Frank Riemann - Das Lied des Steines

Здесь есть возможность читать онлайн «Frank Riemann - Das Lied des Steines» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Das Lied des Steines: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Das Lied des Steines»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Die Welt in den 1990ern: Global nimmt die Anzahl scheinbar sinnloser Gewaltverbrechen immer mehr zu. Die Nachrichten sind voll von Bombenattentaten, Amokläufen und grausamen Morden.
Sieben Polizisten verschiedener Nationalitäten werden mit unterschiedlichen Gewaltverbrechen konfrontiert. Sie scheinen unmöglich aufzuklären zu sein.
Doch nach und nach ergeben die Puzzleteile ein Bild. Den Sieben wird in ihren Träumen ihre Vergangenheit und ihre wahre Bestimmung offenbart.Sie müssen zusammenarbeiten, um gegen einen uralten finsteren Widersacher bestehen zu können.

Das Lied des Steines — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Das Lied des Steines», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Plötzlich rissen ihre Träume ab, denn sie war tot!

Minsk / Weißrussland, Montag 26. April, 07:10 Uhr

Er war guter Laune. Nein, das stimmte nicht ganz. Er war in hervorragender Stimmung. Es war fantastisch; er schwebte geradezu. Was für ein herrlicher Tag. Die Sonne schien, vereinzelt waren Wolken am sonst klaren Himmel zu sehen und es war das erste Mal seit Jahren, dass er in Hochstimmung ins Ministerium ging.

Seit knapp zehn Jahren war seine Frau jetzt tot. Diesen Schock hatte er lange Zeit nicht verarbeitet. Er war zum Einsiedler in einem Hochhaus mit Dutzenden Bewohnern geworden. Er kümmerte sich nicht um sein Äußeres, er kümmerte sich nicht um seine Wohnung. Er verließ sie nur, um zu arbeiten oder um einzukaufen. Überall lagen Essensreste und standen leere Gläser herum. Dicke Flausen auf dem Teppich, dicker Staub auf den Regalen, dicker Staub in seinem Kopf. Es war ihm alles egal. Er lebte in seiner eigenen kleinen Welt, in der sie auch noch lebte. Im Ministerium ließ man ihn in Ruhe. Er wertete die Akten aus, die man ihm gab, erstellte Statistiken und fertigte Berichte an. Niemand bemerkte an ihm eine Veränderung, von seinem Erscheinungsbild einmal abgesehen. Vormals, unter Sowjetherrschaft hätte man ihn deswegen schon längst zur Ordnung gerufen, aber heute hatte man andere Probleme.

Und dann kam sie: Natascha Petrovka war eine neue Mitarbeiterin des Ministeriums und für Planung und Organisation zuständig. Sie sah fabelhaft aus und hatte sofort zahlreiche Bewunderer. Von alldem bekam er allerdings nichts mit. Seine leblose Hülle hockte in seinem schlichten Büro und arbeitete stoisch vor sich hin.

Sie begegneten sich das erste Mal auf einem der vielen Flure, als sie sich versehentlich anrempelten. Verschreckt versuchte er seine Unterlagen zu ordnen, die herunter gefallen waren. Als sie ihm helfen wollte, schob er hastig die Blätter zusammen und verschwand eilig im nächsten Aufzug.

Zwei Tage später tauchte sie in seinem engen Büro auf. Mit seinen eingefallenen Augen im blassen Gesicht schaute er sie ängstlich an.

Sie sagte: »Ich habe ja schon viele kaputte Typen gesehen, Tawarischtsch, aber keiner war so fertig, wie Sie. Sie brauchen ein Bad, eine Rasur, etwas Ordentliches zu essen und Schlaf. Ich bringe Sie heute nach Hause.«

Natascha hatte ihn vom Büro abgeholt, heimgefahren, geschaudert als sie seine verwahrloste Wohnung sah und sich an die Arbeit gemacht. Sie hatten viel miteinander gesprochen und er fragte sich, was sie wohl in ihm gesehen hatte, bei ihrer ersten Begegnung.

Nach einigen Wochen war er wieder auf den Beinen, soweit, dass er sie zum Essen ausführen konnte. Beim Dessert nahm sie zum ersten Mal seine Hand und sagte: »Du bist ein wundervoller Mensch, Pjotr. Dass Menschen sterben, ist der Lauf der Dinge. Halte Lara in Ehren, aber zerstöre nicht dein eigenes Leben. Das hätte sie nicht gewollt.«

Da begriff er das erste Mal, was er sich all die Jahre angetan hatte. Das war Freitagabend gewesen, und sie hatten das ganze Wochenende miteinander verbracht.

An diesem Montagmorgen pfiff er ein fröhliches Liedchen, warf einen letzten Blick in den Spiegel, band sich die Krawatte, griff nach Aktentasche und Jacke und verließ die aufgeräumte Wohnung.

Er hatte das Haus noch nicht verlassen, da war er tot!

Santiago de Chile, Montag 26. April, 07:25 Uhr

»Welch ein lausiger Wochenanfang«, dachte Benito Latas, als er zum Tatort kam. Und als wenn ein Mord am Montagmorgen nicht schon genug wäre, fing es jetzt auch noch an zu regnen. Zwar nur leicht, aber es verbesserte seine Stimmung nicht gerade. Er zog seinen Mantel enger. »Also«, wandte er sich dem jungen uniformierten Beamten zu »was liegt an?«

»Wollen Sie sich nicht vorher die Leiche ansehen, Kommissar?«, fragte dieser zurück.

Ben wusste, dass er das eigentlich tun müsste. Es gehörte zu seinen Aufgaben, die Leiche auf besondere Merkmale zu untersuchen, aber an diesem grauen Montagmorgen verspürte er keine große Lust. Er brauchte sich keine frischen Toten mehr anzusehen, er hatte genug davon. Er war zwar erst 36 Jahre alt, hatte aber schon mehr mitgemacht, als viele seiner älteren Kollegen. Er hatte genug von offenen Schädelverletzungen, wenn jemand versucht hatte, sich das Gehirn rauszupusten. Er hatte genug davon, zuckende Leiber zu sehen, wenn sie sich dabei allzu dämlich angestellt hatten. Er hatte genug von Wasserleichen, die, wenn sie lange genug im Wasser lagen, wieder anfingen zu leben, weil sich in ihren verfärbten, aufgedunsenen Leibern eine eigene Art von Leben entwickelte. Und er hatte genug von den betrunkenen und frustrierten Vätern, die ihre kleinen Kinder erschlugen, weil sie schrien. Diese kleinen unschuldigen Körper. Grün, gelb und blau geschlagen, verdrehte Gelenke, gebrochene

Knochen und zertrümmerte Schädel. Er hatte es nicht mehr nötig, sich spektakuläre Mordopfer anzusehen, um sich etwas zu beweisen. Es gab jüngere Kollegen, die richtig heiß auf so etwas waren, aber dazu gehörte Ben nicht. Er hatte die Schnauze voll. Er würde sich später mit den Fotos und dem Bericht des Rechtsmediziners begnügen.

»Nein, der Bericht reicht mir erst mal.«

Der junge Polizist schlug seinen kleinen Notizblock auf und meldete in einem emotionslosen Ton: »Cora Bastion, 48 Jahre alt, weiblich, verheiratet, eine Tochter. Vermutliche Todesursache: Tod durch die Einwirkung einer Stichwaffe, könnte ein Stilett oder ein größerer Dolch gewesen sein. Genaueres natürlich erst, wenn der Gerichtsmediziner mit ihr fertig ist. Ihre Überreste werden gerade abtransportiert.«

»Ihre Überreste?« Ben war erstaunt.

»Ja, der Täter muss wie wahnsinnig auf sie eingestochen haben. Ein Arm wurde fast komplett vom Rumpf getrennt. Sieht nicht schön aus.«

»Mein Gott«, dachte Ben. »Es scheint ihm überhaupt nichts auszumachen. Wie alt mochte er sein? Zwanzig Jahre vielleicht? Gab es eine Zeit, in der mich so etwas auch völlig kalt gelassen hat? Hat es die jemals gegeben? Wie wahnsinnig? Mord aus Leidenschaft? Liebe? Hass? Eifersucht? Aufnahmeritual in eine der örtlichen Gangs?«

»Geben Sie mir ihre Adresse«, bat er den Kollegen.

Zwanzig Minuten später hatte ihn sein dunkelblauer 1967er Buick Wildcat zur Wohnung der Toten gebracht. Er wollte immer schon einen amerikanischen Wagen haben, seit er klein war.

Zwei Wochen nach seinem zehnten Geburtstag hatte er zum ersten Mal einen gesehen. Seine Mutter schenkte ihm einen Pullover, den sie selbst gestrickt hatte. Seine Eltern besaßen nicht viel Geld, und mussten hart arbeiten, um ihn und seine fünf Geschwister zu ernähren. Im Herbst des Jahres sah er ihn, und es wäre beinahe das Letzte gewesen, das er zu sehen bekam.

Ben und seine Freunde kontrollierten einen Vorort von Santiago. Er war noch nicht lange dabei, und er war der Jüngste. Sie verabredeten sich, um es den Torros aus dem Nachbarort zurück zu zahlen.

Vor einigen Tagen hatten diese nämlich ihr Clubhaus, das zwischen alten Autowracks versteckt auf einem Schrottplatz lag, vollkommen zerstört. Das konnten sie natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Zu Acht durchstöberten sie das Gebiet der Torros. Der kleine Ben fühlte sich nicht gerade wohl in seiner Haut, aber Hector war ja bei ihnen. Er war der Anführer der Diabolos, schon 16 Jahre alt und Ben vergötterte ihn.

»Wir trennen uns jetzt!«, kommandierte Hector. »Jeweils zu zweit schwärmt ihr aus und durchstreift die Straßen nach Süden bis zum Fluss.«

»Komm schon!«, schnauzte Roul Ben an, ergriff ihn am Kragen seines neuen Pullovers und zog ihn hinter sich her. Ben mochte Roul nicht besonders. Eigentlich nannten ihn alle Mondgesicht, weil er so viele Pickel hatte, aber er war der Redner der Gruppe. Er konnte am besten lügen und wenn er an seinen toten Hund dachte, der alt und krank war und eingeschläfert werden musste, und ihm die Tränen über sein aufgequollenes Gesicht liefen, hatte jeder Mitleid mit ihm, und er konnte einem alles verkaufen.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Das Lied des Steines»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Das Lied des Steines» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Das Lied des Steines»

Обсуждение, отзывы о книге «Das Lied des Steines» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x