Gerhard Schumacher - Die Glückseligen

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Im Großen und Ganzen geht es um nichts. Jedenfalls um nichts Wesentliches. Das Schwagerwesen mit vielen seiner Unterarten spielt eine gewisse Rolle, darüber hinaus noch eine Reihe mehr oder weniger involvierter Adepten und Deppen, die Rassenfrage wird gestreift, auch die der Doppelnamen, ebenso der desolate Zustand des schwedischen Gesundheitswesens. Erwähnung finden u. a. Napoleon, Marx, Fontane in gebührender Form und der künftige König von Frankreich, jawohl, richtig gelesen, den gibt es, oder wird es jedenfalls geben, oder sollte, könnte, eventuell.

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Flugs orderte ich bei dem vorbeischlafenden Kellner ein neues Fläschchen Radeberger und als verdiente Zugabe einen doppelten Wilthener Weinbrand. Im Glas, wenn gerade eins frei sei.

Natürlich entzieht es sich (Gott sei Dank) meiner Kenntnis, wer von den beiden mit Bindestrich Zusammengefügten wen zuerst gebürstet respektive gepümpelt oder zum Bürsten respektive Pümpeln überredet oder mit sonst welchen Mitteln bürsten- oder pümpelmäßig flachgelegt hat.

(Flott stochert Pümpels Dideldum in Susi Bürstmanns Bürste rum! Ach Kindermund, wie bist du doch weise und erfrischend.)

Das spielt eigentlich auch nicht die große Rolle. Tatsache ist und bleibt doch, dass zwei Individuen mit strotzdummen Nachnamen, zugegeben, dafür kann keiner wirklich was, nicht die Chance genutzt haben, bei ihrer Heirat wenigstens einen davon elegant loszuwerden. Nein, stattdessen haben sie den Horror durch Vereinigung nebst Bindestrich noch potenziert, die Verbrecher.

Gerade so, wie es die Regierenden mit diesem unserem Land taten. Jedes für sich war schon schlimm genug, aber beide zusammen? Nicht auszudenken.

Zur Blödheit der schwartigen Zusammenfüger kommt natürlich noch die Oberblödheit der elterlichen Erzeuger von Bürstmann und Pümpel junior. Wer, der schon mit dem Namen Bürstmann geschlagen und dennoch einigermaßen bei Sinnen ist, (oder schließt sich das aus?), nennt das vermutlich pausbäckige Töchterlein auch noch Susi? In toto: Susi Bürstmann. Da ist ja, verhext, verhext, Bibi Blocksberg noch besser dran. Bei diesem defekten Namen scheint eine größere Karambolage auf dem weiteren Lebensweg in persona eines Partners mit mindestens gleichwertig bescheuerter Benennung, z. B. Pümpel, geradezu programmiert. Ich weiß zum Glück nicht, wie der Herr Pümpel mit erstem Vornamen gerufen wird, könnte mir aber Maik (mit ai, wohlgemerkt), Paul oder, besser: Percy gut vorstellen. Percy Pümpel. Das hat was.

Bist du, Susi Bürstmann bereit, den hier anwesenden Percy Pümpel zu deinem dir angetrauten Gatten … in guten wie in schlechten Zeiten … und so weiter, laber laber?

Den Saal verlassen Frau Susi Bürstmann-Pümpel nebst Gatten Percy Pümpel. Die Kakophonie des auditiven Grauens Arm in Arm mit der abgründigsten Verbalität, die man sich denken kann. In Stereo, Quadro und was es sonst so gibt. (Subwoofer? Bin auch ich berufen? Es möge bitte an der Endstufe hapern.)

Dass nicht der Susi Bürste nach Percys Pümpel dürste.

Jetzt ist es aber genug, Kindermund, stillgestanden. Spötter, die ihr seid, unschuldigen aber treffsicheren Auges.

Es läuft schon einiges schief mit den Genen, aber gewaltig, Damen und Herren (der Wilthener Weinbrand, doppelt, im Glas, zeigte erste Wirkung). But nobody is perfect. Gell, Frau Leutheusser-Schnarrenberger? Oder wie?

Der stressgeplagte sächsisch-amerikanophile Mitropakellner weigert sich, eine erneute Bestellung meinerseits zur Kenntnis zu nehmen, mit mir überhaupt in Blickkontakt zu treten und hat es sich am äußersten Ende des Waggons in einer Nische bequem eingerichtet. Auch dezente erst, dann kräftigere, schließlich lautstarke Zurufe ignoriert er standhaft, obwohl er sie trotz Schienengeklapper nicht überhören kann, denn ich bin der einzige, alleinige Gast, wenn die Bezeichnung denn zutrifft, im Speise- (noch mal: hä, hä) wagen.

Doch das sind Traditionen, gegen die unsereins nicht ankommen kann, weil sie gepflegt werden über Generationen hinweg, vom Großvater weitergegeben an den Sohn, von dem wiederum an seinen Sohn und so weiter, bis alle Mitropakellner abgeschafft werden und es nichts mehr weiterzugeben gibt. Doch solange wollte ich nicht warten.

Als auch wildestes Armgefuchtel nichts ändert, muss ich ein neuerliches Bier nebst Weinbrand aus Wilthen zur Feier der Bürstmann-Pümpelschen Verbalinjurie auf einen späteren Zeitpunkt verschieben und ergebe mich diesem Schicksal erstaunlich klaglos. So denn alles gut geht, wartet in etwa zehn Minuten am Perron des Bahnhofs Zoologischer Garten mein Aushilfsschwager Wenzel Wiener, mich abzuholen und nach Hause zu geleiten, auf dass es mir wieder wohlergehe nach meiner Rückkehr aus der niedersächsischen Provinz in das noch provinziellere Hauptstadtdorf, inmitten Sumpf und Sandbergen gelegen, von denen der Rote Adler hoch und immer höher steigen möge, dunkle Kiefernwälder von oben mit seinem rückwärtig versprühten Dünger zu bedecken, auf dass es dem Brandenburger Land zum Heil genüge, mit Stumpf, Stiel und Stolpe noch einmal.

Und der penetrant negierende Mitropaknecht kann mich mal, aber nach Strich und Faden, dieser Überbringer warmer Biere. Das Trinkgeld hau ich lieber selbst auf den Kopf. Jawoll.

Das Quietschen der Bremsen kündet von der Freude der Räder, die Qual der Interzonenstrecke einigermaßen heil überstanden zu haben, zeigt aber auch Erschöpfung und Ermüdung an. Wir sind durch Deutschland gefahren. Jedenfalls durch einen Teil, den grauen. Einfahrt in den Bahnhof, Schluss, Aus, Ende einer Dienstfahrt. Glücklich träumt das Gefährt sich ins Depot.

Der Ersatzschwager ist nicht kleinwüchsig zu benennen. Als ich mit meiner Zeitung aus dem Waggon kletterte, sah ich ihn, an der Rolltreppe stehend, schon von Weitem beidarmig winken. Er hatte Tag und Uhrzeit nicht vergessen, oder aber doch zumindest sich wieder daran erinnert. Wenzel war körperlich vorhanden. Er war, Wort haltend, da, vor Ort, und seine Anwesenheit ehrte ihn, jedenfalls in meinen überraschten Augen.

Noch etwa dreißig Meter von ihm entfernt, dröhnte seine kräftige Stimme schon gewaltig auf mich ein, nicht wenige Mitreisende duckten die Köpfe. Wenn man es genau nimmt, war Wenzel Wiener nur unwesentlich leiser als der quäkende Lautsprecher der Bahnhofsanlage, aber deutlich besser zu verstehen:

„Mensch Morbi, dass du noch gekommen bist, mit der Bahn, dem Dings, dem Zug, klasse, ehrlich, ein Stück weit, kein Quatsch, huhu, hier, Morbi, hier, du musst nach links gucken, alter Sappel, hier bin ich…“, und so weiter und sofort ohne Punkt und Komma, vom Semikolon ganz zu schweigen und schwallte schon aus der Entfernung gnadenlos auf mich nieder und ein und verwehrte mir aufgrund des Abstands zwischen uns jede Möglichkeit körperlicher oder verbaler Gegenwehr.

Aber den Leuten hat es offensichtlich gefallen. Bis auf ein paar der Deutschen, nein, der Berliner Sprache wahrscheinlich nicht mächtigen Migranten hat die Mehrzahl der dem Ausgang Zustrebenden gelacht und nur wenige haben mit dem Zeigefinger an die Stirn getippt. Bahnpolizei war weder anwesend, noch anscheinend alarmiert. Wenzel hatte ein Auditorium und für seine Verhältnisse war es ein Maximum, das er nicht alle Tage zur Verfügung hatte und das es auszunutzen galt.

Als ich etwa zehn Meter vor ihm war, brüllte er mit einer Stimmgewaltigkeit, die bis zum nächsten Stellwerk reichte:

»Morbi, wie war´s bei den Leinepissern? Hast du wenigstens gut gemauselt, ha ha, in Hannover an der Leine, ham die Mädchen dicke Beine und der Arsch ist kugelrund, was Morbi, stimmt doch, oder, sag mal, alter Torfstecher?«

Ich merkte leichte Röte in mir aufsteigen, als verschiedene Leute mich anguckten, zumal just zu diesem Zeitpunkt der verkommene Kellner des Mitropa-Speise-(mir-ist-der-Appetit-vergangen)wagens aus einem Abteilfenster lugte, hämisch sabbrig grinsend erst Wenzel, dann mir den nackten Zeigefinger entgegenstreckte und sich dabei offensichtlich nicht nur köstlich zu amüsieren schien, sondern dies auch noch einem im hintergrundigen Halbdunkel lauernden Unter- oder Hilfskellner mitteilte. Diesem Arsch, der vierzig lange Jahre hochnäsig Club-Cola durch die Gegend geschmissen hatte, wenn er denn nicht auf der Parteischule den Fahnenappell verschlief, diesem HO-Gauner, der er immer noch war, der nie irgendwo, schon gar nicht in der Zivilisation, ankommen würde, dem hätte ich seine Schadenfreude am allerwenigsten gegönnt. Aber was soll´s, ich konnte es mir ja nicht aussuchen. So ist das postsozialistische Wendeleben, zumindest reichsbundesbahnmäßig gesehen.

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