Lin Hendus - Michele

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Der Leser wird eine faszinierende Reise ins mittelalterliche Florenz unternehmen, die ihn mit der geheimen politischen Küche des Vatikans vertraut macht. Aber nicht nur das! Die Autorin berührt das Leben einflussreicher Kräfte von Palermo, gibt Eindrücke von den Straßen in St. Petersburg und Frankfurt.
Wer Spaß haben will – muss etwas Geduld haben!
Treffen eine sizilianische Studentin mit einem russischen Geschäftsmann auf einer fernen Insel. Was ist wichtiger – gegenseitige Sympathie oder die Suche nach dem Geheimnis?
Das Rätsel Michelangelos führt den Leser von der Toskana zur Insel Sri Lanka, auf der viele unentdeckte Geheimnisse liegen. Die Nähe des Mysteriums und der seltsame Tod. Wie eng sind beide miteinander?
Lesen Sie lieber das Buch, als den Vorspann!

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Bertoldo di Giovanni neigte leicht den Kopf, als er die dankenden Jubelrufe seiner Zuhörer vernahm, und ergriff aus den Händen eines der Mönche einen vollen Becher mit Wein.

Trotz der steigenden Hitze draußen war es in dem Saal des Klosters von San Marco, der an die Kunstschule übergeben worden war, angenehm kühl. Die Höhe und Dicke der Steinmauern und die glatten Basaltsteine unter den Füßen, welche nie die Sonne gesehen hatten, bewachten und sicherten die Räumlichkeiten vor der eindringlichen Glut des Sommers.

Auf den Hockern vor dem alten Lehrer saßen sechs Schüler. Der älteste von ihnen, Giuliano Bugiardini, war gerade sechsundzwanzig geworden. Seine starken kantigen Schultern und der dicke Hals verrieten ihn als einen erwachsenen Mann. Nur die jugendliche Neugier und Naivität, die in seinen Augen funkelten, zeigte seine Unreife.

Der jüngste in der Gruppe war Michelangelo Buonarroti – vor sechs Monaten war er fünfzehn geworden. Nach außen war er keine Schönheit: mittelgroß, mit einem scharfen Blick seiner hellbraunen Augen, einer rechteckigen Stirn und nach unten gezogenen Ohren.

Zuvor hatte Michelangelo zusammen mit seinem Freund, Francesco Granacci, in der Werkstatt von Domenico Ghirlandaio seine Ausbildung erhalten. Der hübsche Francesco hatte für seinen Lehrer Ölbilder gemalt, während der jugendliche Michelangelo die Farben zerstieß und anmischte. Der scharfsinnige Granacci vermutete nicht ohne Grund, dass Domenico Ghirlandaio sehr eifersüchtig auf das Talent Michelangelos war: der Schüler konnte aus dem Gedächtnis viel besser zeichnen und malen als sein Lehrer. Als Älterer der beiden gelang es Francesco, für sich selbst und seinen Freund eine Einladung in die neu eröffnete Kunstschule zu ergattern. Nach außen nichts von seinen wahren Gefühlen zeigend, atmete Domenico Ghirlandaio erleichtert auf, als die zwei unbequemen Schüler seine Werkstatt verließen, um sich bei Bertoldo di Giovanni in der Bildhauerei zu versuchen. Und so saßen Francesco und Michelangelo nun vor dem großen Meister und lauschten seinen Worten.

Bertoldo sprach langsam.

Der siebzigjährige alte Bildhauer wandte seinen Blick unter den weißen Wimpern von den Gesichtern der ihm zuhörenden Jungen zu der Wand hinter ihm. Sie war mit den Symbolen der Herrscher von Florenz bemalt. Mit warmem Gefühl besah Bertoldo die fünf roten und die blaue Kugel mit der gelben Lilie auf dem Wappen der Medici-Familie. Unter dem hohen Gewölbe klang seine Stimme fast heiser und die Schüler hörten ihm aufmerksam zu. Alle außer einem.

Der neunzehnjährigen Torrigiano war als der Streitsüchtigste der Gruppe bekannt. Heute hatte er den jüngsten Schüler zu seinem Opfer auserwählt. Wie versehentlich berührte er immer wieder den neben ihm sitzenden Michelangelo erst mit dem Ellenbogen, dann mit dem Fuß. Dem Streithammel wollte nicht gefallen, dass sein Nachbar nicht nur dem Lehrer zuhörte, sondern gleichzeitig Entwürfe in das Album auf seinem Schoß zeichnete.

Er mochte den Fleiß des neuen Schülers nicht.

Nicht die Leichtigkeit seiner Begabung.

Nicht seinen hochmütigen Charakter.

Vom ersten Tag des Erscheinens Michelangelos mit seinem untrennbaren Freund Francesco im Garten der Medici an hatte Torrigiano ihn als Konkurrenten betrachtet. Sofort waren ihm Michelangelos Besonnenheit, sein Fleiß und sein Ehrgeiz aufgefallen. Bei jeder passenden Gelegenheit versuchte er daher, seine Unzufriedenheit mit dem Anfänger zum Ausdruck zu bringen.

„Komm zu uns, es ist längst Mittagspause“, grinste der Unruhestifter wenig später und nahm erbost die Hartnäckigkeit wahr, mit welcher der neue Schüler das Motiv eines Wandgemäldes in sein Album übertrug. „Während du mit deinen Zeichnungen spielst, wird der ganze Wein in unsere Bäuche gelangen und für dich bleibt nur Wasser übrig. Beeile dich! Der altersschwache Bertoldo mit seinen alten Augen wird so oder so keinen Unterschied zwischen unseren Bildern feststellen. Du brauchst dich nicht zu bemühen.“

Michelangelo sah, auf dem Boden hockend, zu dem schönen schlanken Torrigiano auf und presste fest seine Lippen aufeinander: er hatte nicht vor, dessen verletzende Tiraden zu beantworten. Der talentierte Jugendliche war hierhergekommen, um zu lernen, und gedachte sich nicht durch andere Unterhaltungen oder Spötteleien ablenken zu lassen.

„Wieso ärgerst du uns alle?“ Francesco Granacci stand für seinen Freund auf und wandte sich dann an Michelangelo: „Michele, wirklich, beende deine Arbeit und komm zu uns. Die Oliven und das Brot sind heute besonders schmackhaft.“

Die übrigen Schüler hörten den Lästereien Torrigianos weiter zu und kommentierten sie mit abfälligen Bemerkungen. Sie fühlten sich wohl ohne die Aufsicht des Lehrers und entspannten bei leckerem Essen mit Wein, der stark mit Wasser verdünnt war.

In dem allgemeinen Trubel bemerkte niemand, dass Bertoldo den Speisesaal betreten hatte. Gedankenverloren beobachtete er seine Schüler und lächelte in seinen langen weißen Bart hinein. Als er sich umwandte, um den Saal leise wieder zu verlassen, berührte sein breiter Mantel, den er nicht einmal im Sommer abnahm, einen auf dem Boden stehenden Krug. Das aus Lehm bestehende Gefäß fiel mit lautem Getöse um. Wie auf Befehl wandten sich die Köpfe der Anwesenden zur Tür. Im Speisesaal herrschte augenblicklich Ruhe.

„Nun, meine Kinder, ihr seid alle mit Talent ausgestattet und wisst darum“, Bertoldo sah keine Notwendigkeit, sich weiter zu verstecken oder sich vor den Jugendlichen zu rechtfertigen. Als alter Mann hatte er sich dazu entschieden, die Möglichkeit zu nutzen und durch sein neues Amt etwas von der Jugend zu lernen. Es war kein Wunder, dass Lorenzo il Magnifico ihm die Lehrerstelle anvertraut hatte: der Herzog schätzte die Erfahrung, das Wissen und die Weisheit des alten Bildhauers.

„Einige von euch laufen schnell, um ihre Mägen zu füllen. Andere laufen schnell, um Stift und Papier in die Hand zu nehmen. Nun, es liegt in meiner Hand, jedem von euch eine Aufgabe zu geben und ihn zum Arbeiten zu zwingen.

Es liegt jedoch nicht in meiner Hand, euch dem Lernen und der Weisheit näherzubringen.

Ihr seid aus freien Stücken hergekommen, um mein und das Wissen meines großen Lehrers und Bildhauers Donatello zu erhalten.

Ihr habt eure Wahl getroffen.

Und wenn der eine oder andere von euch seinen Anreiz verloren hat, so habe ich nicht das Recht, ihm abzuraten.

Denkt daran: wenn man in dieser Welt etwas verstehen will, muss man sie studieren und sein Verständnis mit dem Wissen, das man hier erhält, nachjustieren.

Nur durch das Verständnis der Welt wird der Mensch sich ändern können.

Hier könnt ihr eure Fähigkeiten verbessern. Ihr werdet in der Lage sein, nicht nur die Welt, sondern euch selbst besser zu verstehen.

Ich bin hier, um euch zu helfen, diese Wahrheit zu erfassen. Und denkt an eines der einfachsten Gesetze des Lebens, meine Kinder: Nur die Dümmsten der Menschen oder aber die Intelligentesten und Weisesten hören mit dem Lernen auf. Nun, der Haut der Dümmsten seid ihr alle schon entwachsen, aber noch lange nicht reif für die Weisheit. Also beendet eure Mahlzeit und geht in die Kirche Santa Maria del Carmine.

Dort werde ich auf euch warten.

Es ist Zeit für euch alle, ein wenig zu wachsen, damit ihr in späteren Jahren einen Stand erlangt habt, der eines echten Mannes würdig ist.

Ab heute und alle folgenden Wochen werden wir die berühmten Fresken von Masaccio studieren und kopieren. Und wer von euch Sturköpfen diesen großen Meister noch nicht richtig kennt, wird endlich ein gewisses Maß an Weisheit erlangen.“

Der alte Bildhauer drehte sich um und verließ langsam den Saal. Dabei stützte er sich auf einen langen hölzernen Stock, den die Zeit fast vollständig poliert zu haben schien.

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