Eckhard Lange - Wie in einem Spiegel

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Der Pharmaunternehmer Eicke Yolck wird von seinem Halbbruder Peer aus der Firma gedrängt, sein Sohn Jason dadurch um sein Erbe betrogen. Der Onkel schickt den Studenten nach Greifswald, um dort an Unterlagen über ein neu entwickeltes, hochwirksames Medikament zu kommen, und mit Hilfe von Madeleine Coldenius gelingt ihm der Diebstahl. Doch der Preis, den Madeleine dafür zahlen muß, ist hoch. Dennoch werden die Liebenden um den Erfolg betrogen. Als Jason danach mit Kristin Ohnne, Erbin einer Hotelkette, eine neue Verbindung eingeht, versucht die enttäuschte und verzweifelte Madeleine, deren Hochzeit zu verhindern, aber das kostet nicht nur sie selbst das Leben.

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Der Lehrer war sich nicht sicher, ob Jason Yolck überhaupt seiner Einladung folgen würde. Er hatte sie schließlich bewusst so ausgesprochen, dass sein Lieblingsschüler ohne Schuldgefühle auch fernbleiben konnte. Und doch hoffte er, Jason würde die Gelegenheit nutzen, mit dem Lehrer über seine Pläne zu sprechen – falls er denn überhaupt Pläne hatte. Eben das schien dem Pädagogen fraglich. Er hatte noch einmal einen Blick in die Unterlagen geworfen, die im Sekretariat über jeden Schüler geführt wurden. Seine Leistungen, seine Mitarbeit in den schuleigenen Gilden, seine freiwillig übernommenen Aufgaben im Internat kannte er, dazu bedurfte es keiner Nachforschungen. Aber die familiäre Situation seiner Schüler war ihm nur dort geläufig, wo es Probleme gegeben hatte, und das war bei Jason Yolck nie der Fall gewesen.

Das einzig Auffällige war die Tatsache, dass der junge Mann häufig seine Ferien ganz oder teilweise im Internat verbrachte. Erst jetzt aber wurde Dr. Scheer wirklich bewusst, dass Jason offensichtlich überhaupt kein Zuhause hatte: eine früh verstorbene Mutter, ein Vater, der als Adresse ein Altersstift hatte – wohin sollte der Junge da auch fahren? Die Zahlungen kamen von einem Onkel, doch der Lehrer konnte sich nicht erinnern, ihn jemals bei einer jener Veranstaltungen gesehen zu haben, zu denen Eltern und Angehörige geladen wurden und meist auch erschienen. Nein, Jason hatte kein Elternhaus, und er hatte wohl auch niemand, der ihm jetzt mit gutem Rat zur Seite stehen könnte. Umso wichtiger war, dass er – sein Tutor – ihm das Gespräch anbot.

Fast hatte Dr. Scheer das Warten bereits aufgegeben, als es dann doch noch an der Tür läutete. Er öffnete. Jason stand mit einigen Zetteln im Türrahmen und begann mit einer Entschuldigung: „Es ist leider etwas später geworden,“ sagte er zögernd, „aber ich wollte nicht ganz unvorbereitet kommen. Ich habe dafür die Optionen aufgelistet, die ich mir für die Zeit nach dem Abi vorstellen könnte.“ Der Lehrer musste lächeln: Das war typisch für diesen Schüler, und das machte ihn auch so sympathisch. Er ging sein eigenes Schicksal an wie eine Versuchreihe im Labor – da mussten alle nur möglichen Fehler zunächst ausgeschlossen werden, sollte das Experiment zum Ziel führen. „Kommen Sie herein, Jason. Ich freue mich, dass Sie mir Ihr Vertrauen schenken.“

Er goß die Gläser voll und reichte eines seinem Schüler. „Auf Ihre Hausaufgaben,“ sagte er und hob das eigene Glas. „Lassen Sie hören, was Ihnen alles eingefallen ist.“ Jason ordnete seine Zettel auf zwei Stapel. „Ich denke, es gibt für mich zwei Alternativen – ohne dass ich jetzt über die Finanzierung nachdenke. Die erste wäre ein Studium, die zweite eine Berufsausbildung – als Vorstufe für ein späteres Studium. Sie kennen meine Interessen, Herr Dr. Scheer. Ich finde zwar manches spannend, aber das meiste würde höchstens für ein Hobby reichen. Es sind die exakten Wissenschaften, die mich reizen könnten.“ „Gut,“ mischte der Lehrer sich ein, „lassen wir die genauere Wahl zunächst beiseite. Kommen Sie erst einmal zu Ihrem zweiten Stapel. Der steht unter der Überschrift 'Beruf', wie ich vermute.“

Jason nickte. „Aber hier steht fast überall ein großes Fragezeichen hinter meinen Notizen. Das macht es nicht gerade leichter.“ „Lesen Sie einfach vor, dann reden wir darüber!“ Es wurde ein langes Gespräch, aber Dr. Scheer merkte bald, dass er die Unsicherheiten seines Schülers nicht ausräumen konnte. Irgendetwas stand seiner Entscheidung im Weg, und das blieb unausgesprochen, falls es dem jungen Mann überhaupt bewusst war. Doch dann folgte der Lehrer einer spontanen Eingebung und fragte: „Was mich interessieren würde: Welches Beruf hatte eigentlich Ihr Vater?“ Jason schwieg eine Weile, dann sagte er leise: „Ich glaube, Sie haben mich jetzt festgenagelt. Da ist etwas, was ich mir nie wirklich eingestehen wollte.“ „Möchten Sie darüber sprechen, Jason?“ fragte der Ältere vorsichtig. „Ich will Ihnen keine Geheimnisse entreißen. Aber wenn hier ein Stolperstein im Weg liegt und wir ihn forträumen könnten, dann sollten wir es tun – jetzt tun.“

Wieder brauchte Jason Zeit, um zu antworten, und sein Lehrer wartete geduldig. „Sie haben vielleicht einmal ein Medikament genommen, das von einer gewissen Yolck Pharma stammte,“ begann er endlich. „Das ist – meine Familie. Mein Großvater ist Apotheker.. gewesen, muß ich hinzufügen. Und er hat die beiden Mittel einmal zusammengemischt. Ja, es sind zwei Medikamente, nur zwei, die Yolck Pharma produziert, immer noch nach seiner Rezeptur. Darum hat auch mein Vater Pharmazie studiert, er hat die Mittel ständig verbessert, dem Bedarf angepasst, aber es ist immer noch das alte Patent. Vielleicht wäre er sonst Maler geworden, oder Bildhauer, er hatte, soviel ich weiß, durchaus auch eine künstlerische Ader. Aber es gab das Werk, es gab eine Belegschaft, und vor allem, es gab einen Markt. Ich habe mich nie sonderlich dafür interessiert, und doch – Yolckosar und DiaYolck sind ein Erbe, dem ich mich verpflichtet fühle. Irgendwie.“

„Aber Ihr Vater ist nicht mehr tätig?“ Wieder fühlte Dr. Scheer, dass er sich auf dünnem Eis bewegte mit seinen Fragen. Doch er fühlte auch, dass Jason darauf wartete, endlich einmal über seine Familie zu reden. „Der Tod meiner Mutter hat alles verändert.“ Jason sagte es heftiger, als er gewollt hatte. „Ich war damals noch viel zu klein, um das alles zu begreifen, und ich weiß bis heute nicht, was im einzelnen geschehen ist. Ich weiß nur, dass Vater lange unfähig war, normal zu arbeiten. Und plötzlich war da mein Onkel, der Halbbruders meines Vaters, im Besitz der Firma.“ „Er ist ebenfalls vom Fach?“ fragte der Lehrer. „Nein, ich glaube nicht. Er ist wohl Kaufmann, und das scheint auch zu reichen. Yolck Pharma lebt von diesen beiden Produkten. Es gibt keine Forschung, keine Neuerungen. Und irgendwann werden andere Firmen neue, bessere Medikamente auf den Markt bringen. Es gibt niemand, der das Erbe übernimmt.“ „Außer...,“ Dr. Scheer sagte es sehr leise, sehr vorsichtig, aber es musste gesagt werden, um dieses Jungen hier musste es ausgesprochen werden.

Mit einer raschen, fast unwirschen Handbewegung hatte Jason die Zettel beiseite gewischt, die vor ihm auf dem Tisch lagen. „Sie haben recht,“ sagte er, „aber bin ich dazu verpflichtet? Wäre Vater heute noch Leiter des Betriebes, ich würde ihm nachfolgen; nicht aus Familientradition, sondern weil es eine spannende Aufgabe wäre, weil es mich reizen könnte, aus den alten Rezepturen etwas ganz neues zu entwickeln. Wir haben eine Uni-Klinik, eine medizinische Fakultät, es gäbe viele Wege, zu kooperieren, sich auszutauschen, gemeinsam zu forschen, es gäbe durchaus eine Chance, auch den Pharma-Riesen mit ihren Großlaboren die Stirn zu bieten. Aber Yolck Pharma gehört einem anderen, einem Fremden. - Und mein Onkel ist ein Fremder für mich,“ fügte Jason hinzu, und es klang irgendwie bitter.

Sie schwiegen nun beide, und jeder suchte in Gedanken nach einem Wort, das jetzt nötig war, das weiterführen, helfen, einen Ausweg zeigen könnte. Dr. Scheer versuchte als erster einen solchen Weg: „Haben Sie eigentlich in letzter Zeit einmal mit Ihrem Onkel gesprochen? Wenn er solange Ihre Ausbildung finanziert hat, wird er doch auch Ihre weiteren Schritte begleiten müssen. Ich weiß nicht, ob er dazu verpflichtet ist – er ist schließlich auch in der Vergangenheit nie als Ihr Erziehungsberechtigter bei uns aufgetreten – aber es wird sicherlich eine andere Art von Pflicht geben. Bloßes Interesse an Ihnen als einem nahen Verwandten können wir nach allem, was Sie erzählt haben, doch wohl ausschließen.“

Jason blickte ihn an: „Es sind schon Jahre her, dass ich ihn gesehen habe. Ich glaube, es war am ersten Weihnachtstag. Ich war wohl zwölf oder dreizehn damals, und ich war über die Festtage im Stift bei meinem Vater – sie haben ein Gästezimmer dort, und meine Erzieher damals bestanden darauf, dass ich wenigstens zwei Tage nach Hause fahre. Ja, ich erinnere mich noch genau: Sie sagten 'nach Hause'. Es war so quälend, neben einem Mann zu sitzen, der mir nichts zu sagen hatte, der kaum nach mir fragte, nach meinem Leben hier, nach meinen Leistungen, meinem Wohlergehen. Es war deshalb auch mein letzter Besuch 'zu Hause.' Am ersten Feiertag kam dann Onkel Peer vorbei mit einem Präsentkorb für den Vater, um ihm ein frohes Fest zu wünschen. Für mich hatte er nichts dabei; er war wohl erstaunt, mich dort anzutreffen. Aber immerhin: Er hat mich ausgefragt nach Lenorenlund, sehr sachlich und eigentlich auch ganz freundlich, und doch hatte ich ständig das Gefühl, er wollte nur wissen, ob sich die Ausgaben für das Internat lohnen. Vielleicht war er auch bloß froh, mit jemand reden zu können, denn Vater war zu keinem Gespräch bereit. Seitdem bekam ich jedes Jahr zu Weihnachten ein Paket mit Süßigkeiten und einer Grußkarte, doch die war vorgedruckt und bloß unterschrieben. Ja, und zum Ende jedes Schuljahres einen Glückwunsch und einen Scheck. Ich glaube, er hat einfach vorausgesetzt, dass ich das Klassenziel auch erreicht habe.“

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