Walter Rupp - Dialoge, Monologe, Interviews

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SOKRATES: Kann man von Wissen sprechen, wenn man weiß, dass in einem Land der Erde ein Regierungschef die Absicht hat, zurückzutreten, das Wirtschaftswachstum um einige Prozente steigt oder in der nächsten Woche mit einem Temperaturanstieg zu rechnen ist?

STUDENT: Ihre Auffassung vom Philosophieren war immer eigenwillig. Schon Ihre Zeitgenossen nahmen daran Anstoß, dass Sie auf Straßen und Plätzen lehrten und Philosophie wie eine Ware öffentlich feilgeboten haben.

SOKRATES: Ist es nicht merkwürdig, dass man überall nur die materiellen und nicht auch die geistigen Güter anbietet?

STUDENT: Der Markt unterliegt nun einmal dem Gesetz von Nachfrage und Angebot.

SOKRATES: Geht die Nachfrage dem Angebot wirklich voraus? Wer wird gefragt: der Markt oder der Mensch?

STUDENT: Sie gelten als der Erfinder der Ironie...

SOKRATES: Was haben Sie gesagt? Langsam, langsam! Was ist ein Erfinder? Einer, der das noch nie Dagewesene findet, oder nur etwas aufhebt, woran die Leute achtlos vorübergehen, was aber schon immer dagelegen hat?

STUDENT: Aber vor Ihnen wusste niemand etwas mit Ironie anzufangen.

SOKRATES: Was ist Ironie? Wenn man das, was lächerlich ist, nicht ernst nimmt?

STUDENT: Sie haben die Fragekunst perfektioniert. Man müsste Sie eigentlich den Vater der Interview-Technik nennen.

SOKRATES: Wie sagten Sie: Vater der Interview-Technik? * Er lacht

STUDENT: Sie nannten doch Ihre Fragetechnik Hebammenkunst.

SOKRATES: Ich sprach von Kunst, Sie reden von Technik. Verstehen Sie wirklich nicht, worin der Unterschied zwischen fragen und interviewen besteht?

STUDENT: Der Unterschied? Ich habe dafür nur einen modernen Begriff eingesetzt.

SOKRATES: Ich habe etwas gegen falsch gestellte Fragen, gegen Fragen, mit denen man die Wahrheit zudeckt oder sich mit dem befasst, was nicht wert ist, gewusst zu werden.

STUDENT: Und was ist wert, gewusst zu werden?

SOKRATES: Sehr gut! Ausgezeichnet. Sie haben endlich eine gute und endlich einmal eine wichtige Frage gestellt. Es war eine schwere Geburt. Aber sie ist doch gelungen.

STUDENT: Sie meinen, weil ich frage: "Was ist wert, gewusst zu werden?"

SOKRATES: So ist es. Was ist wert, gewusst zu werden?

STUDENT: Und Sie wollen darauf nicht antworten?

SOKRATES: Nein, ich will es nicht. Antworten kann jeder, fragen nicht.

LESSING

LESSING: * Mit einem Manuskript. Er stellt sich einem Regisseur vor : Gottfried Ephraim Lessing... Ich dachte, es wäre an der Zeit...

REGISSEUR: ... Ihren Nathan aufzuführen?

LESSING: In einer Zeit, in der die Religionen einander näher rücken. In einer Zeit, die den Wert des Dialoges wieder entdeckt.

REGISSEUR: Das mit diesem Nathan ist ja eine ganz hübsche Idee. Aber diese Dialoge. Ehrlich gesagt: Ich habe mich gelangweilt und könnte mir denken, dass es den Zuschauern ebenso ergeht.

LESSING: Die Barrieren zwischen den Religionen bestehen noch. Oder?

REGISSEUR: Haben Sie das noch nicht mitbekommen, die Leute sind inzwischen so emanzipiert, dass sie sich aus den verschiedenen Religionen das holen, was ihnen gefällt.

LESSING: Sie mixen sich aus den verschiedenen Religionen ihre eigene Weltreligion zusammen?

REGISSEUR: Bald wird es so weit sein.

LESSING: Bald. – Wenn jeder seine Weltreligion erfunden und seinen Gott erschaffen hat, dann wird der Dialog unmöglich.

REGISSEUR: * Gibt Manuskript zurück : Herr Lessing, Sie haben doch den Anschluss an unsere Zeit verpasst. Sie sollten Ihr Stück umschreiben.

FRIEDRICH NIETZSCHE

DARWINIST: Ich bin nicht wenig überrascht, dass Sie noch immer so aussehen, wie Sie auf allen Bildern abgebildet sind, mit finsterer..., ich meine, mit nachdenklicher Miene.

NIETZSCHE: Ich habe nie verstehen können, worüber und weshalb sich ein Mensch freut.

DARWINIST: Sie hatten damals schon, als Sie noch hier waren, etwas Außergewöhnliches an sich.

NIETZSCHE: etwas Geniales. Genie und Wahn liegen nun einmal nahe beieinander.

DARWINIST: Die Gebildeten waren von Ihren Gedanken immer fasziniert.

NIETZSCHE: Sie können sich auch von dem, was sie nicht verstehen, faszinieren lassen.

DARWINIST: Ist Ihnen nicht ein Fehler unterlaufen, als Sie eines Ihrer Werke „fröhliche Wissenschaften“ nannten? Seit wann sind die Wissenschaften fröhlich?

NIETZSCHE: Gewiss, diese Bezeichnung mag nicht ganz zutreffend sein. Aber ich wollte das Wort ‚traurig‘ vermeiden.

DARWINIST: Beim Lesen Ihrer Schriften fällt mir das Pathos auf, mit dem Sie schreiben.

NIETZSCHE: Ich hatte ja auch etwas zu verkünden.

DARWINIST: Ihr Stil erinnert an den Ton, mit dem so viele Prediger ihren Hörern auf die Nerven gehen.

NIETZSCHE: Vergessen Sie nicht, dass mein Vater Pastor war. Wem gelingt es schon, seine Erziehung abzustreifen.

DARWINIST: Sie halten sich für erziehungsgeschädigt? Die heutigen Psychologen sprechen von einer ekklesiogenen Neurose. Was Sie Ihrem Vater hätten vorwerfen müssen, haben Sie der Kirche vorgeworfen.

NIETZSCHE: Wenn Sie diesem bigotten religiösen Einfluss ausgesetzt gewesen wären, wären auch Sie krank geworden.

DARWINIST: Gerade weil Sie selbst krank waren, ist nicht zu verstehen, warum Sie dafür waren, dass das Schwache zugrunde gehen soll?

NIETZSCHE: Dabei dachte ich natürlich nicht an die großen Denker.

DARWINIST: Als Sie vom Übermenschen sprachen, war das ernst gemeint?

NIETZSCHE: Damals schon. Es war eine kühne Idee. Ich konnte unmöglich ahnen, dass sie gedankenlos übernommen wird?

DARWINIST: Wie stellen Sie sich diesen Übermenschen vor: als Riesen, als Body-Bildner, als Multitalent oder als Genie?

NIETZSCHE: Ja, was verstehe ich darunter? So konkret wollte das bisher keiner von mir wissen.

DARWINIST: Die Natur des Menschen muss also ihrer Meinung nach verbessert werden?

NIETZSCHE: Die Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns ist, von uns Denkern einmal abgesehen, viel zu klein. Ich denke da an eine Steigerung in jeder Hinsicht.

DARWINIST: Wollen Sie, dass die Germanen noch blonder und noch blauäugiger werden, Semiten eine längere Nase und Chinesen noch geschlitztere Augen haben?

NIETZSCHE: Na und? Ich denke da an die Gehirnleistung eines Einsteins, an die Gemütsschwankungen eines Softie, die Konstitution eines Zehnkämpfers, die Willensstärke eines Napoleons und die Schönheit einer Monroe.

DARWINIST: Und Sie fürchten nicht, das am Ende etwas anderes herauskommt: die Statur eines Napoleon, die Willensstärke eines Softie, die Schönheit eines Einstein und die Intelligenz einer Monroe?

NIETZSCHE: Man wird da eben lange an den Naturgesetzen herumexperimentieren müssen.

DARWINIST: Wenn es eines Tages Übermäuse oder Überschafe geben sollte, wird die Natur aus dem Gleichgewicht geraten.

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