Gunter Preuß - Die Schule auf dem Baum

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Die Schule auf dem Baum: краткое содержание, описание и аннотация

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Schön verrückt! Da klettert ein Junge auf die alte Kastanie im Hof der neuen Schule und bringt damit alle durcheinander. Vor allem Lehrer Hausmann, der eigentlich nur noch in Ruhe auf seine Pensionierung warten wollte. Und die junge Direktorin, die auf einmal ihr ganzes Leben infrage zu stellen beginnt. Dabei kann nur ein Blödmann denken, dass der Junge die ganze Zeit auf dem Baum sitzt. Nein, in Wahrheit ist er oben auf dem Mast der Pinta und zusammen mit dem großen Admiral auf dem Seeweg nach Indien…

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Ich bemerke, wie meine Hand den Kugelschreiber auf die Tischplatte stößt. Ich schiebe den Stift weg. Der Junge hat den Kopf gesenkt, die Hände hinter dem Rücken.

"Hans Schorn", sage ich. "Ich muss mit dir reden."

Mir ist heiß. Ich öffne das Fenster. Aber da sehe ich die alte Kastanie. Ich schließe das Fenster. Ziehe den Vorhang zu.

"Hör mal", sage ich. "Hör mal. Wir haben uns das lange mit angesehen. Du sitzt auf diesem Baum. Zwanzig Meter über dem Erdboden. Mitten auf dem Schulhof. Hast du etwas dazu zu sagen?"

Ich höre meine Stimme fremd und aggressiv. Ich wische mir mit dem Taschentuch den Schweiß von der Stirn.

Der Junge schweigt. Wieder hat er mich kurz und prüfend angesehen. Wie soll ich es ihm nur begreiflich machen, diesem Grünling, dass ein alter Mann keinen Ärger gebrauchen kann. Ich will Ruhe haben. Ich will mich vorbereiten. Auf das, was kommt. Ich will mich nicht überraschen lassen. Ich habe mich oft bücken und manchmal sogar kriechen müssen. Das letzte Stück Weg will ich aufrecht gehen.

Diese Hitze. Die Trockenheit seit Wochen.

"Hans Schorn", sage ich. "Der Baum. Junge, was willst du da oben?"

Wieder dieser Blick. Keine Antwort. Ich packe das falsch an.

Ich weiß es. Ich erinnere mich, wie ich vor der jungen Direktorin gestanden habe.

"Du wirst mir jetzt antworten, Schorn!"

Wieder halte ich den Kugelschreiber in den Händen. Der Junge schweigt. Mir ist, als drücke sich das Grün der Kastanie in den Raum.

Ich muss aus diesem Zimmer. Aus dieser Schule. Meine Hände zittern. Hart und rhythmisch klopft die Spitze des Kugelschreibers auf die Tischplatte. Dazu höre ich eine Stimme. "Wir tragen die Verantwortung…! Zwanzig Meter über dem Erdboden...! Die ganze Schule in Verruf...! Ich spreche dir hiermit einen Verweis aus..."

Allein. Sekunden? Tage? Jahre?

"Hans Schorn!" rufe ich. "Hans!"

Es ist niemand mehr in der Schule. Meine Schritte hallen im Flur. An der Kastanie schließe ich die Augen. Endlich erreiche ich die Straße. Ich renne, vorbei an all den Leuten.

Kein Wind ist zu spüren. Es ist, als stünde die Sonne zum Greifen nahe über der Stadt. Der Staub bildet bunte Nebel. So muss es in der Hölle riechen.

Die Schule hat ihre Ruhe wieder. Der Junge sitzt nicht mehr auf dem Baum. Alle, Lehrer und Schüler, sind irgendwie erleichtert. Die Spannung ist raus. Jeder bewegt sich wieder sicher.

Seit drei Tagen nickt Frau Wendisch mir zu, wenn wir uns im Treppenhaus der Schule begegnen. Achtungsvoll und wie entschuldigend. Als hätte sie mich falsch beurteilt.

Mit mir geschieht Eigenartiges. Es hat mich erst überrascht, und nun erschreckt es mich. Ich begreife es nicht.

Anfangs, als der Junge nicht mehr auf dem Baum saß, war ich erleichtert. Mein weiteres Leben würde so verlaufen, wie ich es mir vorstellte. Mein Ziel war der Garten. Nun ja, Rückkehr ins Paradies.

Aber bald hat sich mein Befinden geändert. Ich bin unzufrieden, ohne zu wissen warum. Ich bin todmüde und kann nicht schlafen. Das Herzklopfen, das mich geängstigt hatte, fehlt mir. Lustlos absolviere ich meinen Unterricht. Ich esse kaum etwas. Hatte immerzu Durst.

Im Schulhof ertappe ich mich oft, dass ich vor der Kastanie stehe. Ich betrachte sie genau, und es kommt mir vor, als fehle ihr etwas.

"Du bist verrückt, Hausmann", sage ich mir. "Alter, was willst du eigentlich?"

Es geschieht vieles an der Kastanie. Bisher ist es mir verborgen geblieben. Die Einschusslöcher an ihrem Stamm dienen den Schülern als Briefkästen. Die unteren Löcher benutzen die Kleinen. Die oberen Löcher die Älteren. Mädchen und Jungen tauschen darin Nachrichten aus. Zettelchen und kleine Geschenke werden dort abgelegt und angenommen. Es gibt ein großes Astloch im Stamm. Es ist nicht ohne weiteres zu erkennen. Ein Rindenstück, das sich abnehmen lässt, verdeckt es. Einer Gruppe von Jungen und Mädchen dient es als Vorratskammer. Wenn sie sich unbeobachtet fühlen, versorgen sie sich aus dem Astloch mit Alkohol und Tabletten, die sie in Stimmung bringen sollen. Das Astloch habe ich mit Zement verschlossen.

Nach dem Unterricht gehe ich wie jeden Tag in meinen Garten. Die meiste Zeit sitze ich im Korbsessel, über mir im Apfelbaum sitzt der Pirol. Ich höre ihn nur noch krächzen. Die Blätter verfärben sich rot. Mir ist heiß. Mir ist kalt.

Nachts gehe ich auf den Schulhof. Richte den Strahl der Taschenlampe auf die Baumkrone.

Ich lasse Hans Schorn nicht aus den Augen. Nicht im Unterricht. Nicht in den Pausen. Ich bin neugierig, was er wohl antworten würde, wenn ich ihn nach seiner Lieblingsfarbe fragte. Rot. Ist Rot deine Lieblingsfarbe? Und was er wohl gern isst? Ob die Hitze ihm auch zu schaffen macht? Liebst du Afrika? Oder möchtest du auf dem ewigen Eis leben? Ob er die Verzweiflung schon kennt? Die Sehnsucht? Das Gefühl des Alleinseins?

Ich habe Hans Schorn noch nie lachen gehört. Ich wünsche mir, er würde einmal lachen.

Bis zu dem Tag, an dem er zum ersten Mal auf dem Baum saß, habe ich ihn kaum wahrgenommen. Er ist ein mittelmäßiger Schüler. Er gab bisher keinerlei Anlass zur Klage oder Freude. Er war einer von vielen. Ihr Gesicht verliert sich in einer Gruppe.

Hans Schorn sitzt im Klassenzimmer in der drittletzten Reihe. Eigentlich mittendrin. Er sitzt an einem Tisch mit Gundula Pfeiffer. Sie ist ein aufgewecktes Mädchen. Ihre Hand ist fast immer oben. Sie schnippt mit den Fingern. Ihr Gesicht glüht. Die Worte sprudeln ihr aus dem Mund. Sie hat den Jungen bisher völlig verdeckt.

Hans Schorn sitzt mit aufgestützten Ellenbogen. Seine Handflächen umschließen Kinn und Wangen. Mir fällt auf, dass das dunkle Haar kurzgeschnitten ist. Wie ein gemähter Rasen, auf dem ein paar Grasbüschel dem Messer widerstanden haben und sich zu Fragezeichen aufrichten. Seine Augen sind grün. Sie blicken durch mich hindurch. Manchmal drehe ich mich um, seinem Blick zu folgen. Aber ich sehe nur die Wand.

Es gibt da ein Mädchen. Christa Mällmann. In den Hofpausen hält Hans Schorn sich in ihrer Nähe auf. Er sieht sie nie direkt an. Sie lässt ihn rot und blass werden. Seine Lippen öffnen sich, wenn sie lacht. Sie werden schmal, wenn sie sich ärgert. Ein Junge aus einer elften Klasse interessiert sich für sie. Und er ist ihr nicht gleichgültig. Betritt Horst Rappke den Schulhof, werden Hans Schorns Augen dunkel. Er steht steif. Reibt sich mit der Faust über die Stirn.

Ist Hans Schorn wegen Christa Mällmann auf die alte Kastanie gestiegen? Will er ihre Aufmerksamkeit erregen?

Das kann nicht sein, sage ich mir. Das allein ist es nicht. Was will ich eigentlich da oben? Treffe ich da etwa in meinen späten Jahren noch auf ein Geheimnis? Wohl gar auf ein Wunder? Da muss ich nun doch Lächeln. Ich bin Lehrer. Spezialist für Erkennen und Erklären.

Es passiert, da folge ich Hans Schorn nach dem Unterricht. Ich fühle mich nicht gut dabei. Ich tue etwas Unrechtes. Aber ich kann nicht anders.

Ich beobachte. Der Junge holt seine Mutter von der Arbeit ab. Er trägt die vollen Einkaufstaschen nach Hause. - Der Junge fährt auf einem klapprigen Fahrrad davon. - Der Junge spielt mit anderen Jungen Fußball. - Der Junge schleift sein Taschenmesser an einem Stein. - Der Junge spuckt aus einem Fenster auf die Straße. Der Junge sitzt neben seinem Vater in einem Auto.

"Der Junge! Der Junge! Der Junge!"

Nichts Ungewöhnliches kann ich beobachten. Und doch tritt der Junge aus der Menschengruppe heraus. Manchmal ist er mir so nahe - da brauchte ich nur die Hand auszustrecken. Ich könnte ihn berühren. "Du", könnte ich sagen. Er würde mich ansehen. Den alten Hausmann. Seinen Lehrer. Ob er erschrecken würde?

Es geht etwas in mir vor, das ich nicht beherrsche. Ich muss aufpassen. Ich bin aus dem Gleichgewicht.

Wer ruft mich zur Ordnung? Wer spricht mir für mein Verhalten einen Verweis aus?

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