Gunter Preuß - Die Schule auf dem Baum

Здесь есть возможность читать онлайн «Gunter Preuß - Die Schule auf dem Baum» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Die Schule auf dem Baum: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Die Schule auf dem Baum»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Schön verrückt! Da klettert ein Junge auf die alte Kastanie im Hof der neuen Schule und bringt damit alle durcheinander. Vor allem Lehrer Hausmann, der eigentlich nur noch in Ruhe auf seine Pensionierung warten wollte. Und die junge Direktorin, die auf einmal ihr ganzes Leben infrage zu stellen beginnt. Dabei kann nur ein Blödmann denken, dass der Junge die ganze Zeit auf dem Baum sitzt. Nein, in Wahrheit ist er oben auf dem Mast der Pinta und zusammen mit dem großen Admiral auf dem Seeweg nach Indien…

Die Schule auf dem Baum — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Die Schule auf dem Baum», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Ich fliehe in meinen Garten. Dort sperre ich mich ein. Mein Paradies: ein Gefängnis. Kein Blick über den Zaun. Im Apfelbaum der Pirol. Sein Gekrächz.

Diese Hitze. Keine Fenster. Keine Tür.

Es soll regnen. Endlich regnen.

"Du kommst jetzt sofort von da oben herunter!"

Ich stehe mit Lehrern und Schülern auf dem Schulhof. Bei der alten Kastanie. Wir schauen nach oben. In das bunte Laub des Baumes.

Hans Schorn sitzt wieder auf dem Baum.

Ich könnte es hinausschreien. Als die Nachricht des Tages.

Die Stimme der jungen Direktorin klingt sehr erregt. "Wenn du nicht augenblicklich heruntersteigst...! Aber dann...!"

Frau Wendisch sieht mich an. Hilflos und zornig. Ihr Blick sagt: Nun tun Sie etwas! Ihr Mund ist viel zu schmal. Er passt nicht in ihr Mädchengesicht. Es ist der Mund einer alten Frau, die Bitteres erlebt hat.

Ich zucke mit den Schultern. Nicke. Lächle. Aber sie will sich nicht beruhigen. Sie will Ordnung. Jetzt. Sofort.

"Mädchen", sage ich leise. "Mensch, Mädchen."

"Wenn du jetzt nicht sofort....!"

Die junge Direktorin verstummt mitten im Satz, dreht abrupt dem Baum den Rücken zu. Sie geht los. Mit kleinen schnellen Schritten. An mir vorbei. Sie sagt: "Kommen Sie in mein Zimmer. Sofort."

Wieder stehe ich im Direktorenzimmer vor dem Schreibtisch. Wieder sitzt die junge Direktorin dahinter. Zwischen ihren Augen ist eine steile Falte entstanden. Kaum zu sehen. Aber sie ist da. Meine Finger tasten die Stelle zwischen meinen Augen ab.

So neu erscheint mir auch das Zimmer nicht mehr. Die ganze Schule nicht. Scheiben, Treppengeländer und Wände zeigen deutliche Fingerabdrücke. Der Fußboden ist voller Fußspuren, die nicht mehr wegzuwischen sind. Die ersten Strichmännlein und Strichweiblein sind ins Türholz geritzt. Auf den Schülertoiletten sind männliche und weibliche Geschlechtsteile abgebildet und hässliche Sprüche zu lesen. Und auf dem Schreibtisch der Direktorin gibt es Flecke von verschüttetem Kaffee. Die Gardinenstange ist abgerissen. Holzreste vom Bleistiftspitzen liegen zwischen Heften und Ordnern.

Frau Wendisch spricht schnell. Sie stößt den Kugelschreiber auf die Schreibtischplatte. Um im Rhythmus zu bleiben.

"Herr Hausmann, ich bin unzufrieden. Ja, empört. Ich dachte, die Angelegenheit ist erledigt. Solche Dummheiten wie die von Schorn bringen den Kindern nur Verwirrung. Sie haben doch mit dem Jungen gesprochen?"

"Ja", sage ich. "Ich habe mit ihm gesprochen."

"Mit allem Nachdruck?"

"Er hat einen Verweis erhalten!"

"Die Eltern", sagt Frau Wendisch. "Kümmern sich denn seine Eltern nicht um ihn?"

"Doch. Ja", sage ich. "Ich habe den Eindruck."

"Aber was sollen wir denn tun?" Der Kugelschreiber bohrt sich in das Holz.

"Tja", sage ich. "Vielleicht sollten wir den Baum fällen." Ich lache, die Hand vor dem Mund.

Frau Wendisch sieht mich erstaunt, dann misstrauisch an. Sie sagt: "Für Späße habe ich jetzt nicht die Nerven, Herr Hausmann. Warum steigt der Junge nur immer wieder auf den Baum? Was - was will er denn da oben?"

"Tja", sage ich. "Das ist die Frage. Was will er da oben?"

Frau Wendisch malt mit dem Kugelschreiber Blumen auf ein Blatt Papier. "Ist Ihnen in Ihrem langen Lehrerdasein schon einmal so etwas passiert?", fragt sie. "Setzen Sie sich doch!"

Ich setze mich auf den Besucherstuhl. Der ist hart. Sie reicht mir ein Kissen. Ich sage: "Nein. Das ist es ja. Ich fühle mich wie ein Anfänger. Nach all den Jahren. Jahrzehnten. Da geschieht etwas. Ich finde keine Erklärung."

Frau Wendischs Stimme ist jetzt weich und fragend. Ihre Lippen sind voller und etwas geöffnet. Sie sagt erleichtert: "Es beunruhigt Sie also auch?"

"Ja", sage ich. "Es verschafft mir Herzklopfen. Eine heiße Stirn und kalte Hände."

"Hier", sagt Frau Wendisch. Sie streckt mir über den Schreibtisch ihre Hand entgegen.

Ich zögere. Dann berühre ich ihre Hand.

"Aber Ihre Hand ist warm", sage ich. "Ganz warm".

"Ja?" Frau Wendisch ist überrascht. Sie sagt: "Aber Ihre Hand ist es auch. Sie ist heiß."

"Heiß", sage ich. "Mein Gott, heiß, sagen Sie."

Für ein paar Augenblicke halten wir über den Schreibtisch hinweg gegenseitig unsere Hände.

Wir sitzen ruhig auf den Stühlen. Durch das Fenster ist die alte Kastanie zu sehen. Im dichten grünen Laub sitzt der Junge.

"Eine verrückte Welt", sage ich.

"Ja", sagt Frau Wendisch. "Ja, manchmal ja."

"Immer", sage ich. "Immer".

"Aber...", sagt die Direktorin.

Wir stehen auf. Der Abstand zwischen uns wächst wieder. Ich will das nicht.

Ich sage: "Sagen Sie jetzt nichts. Ich bitte Sie."

Sie antwortet: "Das geht so nicht. Auch wenn ich es wollte. Sie wissen es selbst."

Irgendetwas zerbricht zwischen meinen Händen. Ich taumle in einen Nebel hinein.

Frau Wendisch ruft: "Beruhigen Sie sich. Bitte beruhigen Sie sich. - Es hat keinen Sinn, sich so aufzuregen. Sind Sie – sind Sie wieder in Ordnung?"

"Ja", sage ich, zurückgekehrt in diese Dingewelt. "In Ordnung."

Frau Wendisch sagt: "Für nächste Woche hat sich der Schulrat angesagt. Was ist, wenn der Junge dann auf dem Baum sitzt?"

"Das kommt in Ordnung", sage ich. Wir haben einen Moment lang geträumt. Was wohl? Aber Lehrer sind keine Träumer. Sie sind Realisten. "Ich bringe das in Ordnung."

Ich spreche zu Hans Schorn. Wieder und wieder. Er schweigt. Manchmal sieht er mich kurz an. Dann schreie ich: "Was denkst du dir eigentlich?" Sein Gesicht erinnert nicht mehr an das eines Mädchens. Es ist das eines Jungen geworden. Was passiert denn da, wovon ich nichts weiß?

Ich bitte ihn. Ich drohe ihm. "Du must vom Baum herunter."

Ich spreche mit Hans Schorns Eltern. Ich spreche mit ihnen über dieses und jenes, über alles. Nur nicht darüber, dass ihr Sohn auf dem Baum sitzt. Sie könnten mir dazu nichts sagen. Beide sind praktische Menschen, den Kopf voller Alltagssorgen.

Ich sehe zu, wie ein paar ältere Schüler Hans Schorn verprügeln. Ich bin gegen Gewalt, und doch steckt sie in mir wie in jedem Menschen. Unbegreifliches hatte starke Anziehungskraft, es macht zuerst neugierig und bald aggressiv. Hans Schorns Gesicht ist blutverschmiert. Ein Clownsgesicht.

Horst Rappke und Christa Mällmann küssen sich auf dem Schulhof. Vor Hans Schorns Augen. Betritt Christa Mällmann den Schulhof, sucht ihr Blick Hans Schorn. Sie rümpft die Nase. Sie kämmt sich mit weichen, ausholenden Bewegungen.

Fast jeden Tag sitzt der Junge auf dem Baum. Minuten. Oder gar Stunden.

Die junge Direktorin geht mir aus dem Weg. Und ich ihr. Einmal stoßen wir im Flur zusammen. Es ist, als hätten wir einander gesucht. Wir entschuldigen uns. Und laufen voreinander weg.

Der Tag, an dem der Schulrat kommt, rückt naher. Unaufhaltsam. Hans Schorn sitzt auf der alten Kastanie.

Mitten in meinem Unterricht springen Schüler auf und rennen zu den Fenstern. Die Mädchen müssen auf die Toilette. Es wird getuschelt. Zettelchen werden hin- und hergereicht.

Die Schüler, die nach draußen gegangen sind, kommen nicht ins Klassenzimmer zurück. Türen knallen. Auf dem Flur hallen Schritte. Einer ruft nach dem anderen. Die Lehrer lassen ihre Kommandostimmen erklingen.

Hans Schorn sitzt auf der alten Kastanie. Jeden Augenblick muss der Schulrat eintreffen. Nach neuesten Meldungen mit einer Gruppe ausländischer Lehrer. Sie wollen die neue Schule sehen. Ein Modell für kommende Schulen.

In der zweiten Stunde findet kein Unterricht mehr statt. Lehrer und Schüler haben sich auf dem Schulhof versammelt. Außer der Direktorin und mir steht keiner allein. Wir blicken zur Krone der alten Kastanie. Die Sonne sticht schon. Die Blätter rascheln. Sie knistern. Hier und da blitzt es schon rot und gelb auf im Grün. Als wollte sich ein Feuer entzünden.

Frau Wendisch steht am Schultor. Jetzt erscheint sie mir besonders schmal und klein, und zum ersten Mal empfinde ich sie kindhaft zerbrechlich. Ihr Gesicht ist bleich. Die schwarzen Augenbrauen und die dunkelroten Lippen wirken wie aufgeklebt. Sie hat vergangene Nacht nicht geschlafen. Ich bin durch meinen Garten gelaufen. Am Zaun entlang. Nicht wegen des Schulrates. Ich kenne den Mann nicht. Ich fürchte sein Urteil nicht. In meinem Alter bin ich außerhalb seiner Bewertung.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Die Schule auf dem Baum»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Die Schule auf dem Baum» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Die Schule auf dem Baum»

Обсуждение, отзывы о книге «Die Schule auf dem Baum» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x