten Knopf seines Hemdes zu und trat näher an das Bett. »Habe ich dich jemals gezwungen?« Sie schüttelte den Kopf. »Warst du nicht glücklich, mein Geld anzunehmen und es für alles auszugeben, was dir in den Sinn kam?« Sie nickte. »Warum hast du dann nicht auch die Pille oder etwas anderes gekauft, das dich vor einer Schwangerschaft geschützt hätte?«

Sie weinte.

Er zog seine Schuhe an.

Sie putzte sich die Nase und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.

»Kommst du aus dem Bett, oder willst du, dass ich dir auch noch dieses Hotelzimmer kaufe?«, spottete John.

Sie setzte sich aufrecht hin. »Und was machen wir jetzt?«

Er drehte sich zu ihr um. »Wir? Wer sind wir? Bin ich schwanger? Klär das so schnell wie möglich. Es gibt einige Ärzte in Privatkliniken, die sich darauf spezialisiert haben. Also forsche nach und lass mich wissen, wie viel du brauchst.«

»Meinst du Abtreibung?«

»Mm«, antwortete er.

»Nein, das kann ich nicht. Was ist, wenn ich dabei sterbe? Ich hatte eine Mitschülerin, die letztes Jahr gestorben ist. Glaub mir, es ist sehr riskant.«

»Dann liegt es bei dir zu entscheiden. Eine Schwangerschaft war nicht Teil unserer Abmachung. Immerhin ist es dein Körper, also mach, was du willst, aber wie gesagt, ich brauche kein Baby«, er stellte sich neben die Tür. »Ich werde im Auto auf dich warten. Beeil dich, ich bringe dich nach Hause. Ich habe immerhin ein Geschäft zu führen.«

Nirere sah John nie wieder, und wann immer sie seine Nummer anrief, nahm er nicht ab. Ihr Bauch wuchs, und sie wurde aus der Schule geworfen und musste mit allem allein fertigwerden. Die Frauen aus der muslimischen Gemeinde unterstützten sie während der Geburt und waren auch für sie da, nachdem ich geboren war. John schickte ihr einen Umschlag voller Geld mit einem handgeschriebenen Zettel, auf dem stand, dass er nichts mit dem Kind zu tun haben wolle. Danach hörte sie nie wieder etwas von ihm. Die Nachbarn rieten ihr, ihn vor Gericht zu bringen und den Zettel, den er geschrieben hatte, als Beweis zu nutzen. Aber wer war er? Sie würde ihn vor Gericht bringen, und was dann? Wie konnte sie sicher sein, dass John Musonera sein richtiger Name war, da Leute, die sie gemeinsam getroffen hatten, ihn mit einem anderen Namen angesprochen hatten? Sie nahm sein Geld, um einen kleinen Kiosk zu eröffnen, den sie später zu einem Restaurant ausbaute.

Tränen liefen aus Mamas Augen, als sie mir von meinem Vater erzählte. Es war der Tag nach meinem fünfzehnten Geburtstag. Der Regen trommelte heftig auf das Dach, während wir zusammen in der Küche saßen und Kartoffeln schälten.

»Ich werde für dich kämpfen, auch wenn es bedeutet, mein Leben zu verlieren. Du wirst zur Schule gehen und studieren und du wirst es weit bringen. Das verspreche ich dir. Dein Leben wird nie so sein wie meines«, sagte sie weinend, während sie mich fest in ihre Arme schloss.

»Danke, Mama.« Ich löste mich aus ihrer Umarmung und fuhr mit dem Kartoffelschälen fort.

»Bis zu meinem letzten Atemzug. Das verspreche ich dir«, sie glitt mit ihrem Zeigefinger um ihren Hals und schwor: »Ich werde dir die beste Ausbildung bieten. Den Schlüssel zum Erfolg.«

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