Gunter Preuß - Die Schule auf dem Baum

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Schön verrückt! Da klettert ein Junge auf die alte Kastanie im Hof der neuen Schule und bringt damit alle durcheinander. Vor allem Lehrer Hausmann, der eigentlich nur noch in Ruhe auf seine Pensionierung warten wollte. Und die junge Direktorin, die auf einmal ihr ganzes Leben infrage zu stellen beginnt. Dabei kann nur ein Blödmann denken, dass der Junge die ganze Zeit auf dem Baum sitzt. Nein, in Wahrheit ist er oben auf dem Mast der Pinta und zusammen mit dem großen Admiral auf dem Seeweg nach Indien…

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Langsam löse ich mich von den anderen. Schließlich reiße ich mich los. Ich gehe zur alten Kastanie. Ich versuche, sie zu ersteigen. Die Schuhe finden in den Einschusslöchern keinen Halt. Ich ziehe die Schuhe aus. Die Strümpfe. Etwa eineinhalb Meter komme ich vom Erdboden weg. Dann fehlt mir die Kraft. Hände und Füße verkrampfen. Ich falle.

Wieder versuche ich, den Baum hochzukommen. Die Erde will mich nicht loslassen. Sie zieht mich immer wieder zurück. Ich falle hart. Noch habe ich mir nichts gebrochen.

Zwei Schüler kommen mit einer Leiter. Es sind Horst Rappke und Christa Mällmann. Sie lehnen die Leiter an den Stamm. Dann treten sie zurück.

Ich ersteige die Leiter, Sprosse um Sprosse.

Ich steige. Höher und höher. Mein Atem geht schnell. Ich spüre ihn. In der Brust. Im Kopf. Im Bauch. In den Armen. In den Beinen. Mein Atem trägt mich nach oben.

Es wird dämmrig. Gründämmrig. Blätter streifen mich. Ihre Oberseiten sind rau. Ihre Unterseiten sind weich. Kinderhände. Sie streifen meine Stirn. Meine Ohren. Meine Wangen. Meinen Mund.

Die Leiter reicht nicht höher. Ich bin jetzt in der Baumkrone. Umgeben von Ästen. Von Zweigen. Von tausenden Blättern.

"Hans Schorn", rufe ich. "Hans!"

Ich warte auf Antwort. Und dann kommt sie. Von oben. "Hier bin ich."

"Gut", sage ich.

Ich klettere. Von Ast zu Ast. Das dauert. Ich bin steif. Hände und Füße sind unsicher. Aber ich will da hinauf. Habe ich das nicht schon einmal erlebt? Mir ist, als sei das Jahrtausende her. Jahrhunderte. Jahrzehnte. Nun ist es Wirklichkeit.

Je höher ich steige, umso heller wird es. Und ich werde leichter. Als hätte ich Wind unter die Arme bekommen.

Jetzt sehe ich Hans Schorn über mir. Wieder atme ich tief durch. Dann hangle ich mich auf gleiche Höhe mit dem Jungen. Der Ast wippt. Ich kämpfe um mein Gleichgewicht. Noch einmal kommt Angst auf. Da höre ich den Jungen. "Einfach mitwippen", sagt er. "Sie können gar nicht fallen".

Ich vertraue mich den Bewegungen des Baumes an. Nun sitze ich sicherer.

Ich "öffne die Augen. Sie gewöhnen sich schnell an die Helligkeit. Ich sitze so hoch, dass der Baum mir den Blick frei gibt. Ich sehe aus der Vogelperspektive. über die Schule hinaus. Über einen Teil der Stadt. Nach Süden hin kann ich in die zerrissene Landschaft des Tagebaus sehen.

Ich lasse meine Blicke wandern. Sie überschreiten Ländergrenzen. Sie gehen über Meere. Wechseln die Kontinente. Wollte ich als Junge nicht unbedingt in die Gegend des Himalajas? In die Heimat des Grüns und des Schnees? Ich sehe die weiten Täler. Den tropischen Regenwald. Affen sehe ich. Elefanten. Tiger. Und dort wuchert der Rhododendron. Ein Meer aus weißen Blüten. Und höher hinauf geht es. Immer höher. Hinauf in das höchste Gebirge der Erde. Hinein in die Welt der Achttausender. Für einen Augenblick lichtet sich der Nebel. Ich sehe den Gipfel des Mount Everest. Ich blicke in ein Blau, wie ich es nie gesehen habe. Es ist bitter kalt. Strahlend warm. Ohne eine Spur Licht. So hell, dass es schmerzt.

Hans lacht. Zum ersten Mal höre ich ihn lachen. Er ist neben mir. Und er war eben mit mir auf dem Himalaja. Auch ich lache. Der Schüler Hans Schorn und der Lehrer Walter Hausmann lachen. Wir sitzen auf der alten Kastanie und lachen.

Es ist, als wäre Sturm in den Baum gekommen. Frau Wendisch sitzt neben uns. Nicht weit entfernt wippt Christa Mällmann auf einem Ast. Neben ihr sitzt Horst Rappke. Mädchen und Jungen sitzen auf den Ästen. Auch Lehrer. Der Hausmeister. Der Baum schaukelt. Es wird gelacht. Gelacht.

Auf dem Schulhof steht der Schulrat. Und die ausländischen Kollegen. All die Leute von der Straße. Sie stehen. Die Köpfe im Nacken. Die Blicke auf die Krone des Baumes gerichtet. Die Münder geöffnet. Und einer nach dem anderen macht sich daran, auf die alte Kastanie zu klettern.

Zeit ist vergangen. Tage. Wochen. Die neue Schule hat in den alten Rhythmus gefunden. Es ist, als sei nichts passiert. Als hätte es diesen Tag nicht gegeben. Diese Stunde des Baumes. So nenne ich sie.

Die junge Direktorin begegnet mir nicht mehr. Manchmal sehe ich sie von weitem. Sie errötet und geht eilig weg.

Christa Mällmann hat nur noch Augen für einen jungen Lehrer. Horst Rappke flucht laut auf die Weiber und wird Kettenraucher. Die Kerben im Stamm der Kastanie nehmen zu. Namen und Herzen. Stiche und Schnitte.

Es ist Herbst geworden. Heftige Gewitter und Stürme haben die Hitze vertrieben. Manchmal kommt Sturm auf, der den Winter ahnen lässt.

Mein Garten ist schnell verwildert. Unordnung im Paradies. Im Frühjahr wird es die ersten Beschwerden geben. Der Apfelbaum steht fast nackt da. So, als schäme er sich. Und er schweigt. Der Pirol ist auf und davon. Der Korbstuhl steht noch vor der Laube. Er ist voller Laub.

Hans Schorn lebt wohl wieder in der Gruppe. Doch manchmal klettert er auf die alte Kastanie. Da sitzt der Junge auf dem Baum. Ich steige ihm hinterher. Inzwischen ohne Leiter. Aus eigener Kraft. Der Junge und ich sitzen auf dem Baum. Jeder auf seinem Ast. Der Baum wippt und schaukelt uns. Wir sprechen nicht. Wir sind auf Reisen. Immer öfter begegnen wir uns. In einer Straße in New York. Am Ufer des Baikal. Auf dem Weg zum Kilimandscharo. Auf einem der Meere. In einem der Wälder. Unser Erkennungszeichen ist ein Lachen. Wir gehen ein Stück Weges zusammen. Dann trennen wir uns wieder. Einer nimmt vom anderen etwas mit. Dies und das. So ein Gefühl von Leichtigkeit und Schwere. Es gibt kein Wort dafür. In keiner Sprache. Man muss es erleben.

DIE DIREKTORIN

Liebe Sonja!

du wirst erstaunt sein, von mir Post zu bekommen, habe ich doch alle Deine Briefe und Karten nicht beantwortet. Aber ich weiß, du bist nicht nachtragend. Vergessen habe ich dich nie, aber immer wieder weggeschoben, denn die Erinnerung war mir unbequem, sie erschien mir unpassend wie ein Kleid, das aus der Mode gekommen ist. Inzwischen trage ich lieber Männerhosen, sie vermitteln ein Gefühl von Sicherheit. Weißt du noch, wir trugen einmal die kürzesten Röcke, wir zeigten gern unsere Beine, und es war, als wollten wir den Beweis führen, dass wir die Grenzen unserer Kindheit überschritten hatten. Die Dozenten störten sich nicht daran. Erinnerst du dich noch an die Gruse? Sie gab Geschichte, wir nannten sie wegen ihrer Putzsucht nach so einem Scheuermittel "Meister Fleckenlos", also die Gruse fand uns wenig vorbildhaft als Studentinnen der Pädagogik. Lehrer, so sagte sie immer, sei kein Beruf, sondern eine Berufung.

Sonja, erst heute ist mir bewusst geworden, wie recht die Frau hatte, auch wenn sie ohne Lust und Liebe war und uns gern keimfrei den Schülern gegenüber gestellt hätte.

Was ich dir sagen will, entschuldige, dass ich so lange geschwiegen habe. Aber ich habe die vergangenen Jahre gebraucht, um zu begreifen, was da eigentlich passiert ist. Selbst heute kann ich es noch nicht ganz verstehen. Erinnerst dich noch? Eines Abends standen wir uns bei einer Montagsdemo gegenüber. Du unter den Demonstranten, die 'Wir sind das Volk!' riefen. Und ich unter denen, die euch fotografieren und auseinandertreiben sollten. Wir standen uns wie versteinert gegenüber. Jede hat wohl in der anderen die Verräterin gesehen. Dann haben wir einander ins Gesicht geschlagen, uns umarmt und sind voneinander weggerannt. Wir hatten geglaubt, dass wir uns alles sagten, und doch hatten wir Geheimnisse voreinander. Heute kann ich dir verzeihen, und ich hoffe, ja, ich wünsche mir, dass du mir verzeihen kannst.

Oh Himmel, wir werden alt, liebe Sonja. Wir sind jetzt Ende der Zwanzig, und mit achtzehn dachte ich, so alt wirst du nie. Wir haben Vergangenheit, Mädchen, wer hätte das einmal gedacht. Dabei ist alles nur ein paar Jahre her, rein rechnerisch, aber mir kommt es vor wie eine Ewigkeit.

Inzwischen ist viel passiert, Sonja, Weltbewegendes. Aber es hat mich nicht so sehr beunruhigt wie das, was mir jetzt passiert. Ich komme plötzlich mit allem nicht mehr zurecht. Und nur, weil eines Tages ein Junge aus meiner Schule auf dem Baum sitzt statt im Klassenzimmer, immer wieder, stundenlang. Es ist wie in den Märchen, wo man an einer Kreuzung ankommt, an der alle die Wegweiser stehen. Bisher gab es nur einen Weg für mich, keine Frage, eine Straße, schnurgerade, und die bin ich gegangen. Nun weiß ich nicht, wie weiter, und so sehe ich zurück, und was mir da alles einfällt. Wie war das doch? Und dieses? Und jenes?

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