1 ...7 8 9 11 12 13 ...32
Abb. 31-1 a Kennedy -Klasse I (Grundklasse): bilateral verkürzte Zahnreihe. b Kennedy -Klasse I1: bilateral verkürzte Zahnreihe und eine Lücke. c Kennedy -Klasse I2: bilateral verkürzte Zahnreihe und mehrere Lücken. d Kennedy -Klasse I3: bilateral verkürzte Zahnreihe bei nur noch geringem Restzahnbestand.
Abb. 31-2 a Kennedy -Klasse II (Grundklasse): unilateral verkürzte Zahnreihe. b Kennedy -Klasse II1: unilateral verkürzte Zahnreihe und eine Lücke. c Kennedy -Klasse II2: unilateral verkürzte Zahnreihe und mehrere Lücken. d Kennedy -Klasse II3: unilateral verkürzte Zahnreihe bei nur noch geringem Restzahnbestand.
Abb. 31-3 a Kennedy -Klasse III (Grundklasse): durch eine Lücke unterbrochene Zahnreihe. b Kennedy -Klasse III1: durch zwei Lücken unterbrochene Zahnreihe. c Kennedy -Klasse III2: durch mehrere Lücken unterbrochene Zahnreihe. d Kennedy -Klasse III3: durch mehrere Lücken unterbrochene Zahnreihe bei nur noch geringem Restzahnbestand.
Abb. 31-4 Kennedy -Klasse IV: frontal (über die Mittellinie reichende) unterbrochene Zahnreihe.
Eine nur bis zum ersten Molaren reichende lückenlose Bezahnung stellt in der Regel die volle Funktionsfähigkeit des Kauorgans sicher. Daher ist in einem solchen Fall primär keine prothetische Versorgung notwendig, es sei denn, ein im Gegenkiefer vorhandener zweiter Molar wird nicht von einem Antagonisten abgestützt. Zur Vermeidung einer Elongation wird in diesem Fall eine prothetische Lösung geplant. Fehlen bei einem Patienten bei ansonsten voller Bezahnung und normalen skelettalen Beziehungen der Kiefer zueinander nur die zweiten und dritten Molaren, so wären die Zahnbögen zwar verkürzt, bedürften aber keiner Therapie. Eine weitere Reduktion mit Verzicht auf eine prothetische Therapie ist nach dem Konzept der verkürzten Zahnreihe (SDA) möglich.
31.5.2 Einteilung nach Eichner
Die Klassifikation nach Eichner (1955) fußt auf dem von Steinhardt (1951) eingeführten Begriff der Stützzone. Man versteht darunter den antagonistischen Kontakt zwischen Prämolaren bzw. Molaren. Ein vollständiges Gebiss, Normalbisslage vorausgesetzt, besteht aus vier Stützzonen, die durch den Kontakt zwischen antagonistischen Prämolaren und Molaren gekennzeichnet sind:
1. Stützzone: Prämolaren der linken Seite
2. Stützzone: Prämolaren der rechten Seite
3. Stützzone: Molaren der linken Seite
4. Stützzone: Molaren der rechten Seite
Frontzähne bleiben bei der Stützzonenbetrachtung unberücksichtigt.
Nach der Eichner -Einteilung wird der Funktionswert eines Lückengebisses durch die Anzahl der noch vorhandenen Stützzonen gekennzeichnet. Drei Hauptgruppen werden unterschieden:
In Gruppe A weisen alle vier Stützzonen antagonistischen Kontakt auf ( Abb. 31-5). In Gruppe B ist in weniger als vier Stützzonen antagonistischer Kontakt vorhanden ( Abb. 31-6), während in Gruppe C ( Abb. 31-7) kein antagonistischer Zahnkontakt mehr besteht.

Abb. 31-5 Eichner -Gruppe A: antagonistischer Kontakt in allen vier Stützzonen. aA 1: beide Kiefer vollbezahnt, einzelne Zähne geschädigt, aber wieder aufbaufähig. bA 2: ein Kiefer vollbezahnt, ein Kiefer mit zahnbegrenzten Lücken. cA 3: beide Kiefer mit Lücken, volle Abstützung in vier Stützzonen.

Abb. 31-6 Eichner -Gruppe B: antagonistischer Kontakt nicht in allen vier Stützzonen. aB 1: nur in drei Stützzonen antagonistischer Kontakt. bB 2: nur in zwei Stützzonen antagonistischer Kontakt.
Abb. 31-6 Eichner -Gruppe B: antagonistischer Kontakt nicht in allen vier Stützzonen. cB 3: nur in einer Stützzone antagonistischer Kontakt. dB 4: antagonistischer Kontakt nur außerhalb der Stützzonen (im Frontbereich).

Abb. 31-7 Eichner -Gruppe C: kein antagonistischer Kontakt. aC 1: Restzähne in beiden Kiefern ohne antagonistischen Kontakt. bC 2: ein Kiefer unbezahnt, Restzähne im anderen Kiefer. cC 3: beide Kiefer unbezahnt.
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