„Ich wurde damals als Kind von meinem Vater bei den sexuellen Übergriffen auch geküsst und angefasst. Ich habe das damals so gehasst, deswegen darf mich heute niemand mehr küssen oder anfassen.“
„Das leuchtet mir als Erklärung ein! Vielleicht kannst du später mal mit dem Problem besser umgehen“, sage ich und ziehe es vor, das heikle Thema erstmal nicht weiter anzusprechen.
„Ja, vielleicht schaffe es später einmal. Ich bin mit der Geschichte bestimmt noch Jahre beschäftigt“, meint sie. Ich nicke nur zustimmend und gebe keine Antwort.
Nach der Pause unterm Olivenbaum laufen wir mit den Hunden weiter. Charly und Lola verstehen sich ausgezeichnet. Zum Glück ist Lola nicht läufig, sodass er sie nicht besteigt. Bei Hunden ist das mit dem Sex ganz einfach. Nur bei den Stehtagen der Hündin wird mit allen Rüden ohne Einschränkungen gerammelt, die nicht kastriert sind. Der Duft ist für die Rüden so schön, dass sie regelrecht verrückt werden. Ansonsten beißen die Hundedamen die Herren einfach weg oder setzen sich auf den Hintern, damit nichts mehr passieren kann. Bei der lustigen Vorstellung, dass wir Menschen uns so verhalten würden, amüsiere ich mich köstlich.
Dagmar erzählt weiter ihre Lebensgeschichten und hat in mir einen interessierten Zuhörer gefunden. Es wäre taktisch besser, mir nicht so viel zu erzählen, weil sie mit ihrem Verhalten bei mir jegliche Spannung, die das Unbekannte mit sich bringt, im Keime erstickt. Aber, sie ist eben so! Es muss durchaus nicht immer nach „Schema F“ laufen.
In der Nähe von meiner Finca verabschieden wir uns voneinander, indem ich sie kurz umarme. Ihr versteinertes Gesicht zeigt mir, dass sie diese Umarmung nur ungern über sich ergehen lässt.
„Ich mag auch keine Umarmung bei der Verabschiedung“, erklärt sie mir eindeutig.
„O.K.! Ich werde es mir merken! Demnächst nur mit Handschlag! Auf bald!“
„Auf bald“, antwortet sie und geht in Richtung Santa Cruz.
Nachdenklich laufe ich zurück zur Finca, so etwas habe ich bisher bei keiner Frau erlebt. Also sie will keine Küsse, kein Anfassen und keine Umarmung bei der Verabschiedung. Dieser abscheuliche Vater hat nun bei seinen Töchtern erreicht, dass die jetzt als gestörte Wesen ein Leben lang durch die Welt laufen. Ich könnte wirklich platzen vor Wut, wegen diesen Vätern oder anderen Männern, die ihre Geilheit an den eigenen oder fremden Kindern ausleben. Ich habe zum Glück in meiner Kindheit so etwas nicht erlebt. Allerdings gab es einen bedenklichen Vorfall, an den ich mich noch sehr gut erinnere. Ich war zu diesem Zeitpunkt etwa 5 oder 6 Jahre alt und schaute mir in einer Einkaufsstraße in Berlin ein Schaufenster an. Dabei viel mir auf, dass mich ein Mann von der Seite beobachtete. Ich lief im normalen Tempo weiter, und er folgte mir. Wenn ich stoppte, blieb er auch stehen. Schließlich rannte ich so schnell ich konnte eine Strecke von ungefähr einem Kilometer nach Hause. Beim Rennen drehte ich mich um und sah, dass er mir hinterher rannte, aber mich nicht einholte, weil ich als Kind sehr schnell laufen konnte. Beim Rennen holte ich den Haustürschlüssel aus der Hose, um die Haustür schnell aufschließen zu können. Es gelang mir weit vor ihm die Haustür zu erreichen, schnell schloss ich sie auf und drückte sie hinter mir zu. Dann war ich in Sicherheit, aber ich hatte mir vor Angst fast in die Hose geschissen. Ich weiß bis heute nicht, was er tatsächlich wollte. Wahrscheinlich war das damals ein Pädophiler mit Interesse an kleinen Jungs. Damals konnte ich mir wegen meines jungen Alters diesen Vorfall nicht erklären.
Am Abend betrete ich mit Charly mein idyllisches Anwesen. Ilona und Marita sind bereits im Haus und essen gerade am Küchentisch. Ich hole mir einen Teller aus dem Geschirrschrank und setze mich dazu.
„Und läuft bei dir alles rund?“ fragt Marita.
„Ich bin zufrieden!“
„Du kannst ja mal deine neue Freundin mitbringen. Wir haben nichts dagegen“, sagt Ilona großzügig.
„Vielleicht später einmal. Jetzt ist es noch zu früh“, antworte ich. Eigentlich weiß ich jetzt schon, dass die Beiden meine verrückte Dagmar bestimmt nicht so prickelnd finden werden und dass sie sicherlich irgendwelche Sticheleien abziehen werden, falls sie mich mal hier besuchen sollte.
„O.K.! Dann später einmal“, meint Ilona.
Wie in alten Zeiten liegen wir zu Dritt auf der Couch, schauen uns zusammen einen Film im Fernsehen an und trinken dazu eine Flasche Wein. Anschließend verschwinden sie in Ilonas Zimmer, während ich mich alleine in mein Gemach zurückziehe. Nachdem ich meinen Computer hochgefahren habe, erstelle ich noch eine wichtige Tabelle für mein Fachbuch. Eine Stunde später schalte ich zufrieden den PC aus, da sie fertig ist und meinen Vorstellungen entspricht. Nachdem ich mit Charly nochmal vor der Tür war, falle ich müde ins Bett.
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