Michael Herrmann - Bunte Luft

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Bunte Luft – so nennen die Musiker der Band «Stadtschwein» selbstironisch das, was sie auf der Bühne fabrizieren. In Wirklichkeit ist Musik für sie weit mehr. Sie ist eine geheime Abkürzung zum Glück. Sie ist wie Medizin, einschließlich Suchtpotenzial und Nebenwirkungen. Der Weg zum Erfolg ist jedoch gesäumt von schrecklichen Geräuschen, schweren Lautsprecherboxen, leeren Flaschen, und durchgemachten Nächten. Die vier erleben eine Menge schräger Episoden: Was sucht ein Volkspolizist im Kellerschrank? Wie reanimiert man einen Tontechniker?
Der Rockmusiker Mick erlebt stürmische Liebe und windige Affären. Schließlich weist ihm ein Zufall den Weg durch den Dschungel seiner Gefühle.
Auf unterhaltsame und ironische Weise wird das bizarre Biotop Ostberlin beschrieben.

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Eine Mucke, auch Gig genannt, ist nicht nur die Möglichkeit, straffrei irgendwo Musik zu machen. Woher dasWort „Mucke“ stammt, ist nicht geklärt. Vielleicht hat es etwas mit Aufmucken zu tun. Der Sprachwissenschaftler wittert eher eine Verwandtschaft mit dem englischen „to make“. Die Erklärung, das Wort bedeute „Musikalisches Gelegenheits-Geschäft“ ist nachträglich entstanden. Es müsste dann „Mugge“ geschrieben werden, was nicht der Ausprache entspricht und außerdem doof aussieht. Der Hinweis auf eine Gage ist allerdings begründet. „Mucke“ darf ein Auftritt nur dann heißen, wenn es Geld dafür gibt. Dabei geht es nicht um das Geld an sich, sondern um die Ehre. Es wäre extrem unsportlich, irgendwo ohne Gegenleistung zu spielen. Das würde bedeuten, dass unsere Musik nichts wert ist.

Man hatte sogar schon von ehrgeizigen Bands gehört, die dafür bezahlten, dass sie auftreten durften. Das hieße im Umkehrschluss, dass deren Musik einen negativen Wert hatte. Das wollten wir für uns keinesfalls akzeptieren. Wir waren skeptisch:

„Und - Kohle?“

„Ja - es gibt auch Geld“ meinte Hades triumphierend.

Niemand fragte, wieviel.

Junkie

Zwei Tage vor dem Auftritt machte sich bei mir ein Kribbeln bemerkbar wie vor einer Prüfung, einer Prüfung allerdings, auf die man sich freut.

Der Ort des Geschehens war ein Bau aus den Sechzigern, ein pavillonartiges Haus im Park am Weinbergsweg. Der Saal selbst war ein bogenförmiger Raum mit Steinfußboden. Schlechte Akustik, geiles Ambiente.

Wir standen neben der Bühne und scharrten mit den Hufen. Niemand erkannte uns. Wie auch! Endlich die erlösenden Worte des Moderators. Unser Auftritt begann wie abgesprochen mit einem Interview.

Ein Interview! Jemand wollte unsere Meinung zu verschiedenen Sachverhalten erfahren!

Der Raum hatte sich gefüllt und wir betraten die Steinfliesen, die die Welt bedeuten. Der Moderator hielt mir ein Mikro vor die Nase. Ich faselte etwas von deutschen Texten und der Relevanz für unser tägliches Leben im Hier und Heute.

Ich konnte es kaum fassen: Die Menge johlte begeistert. Wir waren schon die Guten, bevor wir auch nur einen Ton gespielt hatten. Wir hielten die Leute dann 45 Minuten lang bei der Stange, und der Applaus blieb ungebrochen.

Paul McCartney hat einmal gesagt, die Begeisterung der Massen möchte er so oft erleben wie einen Orgasmus. Gemessen an Paul McCartneys Orgasmus war unserer nur ein ganz, ganz kleiner Orgasmus, aber das war uns egal. Ich war infiziert. An diesem Tag wurde ich zum Junkie.

Sonnenschirm

Unser Bühnenbild war simpel: In der Mitte stand ein türkisfarbener Sonnenschirm, an dessen Stiel eine Leuchtstoffröhre angebracht war - fertig. Das sah cool aus, war leicht aufzubauen und zu transportieren. Unter dem Sonnenschirm stand das Schlagzeug - hier konnte Hades sich fühlen wie im Urlaub. Er trug zu den Auftritten einen weißen Arztkittel. Was er damit sagen wollte, verriet er uns nicht. Wahrscheinlich sollte sein Auftrittskleid für sich selbst sprechen. Vielleicht fühlte er sich zum Heilen berufen - zur Heilung der Gesellschaft von ihren Gebrechen oder so ähnlich. Ich spielte barfuß und hatte Handschuhe an, deren Fingerspitzen gekappt waren. Krokant sah beim Auftritt genauso aus, wie er gekommen war. Ihm fehlte der Sinn für Maskerade. Dafür spielte er eine begnadete Gitarre.

In der Pause nach dem ersten Set stand Hades, als Arzt verkleidet, neben einer schönen Frau und erzählte ihr was. Sie hatte sich ihm zugewandt und sah ihn interessiert an. Er wirkte zienlich skurril mit seiner Vier-Millimeter-Ganzkopfbehaarung. Die Frauen schienen das zu mögen. Ich hätte zu gern gewusst, was er ihnen bei solchen Gelegenheiten erzählte. Ich war leider komplett unfähig zu Small Talk. Niemals hätte ich mit einer unbekannten Frau einfach so über ein Thema reden können. Jedes noch so bedeutende Thema würde überstrahlt werden von dem sensationellen Fakt, dass da eine Frau neben mir steht und sich mit mir unterhält. Deshalb könnte ich nicht über so etwas Banales wie Kino oder Wetter reden. Und da ich das nicht konnte, stand eben keine Frau neben mir, die sich mit mir unterhielt.

Unauffällig scharwenzelte ich an den beiden vorbei in der Hoffnung, etwas von der Unterhaltung aufzuschnappen.

"...Kontakt zu kommen. Da merkste, was die Leute interessiert. Die reagieren zum Teil auf einzelne Formulierungen, das kriege ich selbst beim Singen mit."

Aha - eine PR-Veranstaltung in eigener Sache. Die Frau schien das nicht zu stören. Jetzt sprach sie. Ich drehte auf dem Hacken um und tat so, als hätte ich mein Glas vergessen.

"...schon bei meinen Kids. Die wollen ernst genommen werden, wenn du die verschaukelst sind sie sauer."

Wie eine mehrfache Mutter sah sie nicht aus. Sie redete wohl über ihren Beruf. Wahrscheinlich Kindergärtnerin. Es hörte sich ganz liebevoll an, wie sie über ihre Schützlinge sprach. Hades hatte einfach ein unverdientes Glück bei den Frauen. Jetzt lachten beide. Es sah aus, als würden sie sich schon ewig kennen. Er rief zu mir rüber:

"He Mick - fünf Minuten, ok? Gleich gehts weiter!"

Bei der Gelegenheit schaute auch die Frau zu mir. Sie sah mich an wie einen Stuhl. Oder eine Topfpflanze. Was für Blüten hätte ich wohl haben müssen, um ein Fünkchen Interesse bei ihr zu erregen?

Post

Vor einer Kommission hatten wir ausgewählte Werke zum Besten gegeben. Der Chef der Jury zeigte sich begeistert:

„Jungs - das ist die Neue Deutsche Welle des Ostens! Wenn ihr es jetzt noch schafft, dass Bass und Schlagzeug gleichzeitig mit dem Lied fertig sind, dann wird das richtig gut!“

Wir fühlten uns bestätigt. Da hatten wir also Recht gehabt mit unserem subjektiven Gefühl, Stars zu sein! Die kleine Spitze bezüglich unseres Timings verziehen wir ihm.

„Ich verleihe euch die Spielerlaubnis der Oberstufe!“

Das wiederum war ein wenig ernüchternd. Denn es gab noch die Sonderstufe, auf die wir es eigentlich abgesehen hatten. Aber das war nur eine sportliche Frage. In Wirklichkeit spielte es kaum eine Rolle, ob wir A-, B-, oder C-Eier waren. Es blieb der entscheidende Fakt, dass es eine "Spielerlaubnis für Laienmusiker und nebenberuflich tätige Musiker" war.

Als Hobbymusiker mussten wir uns nach einer Scheinanstellung umsehen, denn sonst wären wir arbeitslos gewesen. Arbeitslosigkeit gab nicht. Jeder ging morgens irgendwo hin. Was er dort machte, war eine andere Frage. Für uns war ein begehrter Job der Hausmeisterberuf - möglichst in einem wartungsfreien Haus. Keiner hatte Lust, diese Arbeit wirklich zu machen.

Ich versuchte es als Paketfahrer bei der Post. Die Pakete mussten allerdings wirklich ausgefahren werden. Wenn man gut war, konnte man damit schon mittags fertig sein und hatte dann frei.

Ich war nicht gut.

Mit meinem Barkas-Lieferwagen voller Pakete fuhr ich los. Die Kunst bestand darin, die Tour zu planen und die Pakete in der richtigen Reihenfolge einzuladen. Dazu hätte man allerdings Straßen und Hausnummern kennen müssen. Für die Verteilung der Hausnummern in einer Straße gibt es mehrere Möglichkeiten - eine Tatsache, die mich immer wieder zur Verzweiflung trieb.

Hatte ich die Adresse endlich gefunden, musste ich mit dem Paket die Treppen hoch. Wenn ich Glück hatte, war der Empfänger zu Hause. Wenn ich noch mehr Glück hatte, war es eine hübsche Empfängerin. Heute machte mir mein Schicksal eine besondere Freude: Die hübsche Empfängerin hatte nur einen Bademantel an.

Was in diesem Fall zu tun war, hatte ich von den Kollegen gleich am ersten Tag erfahren: Man musste das Paket, auf dem die Quittung zum Unterschreiben lag, etwas tiefer halten.

Beim Quittieren beugte sie sich leicht nach vorn, so dass ich ihre spitzen Brüste sehen konnte. Sie hatte den Trick durchschaut und lächelte mich an. Ich grinste zurück und ergriff die Flucht. Diese Adresse hatte ich schon mal im Kopf und vergaß sie nicht wieder.

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