Cyril Ryser - Der Prophet und sein Kritiker

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Ein junger Mann prophezeit seinem besten Freund, dass sie eines Tages beide eine Freundin haben und in der Folge Zeit zu viert verbringen. Doch eine Verwirklichung dieser Prophezeiung stellt sich im späteren Leben als schwieriger heraus, als erhofft und führt die Freundschaft der beiden Männer an ihre Grenzen.

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Eins…

Zwei…

Drei!

Sie liessen sich fallen. Leicht wie sie war, schoss sie entlang der Rundung des Rades weit nach oben. Uwe stolperte auf die Knie, folgte Flor, rutschte aber schnell wieder ab und drehte sich, unten angekommen, reflexartig nach ihr um. Als sie sich ansahen, schien sie einen Moment lang frei in der Luft zu schweben, bevor sie vornüber das Gleichgewicht verlor und auf Uwe stürzte, der auf dem Rücken liegend, ihren Fall auffing.

Einige der Kinder, die sich ob den plötzlich lauten Geräuschen erschrocken hatten, traten im Spielhäuschen ans Fenster – besonders ein Mädchen das oben auf ihrer rosaroten Kapuze flauschige Hasenohren hatte und ein Bube mit Sommersprossen – und beobachteten die zwei Erwachsenen, die keuchend in einem Holzrad lagen. Das Mädchen mit den Hasenohren drückte dem Sprossengesicht flink einen Kuss auf. Er verzog das Gesicht, als hätte man ihm eine Schnecke aufgesetzt, schüttelte den Kopf und rieb sich an der Wange, wo ihn ihre kindliche Neugierde getroffen hatte.

»Mir wurde ein Heissgetränk versprochen«, sagte Flor, als sie mit Uwe fertig war.

Der Rest des Nachmittags verging in einer Art Trance, die Uwe so noch nie erlebt hatte. Sie sassen noch eine Weile im Restaurant des Tierparks und tranken Tee, bevor sie zu Flor aufbrachen. Hätte man Uwe später gefragt, wie sie zu ihrem Apartment gelangt waren, oder überhaupt, in welcher Gegend sie wohnte, er hätte nichts mehr zu antworten gewusst. Sie gingen den ganzen Weg in Stille zu Fuss und horchten aufmerksam auf etwas, das in ihnen, nach einer Art Winterschlaf, nun erwacht war.

Aus einem verspiegelten Kleiderschrank, der bis zur Decke reichte, holte Flor Boxershorts und ein graues T-Shirt aus dünnem Stoff hervor. Sie ging eilig ins Badezimmer, um zu duschen. In einem kurzen Moment der Besinnung, begriff Uwe, dass er nun kurz mit sich alleine gelassen war. Er blickte sich neugierig in Flors Zimmer um. Auf einem quadratischen Holztisch lag ein Stapel Bücher, von denen viele in Englisch waren und einige in Französisch. Das Zimmer war eigentlich eher ein Studio und hatte eine Dachschräge, in die ein kleines Kippfenster eingelassen war. Auf dem Fenster lag Schnee, wodurch man das Gefühl hatte, zugeschneit worden zu sein. Es war unmöglich abzuschätzen, wie viel Schnee auf dem Fenster lag. Vielleicht waren es ein paar Zentimeter. Vielleicht war das Dach gänzlich zugeschneit. Vielleicht konnte man das Fenster schon jetzt gar nicht mehr öffnen.

Uwe holte den Plüschaffen hervor, stellte ihn oben auf die Bücher und drehte ihn in Richtung des Bettes.

Flor liess sich ihre Zeit. Als sie aus dem Badezimmer kam, stieg Dampf auf und Uwe spürte, wie die Luftfeuchtigkeit anstieg und ihm noch wärmer wurde. Nur in Unterwäsche gekleidet kam sie mit nassem Haar auf ihn zu, ging an ihm vorbei und setzte sich im Schneidersitz aufs Bett. Vom Nachttischchen nahm sie ein gelbes Buch und fing an, darin zu lesen. Das Ganze geschah, als wäre Uwe nicht hier. Als käme es ihr wieder in den Sinn, dass sie nicht alleine war, blickte sie zu ihm auf.

»Willst du auch noch duschen?«

»Nur kurz«, sagte er. »Das wird mich aufmuntern.«

Sie wollte eine weitere Seite ihres Buches umblättern, hielt dann aber inne und blickte ihn durch ihre Stirnfransen an, die nass vor ihr Gesicht hingen.

»Du brauchst dich danach nicht wieder anzuziehen«, sagte sie leise.

Im Badezimmer war es dunstig. Flor duschte gerne lange und heiss. Der Spiegel hatte sich beschlagen. Uwe zog einen Ärmel über die Hand und rieb im Kreis über das Glas. Er sah in den Spiegel. Seine Haut sah besser aus, seit er aufgehört hatte zu rauchen, aber seine Augen hatten etwas Starres an sich, als würde er etwas ganz Bestimmtes, in einer mittleren Distanz, betrachten und dort verharren, als würde er weder in die Ferne, noch in die Nähe blicken. Aus einer Art kindlichen Neugierde heraus, zog er mit der Hand am linken Rand des Spiegels, um in die Ablage dahinter zu sehen. Dort lag ein schwarzes Haarfärbemittel, eine Schere, dunkler Nagellack und Zahnpasta, für ein Mädchen erstaunlich wenig Kosmetika. Uwe schätzte, dass sich Flor nicht schminkte. Des Weiteren waren dort auch noch Wattebäuschchen und ein paar Medikamente. »1987, Valeria Flores, 0-0-1, 30mg«, hiess es auf einer weissen Medikamentenpackung. Bei näherer Betrachtung der Verpackung wurde Uwe klar, dass es sich um ein Antidepressivum handelte. Er tat diese Entdeckung jedoch als eine Kleinigkeit ab. »Heute nimmt doch jeder irgendetwas«, dachte er sich. Er schloss den Spiegel wieder und fing an, sich auszuziehen. Unter der Dusche stehend, genoss er das Gefühl von Wärme und liess sich von der Brause berieseln. Er atmete den Dampf tief ein.

Flor hatte den Affen bemerkt. Als Uwe aus dem Badezimmer trat, zeigte sie auf das Stofftier, das ihr zugewandt war.

»Das ist krank«, sagte sie.

Sie lachten. Uwe nutzte die Gelegenheit, nahm drei fliegende Schritte, war bei ihr und beugte sich vor, um sie zu küssen. Er löste behutsam das Buch aus ihrer Hand, liess es lautlos zu Boden gleiten und stieg zu ihr ins Bett.

***

Uwe entschloss sich dazu, den Rest dieser Erinnerung für sich zu behalten.

»Ich nehme an«, sagte der Arzt, »dass Sie an diesem Abend bei ihrer Freundin übernachtet haben?«

»Sie liegen damit nicht falsch.«

Der Arzt beugte sich zu seinem Patienten vor.

»Jetzt da ich weiss, dass Sie schon einmal eine Freundin gehabt haben, darf ich es Ihnen ja gestehen. Ich bin froh, dass dem so ist. Wissen Sie, immer wenn mir ein männlicher Patient in ihrem Alter gesteht, er hätte noch niemals etwas Ernsteres mit einer Frau gehabt, oder meinetwegen mit einem Mann, wird mir klamm zumute. Man fragt sich dann immer, was mit dieser Person nicht stimmt und findet meist keine befriedigende Antwort darauf. Es freut mich für Sie, dass Sie in der Lage sind, sich zu verlieben. Das ist nicht selbstverständlich, bei ihrer Geschichte. Es bedeutet, dass bei Ihnen, rein emotionell, auch durchaus gesunde Anteile vorhanden sind, obschon Sie als Patient hier sind.«

Uwe war dieser Rede seines Arztes gegenüber leicht abgeneigt. War es nicht der Beruf dieser Person, gerade für etwas seltsamere Menschen, Verständnis aufzubringen? Er empfand auf Anhieb Mitleid für all die armen jungen Männer, die in seinem Alter tatsächlich noch nie eine Freundin gehabt hatten und bedauerte, dass ihnen dadurch eine erste positive Einschätzung durch einen Therapeuten vermutlich für immer verwehrt bleiben würde, wie sie nun zweifellos, nach dem Erzählen seiner Geschichte, ihm selbst zuteil geworden war. Was gab es denn sonst, das in ähnlicher Weise dazu verholfen hätte, bei einem Therapeuten einen ersten Stein im Brett zu haben, als die simple Tatsache, schon mal geliebt zu haben?

Der Arzt blätterte durch seine Notizen.

»Sie haben zuvor erwähnt«, sagte er, »dass Sie von Lorenz eine Einladung zu einer seiner Feiern erhalten hätten?«

»Das stimmt«, sagte Uwe. »Wie ich bereits gesagt habe, es war mir zunächst schwergefallen, mich dazu zu entschliessen, diese anzunehmen. Ich wusste damals nicht einmal mehr, dass die Stutgarts noch meine Telefonnummer hatten. Doch wie sich herausstellte, hatten sie meine Nummer noch. Die Stutgarts gehören zu derjenigen Art von Leuten, die alles aufbewahren und irgendwie war unter diesen Artefakten auch meine Telefonnummer gespeichert. Jedenfalls hatte sich die Frau von Lorenz, Lana, scheinbar grosse Mühe dabei gegeben, mir eine persönliche Einladung zukommen zu lassen. Die Nachricht enthielt eine persönliche Anrede und die ehrlich klingende Bekundung, dass sie sich beide über mein Erscheinen an ihrer Feier freuen würden. Wie könnte man da absagen?«

»Vielleicht wussten Sie damals noch nicht«, sagte der Arzt, »dass man die anderen auch enttäuschen können muss. Wenn Sie allen immer einen Gefallen tun wollen, kommen Sie selbst nämlich zu kurz.«

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