Marion Stoll - Fantasio

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Carl ist 16 und stark an Rockmusik und Mädchen interessiert. Er geht mit Gaby, der hübschesten Braut von der Schule. Partys mit seinen Freunden, Musik und Joints bestimmen sein Leben. Beim Besuch eines Musikclubs wird er von der um einige Jahre älteren Elfi verzaubert, der er hoffnungslos verfällt. Kann er zwei Mädchen gleichzeitig lieben? Die Clique, Gaby, Elfi, das alles wächst ihm über den Kopf. Er muss dringend die richtige Entscheidung treffen. Wird sich erfüllen, was er sich innerlich erhofft?
Fantasio ist die Geschichte einer träumerischen, idealistischen Generation. Sie sind friedliebend, künstlerisch und anders, wollen auffallen und provozieren, sonst nichts. Der Roman schildert das Lebensgefühl Ende der Sechziger und zeigt, wie nicht nur die Hauptfigur, sondern auch der Rock 'n' Roll seine Unschuld verliert.

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„Das reicht, Gonzo.“ Udo hatte genug gehört, probierte einen strengen Gesichtsausdruck. Seine 17 Jahre kaufte ihm trotzdem keiner ab, war körperlich irgendwo zwischen 11 und 13 stehen geblieben. Urplötzlich verbogen sich seine mädchenhaften Gesichtszüge zu einem schelmischen Grinsen. „So ein Quatsch. Du willst die eine Diktatur aufheben, nur um sie gegen eine andere Form der Alleinherrschaft zu tauschen? Und an diesen Blödsinn glaubst du? Wie soll das funktionieren?“

Gonzo zuckte mit den Achseln, ließ die Mundwinkel nach unten fallen. Er war gerade 17 geworden, hatte bereits eine klare Vorstellung von der eigenen Zukunft. Der kantige Gonzo. Er hieß Uwe Gonszcorek. Zu kompliziert, meinte sein Pauker, hatte ihn kurzerhand Gonzo genannt. Dabei blieb es. Ein unaussprechlicher Name, reduziert auf fünf Buchstaben. Konnte es etwas Perfekteres geben? Gonzo träumte von einer kommunistischen Staatsform, ließ keine Gelegenheit aus, seine Mitmenschen von seiner Gesinnung zu überzeugen.

Udo war noch längst nicht fertig. „Nee, mein Lieber, da ist der nächste und der übernächste Klassenkampf praktisch vorprogrammiert. Und das steht alles in diesen Büchern?“

„Logo. Marx, Engels, Trotzki, Mao Tse-tung, alles Experten auf diesem Gebiet“, gab Gonzo eifrig zurück.

„Und Rudi Dutschke“, ergänzte Carl lethargisch. Carl war ein typisches Kind des Kohlenpotts. Aufgewachsen im Zentrum der Arbeit, unter Stahlkochern und Bergleuten, befürwortete er ebenfalls einen Machtwechsel, allerdings eher einen sozialdemokratischen.

Bevor sie den Burgwall überquerten, stärkten sie sich an einem belebten Imbisswagen am Ende der Brückstraße mit Pommes Rot-Weiß.

Udo legte seine Pommesschale auf dem Stehtisch ab und deutete mit ausgestrecktem Zeigefinger und angewinkeltem Daumen eine Schusswaffe an. „Dutschke war für unsere verlogene und korrumpierbare Gesellschaft zu unbequem und musste schnellstens von der Bildfläche verschwinden, wenn ich mich nicht irre. Bumm! Problem gelöst. So und nicht anders werden die Dinge in unserem System geregelt.“

„Der lebt doch noch, soviel ich weiß“, meinte Carl.

„Der kommt nicht mehr zurück“, sagte Udo. „ Achte drauf!“

Gonzo schüttelte verächtlich den Kopf, hob verständnisringend die Hände in die Luft, und dann brach es aus ihm heraus: „Mein Gott, müssen denn immer nur die Guten dran glauben? John F. Kennedy, Che Guevara, Martin Luther King ...“

Die Lichtspielhäuser spuckten ihre Besucher aus, und für kurze Zeit herrschte Hochbetrieb, als wäre Sommerschlussverkauf. Das Publikum entschwand in alle Winde, und plötzlich war es wieder still. Wortlos hatten sie ihre Portionen aufgegessen. Die Zigarette danach rauchten sie unterwegs.

Es gibt immer ein erstes Mal: der erste Kuss, der erste Sex, die erste Zigarette oder der erste Kontakt mit Drogen. Und um Letzteres drehte sich ihre heutige Mission. Sie waren mit Buddy im Fantasio verabredet. Wie oft hatte ihnen der Angeber von seinen Verbindungen zur Unterwelt erzählt und wie leicht es sei, an vernünftiges Haschisch zu kommen.

Bald tauchten sie in den berüchtigten Bereich der Nordstadt ein. Ganz in der Nähe, nur ein paar Häuserecken weiter, befand sich das Rotlichtviertel. Nüchtern, funktionell und unaufgeregt.

Bunter und viel lauter hatte Carl sich die Gegend vorgestellt. Mit Scharen von vergnügungssüchtigen Menschen, wie auf einem Jahrmarkt. Wenn er hierher kam, war er stets enttäuscht. Wenigstens ein paar grelle Leuchtreklamen hätten sie hie und da anbringen können. Er hatte mal wieder das Gefühl, sie bewegten sich in der verbotenen Zone eines Militärsperrbezirkes. Alkoholisierte Gestalten kreuzten ihren Weg. Strichmädchen in kurzen schwarzen Lederröckchen mit roten oder gelben Lackstiefeln, Bettler, die sie nach ’ner Mark anhauten, Drogendealer, die ihnen ihren Stoff anboten. Und Freier, die eine Hauswand anpissten. Wo sie hinsahen, Sumpf, nichts als Sumpf. Sie waren zu dritt und fühlten sich einigermaßen sicher in ihrer Haut.

„Da vorn ist es“, sagte Gonzo endlich und zeigte grinsend seine freiliegenden Zahnreihen.

Gott, dieser jämmerliche Anblick. Gonzos Schneidezähne, zu dünnen Stiften abgeschliffen, ragten wie Stalaktiten aus seinem Oberkiefer. Bei einem Sturz mit seiner NSU-Quickly war er über den Lenker gegangen, hatte sich beim Aufprall auf dem Asphalt die Zähne abgeschlagen, praktisch halbiert. Überall erzählte Gonzo die Version von einer wüsten Kirmesschlägerei mit den Stollenpark-Boys. „Guckt euch das an, Leute! Genau hier“, machte den Dracula, „genau hier haben mich die feigen Schweine mit der Fahrradkette erwischt.“

Gonzo genoss die Bewunderung, die er jedes Mal nach seinem schauspielerischen Vortrag erntete. Noch. Bald würden zwei nagelneue Jacketkronen die Verunstaltung kaschieren.

Gonzo stoppte abrupt ab, zerrte an der Klinke einer verrosteten Stahltür. Der Eingang zur Diskothek – FANTASIO.

Im Fantasio

Ein schwerer Vorhang aus Loden gab den Weg in einen katakombenähnlichen Gang frei. Dichtes Menschengedränge, rauchgeschwängerte Luft, ein lauter Schwall Orgelmusik und eine Überdosis Patchouli schnürten Carl die Kehle zu. Er fühlte sich erdrückt. Schleieraugen, fettige Haare, Rauschebärte, rote Kussmäuler und torkelnde Gestalten huschten beängstigend nah durch sein Blickfeld. Wer sich nicht mehr auf den Beinen halten konnte, saß zusammengekauert auf dem Fußboden. Unter den Schuhsohlen das Gefühl von zertretenem Glas und klebrigem Allerlei, in der Nase der süßlich beißende Geruch von Verwesung.

Unsicher auf den Beinen, hielt sich Carl dicht hinter seinen Kameraden. Körperkontakt halten, den Anschluss nicht verlieren, sein einziger Gedanke.

Sie stießen in eine gewölbeähnliche Halle vor. Zu diesem Zeitpunkt hatte er den Überblick längst verloren, sein Peilsender die Funktion eingestellt, funkte nur noch S.O.S. Ein einziges Labyrinth, vollgestopft mit Menschen und Dreck, das Fantasio , ein in sich geschlossener Mikrokosmos. Du öffnest diese Stahltür und befindest dich in einer anderen Welt, mit ihren eigenen Regeln und Gesetzen.

Die Chance, in diesem Getrissel auf Buddy zu treffen, schätzte Carl nicht sehr hoch ein. Er musste innerlich schmunzeln. Jetzt dachte er schon dieses verdammte Wort, das Horst ständig benutzte. Getrissel. War es seine Eigenkreation oder gab es das Wort tatsächlich? Er wusste es nicht.

Stroboskoplicht. Carl blinzelte mit den Augen, hielt sich die Hand schützend darüber. Personen und Inneneinrichtung waren durch die Lichtreflexe und den an die Wände projizierten Spezialeffekte nur schemenhaft zu erkennen. Raumschiff an Erde. Raumschiff an Erde. Erbitte um Landeerlaubnis! Carl verlor erneut die Orientierung, heftete seinen Blick auf einen bestimmten Punkt des Raumes und war augenblicklich fasziniert. Farbbläschen an der Wand, die aussahen, als betrachte man Meeresquallen durch ein Mikroskop. Die verschiedenfarbigen Flüssigkeiten waren ständig in Bewegung, veränderten laufend ihre Formen, ja, es schien beinahe, als passten sie sich dem Rhythmus der Musik von Livin’ Blues an, in perfektem Einklang, ein übernatürlicher Groove.

Eine Hand legte sich auf Carls Schulter. Der sofort einsetzende Adrenalinschub ließ ihn blitzartig herumschnellen. Er blickte in Buddys bübisch grinsendes Gesicht. Seine Anspannung verflog, die innere Verteidigungsbereitschaft baute ab.

Buddy war schon 19, strotzte vor Kraft. Seine Falsettstimme ging in dem Getöse fast unter, wirkte dennoch ungemein beruhigend. „Hi, Leute, pünktlich wie die Maurer. Na, wie gefällt euch der Schuppen?“

Carl fing an, die Atmosphäre zu genießen. Die laute Musik, das flirrende Licht, die bedrückende Enge. Er nickte anerkennend, klatschte Buddys Hand ab. „Intergalaktisch.“

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