E.R. Greulich - Zum Heldentod begnadigt

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Monate später, nachdem Emil Rudolf Greulich (Pseud.) Erge) im Juni 1946 aus amerikanischer Gefangenschaft nach Berlin zurückgekehrt war, bekam er sein Manuskript in die Hände, das er bereits im Dezember 1944 im US PW-Camp Fort Devens fertiggestellt hatte. «Zum Heldentod begnadigt» war die Niederschrift betitelt, in der sich der Autor als «Todgeweihten aus Adolf Hitlers Afrika Division 999» vorstellte. Ungeschönt und authentisch beschreibt er seine Erlebnisse als Angehöriger der Strafdivision 999, berichtet vom Fronteinsatz in Afrika und davon wie es im gelang, bei Tunis in amerikanische Kriegsgefangenschaft zu kommen. Das Buch erschien 1949 im Berliner Verlag «Lied der Zeit». Für die Veröffentlichung schrieb Walter Kolbenhoff (1908-1993) ein Nachwort, das den Bericht als Stimme einer Generation ankündigt, die bisher mit ihren Erlebnissen wenig zu Worte gekommen sei. Die beiden Autoren kannten sich aus früher Jugendzeit und waren sich im amerikanischen Kriegsgefangenschaft wieder begegnet.

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Nun ist es soweit.

Ich stelle den Koffer vor die Tür und gehe noch einmal zurück in die Stube. Vor einem halben Jahr kam ich aus der Haft. Heimlos und einsam stand ich damals auf der Straße. Jetzt gerade ist meine Junggesellenbude fertig geworden. Eine Titanenarbeit in Zeiten des totalen Krieges bei zehn- und zwölfstündiger Arbeitszeit. Traulich schauen mich alle Dinge an, schon deswegen so traut und kostbar, weil sie so schwer zu beschaffen waren.

Ich werfe mich noch einmal auf die selbst gezimmerte Couch und starre gegen die Decke. Komische Gedanken fluten in solchen Momenten. Alles schaut so seltsam klar und kristallscharf aus. Wie in Gelee konserviert und unter eine Glasglocke getan. Wirst du wohl jemals wieder diesen Raum betreten? Oder wird er von Fliegerbomben zerstört sein? Jetzt kommt eine Zeit der großgeschriebenen Wenns.

Ich springe hoch. Die Zeit rast, ich muss mich beeilen. Der Abschied von meiner Bude war der längste.

Am Alexanderplatz steige ich in die Bahn. Ich ziehe noch einmal die bewusste Karte aus der Brieftasche. Wohl zum zehnten Male vergewissere ich mich über Stellungszeit und -ort. Mir gegenüber sitzen drei Landser. Sie grinsen verständnisinnig. Der Koffer und mein Studieren der Karte verraten ihnen alles.

"Ham wa allet hinta uns!" sagt der eine.

"Mal muss et ja sein", bestätigt der andere und spricht vom Soldat werden wie von einem unabwendbaren Kismet.

Die Soldaten von anno Tobak haben's schöner gehabt. Mit klingendem Spiel sind sie zum Bestimmungsort gebracht worden, und die ganze Heimat half tüchtig mit, ihre Stimmung hochzuheben. Ein Verurteilter, fahre ich einsam und still durch meine Vaterstadt Berlin, meinem Kriegsschicksal entgegen.

Am Kottbusser Tor steige ich hinauf zur Hochbahn. In meinem Abteil sind noch vier Personen, zwei junge Männer in meinem Alter und deren Mütter. Offenbar haben sie das gleiche Ziel wie ich. Die Mütter sind besorgt, als brächten sie Sechsjährige zum ersten Schultag. Die jungen Männer lassen stoisch ihre Ermahnungen über sich ergehen. "Ja, ja", ist ihre stereotype Antwort. Ihre Gedanken sind schon weit weg von der sorgenden Mutter. Sie steigen aus, und ich halte mich hinter ihnen.

An der Ecke Großbeerenstraße wartet Walter auf mich. Das stimmt mich froh. Ein vernünftiger Freund ist das Beste in solcher Situation.

Auf dem Schulhof stehen sie gruppenweise nach Buchstaben.

Nachdem ich meine Gruppe gefunden habe, melde ich mich bei einem unwirschen Herrn in Uniform mit vielen Zetteln in der Hand. Ein heiserer Bass blökt mich an: "Dass Sie überhaupt kommen, ist viel wert, Herr Volksgenosse!" Ich werfe einen Blick auf die Armbanduhr: "Es ist gerade 14 Uhr 30", sage ich.

"Egal", beharrt er, "ein Soldat hat fünf Minuten früher zu kommen, um pünktlich zu sein."

Ich zucke mit den Achseln und gehe.

"Kommse mal her!" ruft er, "wenn man sich von einem Vorgesetzten wegwendet, macht man das mit einer zackigen Kehrtwendung! Verstanden?"

"Ja", sage ich.

"Jawoll heißt es", grollt er, "haunse ab."

Ich trolle mich zu meiner Gruppe. Walter steht dort schon und lacht schadenfroh, "siehst du, deinen ersten Anschiss hast du weg."

"Wenn schon", sage ich wenig bewegt, "solche Lappalien sind wir vom Knast her gewohnt."

"Großer Vorteil für dich", antwortet er.

In meiner Gruppe wird "gerüchtet". Das Wort Afrika huscht immer wieder in meine aufnahmegierigen Ohren.

Laufend kommen noch Leute mit Pappkartons und billigen Koffern.

"Angehörige, Abstand nehmen!" ruft der Barsche, und ich bin froh, dass es nun losgehen soll. Doch jetzt kommt erst zu jeder Gruppe ein Unteroffizier, um die Einladungskarten einzusammeln und die Vollzähligkeit der Gruppe festzustellen. Das dauert wieder eine halbe Stunde. Gut, dass Walter noch da ist. Wir können Stichworte wechseln. Sonst wäre das hier eine langweilige Angelegenheit. Ich bin dem Burschen gram.

Mich fährt er an, weil ich auf die Minute pünktlich gekommen bin. Jetzt ist es eine Stunde später, und wir stehen noch immer auf dem öden Schulhof.

"Hat jemand noch eine ernsthafte Angelegenheit, über die er im Zweifel ist?", fragt laut mein Anranzer.

Stichwort für mich, den Arm zu heben.

"Herkommen!" befiehlt er.

Ich zücke das Attest meines Zahnarztes und erkläre, dass ich in Zahnbehandlung stehe wegen einer neuen Zahnbrücke.

"Zeigense mal." Ich sperre meinen Mund weit auf.

"Hahaha", sein Lachen ist mit sardonisch noch zu flau bezeichnet.

"Junger Mann, den Krieg gewinnen wir auch ohne die Brücke. Zurück ins Glied, marsch, marsch."

Warum ist der Mann bloß so hämisch? In Wahrheit läuft seine Rederei darauf hinaus, dass wir den Krieg verlieren, wenn ich vierzehn Tage später eingezogen werde. Der Befehl kommt: "Alle Angehörigen den Schulhof verlassen!" Walter gibt mir die Hand. Wir sehen uns an und sprechen nichts. Er dreht sich kurz um und geht.

Wir müssen zu dreien antreten und zum Anhalter Güterbahnhof marschieren. Vor dem Schulgebäude schließt sich uns wieder der Tross der Frauen, Mütter und Bräute an. Kein Offiziersverbot und kein Güterbahnhofsgitter kann sie abhalten, neben ihrem Mann, Sohn oder Bräutigam herzu trippeln.

Personenwagen dritter Klasse werden uns angewiesen.

"Ick seh schwarz", sagt einer im Abteil, "wenn jetzt noch keene Lokomotive da is, stehn wa hier noch ne jute Weile." Mehrere teilen seine Befürchtungen. Orakeleien und Gerüchte schwirren durch den Wagen. Keiner kann mit Bestimmtheit sagen, wo der Truppenübungsplatz Heuberg liegt.

"Wenn wa Schwein ham, sind wa morgen früh da", hofft einer, und Frau Grosser und Frau Schulbein sind auch der Meinung. Diese beiden Frauen zweier Kameraden sind noch in unserem Abteil. Gute Ehekameradinnen, die jetzt tapfer in Zweckoptimismus machen. Für jeden von uns haben sie ein Fünkchen Anteilnahme, die ehrlich ist und von Herzen kommt. Die feine Haltung der Frauen tut wohl und strahlt wieder zurück. Im Abteil ist ein Scherzen, das im krassen Widerspruch zur Tatsache des Abschieds steht.

Endlich geht ein Rucken durch die Wagenreihen. Die Frauen verabschieden sich hastig und verlassen uns. Der Zug holpert langsam über Weichen, rollt aus und steht. Ein wenig später rumpeln wir wieder zurück. Wir werden rangiert. Das marternde Spiel des Hin- und Herrollens setzt sich fort bis in den späten Abend. Am anderen Morgen um drei Uhr fangen wir an zu fahren. Jetzt beginnt der Fahrwind wirksam zu werden. Es wird ungemütlich kalt. Ich opfere meine Decke, die einzige im Coupé, und wir bringen sie vor den Fenstern der Windseite an. Es wird viel gefroren, viel geraucht und wenig geschlafen. Am Nachmittag ist das erste Mal offizieller Halt. Es gibt eine Wassergraupensuppe in Pappbechern.

Die Stimmung ist nullpunktmäßig über die schlechte Unterbringung und noch schlechtere Verpflegung.

"Wart‘s man ab", ruft einer, "det kommt allet noch ville schöner." Gedankenvoll nicken viele. Es findet sich kein Widerspruch.

Die Diskussionen sind tastend, vorsichtig. Wir sind alles Vorbestrafte. Der kleinere Teil politisch. Unschwer erkennt man bei den Einzelnen, ob es sich um Politische oder Kriminelle handelt. Die Politischen bewegen sich vorsichtig, sprechen aber über ihre Strafe freimütig. Bei den Kriminellen ist es umgekehrt.

Auf manchen Güterbahnhöfen liegen wir stundenlang. Auf anderen werden wir bis zum Blödsinnigwerden hin und her rangiert. Je weiter wir nach Süddeutschland kommen, um so kälter wird es. Schmutzige Schneereste vergrößern die Trostlosigkeit der Landschaft. Mein Rücken schmerzt vom Versuch im Gepäcknetz zu schlafen. Die Füße schlafen immer öfter ein, und die Knie schmerzen vom ewigen Sitzen. Die Aborte haben kein Wasser und sind bald bis oben voll, beschmutzt, besudelt. Übernächtigt und unrasiert sehen wir bald aus wie rückkehrende Frontschweine.

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