Maxi Hill - Ultimo

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Mit ULTIMO – Mein Tod gehört mir gelingt Maxi Hill das so bedrückende Sujet Sterbehilfe unterhaltsam zu verpacken.
Zwei parallel laufende Handlungsstränge bilden das Erzählkonstrukt – ein Spagat zwischen emotional tiefen Einblicken in das Thema Sterbehilfe umrankt von einer unterhaltsamen Geschichte über ein junges Paar im Beziehungs-Chaos.
Als Nora die Widmung einer Autorin in deren Buch über Sterbehilfe liest, klingt es wie ein verzweifelter Hilfeschrei. Ausgerechnet Linus, von dem sie sich vor Monaten getrennt hat, erzählt Nora davon. Linus ist sofort Feuer und Flamme, ein bisschen Detektiv zu spielen, während Nora durch seine Nähe zurück in das alte Gefühlskarussell stürzt. Je intensiver sich die beiden mit dem Erlebnisbericht der Autorin über Sterbewillige und deren Helfer beschäftigen, desto klarer werden die Machenschaften hinter dem vermeintlichen Samariterdienst. Auch die Autorin des Buches scheint nicht frei von Angst zu sein. Was aber hat sie mit dem Verschwinden eines ihrer Protagonisten zu tun? Und warum taucht auch Linus seit Tagen nicht mehr bei Nora auf?
Nora fühlt sich gezwungen, nun doch ihren Vater, den Polizeipräsidenten, einzuschalten …

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»Entweder ihr will jemand ans Leben, oder sie hat selbst den Wunsch, aus dem Leben zu gehen.«

»Wie eine ihrer Figuren? Ohne ersichtlichen Grund?«

»Ich kann mir vorstellen, dass jemand, der ein solches Thema so aktiv beackert, bald selbst infiziert ist und Wahrheit und Fiktion nicht mehr auseinander hält.«

Nora versucht sich vorzustellen wie es sein muss, aus Angst irgendwen auf irgendeine subtile Art um Hilfe bitten zu müssen. Der Gedanke, dass es um Leben und Tod gehen könnte, ist ihr zu schrecklich, als dass sie ihn auch nur rein hypothetisch zu Ende denkt.

»Wenn man alle Details kennen würde.«

Linus schwenkt den Kaffee in der Tasse, als müsse er darin Zucker auflösen. Er trinkt seinen Kaffee immer schwarz und viel zu stark.

»Wenn es dir hilft, lese ich das Buch in einer Nacht durch, dann sind wir schlauer.«

Nora sitzt auf der Couch, zieht ihre Füße auf die Sitzfläche und schaut ihn an, unfähig, auch nur ein Wort herauszubringen. Wenn ihr etwas Schlimmes passieren sollte, wäre Madi ganz allein auf der Welt. Vielleicht ist sie deshalb heute so friedlich im Umgang mit Madis Vater. Sie weiß es nicht erst seit gestern. Linus ist ein Mann der Tat. Er würde alles für Madi tun, aber dass er sogar das Buch für sie – Nora - lesen würde, öffnet ihr beinahe das Herz. Für den Moment kann sie nur nicken und nur ganz heimlich schluckt sie ihre Rührung herunter. Warum hat sie kein Vertrauen in ihn? Warum denkt sie, wie so viele Menschen

denken – eine solche Verbindung zerbricht über kurz oder lang an den kulturellen Gegensätzen. Wo sind diese Gegensätze?

Als er aufsteht und sich verabschiedet, möchte sie ihn umarmen und sei es nur, um ihm für sein Angebot zu danken. Sie lässt es sein, wie sie es immer sein ließ, erst das Resultat abzuwarten, bevor ihre Zweifel alles kaputtmachten. Auf dem Gang deutet Linus noch einmal auf die Tüte mit dem Buch. »Bist du morgen zu Hause?«

»Ja«, sagt sie schnell, obwohl sie weiß, dass ihre Mutter sonntags prinzipiell auf sie wartet – auf sie und Madi.

Das Buch

Ganz gegen meine Gewohnheit war ich nach dem Akt des Sterbens allein durch die fremde Stadt gelaufen. In keinen der vielen Schickeria-Shops zog es mich. Mein Kopf war noch nicht frei dafür. In einem kleinen Park unter Pinien atmete ich die Luft, die vom See herüber kam. Rhododendron und üppige Blumenrabatten an gut gepflegten Rasenflächen sollten mich aufbauen. Es gelang mir nicht. Stattdessen erinnerte ich mich daran, worüber wir manchmal mit Gary reden. Wenn ich einst sterbe und die Wahl hätte, als ein anderes Geschöpf zurück auf die Welt zu kommen, ich würde ein Adler sein wollen. Vogelfrei unter dem Himmel schweben, die Welt mit klarem Blick von oben sehen ohne all die Trugschlüsse, die aus der Perspektive kommen. Ich könnte den See überfliegen, auf dem San Salvadore landen und wieder starten zum Monte Bré hinüber – so oft ich wollte. Der See leuchtete ungewöhnlich blau durch das Grün am Ufer. Drüben auf der anderen Seite stieß eine Wasserfontäne in den Himmel und zerstäubte den Strahl zu kühlender Luft.

Auf der Straße am Ufer entlang fuhr eine kleine Touristenbahn mit einigen Waggons bis hinüber zum Fuße des Berges. Man konnte überall ein- und wieder aussteigen. Wie ferngesteuert löste ich ein Ticket, stieg ein und fuhr bis zu jener Fontäne. In deren Nähe gab es die Bergbahn zum San Salvadore hinauf. Ein schöner Gedanke. Bis ich die Dame vom Verein treffen sollte, hatte ich beinahe noch drei Stunden Zeit. Es wurden die lichtesten Stunden der beiden Tage, die ich auf Anraten Dr. Arnolds auf diesem göttlichen Flecken Erde verbringen sollte.

Oben angekommen hatte ich das Kreuz hinter dem Aussichtsgebäude schnell gefunden. Auf einer Steinplatte verharrte ich lange und schaute unentwegt in die Tiefe - auch in meine eigenen Abgründe.

Warum schreibst du ein solches Buch, wenn dir schon allein bei der Recherche das Herz zu brechen droht, wenn du im Widerstreit mit dir selbst keine Antwort findest, wenn du nach all dem Wissen erst recht nicht mehr weißt, wie du dich selbst entscheiden würdest und worin die Würde des Menschen beruht: Im freien Willen, die Welt zu verlassen, um eigenes Leid zu ersparen und anderen die Last? Oder in der Kraft, seinem Geschick zu trotzen?

Wäre der Ausblick vom San Salvadore nicht gewesen und hätte ich nicht das Haus am anderen Ufer des Sees wiedererkannt, das unscheinbar in der Zeile prachtvoller Bauten eigens dem Zweck des Vergehens diente, hätte der Tag, hätten die Dinge vielleicht eine Wendung genommen. »Das Vergehen«, sprach ich immer wieder zu mir selbst, so doppeldeutig es auch klang. »Wird das körperliche Vergehen des Einen durch das menschliche des Anderen befördert? Kann Hilfe ein Vergehen sein?«

Worte meines Lieblingsrezensenten kamen in meinen Sinn. »Es macht das Buch so besonders, weil es weder strahlende Helden noch düstere Bösewichter gibt.« Damals ging es im Buch nicht ums Sterben. Es ging um die Abgründe in sehr vitalen Menschen mit einer fast kriminellen Pflichtvergessenheit. Vielleicht würde derselbe Mann heute, wüsste er von meinen Recherchen, von Jagdinstinkt schreiben, von Todesneugier oder abartiger Faszination, von Dramatisierung des weibliches Mutes, so nah am Freitod zu sein.

Aber war das, was ich dank Dr. Arnold miterleben durfte, wirklich dem freien Willen des Mannes geschuldet? Dachte er angesichts des nahen Todes noch immer, es sei Zeit zu sterben?

Was wollte ich so weit entfernt von der Heimat an diesem Ort, dem der Schöpfer alles gegeben hat, was das Herz eines Menschen erfreuen kann, gerade darum nichts, was den letzten Gang zur endlichen Erlösung werden lässt. Steckt nicht immer das Unvereinbare in den Perspektiven auf den Tod, so wie es objektive und subjektive Sichtweisen auf das Leben gibt? Ich wusste, es ging mir nicht um die Sensation des Sterbehilfe-Todes, wie man es vermutlich annehmen werde. Noch weniger um meine eigene Zeugenschaft. Wenn es mir um etwas ging, dann waren es die Gefühle der Menschen, die sich der beste Autor nicht würde ausdenken können. Gefühle der Sterbenden und die der Hinterbliebenen. Wie verhält sich jemand, der seinen Abschied als Erlösung sieht? Wie geht es den Angehörigen, die ihn im Leben geliebt und in der Krankheit bedauert haben? Reicht ihre Kraft für Worte des Beistandes? Was davon ist ehrlich und wer zürnt in Wahrheit dem Sterbenden, weil er ihm Unerträgliches zumutet?

Wohin driftet unsere Welt, wenn selbst der Freitod aus der Anonymität gehoben wird, aus der Intimität. Wenn er zum Vorzeigeobjekt wird.

Weder da unten in diesem Haus, auch nicht beim Blick vom San Salvadore, dessen steinernes Kreuz zum Monte Brè hinüber zeigte, hatte ich eine Ahnung, welche Abgründe mir noch begegnen sollten und welche Zwiespälte ich selbst ertragen musste, um dieses, mein Buch über das besondere Sterben zu schreiben. Seit ich die Welt von hier oben betrachtete, war aus meiner Überzeugung von der Intimität des Freitodes nur Argwohn geblieben. Ist der Freitod zu einem Genre geworden, das ganz verschiedene Interessen bedient? In meiner Vorstellung reichten sie vom Egoismus des Sterbenden, über den Kommerz des Helfenden bis zum Unterhaltungswert der Medienwelt, die bei Büchern, wie ich eines vorhatte zu schreiben, noch lange kein Ende nehmen würde. Vielleicht ging es bald schon darum, das Sterben live und fernsehmedial verfolgen zu können. Zu keinem der Genres – nicht einmal zu meinem geplanten Buch - kann ich mich heute guten Gewissens bekennen, weil ich weiß, was passieren kann …

Gleichwohl kann ich einem Lebensüberdrüssigen das Recht nicht absprechen, sich frei zu entscheiden. Wer selbstbestimmt lebt, muss auch selbstbestimmt sterben dürfen. Das Wie wird nicht erst durch mich und mein Buch aus der Tabu-Zone gehoben. Was früher jemand ganz für sich allein entschied, wird heute auf uns alle abgeladen, ob wir Angehörige sind oder die Gesellschaft um uns. Die Haltung dazu ist so vielfältig, wie wir Menschen vielfältig sind.

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