Abreisetag!!!
Es regnet... das macht den Abschied etwas leichter. Aber erstmal wird der Tag mit einem ausgiebigen Frühstück begonnen... also habe ich es übernommen, mein Frauchen früh um 8 Uhr zu wecken.
Sie hat schließlich noch einiges zu tun... aber ist sie dankbar für meine Umsicht?! Man ahnt die Antwort. Immerhin hat sie mir den Kamin schnell nochmal angemacht...
Ohh... welch kuschelige Wärme...
Abfaaaaahrt!!!
Der Tag ist zu Ende. Unser Urlaub auch. Wir sind alle wieder gut angekommen und heute schlafe ich wieder in meinem eigenen Bett.
Das ist schön. Auch wenn alle ein bisschen traurig sind... es hätte noch viiiel länger so weitergehen können. Und mein Frauchen sagt, sie hätte gerne noch dies und jenes gemacht. Aber wir kommen ja wieder. Und auch, wenn es ja immer noch etwas schöner oder etwas besser oder etwas länger oder etwas mehr sein könnte - vergessen wir darüber nicht, DASS es schön war.
Denn das war es. Sehr. Und darüber sind wir froh. Und dankbar. Es waren sonnige Tage, ein letztes Aufflackern des Sommers. Eine Zeit des Wärmens und des Zusammenseins. Eine Zeit, an die wir uns erinnern können, wenn es mal nicht so einfach ist.
Die uns von innen wärmt und die wir immer als einen Teil mit uns tragen.
„Kurt,“ flötete mein Frauchen „guuuten Morgen, mein Lieblingsfaulpelzchen!!!“.
Ich öffnete vorsichtig mein linkes Auge einen winzigen Spalt und versuchte dadurch zu schielen. Es war schummrig und ich sah... nichts. Zusätzlich erschwert wurde das Unterfangen noch dadurch, dass ich nach einer langen und gemütlichen Nacht wohlig in meine weiche Decke eingesunken war, die rund um mich herum ein warmes, kuscheliges Nest bildete. Ich war kurz davor wieder einzuschlafen, sagte meine innere Uhr doch eindeutig noch was von Schlafenszeit und wollte das Gehörte gerade als Einbildung abtun, als ich eine mir wohlbekannte Stimme hörte:
„Kurt? Schläfst Du etwa noch?“ -
„Ja.“, sagte ich prompt. Oh Mist, wie ungeschickt... Ich hatte mich verraten... Es half nichts. Ich öffnete beide Augen. Mein Frauchen stand erstaunlich fröhlich für diese Uhrzeit vor mir, öffnete das Fenster und sagte:
„Auf, Schlafmütze, jetzt gibt‘s Frühstück!“.
Jetzt? Ich war doch noch gar nicht hungrig. Und überhaupt. Wieso weckt sie mich? Statt umgekehrt. An einem Sonntag!
Dem Tag, wo wir kuscheln und kraulen und bürsten - viel mehr noch als sonst.
Aber dann fiel es mir ein. Heute geht mein Frauchen in die große Stadt. Dort hilft sie mit vielen anderen netten Menschen Tieren, die manchmal Hunger haben und auch oft kein warmes Zuhause oder die krank sind.
„Alle haben ein Herrchen, das sie lieb hat, das ist das Allerwichtigste, um den Rest versuchen wir uns zu kümmern.“, erklärte mir mein Frauchen. Dann fragte sie, ob sie 2 von meinen Körben mitnehmen darf, die ich neu habe, die aber nicht richtig passen. Na ja, um ehrlich zu sein, erst wollte ich Nein sagen, weil sie das Hunden gibt (diese haarigen Monster.... bäh!)...
Aber dann dachte ich daran, dass ich jede Nacht in einem warmen Bett neben meinem Frauchen schlafe, die mich zudeckt, mir über den Kopf streichelt und mir gute Nacht sagt. Und die mich zum Frühstück weckt und zum Abendessen. Die mir Käsepaste gibt, wenn ich schnurre... und Sahne von ihrem Eis.
Und dann finde ich, dass ich viel Glück habe in meinem Leben. Und wenn ich das teile (selbst mit einem Hund), dann kann das auch ein anderer erleben.
Und das wäre das wahre Glück.
Ein Gruß vom Kurt in die Nacht. Viel zum Schreiben komme ich derzeit ja nicht. Der stressige Alltag hat mich fest im Griff. Unglaublich, womit kater sich so herumschlagen muss. Mein Frauchen hat doch tatsächlich die Vorstellung, sie könnte mir mein Essen HINSTELLEN und ich würde es dann essen.
Ist das zu glauben?! Wohl nicht. Wo sie mir doch im Urlaub viele kleine Kugeln einzelnd gereicht hat... hat irgendwer etwa schon mal was von einem Downgrade gehört?!
Nein!!!
Natürlich nicht. Weil es sowas nämlich nicht gibt. Ein Upgrade ist die neue Normalität.
Katzenweisheit. Eine von den sehr lebensnahen.
Wird mein Frauchen auch noch lernen.
Heute Abend gab es für sie dann DEN Blick...
Heute Nacht denken wir an einen kranken Freund von mir. Er wohnt sehr weit weg. Dort kann er nicht bleiben und nun hatte er endlich eine wundervolle neue Familie gefunden mit einer sehr attraktiven Katzendame, die die gleiche Krankheit hat, wo er ein tolles Zuhause findet und ein Leben voller Glück und Liebe. Alle waren froh und glücklich und freuten sich mit ihm. In ein paar Tagen schon sollte seine große Reise beginnen.
Und jetzt ist das Schreckliche passiert. Er hatte einen Unfall und hat sich was gebrochen. Nun weiß keiner, wie es weiter geht, was er braucht und ob er die beschwerliche Reise überhaupt antreten kann. Halt durch, Artemis! Wir schaffen das schon.
Alle bitte ganz fest Daumen und Pfoten drücken, dass es eine Chance gibt, ihm zu helfen!!!
Heute Abend hatte mein Frauchen überraschend Ausgang beantragt. Es sei doch Eulenfest in der Stadt. Na ja, da ich mich ohnehin nicht allzu sehr für Geflügel interessiere, gewährte ich es ihr großzügig.
„Bring mir was mit!“, rief ich ihr nach und stellte mir ein Crêpe mit Käsepaste, Fischwatte oder Liebesmäuse vor. Ich döste gemütlich am Kamin, den sie mir noch angemacht hatte, als sie wieder kam.
„So früh schon zurück?“, fragte ich.
„Hmpf“, war die eloquent wie muffelige Antwort.
„Uuuund?“, fragte ich, mittlerweile hellwach. Mir lief bereits das Wasser im Mund zusammen...
„Ah. Ja. Ich hab Dir was mitgebracht, Kurt. Was Lustiges.“
Bei diese Worten schrillten meine Alarmglocken hörbar und durchdringend. Und tatsächlich... ich sollte Recht behalten.
„Gefällt es Dir?“, fragte mein Frauchen.
„Hmpf.“, sagte ich. Sie murmelte noch was von „Wind“ und „So was hätte es ja noch nie gegeben“ und verschwand.
Kurze Zeit später waren Wind und Fehlgeschenke vergessen, wir saßen am Kamin und es gab Käsepaste und heißen Kakao.
Herrlich!
Samstag!
Lange schlafen!
Faulenzen!
Und dann ein ausgedehntes Frühstück,
bei dem mir eine meiner Lieblingsleckereien gereicht wird.
Rührei!
Mmmmmhhhhh!!!
Das Leben ist schön.
„Kurt,“ sagte mein Frauchen heute, „die Leute denken, Du ernährst Dich nur von Käsepaste, Ei und Sahne!“
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