Gordon Goh - Dr. Patchwork und die Insekten

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Dr. Patchwork und die Insekten: краткое содержание, описание и аннотация

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Die Pflanzenwelt hat die Schnauze voll von der Menschheit und vertreibt sie von der Erde. In «Dr. Patchwork und die Insekten» finden die Menschen einen neuen Heimatplaneten und gründet dort eine Kolonie. Doch sie hat nichts aus ihren Fehlern gelernt und macht die gleichen Fehlern auf dem neuen Planeten erneut. Adam Steinberg alias Dr. Patchwork gehört zu einer Gruppe von Wissenschaftlern, welche die Kolonie vor dem Aussterben bewahren soll, doch leider verursachen diese «Helden» mehr Probleme, als sie lösen. Adam selbst ist ein Misanthrop und sucht nach einem Heilmittel gegen Tribalismus und die menschliche Dummheit. Hat das mit der Menschheit überhaupt noch einen Sinn?

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Luke packt ihr sanft mit der Hand auf ihre Schulter und sagt mit weit geöffneten Augen »Dann sorgen Sie dafür, dass er nicht bedeutungslos gestorben ist! Anstatt ihrem Bruder zu misstrauen oder ihn zu ignorieren, sollten Sie mit ihm zusammenarbeiten und eine Verbindung zu ihm aufbauen. Wenn Sie keine Verbindung zu Ihrem Bruder haben und ihn nicht einschätzen können, dann machen Sie als Schwester etwas gewaltig falsch. Vergil hat mir nie erzählt, was für ein komisches Zeug er liest, aber ich habe es schon irgendwie geahnt. Und als er der Interstellar Force beigetreten ist, wusste ich, dass er das nur macht, um besser auf mich aufzupassen, weil ich mich für den Außendienst freiwillig gemeldet habe.«.

Luke senkt den Kopf seitlich nach unten, seufzt und setzt seine Anekdote fort »Rückblickend betrachtet bin ich wohl für seinen Tod verantwortlich, aber wenn ich mir überlege, wie vielen Menschen ich und mein Bruder während unserer Dienstzeit das Leben gerettet haben, würde ich sagen...« nun blickt er wieder Maria tief in die Augen und setzt fort »Es ist egal, ob wir sinnlos sterben, so lange wir nicht sinnlos gelebt haben. Und ich denke, dass können Sie als sein Vorgesetzter am besten beurteilen. Das dürfen Sie nie vergessen, Miss Steinberg!«.

Maria kann zwei Tränen nicht davon abhalten, auf das Cover des Buches zu tropfen. Sie seufzt kurz und drückt das Buch fest an ihre Brust.

»Na, na! Der Major wird doch jetzt nicht wohl in Tränen ausbrechen!?« sagt Luke mit lächelndem und aufmunterndem Gesicht und packt mit der anderen Hand auch noch Marias andere Schulter.

Sie beißt sich auf die Unterlippe während sie noch ein paar letzte Seufzer von sich gibt und sagt »Er war ein guter Kerl. Viel zu gutmütig fürs Militär. Dieser Narr hatte da gar nichts zu suchen. Das letzte, was er vor seinem Tod gefühlt hat, war Schuld. Das hat er nicht verdient. Aber nein, er hat nicht umsonst gelebt. Niemals! Und ja, ich werde dafür sorgen, dass sein Tod auch nicht umsonst war.«.

Luke kann nicht anders, als sie väterlich zu umarmen und mit einem Kopfstreicheln zu trösten.

»Warum sind Sie eigentlich dem Militär beigetreten, Miss Steinberg?« fragt er sie.

Sie löst sich von seiner Umarmung, doch ihre Schultern hält er immer noch fest.

»Ich bin der Interstellar Force beigetreten, um meine Familie zu beschützen.« antwortet sie, während sie sich die letzten Tränen vom Gesicht wischt und lächelt »Und nenn mich Maria!«.

3

Nach dem emotionalen Gespräch will Maria Dr. Noah besuchen, um nach ihm und seiner Verletzung zu sehen. Schlitzi, die Stealth-Drohne, wurde vom Sergeant höchstpersönlich im Lagerraum der Militärbasis unter der Aufsicht von vier Wachleuten untergebracht. Maria steht nachts vor der Haustür von Doktor Noah und klopft an.

»Doktor Noah!« ruft sie.

»Doktor Noah, sie sollten mit der Verletzung besser in die sanitäre Einrichtung!«

Rückblickend betrachtet war es eine dumme Idee, Noah nach dem Feindkontakt überhaupt alleine nach Hause gehen zu lassen, aber es waren nach der Ankunft alle so aufgewühlt. Noah geht nicht an die Tür. Er gibt keine Antwort. Maria überprüft die Tür und stellt fest, dass sie nicht zugeschlossen ist. Sie geht rein.

»Dr. Noah?« ruft sie immer wieder.

Das Licht am Eingangsbereich brennt, die anderen Zimmer stehen offen und das Licht ist dort aus. Sie nähert sich dem Wohnzimmer und schaltet das Licht ein. Sie sieht einige umgeworfene Stühle um den Esstisch in der Mitte des Zimmers auf einem scharlachroten Teppich. Sie sieht sich um. Der Fernseher ist ebenfalls umgeworfen. Eine Blutspur ist auf dem Boden zu sehen und führt an der Kochnische des Wohnzimmers vorbei ins nächste dunkle Zimmer. Sie ahnt Schlimmes und eilt in das Zimmer, um nach Noah zu sehen. Sie schaltet auch dort das Licht an, aber es geht nicht. Der Lichtschalter ist kaputt, als hätte jemand mit einem Vorschlaghammer dagegen gehauen. Dann hört sie ein dumpfes Stöhnen aus der Richtung eines der Zimmerecken.

»Dr. Noah?« flüstert sie.

Zwischen der Wand und einem Schranktisch sitzt eine in sich zusammengekauerte Gestalt in der dunklen Ecke, die durch die Dunkelheit nur schlecht zu erkennen ist.

»Dr. Noah, was ist mit Ihnen?« fragt sie ihn. »Ich bringe Sie besser ins Krankenhaus, Dr. Noah.« sagt sie und nähert sich der Gestalt.

Dann regt sich die Gestalt und erhebt sich. Maria wird gerade ganz unwohl, als sie erkennt, dass diese Gestalt über zwei Meter hoch ist und nicht die Silhouetten eines Menschen aufweist. Die Umrisse sind wirr und chaotisch, als ob sie wuchern. Sie erkennt auch, dass die Gestalt pulsierende Bewegungen erzeugt, wie eine Herzpumpe. Maria ist starr vor Schock und schluckt erst mal tief. Dann bewegt sich die Gestalt auf sie zu und Maria greift reflexartig nach ihrer vollautomatischen Handfeuerwaffe in ihrem Pistolengurt. Als sie die Waffe auf das Ding richtet, läuft das wuchernde Ding auf das Licht zu, das aus dem Wohnzimmer an Marias Körper vorbei ins dunkle Zimmer hinein scheint, und gibt sich zu erkennen. Ein grauenvoller Anblick ergibt sich Maria, als sie eine fleischige wuchernde Masse in den Klamotten von Dr. Noah erblickt, die auf sie zuläuft. Sie erkennt eine Art Kopf, die aus einem geschwollenen Stiernacken mit unzähligen Geschwüren an der glitschigen faltigen Haut wächst. Das Gesicht von Dr. Noah starrt aus diesem Kopf in Marias Richtung und gibt ein stöhnendes wehklagendes »MA-RI-Aaaaaaahhh!!!« von sich, als es plötzlich die Augen verdreht und die Schädeldecke spaltet, woraus ein mit Tentakel besetztes Riesengehirn herausquillt. Der Arm und die Hand mit samt den Fingern des Mannes ähneln eher dem verschrumpeltem Ast eines Horrorfilmbaumes, zumindest der Linke. Der Rechte pulsiert eher und weist ebenfalls viele kleine Geschwüre und pochende Riesenadern auf. Maria bekommt vor Schreck keinen Ton raus und schießt mit zitternder Hand auf das Ding. Weniger zur Erlösung des Mannes, der noch in diesem ekelhaften wabernden Kloß steckt und leidet, sondern eher, um das eigene Leben zu verteidigen, weil sie unterbewusst vermutet, dass Noah etwas Ansteckendes haben könnte. Sie schießt in Kürze das ganze Magazin leer. Jeder Schuss sitzt, aber bewirkt außer ein paar blutigen und eiternden Einschusslöcher überhaupt nichts. Die Tentakel reagieren auf ihren Angriff und schlagen ihr die Pistole aus der Hand. Das Noahding beschleunigt sich, als wolle es sich Maria schnappen. Sie rennt fluchtartig zur Zimmertür hinaus und schmeißt sie zu. Nur die Tentakel klemmen sich dazwischen und versuchen nach Maria zu greifen. Einer der Tentakel grabscht ihr sogar über den Kopf. Maria kreischt vor lauter Panik. Tunnelblick-Marie existiert gerade nicht mehr. So einen Horror hat selbst sie bisher noch nicht erlebt. Jetzt existiert nur noch Angstschweiß-Marie. Maria drückt so fest es geht die Tür zu und schafft es, die Tentakel zwischen dem Türrahmen einzuquetschen, so dass Blut spritzt. Dann hört sie, wie der Türriegel einrastet. Sie ist zu und Maria stößt sich von der Tür weg. Sie verliert dabei ungewollt das Gleichgewicht und landet auf den Arschbacken und ihren Handflächen. Das Noahding rammt einmal ganz fest gegen die Tür und schafft es sie fast zu durchbrechen. Splitter und Risse ragen aus der Holztür heraus. Noah hat eine Holztür. Er muss echt reich sein. Aber das spielt gerade keine Rolle für Angstschweiß-Marie. Sie steht auf und rennt so schnell es geht zur Wohnzimmertür. Da kracht das Noahding endgültig durch die Tür und Maria weiter hinterher. Maria schnappt sich ihren waffenfähigen Schweißbrenner aus ihrer Hosentasche. Aber ihn einzusetzen würde bedeuten, sie müsste sich zu dem Ding umdrehen... und stehenbleiben. Aber das Noahding ist schneller als sie. Das kann sie hören. Ihr bleibt keine Wahl. Bereits im Eingangsflur wendet sie sich mit vorgehaltenem Schweißbrenner zum Noahding um und richtet den Brenner direkt in seine Richtung und zündet die Waffe. Eine schnurgerade Stichflamme schießt hervor und lässt das Noahding in einen Anzug aus Feuer tauchen. Das eklige Ding brüllt, grunzt und kreischt wie eine Furie, die gerade tausend Tode stirbt. Dann schnellt plötzlich ein fetter und faltiger Tentakel aus dem Mund des brennenden Noahdings hervor und umschlingt Marias Bein. Es bringt sie zum Sturz und zieht sie in seine Richtung. Der Mund reißt an den Mundwinkeln auf immer weiter über den halben tumorhaften Stiernackentorso und offenbart ein noch größeres mit rasiermesserscharfen Zähnen bewehrtes Maul, das bereit ist, Maria in einen brennenden Schlund zu ziehen. Maria kämpft dagegen an und muss an ihre toten Kameraden denken, denen sie noch was schuldig ist. Sie kann noch nicht sterben. Nicht jetzt und erst recht nicht so. Maria greift in den Laminatboden des Flurs und drückt ihre Fingernägel hinein. Sie wird trotzdem weiter hinein gezogen und kratzt sich obendrein noch die Fingernägel am Laminat blutig. Dann hebt sie das andere Bein hoch und rammt mit aller Wucht mit der Hacke ihres Stiefels den Tentakel gegen den Laminatboden. Blut und Eiter triefen heraus. Der Tentakel lässt leicht locker und Maria gelingt es, sich aus seinem Griff zu befreien. Unbeholfen versucht sie aufzustehen, rutscht aber immer wieder am Schleim des Tentakels aus. Das Ding läuft brennend weiter auf sie zu und sie versucht immer wieder aufzustehen. Aber sie ist zu hastig und fällt immer wieder auf alle Viere. Dann muss sie eben aus der Wohnung raus kriechen. Das Ding hat sie bereits eingeholt, aber läuft an ihr vorbei, weil es förmlich blind geworden ist durch das ganze Feuer. Maria bleibt am Boden und versucht, unauffällig zu sein, während das Noahding unkoordiniert weiter und mehrmals unbeholfen gegen die Flurwände läuft. Maria kann schließlich beobachten, wie das Noahding durch das Feuer kurz vor der Eingangstür zu Boden sackt und zu Grunde geht. Maria setzt sich hin und lehnt ihren Rücken gegen die Wand des Korridors. Mit Tränen im Gesicht und Schockfrost im Blut sieht sie, wie das Ding verbrennt. Dann richtet sie sich auf und geht ins nächste Zimmer, um dort durchs Fenster zu steigen. Denn in einem brennenden Haus sollte niemand lange sitzen bleiben. Und ein blutrünstiges Monster, das brennt, will niemand löschen. Maria hat überlebt.

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