(Hinweise: Laut Wikipedia wird bei der Stromerzeugnis im physikalischem Sinne keine Energie erzeugt, sondern eine „andere Form der Energie in elektrische umgewandelt“). (* Die Leistung und der Leistungspreis sind fiktiv und dienen nur der vereinfachten mathematischen Erklärung).
Der EURO ist ein großer Gewinn für alle
Die europäische Währungsunion ist für einige deutsche Unternehmen im Exportgeschäft und Zulieferer der Exportbranche von Vorteil. Ein direkter, gewinnbringender Nutzen für die europäischen Bevölkerung ist nicht erkennbar. Rund 339 Millionen Europäer zahlen aktuell mit dem Euro und verdienen Euros. Die Europäische Zentralbank und das komplizierte Verfahren der Währungsunion mit ihren Regeln organisiert und „managt“ diesen Geldverkehr und die Ausgleichszahlungen an die EU-Mitglieder. Hinzu kommen die Wirtschaftsvereinbarungen gemeinsamer Agrarpolitik und so weiter. Als Damoklesschwert steht auch noch die „Gretchenfrage“ im Raum, ob die so genannte „Bankenkrise“ überstanden ist oder was auf uns noch zurollt. Auch EU-Abgeordnete und manche Volkswirte blicken da nicht mehr durch. Andere tun nur so, als ob sie das alles noch verstehen würden. Insgesamt also ein Terrain, in dem sich mittlerweile sogar Fachleute verlaufen.
Betrachtet man als „EURO-Nutzer“ die Aussagen und Publikationen berühmter Wirtschaftsfachleute wird man eher noch mehr verwirrt als aufgeklärt. Es finden sich weder inhaltlich identische Bewertungen, noch zueinander passende Prognosen. Vielleicht sollte man die Antworten auf relevante Fragen gar nicht beim Fachpersonal suchen, sondern einfach den eigenen Verstand einschalten, das Gefühl walten lassen und logisch bleiben. Zumal es ganz offensichtlich ist, das niemand tatsächlich etwas Genaues weiß oder eindeutige Erklärungen abliefert. Sehr beunruhigend ist der Vergleich von Prognosen einzelner Politiker der etablierten Parteien. Auch hier weiß objektiv betrachtet niemand etwas genaues, die Ansichten sind im Detail unterschiedlich, im Jubel jedoch identisch. Doch die Begründungen des „Jubels“ sind auch unterschiedlich und mit konträren Zahlen belegt, ergo unbrauchbar. Aber beängstigend, denn es sind „unsere“ Entscheidungsträger, die sich hilflos durch den Dschungel der Unwissenheit tasten. Aber Konjunkturzyklus, Währungspolitik und Volkswirtschaft sind immens komplexe Fachbereiche mit komplizierten Mechanismen, insofern betrachten wir schrittweise nur die verfügbaren Fakten.
Die europäische Währungsunion wächst, aber alle Mitgliedsstaaten zeigen sehr unterschiedliche Wirtschaftssituationen. Nur Deutschland und Luxemburg weisen laut Graphik im „Online Hintergrund der Tagesschau“ als einzige Mitgliedsstaaten seit 2013 einen Haushaltsüberschuss auf. Alle anderen Mitgliedsstaaten kämpfen mit einem Defizit, größtenteils sogar mit einer bedrohlich wirkenden Prozentzahl hinter dem Minuszeichen. Dennoch verzeichnet nur Griechenland kein Wirtschaftswachstum, alle anderen Euroländer freuen sich über Wachstum. Also schauen wir uns mal an, wie hoch die pro Kopf Verschuldung der Europäer in den jeweiligen Heimatstaaten ist. Hier haben wir im „Portal der Haushaltssteuerung“ nur eine Liste aus 2014 gefunden. Da findet sich Irland, von Bundespolitikern nach dem Zuklappen des „Rettungsschirms“ immer als „Musterpatient“ bezeichnet, mit 44.147,08 Euro je Einwohner an der Spitze. Die niedrigste Pro-Kopf-Staatsverschuldung wies Estland mit 1.575,06 Euro je Einwohner aus. Deutschland lag bei einer stattlichen Verschuldung in Höhe von 26.867,26 Euro je Einwohner im Mittelfeld. Das angeblich reiche Deutschland ist so hoch verschuldet? Dabei wirkt Finanzminister Schäuble immer so ausgeglichen wie sein aktueller Haushalt. Hm, also stetes Wachstum und großartige Steuereinnahmen, trotzdem liegen wir bei der Pro-Kopf-Verschuldung im Mittelfeld und nicht in der „Gegend Estlands“. Gut, akzeptieren wir mal in der Gnade der Unwissenheit den mittleren Schuldenplatz und betrachten „das große Ganze“. Es ist ja unbestritten, dass sich einige EU-Mitglieder kurz vor oder wie Griechenland mitten in der Staatspleite befinden. Ein Staat kann pleite gehen, wenn es an den Kapitalmärkten kein Geld mehr bekommt und Zinsen für Kredite nicht mehr gezahlt werden können. Staaten leihen sich genauso wie Privatpersonen und Unternehmen Geld, um anfallende Kosten zu decken. Abgesichert werden diese Kredite, wenn wir das System richtig verstanden haben, durch so genannte „Staatsanleihen“: Das Land bürgt also quasi selbst für die Rückzahlung und für regelmäßige Zinszahlungen. Wenn nun aber niemand mehr Staatsanleihen kauft (das ist real etwas komplizierter), kommt kein Geld mehr rein und ein Land schlittert in die Pleite.
Seit 2010 kämpfen die Euroländer mit der Währungskrise. Ursache war oberflächlich betrachtet das internationale Bankendesaster. Der weltweit durcheinander gewirbelte Kapitalmarkt war einer von mehreren komplexen Vorgängen und Ereignissen, um das entstandene Euro-Chaos offensichtlich zu machen. Zunächst sollte die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität, kurz EFSF die Stabilität der Währung herbeiführen und Kredite an europäische Nationen vergeben. Es kündigten sich jedoch weit mehr als nur eine oder zwei Staatspleiten an. Irland, Portugal, Zypern, gefolgt von Griechenland und Spanien brauchten dringend Geld, das zunächst aus dem erwähnten EFSF und wenig später aus der neu erfundenen „Europäische Finanzstabilisierungsfazilität“, kurz ESM (im Volksmund Rettungsschirm) stammt. Zypern wurde mit einem Hilfspaket von insgesamt 10 Milliarden Euro aus dem ESM vor der Staatspleite bewahrt. Doch schon vorher erhielten Irland 2010, anschließend 2011 Portugal, Spanien und Italien EU-Hilfen. Diese Länder stecken noch immer in einer siedend heißen Krise, doch noch nicht unter dem „Rettungsschirm“. Griechenland steckt aufgrund eines nicht vorhandenen oder nicht funktionierendem Steuersystem und einer maroden Wirtschaft in der an sich aussichtslosesten Krise aller EU-Partnerländer. Und für uns, als einfache Kaufleute eines freiberuflich ausgeübten Geschäfts, beginnt spätestens hier die „Milchmädchenrechnung.“ Zu den ohnehin stattfindenden Verteilungs- und Ausgleichszahlungen aus der EU-Kasse in Milliardenhöhe, werden die verarmten Länder zur Aufrechterhaltung der Europäischen Währungsunion finanziell unterstützt und die EU bürgt für weitere Schulden. So erhielt laut Hintergrundbericht der „Tagesschau online/ 10.2013“ Griechenland bislang 241 Milliarden (zweihunderteinundvierzig Milliarden), weitere Milliarden folgen noch. Die Zinsbelastung dafür ist unmöglich erfüllbar. Aber neben Griechenland erhielten ja weitere EU-Länder Geld in Milliardenhöhe, das erst teilweise zurückgezahlt wurde. Und an sich fragt man sich doch nun, wie sich “det Janze” eigentlich real rechnet, also nicht virtuell und wie sich die europäische Gesamtkrise wirtschaftlich auswirkt. Diese Frage lässt Gänsehaut entstehen, wenn man das (zurzeit dieser Zeilen) aktuellste Pamphlet Schäubles liest. Bundesfinanzminister Schäuble hat am 25. Januar 2016 in seinem Vortragsbrief „Europa zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ allen Banken und Sparkassen in epischer Breite mitteilen lassen, dass die europäische Einlagensicherung ganz sicher kommen wird. Einige Rechts- und Wirtschaftsfachleute vertreten die Ansicht, dass durch Schäubles Veröffentlichung schon jetzt für die Banken Rechtssicherheit besteht, denn Schäuble ist als Finanzminister weisungsbefugt. Wovon reden die Autoren hier? Was ist das, fragen Sie? Na ja, das betrifft nur Sie und uns, also die kleinen Sparer. Laut „deutsche wirtschafts-nachrichten.de“ hat Schäuble deutsche Sparguthaben als Pfand für die Euro-Risiken freigegeben. 2015 verkündete Deutschlands höchster Zahlenmeister noch das genaue Gegenteil, doch das ist längst vergessen. "deutsche wirtschaftsnachrichten" rechnete nach und kam auf 2.000 (zweitausend) Milliarden Euro, die nun zusammen mit dem Geld der deutschen Sparer europäischen Banken als Sicherheit ihrer Kreditgeschäfte dienen. Unabhängig davon, wie marode, dumm oder verbrecherisch eine Bank auch sein mag: nun haben sie ein Riesenvermögen zur Sicherung der eigenen „Geschäfte“ zur Verfügung. Und die Geschichte hat uns gelehrt, seriöse und verantwortungsvoll handelnde Banken oder Sparkassen sind rar, sofern es sie überhaupt irgendwo gibt. Kritiker unserer Zeilen werden nun behaupten können: Da besteht doch überhaupt kein Zusammenhang zwischen Eurokrise, Rettungsschirm und Einlagensicherung. Nicht auf dem ersten Blick, aber ganz schnell auf dem Zweiten, denn nur die EZB, internationale Banken und dubiose Anlagenunternehmen können den Euro stützen, Kredite vergeben, sich um Geschäfte mit Staatsanleihen kümmern. Es ist ja nicht so, dass ein Finanzminister mal eben zur Bank geht und fürs Land einen neuen Kredit holt. Und über allem schwebt das Damoklesschwert der noch nicht überstandenen internationalen Bankenkrise – oder glauben Sie, werte Leserin, werter Leser, das die Finanzwelt plötzlich seriös geworden ist und alle bisherigen Finanzblasen im virtuellen Monopoly-Spiel ohne Schaden anzurichten zu harmlosen Seifenblasen werden? Also wir nicht. Und es gibt kluge Wirtschaftswissenschaftler die ebenfalls warnen. Wer es genauer wissen möchte, empfehlen wir die dwn-Internetausgabe vom 26. Januar 2016 oder die FAZ des gleichen Tages und die Webseiten: „wirtschaftundschule.de“, wo wir uns auch informiert haben.
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