Paul Barsch - Paul Barsch erzählt

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"Paul Barsch hat zwar nur eine einfache Dorfschule besucht, aber doch für sein Dichtertum sehr instruktive Lektionen genossen, in Werkstätten, in Schänken und Spelunken, auf der Landstraße, in den Winkeln und Gassen kleinerer Städte, auf dem Lande, bei Schifferleuten, im Zigeunerlager, in kalten Scheuern und bei lustigen Festen hat er studier. (Paul Keller)
Wie waren und wie lebten die Menschen um 1870 in Schlesien und in Bayern.
Die Kindheit der damaligen Zeit. Wie gestaltete die Jugend ihr Leben damals.
"Die Mütter" die berühmte Dichtung von Paul Barsch.

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Die Muhme richtete den Vespertisch her, und Anna beurlaubte sich auf ein Viertelstündchen zu einem Gange durchs Dorf. Vorsichtig näherte sie sich dem Schlosse, durchbebt von Furcht und heißblütiger Sorge, bedrückt vom Gefühl ihrer Niedrigkeit. Scheu wie eine Diebin lugte sie in den Gutshof. Hinten bei den Scheunen standen einige sonntägliche gekleidete Mägde. Rasch entschlossen zog sie ihr Kummerpäckchen unter der Jacke hervor und schritt auf die Mägde zu. Ihnen wollte sie den Schatz anvertrauen!

Da – o himmlische Barmherzigkeit! – trat er aus der Haustür. Sie prallte vor ihm zurück. Entrinnen konnte sie nicht. Der Gruß blieb ihr im Munde stecken. Wir zu Abwehr steckte sie ihm das Päckchen entgegen. Er betrachtete sie und fragte nachdenklich: „Ist das nicht meine Märchenfee?“

Im Augenblick darauf aber rief er: „Du mein Tausendkind, sie mir willkommen!“ und schon griff er nach den Liedern und nach ihr.

Sie wusste nicht, wie ihr geschah. Ins Schloss gelangte sie, und in eine wunderschöne Stube. Dort saß sie an einem Tische, der mit Büchern und Papieren beladen war, und der Dichter saß bei ihr, las was sie geschrieben, und konnte sich vor Freude gar nicht bändigen. In alle Tönen pries er ihre Klugheit, bedankte sich zehnmal und öfter, auch dafür, dass sie ihn besucht habe, nahm dann eines der Bücher vom Tisch und ließ sich ihren Namen nennen.

„Was hör ich? Anna Hoffmann heißt du? Da sind wir ja Namensvettern und müssen erst recht zusammenhalten.“

In das Buch schrieb er, streute Sand auf die Schrift und gab es ihr. Das sei er ihr schuldig, auf das Abkommen hin, das er mit ihr getroffen habe. Gedichte für Gedichte.

„Lies, mein Kind, ob‘s richtig ist!“

Sie las ihren Namen und las ferner, dass sie seine jüngste, schönste und verständigste Mitarbeiterin sei. Den Schluss mit der Unterschrift erfasste sie nicht. Ihr flimmerte es vor den Augen. Dass ihr das Buch gehören solle, begriff sie, und ihr entrang sich ein inbrünstiges „Dankeschön!“

Nun fort! . . . Er wollte sie zurückhalten. So ein lieber Gast müsse doch bewirtet werden. Graf Eduard würd zürnen, wenn sie nicht auch bei ihm vorspräche. Vergeblich bat er. Sie stob hinaus wie ein verflogener Vogel. Draußen erst, auf der Treppe, verabschiedete sie sich.

Der Dichter war ernst geworden. Es sei ein Scheiden auf lange Zeit. In wenigen Tagen gehe sein Aufenthalt in dem stillen Waltdorf zu ende. Weit in die Ferne führe seine Weg, zu neuer Arbeit und zu neuen Pflichten. Er habe seinen Gastgebern versprochen, im nächsten Jahre wiederzukommen, und er werde dann auch sie zu finden wissen. Die Freundschaft bleibe bestehen.

Er küsste sie auf den Mund, und sie entwand sich ihm. Auf der Straße schlüpfte sie in ein Seitengässchen, aus Besorgnis, dass er ihr nachfolge. Zuerst war’s ihr, als sei sie glücklich einer Gefangenschaft entronnen, dann, als erwache sie aus einem unermesslich schönen Traum. Es war kein Traum, es war himmlische Wirklichkeit. Trug sie doch das Buch des Dichters in der Hand. Lauter Lieder. Gedichte für Gedichte. Die von ihm hineingeschriebenen Zeilen beschaute sie andächtig.

„Hoffmann von Fallersleben“ lautete die Unterschrift. Soviel Ehre, soviel Glück! Gar nicht zu ertragen!

Behutsam hüllte sie das Buch in ein Tüchel und verbarg es in ihren Kleidern. Der Dichter war im Schlosse geblieben, und ungefährdet gelangte sie ins Stübchen der Muhme.

Schwer fiel es ihr, die Zunge zu bezähmen und das große Erlebnis zu verschweigen. Sie nahm sich vor, auch in Mogwitz den Mund zu halten, und sie ist diesem Vorsatze treu geblieben. Wer auch hätte sie verstanden, wer hätte nicht gespottet! Manchmal, wenn in plauderfroher Gesellschaft das Gespräch auf den alten närrischen Mann kam und si dabei allerhand Neckereien auszustehen hatte, war sie nahe daran, zornflammend zu verkünden, wer und was er sei, und wie sie sich alle schämen müssten, so dumm und gottlos einen der besten Menschen zu verlästern. Sie bezwang sich dann mit Gewalt und lachte mit den andern.

Sein Buch hütete sie als ihr teuerstes Gut. Es war ihr so heilig wie der Kuss, den sie beim Abschied vom Dichter empfangen hatte.

Sehnsüchtig wartete sie auf den versprochenen Besuch. Herr Hoffman von Fallersleben aber kam nicht mehr nach Waltdorf zu seinen Freunden, den Grafen von Reichenbach, und nie mehr hat sie ihn gesehen. Die Liebe für ihn blieb ihr eine verklärende Leuchte durchs Leben.

Von mir, ihrem Ältesten, erfuhr die Mutter, dass sich ihr Freund zu jener Zeit in Waltdorf als Flüchtling aufhielt, nachdem er wegen seiner „Unpolitischen Lieder“ des Amtes als Professor in Breslau enthoben worden war und zur Rechenschaft gezogen werden sollte. Ich sagte ihr, wie sehr auch ich ihn liebe und wie das große deutsche Vaterland ihm für alle Zeiten ergeben sei. Das machte sie von Herzen fröhlich.

Ihr zum Gedenken schrieb ich die Geschichte nieder, die sie mir und meinen Geschwistern anvertraute. Sie tat es dem Wortlaut nach in einer Weise, die ich nicht wiederzugeben vermag, auch sprach sie in dörflicher Mundart. Aber der Inhalt ihrer Erzählung lebt unveränderlich in meinem Gedächtnis.

Der Krieg an der Sandgrube

Wie weit mein Wissen von Völkerstreut und Heldentum bis zum Sommer 1866, dem siebenten Jahre meines Lebens, gediehen war, weiß ich nicht. Es mag wohl schon recht umfänglich gewesen sein, denn es nährte sich gierig von kriegerischen Bildern eines Buches, das im Topfschrank hinter den guten Tassen versteckt lag, und das ich oft, scharfem Verbot zuwider, hervorholte. Vertraut auch war mir das Lied vom tapferen Lagienka, denn das sang unser Gesell, der Johann Schie, jeden Tag an der Hobelbank. Mehr noch beschäftigte sich mein Denken über militärische Dinge mit dem großen Bilde, das bei Klars im Tanzsaale hing und auf dem eine Schlacht zu sehen war.

Als ich wieder einmal mit Klars Kindern in den Tanzsaal eindrang, nahm es mich so gefangen, dass ich es immerzu anschauen musste. Staunend sah ich ein Gewimmel von Soldaten, Pferden, Kanonen, Flinten, Fahnen und Pulverrauch. Kugeln flogen in der Luft, ein Haus brannte, viele Soldaten lagen tot, und eine Kanone war zerbrochen. Frau Klar kam herein, bespaßte sich mit mir und lachte. Richtig verstand ich sie erst, als sie anfing, von dem Bilde zu sprechen. Ich erstarrte bei hungrigem Lauschen und Genießen. Der Soldat auf dem weißen Pferde war der General und hieß Blücher. Die Soldaten hinter ihm waren die Preußen, die Soldaten vor ihm die Franzosen. Er zeugt den Preußen mit dem Säbel, wohin die schießen und mit den Spießen an den Flinten stechen sollten. Die Preußen waren tapfer, und darum gewannen sie. Frau Klar sagte, Blücher sei ein Held. Wo der hinkomme, müssten die Franzosen purzeln. Die anderen alle zusammen seien nicht so tapfer wie er, und er habe deshalb die meisten Orden. Gar zu gerne hätte ich erforscht, wie die Franzosen purzelten, gar zu gerne auch die Orden bewundert, Frau Klar aber ging, und wir mussten mit ihr gehen. Sie verschloss den Saal, und da war ich sehr traurig.

Vom Blücher kam ich nicht mehr los. Im Dämmerdunkel meines Weltbetrachtens war er mit seinem Schimmel eine strahlend klare Lichterscheinung. Ich malte nur noch ihn auf die Schiefertafel, in der Schule, daheim im Stübel, im Schuppen und im Schutz der Stachelbeersträucher, malte, bis er so schön war wie auf Klars Bilde. Doch ich konnte dabei nicht froh werden. Mir war eingefallen, dass ihn, der ganz voran ritt, leicht eine Kugel treffen könne. Der Gedanke, dass er dann bei den toten Preußen auf der Erde liegen würde, ließ sich nicht ertragen. Wenn ich allein war, flennte ich laut.

Der Sattler kam in unsere Werkstatt gerannt und schrie: „‘s wird Krieg! Ei Neisse drinne machen se schunt mobil.“ Mich berührte diese Botschaft kaum, und stumpf auch blieb ich bei den anderen Neuigkeiten, die der Sattler brachte. Für mich ergab sich daraus, dass die Österreicher ein Land erobern wollten. Vor den Österreichern bangte mir nicht. Sie wohnten am Rander des Himmels, bei der Bischofskoppe, weit, weit von uns. Vetter Natz war einer. Der blieb jedes Mal, wenn er der Mutter den echten Jerusalemer Balsam brachte, bei uns über Nacht, und uns Kindern gab er Pfefferkuchen. Vetter Natz hatte mir’s gezeigt, wo die Österreicher wohnten, und von ihm wusste ich auch, dass sie gute Leute waren.

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