Fazit: Der Euro, also die gemeinsame Währung hat keinen umfassenden Vorteil für die Verbraucher und Bürger. Die europäische Wirtschaftsunion ist indes ein Gewinn für die Bürgerinnen und Bürger. Aber die Zugangsregelungen zu den jeweiligen Binnenmärkten (Export und Import) sind natürlich nicht von der EU als Staatenzusammenschluss abhängig. Auch mit anderen Nationen, also mit nicht EU-Mitgliedern, bestehen gute und funktionierende Wirtschaftsvereinbarungen. Ein- und Ausfuhrbedingungen, Zölle, Verbraucherschutz und so weiter sind individuelle Vereinbarungen, die mit jeder Regierung vereinbart werden können. Und natürlich wird es auch mit England wieder entsprechende Verträge geben. Vermutlich wird der BREXIT in Deutschland keine tatsächlich spürbaren Auswirkungen haben. Deutsche Unternehmen werden ihre Produktions- und Verkaufsstätten in UK nicht schließen müssen und der deutsche Markt wird den Briten ebenfalls geöffnet werden, beziehungsweise geöffnet bleiben. Nachdem jedoch die BREXIT Initiatoren Nigel Farage und Boris Johnson Großbritannien nicht in die neue, EU-freie Ära führen wollen, beschleicht uns ein seltsames Gefühl der Skepsis. Skepsis darüber, ob der "EU-Befreiungsschlag" nicht eine hintergründigere Motivation hat, die weniger mit UK, als mit dem mächtigen Wirtschaftspotential Europäische Union in Verbindung zu bringen ist, denn Großbritannien war und ist ja ohnehin kein Mitglied der Währungsunion.
Zurück zur Währung. Wäre jedoch der EURO als gemeinsame Währung auch ein wirtschaftlicher Erfolg für deutsche Arbeiter/innen und Angestellte, würde es nicht so viel Armut in dieser angeblich reichen Industrienation geben. Wer es immer noch nicht wahrhaben will: In Deutschland gibt es durch gewählte Volksvertreter ausgelöste, offiziell behördlich anerkannte Armut und zwar zunehmend und im so großen Stil, wie es in Relation zum deutschen Gesamtvolumen seit der Nachkriegszeit und schon gar nicht zu DM-Zeiten der Fall war. Wir empfehlen unter anderem sehr nachdrücklich den sachlichen und hervorragend umgesetzten Film „Wie solidarisch ist Deutschland“ von Eva Schötteldreier, Ausstrahlung zurückliegend im 1. Programm der ARD am 16.02.2016. Leider fand die Sendung –wie so oft bei einer kritischer Betrachtung der Regierungsarbeit- unter Ausschluss einer breiten Öffentlichkeit zwischen 23:30h bis 0:15h statt. Damit es ja nur sehr wenige Menschen sehen. Dafür gab es zuvor die 40. oder 50. sinnfreie Talkshow zum Thema „Flüchtlinge“, Hart-aber-fair Meinungen, wilde Spekulationen ohne brauchbare Ansätze. Aber ausnahmsweise mit einer einzigen klugen „Stimme“, denn Rolf Dieter Krause, Leiter des ARD-Studios in Brüssel war zu Gast.
Vielleicht mangelt es uns an Wissen, um die komplexen Zusammenhänge zu verstehen und vielleicht machen wir es uns mit der Interpretation der Faktenanalyse zu einfach. Aber es ist Aufgabe der Politik und der Medien, uns die Europäische Wirtschaftsunion und die Europäische Währungsunion detailliert, verständlich und wahrheitsgetreu zu erklären. Wählerinnen und Wähler wollen wissen, was genau präzise die Vorteile für sie sind und was sind die Nachteile. Doch wie in nahezu allen Fällen wird die Oberfläche mitgeteilt, die Schlagzeile einer Entscheidung im Sinne der Entscheidungsträger, aber die wichtigen Hintergründe, die Begründungen, die Vor- und die Nachteile werden verschwiegen.
Aber der Grundgedanke der Europäischen Union ist schon vor langer Zeit verraten und verkauft worden. Vom Start weg wurde die Umsetzung politisch völlig falsch aufgestellt. Die Gestaltung mit einem kaum relevanten Parlament und den verschiedenen Kommissionen ist in sich nicht schlüssig und steht in überhaupt keinem Zusammenhang mit dem Grundsatz “vom Volk gewählt”. Im Fall der EU hat das oder haben die Völker noch nicht einmal die Personen gewählt, die in Brüssel die Entscheidungsträger zusammenstellen. Es empfiehlkt sich für jeder und jedem EU-BürgerIn sich einmal mit dem komplizierten, nicht sinnvollen System des europäischen Parlaments zu beschäftigen. Doch selbst in Regierungskreisen kennt sich kaum jemand damit aus. Jahrzehntelang wurde das Parlament in Brüssel von keinem einzigen Mitgliedsstaat und somit auch von Deutschland nicht ernst genommen. Aus diesem Grund vertreten uns dort in einem gänzlich dubiosen Stil, vorsichtig ausgedrückt, nicht die Geeignetsten, nicht die Besten. Heute ist die Politik in Berlin aber nicht mehr so relevant, wie die Europa-Politik, was ja ursprünglich so auch angestrebt wurde. Doch außer Geld umverteilen, Lobbyisten-Vorschläge in Gesetze zementieren und Subventionen neu berechnen, ist über die EU-Politik nur der Regelungsfanatismus bekannt. Nebenbei wird Glyphosat genehmigt, CETA und TTIP durchgesetzt - viele Genehmigungen und Gesetze zum gesundheitlichen und wirtschaftlichen Schaden der Bevölkerung kommen jetzt nicht mehr nur aus Berlin für Deutschland, sondern aus Brüssel für alle Mitgliedsstaaten. Die Regierungen wiederum nutzen die EU ausschließlich um die volkswirtschaftlichen Vorteile zu nutzen. Der einst hehre Einheitsgedanke ist verpufft. Besonders heftig hat das Großbritannien mit einer nicht hinnehmbaren Sonderrolle gezeigt. Für die Briten wurden Vertragspunkte und Regeln geändert oder außer Kraft gesetzt. Und doch entstand bei einem großen Bevölkerungsanteil Unzufriedenheit, was zum BREXIT führte. Würde man in Deutschland ein gleiches Referendum durchführen, könnte Deutschlands Mitgliedschaft ebenfalls wackeln. (Siehe auch andere Artikel des Buches, in dem der BREXIT thematisch aufgegriffen wird)
Link zum Film “Wie solidarisch ist Deutschland”:
https://goo.gl/fONFB0
Конец ознакомительного фрагмента.
Текст предоставлен ООО «ЛитРес».
Прочитайте эту книгу целиком, купив полную легальную версию на ЛитРес.
Безопасно оплатить книгу можно банковской картой Visa, MasterCard, Maestro, со счета мобильного телефона, с платежного терминала, в салоне МТС или Связной, через PayPal, WebMoney, Яндекс.Деньги, QIWI Кошелек, бонусными картами или другим удобным Вам способом.