7 Beim Ausatmen durch den Mund lassen Sie die Zunge wieder locker auf den Mundboden fallen und sprechen innerlich das Wort „Gleichgewicht“ oder „Balance“. Die Augen können offen oder geschlossen sein.
Diese Übung entfaltet ihre Wirkung schon nach ein bis zwei Minuten.
Die Thymusdrüse, die unter anderem für den Fluss der Lebensenergie in den Meridianen zuständig ist, liegt hinter dem Brustbein über dem Herzbeutel und ist bei der Geburt und im Kindesalter noch voll ausgebildet. Im Laufe des Lebens bildet sie sich zurück, bis sie in hohem Alter nur noch winzig klein ist. Den bahnbrechenden Forschungen Dr. John Diamonds haben wir die folgenreiche – und ausgesprochen erfreuliche – Erkenntnis zu verdanken, dass wir mit dem Beklopfen der Thymusdrüse das Meridiansystem harmonisieren und somit den Energiefluss und die Immunabwehr steigern können. Ist die Thymusdrüse aktiv, so verfügen wir über viel Lebensenergie. Ist sie hingegen schwach, lässt die Vitalität nach. Dann fühlen wir uns kraftlos, entmutigt, werden krank.
Zur Aktivierung der Thymusdrüse (TD) beklopfen Sie das Brustbein circa sieben Zentimeter unterhalb der Halsgrube (siehe Abbildung 1) und wiederholen dabei fünf- bis siebenmal den folgenden Satz:
„Ich liebe und glaube, vertraue, bin dankbar und mutig.“
Sie können die Thymusdrüse auch einfach so zwischendurch beklopfen, ohne Worte. Die Aktivierung der Thymusdrüse stärkt die Abwehrkräfte und die Lebensenergie, unterstützt den Lebenswillen und harmonisiert die Gefühlswelt. Wahlweise können Sie auch folgende äußerst kraftvolle Affirmation, die Ihr Energieniveau anhebt, in die Thymusdrüse einklopfen:
„Vertrauen, Vergebung, Liebe, Freude und Frieden.“
Die sechs Elemente einer MET-Behandlung
Die eigentliche Selbstbehandlung mit MET besteht dann aus sechs Behandlungsschritten:
1. Das Thema benennen
2. Der Heilende Satz
3. Behandlungssatz und Beklopfen der 6 Behandlungspunkte
4. Handrückenserie
5. Überprüfung und eventuell Neubestimmung des Themas mit Beklopfen der Behandlungspunkte
6. Klopfen der Wahlsätze
Erster Schritt: Das Thema genau benennen
Wie in der therapeutischen Behandlung, so besteht auch in der Selbstbehandlung der erste Schritt zum Klopfen darin, sich Ihres Problems und der Folgethemen, die sich daraus ergeben, bewusst zu werden. Für die meisten ist dies zugleich auch schon der schwierigste Teil. Warum? Nun, Sie müssen dabei Ihre Gefühle wahrnehmen, spüren und in Worte fassen. Für viele ist das schon die erste Hürde, denn häufig haben wir es verlernt bzw. wurde uns abtrainiert, unsere Gefühle zuzulassen, zur Kenntnis zu nehmen und zu ihnen zu stehen.
Bestimmten Kerngefühlen werden Sie in diesem Buch immer wieder begegnen: Ärger (sich genervt fühlen, sauer sein), Angst, Trauer, Resignation, Schuld- und Schamgefühle.
Hinzu kommen gewisse Glaubenssätze und Überzeugungen über das Leben oder bestimmte Lebensumstände. Der Mensch ist ja so angelegt, dass er aus Erfahrungen lernt. Und wer wiederholt Schicksalsschläge hinnehmen muss, wird allzu leicht zu der (verhängnisvollen) Überzeugung verleitet: „Das Leben ist nun einmal grausam.“ Seien Sie daher Ihren Glaubenssätzen gegenüber sehr wachsam. In den folgenden Kapiteln finden Sie themenspezifisch immer ganz konkrete Beispiele für Glaubenssätze, die Ihre Kraft beschneiden und Ihre Zuversicht trüben können. Seien Sie versichert, dass es davon mehr als genug gibt, dass jeder Einzelne von uns einer ganzen Menge huldigt und sie unbewusst zu seiner höchst privaten Lebensphilosophie zusammengesetzt hat. Soweit Sie sich Ihrer Glaubenssätze bewusst werden und meinen, dass diese Sie in Ihrer freien Entfaltung behindern, können Sie diese nach unserem Schema durch Beklopfen auflösen.
Im ersten und zweiten Schritt der Selbstbehandlung werden Sie sich also Ihrer Gefühle und Glaubenssätze bewusst, die Sie klopfend auflösen können, soweit sie diese als unangenehm bzw. einengend empfinden.
Dazu gehört drittens, dass Sie sich bestimmter Umstände bewusst werden, die Ihr Leben belasten. Dabei kann es sich etwa um Scheidung, Trennung oder andere Verlusterfahrungen handeln. Wenn Sie merken, dass sich da noch belastende Gefühle melden, benennen Sie diese und beklopfen Sie sie. So haben Sie drei Hauptmerkmale, wie Sie sich Ihren Themen nähern können:
1 Sie fühlen etwas, das Sie belastet (wie Ärger oder Angst).
1 Sie nehmen wahr, dass Sie in Bezug auf ein bestimmtes Thema einem Glaubenssatz anhängen, der Sie einschränkt, zum Beispiel: „Das Leben ist hart und ungerecht.“
1 Gewisse Lebensumstände (wie etwa Scheidung oder Verlust des Arbeitsplatzes) rufen belastende Emotionen bei Ihnen hervor.
Sie sehen schon: Im Vordergrund steht immer, was Sie fühlen und wie Sie sich fühlen. Aus diesen Empfindungen entstehen die Themen, die Sie beklopfen. Insofern können Sie unsere Vorschläge gern aufgreifen und beklopfen. Sie sind aber auch auf dem richtigen Weg, sollten Sie die Sätze, die wir vorschlagen, umformulieren oder gar eigene bilden wollen. Dabei ist nur eines von entscheidender Bedeutung: „Ihr“ Satz muss für Sie richtig klingen und Ihr Gefühl beziehungsweise Ihren Glaubenssatz genau ausdrücken.
Durch das Beklopfen kommen Sie immer mehr in einen Zustand von Entspannung, Ruhe und Frieden.
Meistens ist es aber so, dass Sie ein Problem oder Gefühl beklopfen, und schon meldet sich das nächste Thema. Das geht manchmal schneller, als Sie klopfen können. Folgen Sie dann dem neuen Gefühl und beklopfen Sie dieses. So kann es zum Beispiel sein, dass Sie mit einer Wut anfangen, dann zu einer Trauer gelangen, die in ein Schuldgefühl mündet, Sie wieder eine Trauer spüren, dann enttäuscht sind, schließlich wieder eine andere Wut auf jemand anders spüren, danach wieder eine Trauer und dann erst kommen Sie in den Zustand von Frieden und Entspannung. Das ist eigentlich der Normalfall. Es kommt höchst selten vor, dass Sie ein Gefühl beklopfen, und dann ist gut. „Durch“ sind Sie erst, wenn Sie merken, dass keine emotionale Erregung mehr entsteht, wenn Sie an Ihr Ausgangsthema denken.
Prüfen Sie also unbedingt alle von uns vorgeschlagenen Behandlungssätze daraufhin, ob es die Ihrigen sind. Und fühlen Sie auch in sich hinein, ob bei Ihnen nicht vielleicht Themen im Vordergrund stehen, die wir gar nicht bedacht haben. Das ist gut möglich, denn bei diesen Sätzen handelt es sich um etwas sehr Individuelles. Fast könnte man sagen, es gibt so viele Behandlungssätze, wie es Menschen gibt – multipliziert mit den Beschwerden, die jeder Einzelne hat.
Woran Sie erkennen, dass es sich bei einer bestimmten Problematik um „Ihr Thema“ handelt? Dafür gibt es ein ganz klares Merkmal: Sie fühlen sich von etwas ganz unmittelbar angesprochen. Wenn Sie also eines der Kapitel in diesem Buch durchlesen und bemerken, dass einer der darin vorgeschlagenen Sätze Sie emotional berührt oder dass Sie das beschriebene Gefühl jetzt, in diesem Moment, genau so empfinden, dann haben Sie den Satz gefunden, den Sie beklopfen sollten. Sätze, die Sie „kalt“ lassen, sind dagegen in diesem Augenblick für Sie nicht von Bedeutung.
Nehmen Sie in jedem Augenblick wahr, was genau Sie jetzt in Bezug auf ein Thema fühlen.
„Hilfe, ich kann nichts fühlen!“
Ihre Empfindungen beim Namen nennen – für viele wird es da schon schwierig. „Gefühle? Was ist das denn? Hab ich nicht!“ Bei manchen Menschen sind die Gefühle so gut weggepackt, dass sie kaum noch Zugang dazu finden. Warum? Nun, weil viele schon die Erfahrung gemacht haben, verletzt, enttäuscht, betrogen worden zu sein, wenn sie jemandem Gefühle entgegenbrachten, und das wollen sie auf gar keinen Fall noch einmal erleben. Gerade für Männer ist Gefühl ja häufig in erster Linie mit Verletzbarkeit und Schwäche verbunden. Aber da können wir Ihnen einen guten Tipp geben: Sie beklopfen als ersten Satz: „Ich kann nichts fühlen.“
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