Die Vibrissen dürfen aus den genannten Gründen niemals geschnitten werden!
Übrigens hat auch das beliebteste Beutetier der Katze, die Maus, diese Tasthaare. Sie kann sich daher ebenfalls gut im Dunkeln orientieren und hat dadurch die Chance, ihrer Jägerin in der Nacht zu entkommen.
Mit der Zeit fallen einzelne Vibrissen aus und werden durch neue ersetzt. Manche Katzenhalter basteln daraus Pinsel oder bewahren die verlorenen Vibrissen ihrer Katzen als Andenken auf.
Kapitel 8
Die Kennzeichnung und Registrierung der Katze ist ausdrücklich zu empfehlen. Es gibt zwei Möglichkeiten, eine Katze zu kennzeichnen: die Tätowierung im Ohr und den Mikrochip.
Die Tätowierung wird unter Betäubung vorgenommen. Die auf die Innenseite der Ohren tätowierte Nummer ist nicht einmalig, sie verblasst nach und nach und ist nach mehreren Jahren oft kaum noch lesbar. Für die Tätowierung gibt es keine einheitliche Regelung, sodass sehr viele Nummern doppelt vorhanden sind. Zudem wird es sehr schwierig, bei aggressiven oder ängstlichen Katzen eine, vielleicht sogar fast unleserliche, Tätowierung abzulesen. Dazu muss das Tier eingefangen werden.
Der Chip wird vom Tierarzt ohne Betäubung implantiert und zwar mit einer Kanüle flach unter die Haut. Das ist so gut wie schmerzfrei für die Katze. Die Nadel wird an der linken Seite im Halsbereich eingestochen. Da die Nadel sehr spitz ist, ist der Einstich mit einer Injektion zu vergleichen. Von der Einstichstelle wandert der Chip in Richtung Schulter. Dort verwächst er mit dem Gewebe und hält ein Leben lang. Es kommt sehr selten zu Abstoßungen. Der Chip wiegt weniger als ein Gramm und kann daher kaum wandern. Wenn dies passieren sollte, besteht für die Katze keine Gefahr.
Der 15-stellige Code im Chip ist einmalig und lässt sich daher weltweit dem richtigen Katzenhalter zuordnen. Voraussetzung dafür ist, dass die Katze in einer Datenbank registriert ist. Mit einem speziellen Lesegerät kann der Chipcode ausgelesen werden. Weitere Daten werden nicht übermittelt.
Bei gechippten Tieren ist durch das Heranhalten des Lesers mit etwas Abstand fast immer eine schnelle und stressfreie Identifizierung möglich. Das ist auch bei ängstlichen Katzen machbar.
Der Chip bietet noch weitere Vorteile. Wenn in einem Mehrkatzenhaushalt eine Katze Spezialfutter erhalten muss, kann die entsprechende Chipnummer auf einen bestimmten Futterautomaten zulassen werden. Der Automat reagiert auf den Chip und öffnet sich nur bei der registrierten Katze.
In gleicher Weise funktionieren entsprechende Katzenklappen, die sich ausschließlich mit dem Chip einer bestimmten Katze öffnen lassen. Dies könnte eine Möglichkeit sein, wenn eine kranke Katze im Moment keinen Freigang haben darf oder wenn in der Vergangenheit bereits fremde Katzen in die Wohnung gelangt sind.
Wichtig:
Bei Reisen in EU-Länder wird die Tätowierung als Kennzeichnung nicht mehr anerkannt. Es kann vorkommen, dass die Katze an der Grenze in Quarantäne genommen wird. Dies lässt sich mit einem Chip vermeiden. Zusätzlich muss der Europäische Heimtierausweis mitgeführt werden. Ausschließlich über den Mikrochip kann die Katze eindeutig identifiziert und dem EU-Heimtierausweis sowie ihrem Impfpass zugeordnet werden.
Nur jedes zweite Haustier ist registriert. Am besten wird die Registrierung direkt nach der Kennzeichnung bei Tasso und Findefix durchgeführt.
Die Registrierung ist kostenlos. Selbstverständlich freuen sich beide Stellen über eine freiwillige Spende. Viele Mitarbeiter arbeiten dort ehrenamtlich.
Sollte der Fall eintreten, dass die eigene Katze vermisst wird, gilt es Ruhe zu bewahren und die beiden Stellen zu benachrichtigen. Geschulte Mitarbeiter helfen dabei, einen Plakat-Aushang zu erstellen. Beide Register sind 24 Stunden täglich erreichbar.
Kapitel 9
Die Katze übernimmt die Fellpflege zum großen Teil selbst. Ihre raue Zunge ist mit Papillen besetzt, so kann sie sich sehr gut putzen.
Eine Wohnungskatze hat nicht die Möglichkeiten wie die einer freilaufenden Katze und kann sich die Haare nicht am Gras oder an Bäumen abstreifen. So verschluckt sie erheblich mehr Haare als die freilaufende Katze.
Katzen verlieren viele Haare. Besonders beim Fellwechsel im Frühjahr finden sich Unmengen an Haaren überall in der Wohnung, auf der Kleidung usw. Die Katze verliert ihr dichtes Winterfell. Eine Wohnungskatze haart das ganze Jahr, weil sie nicht mehr so viel dem Sonnenlicht ausgesetzt ist und die Temperatur in der Wohnung ziemlich gleichbleibend ist.
Um die Katze beim Fellwechsel zu unterstützen, sollte sie möglichst täglich gebürstet werden. Die gleichzeitige Massage regt die Durchblutung der Haut an und stärkt die Bindung zwischen Halter und Katze. Das Bürsten sollte zu einem Ritual werden, das die Katze liebt.
Die ältere Katze betreibt aus Krankheitsgründen (zum Beispiel Bewegungseinschränkungen) oft nicht mehr so intensive Fellpflege. Um ihr dabei zu helfen, gibt es auf dem Markt viele verschiedene Bürstenmodelle.
Beginnend mit einer ganz weichen Babybürste, kann die Katze an das Kämmen gewöhnt werden. Zuerst sollte die Bürste einfach nur hingelegt werden, damit die Katze diese betrachten und mit ihr spielen kann. Sie darf hineinbeißen. Danach sollte die Katze gestreichelt und gekrault werden. Anschließend kann die Bürste ganz leicht über das Fell geführt werden, sodass das Bürsten ebenfalls als Streicheln empfunden wird. Tag für Tag findet eine kleine Steigerung statt, bis die Katze das Bürsten als angenehm empfindet. Dann kann zu einer anderen Bürste gewechselt werden.
Es kann sinnvoll sein, verschiedene Bürstenmodelle auszuprobieren, um sowohl die Vorliebe der Katze als auch die Handlichkeit für sich zu testen. Empfehlenswert ist auch ein Kamm mit Plastikgriff und Metallzähnen, der sehr viele lose Haare in kürzester Zeit entfernt.
Es sollte nie gegen den Strich, sondern immer in Fellrichtung gekämmt werden, da das Fell ansonsten brechen könnte. Um im Anschluss restliche lose Haare zu entfernen, kann mit feuchten Händen komplett über das Fell gestreift werden. Dazu eignet sich auch ein feuchtes, eigens zu diesem Zweck genutztes, Fensterleder.
Alternativ zur Babybürste gibt es weiche Fellpflegehandschuhe. Diese lassen sich leicht reinigen und werden von den meisten Katzen toleriert.
Manche Katzen lassen sich trotz aller Bemühungen nicht gerne bürsten. Hier können Leckerchen während des Bürstens manchmal Wunder bewirken. Mithilfe des Clickertrainings kann das Bürsten schrittweise konditioniert werden.
Einige Rassen, wie die Perserkatzen, sind sehr pflegeaufwendig und müssen regelmäßig gebürstet werden. Andernfalls bilden sich im Fell Knoten und Verfilzungen, die sich irgendwann nicht mehr herauskämmen lassen. Dann bleibt nur noch das Scheren des Fells unter Narkose beim Tierarzt – keine schöne Erfahrung für die Katze. Kleine Knötchen sollten erst mit feuchten Fingern entwirrt und nachgekämmt werden.
Das Bürsten bietet im Übrigen die Gelegenheit, zusätzlich einen kleinen Gesundheits-Check zu machen: den Körper kurz abtasten, auf Kratzer oder Verletzungen untersuchen und eventuell vorhandene Parasiten entdecken.
Um das schöne glänzende Fell zu erhalten, kann mit naturheilkundlichen und pflanzlichen Mitteln unterstützt werden. Hier bieten sich bestimmte Öle oder Vitamine an, welche kurweise unter das Futter gemischt werden. Tierärzte und Tierheilpraktiker beraten dazu gern.
Kapitel 10
Katzen können einen Sonnenbrand bekommen. Ungewöhnlich, mag man denken, da unsere Samtpfoten doch ein dichtes Fell haben. Aber einige Stellen sind nicht gut geschützt und haben weniger Haare: die Ohren (Ohrspitzen und Ohrränder), der Bauch, Nasenrücken und Nasenspiegel.
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