Andreas Schütte - Asphalt im Kopf
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Nach einer halben Stunde trat Michael an sie heran. „Du kannst jetzt duschen gehen und deine Sachen waschen. Komm, ich zeig dir den Weg.“ Sie gingen ein Stockwerk tiefer, wo sich die Dusch- und Waschräume befanden.
Während die Maschine den Dreck aus ihren Klamotten spülte, stand Verena unter den heißen Wasserstrahlen und seifte sich immer wieder die Haare und den Körper ein. Sie schrubbte ihre Haut minutenlang mit einer Bürste ab, trotzdem hatte sie das Gefühl, dass der in den Abfluss laufende Schmutz kein Ende nahm. Aber irgendwann wurde das Wasser, das ihre abgemagerten Beine hinunterlief, dann doch klarer, und schweren Herzens, denn am liebsten wäre sie endlos unter dieser wohligen Wasserbrause geblieben, stellte Verena die Dusche ab.
Diana, die Kollegin von Michael, hatte ihr frische Unterwäsche, eine Jogginghose und ein Sweatshirt gegeben („die Sachen kannst du behalten“). Binden standen auf der Ablage unter dem Spiegel, außerdem eine Körpercreme, die von ihrer trockenen Haut aufgesaugt wurde wie Flüssigkeit von einem Schwamm.
Sie setzte sich mit einer Tasse Kaffee und einer Zigarette in den Waschraum und schaute erst der Maschine und dann dem Trockner bei der Arbeit zu.
Als sie die Tagesstätte gegen Mittag verließ, fühlte sie sich das erste Mal seit Ewigkeiten wieder wie ein Mensch. Ein Mensch zwar, der allein und verloren ist, aber doch ein Mensch. Und keine Aussätzige.
Der Frühling lag in der Luft, und Verena Lorke wollte, genau wie im letzten Jahr, die Monate bis zum Oktober in der Landschaft zwischen Flensburger Förde und der Mündung der Schlei bei Kappeln verbringen. Besonders die Geltinger Bucht, etwa vierzig Kilometer östlich von Flensburg, hatte es ihr angetan. Dort hatte sie im Sommer ein paar unbeschwerte Wochen verlebt, war kaum Menschen begegnet und doch nie hungrig gewesen, denn auf den Feldern und in den Hecken und Bäumen wuchs ein Überangebot an Nahrung:
Kartoffeln, Erdbeeren, Kirschen, Brombeeren, Haselnüsse, Birnen, Pflaumen und Äpfel, ja, immer wieder Äpfel. Bei Norgaardholz, auf einer Lichtung in der Nähe der Küste, hatte sie im September einen ganzen Tag lang Haselnüsse gesammelt. Der Vorrat reichte bis in den November und half ihr zu Beginn der kalten Jahreszeit über den ärgsten Hunger.
Verena ging am Hafen entlang Richtung Nordosten und folgte der Küstenlinie. Es herrschte gutes Wanderwetter, das heißt, es war nicht zu warm und vor allem trocken. Wenn nichts dazwischen kam, konnte sie bis zum Abend die Spitze der Halbinsel bei Holnis erreichen.
Von ihrer Wanderung im letzten Frühjahr wusste sie, dass es dort den einen oder anderen Unterstand gab, wo es möglich war, einen Schlafsack auszurollen.
Am nördlichen Stadtrand betrat sie eine ALDI-Filiale und löste den Lebensmittelgutschein über zehn Euro ein, welchen Michael ihr ausgestellt hatte. Mit zwanzig Tafeln Schokolade im Rucksack verließ sie das Geschäft, reich und sauber.
5
Der Blick über das Wasser nach Dänemark, auf die Halbinsel Broager, war fantastisch. Schwinge drehte sich eine Zigarette und genoss die Aussicht.
Er hatte am späten Nachmittag Holnis erreicht und wie so oft waren ihm beim Wandern auch die trüben Gedanken vergangen. Im Restaurant Fährhaus hatte die Wirtin seine Thermoskanne mit heißem Wasser nachgefüllt und ihm zwei Stücke Apfelstrudel („der ist selbstgemacht!“) dazu gegeben. Sein Angebot, ihr dafür die Schuhe neu zu besohlen, hatte sie jedoch lachend abgelehnt. Viele Menschen, denen er begegnete, hielten es für einen Witz, wenn er ihnen sagte, dass er Schuhmacher sei.
Schwinge steckte einen Beutel mit Pfefferminztee in seine Kanne, schraubte den Verschluss wieder zu und blickte nach Nordosten, wo in etwa vier Kilometern Luftlinie einer der markantesten Bauwerke an der Flensburger Förde zu sehen war – der Doppelkirchturm von Broager. Er zog den Teebeutel aus dem Wasser, ließ ihn abtropfen und verstaute ihn dann sorgfältig in einem kleinen Plastiktütchen. Den Luxus einen Teebeutel nach einmaliger Benutzung wegzuwerfen, hatte er sich schon lange abgewöhnt.
Als er die zweite Zigarette ausgedrückt hatte, ging er das Steilufer hinunter zum Strand, zog seine Schuhe und Strümpfe aus und badete seine Füße. Das kalte Wasser war eine Wohltat. Nachdem er sich die Zehennägel geschnitten und mit Hilfe seines Taschenspiegels den Bart gekürzt hatte, machte er sich auf die Suche nach einem Schlafplatz.
6
Am Roikier See, in der Nähe von Glücksburg, legte Verena Lorke eine Rast ein. Der volle Magen, ihr gereinigter Körper, der Entschluss aufzubrechen und die Bewegung an der frischen Luft hatten in ihr fast eine euphorische Stimmung erzeugt. Neugierig trat sie an eine Tafel, die am Rand des Waldsees stand. Dort war zu lesen, dass dieser im 13.Jahrhundert von Mönchen angelegt wurde. Auf seinem Grund sollten sich noch Reste eines uralten Klosters befinden, und an seinen Ufern Fledermäuse leben. Fasziniert blickte sie sich um. Was für ein geschichtsträchtiger, ungewöhnlicher Ort! Eine Weile war sie am Schwanken, ob sie heute überhaupt noch weitergehen oder einfach die Nacht hier verbringen sollte. Doch dann stellte sie sich vor, dass es nachts an diesem Ort völlig dunkel sein musste, dazu flogen einem womöglich noch Fledermäuse um den Kopf herum. Nein, lieber doch nicht. Sich diese Tiere bei Tag vorzustellen war eine Sache…
Nach einer halben Tafel Schokolade, die sie langsam auf der Zunge zerschmelzen ließ, und einer Zigarette danach, machte sich Verena wieder auf den Weg. Sie nahm sich vor, dass sie irgendwann an diesen verwunschenen See zurückkehren würde.
7
Die kleine, nach allen Seiten offene Holzhütte stand unweit des Wanderweges, der leicht erhöht über dem an dieser Stelle steinigen Strandabschnitt verlief. An den Längsseiten waren Bretter zum Sitzen angebracht, und auf einer dieser Bretter hatte Kurt Schwinge sein Gepäck gestellt. Für die Maßstäbe eines Obdachlosen war das fast ein Hotel der gehobenen Klasse, dachte er, - das Badezimmer in Form der Ostsee direkt vor der Tür.
Es hatte angefangen zu dämmern, und die Spaziergänger, meist mit Hund, welche manchmal an der Hütte vorbeigekommen waren, blieben nun ganz aus. Schwinge lauschte der leisen Brandung und rauchte. Er war froh, dass er die Bettelmonate in der Stadt hinter sich gelassen hatte, dass die Winterdepression endlich von ihm abgefallen war und er sich wieder in Bewegung gesetzt hatte. Sich bewegen bedeutete zu leben, irgendwo zu hocken dagegen war wie tot sein.
Plötzlich hörte er Schritte, die näher kamen und nach kurzem Zögern die Stufen zur Hütte hinauf stiegen.
Wenn da nicht diese Augen gewesen wären, dieser sture Blick, dann hätte er sie nicht sofort erkannt. Die Mumie aus der Gruft!
„Was willst du denn hier? Verfolgst du mich etwa?“, entfuhr es Schwinge.
Es wurde schon dunkel, als Verena Lorke die Steilküste bei Holnis erreichte. Aus der Ferne erkannte sie die Wanderhütte, in der sie im letzten Jahr ein paar Nächte verbracht hatte.
Am Treppenabsatz angekommen, hielt sie kurz inne, weil sie glaubte, ein Geräusch gehört zu haben. Egal, dachte sie müde, und ging hinauf.
Sie traute ihren Augen nicht, denn auf der Bank saß der alte Penner von gestern Abend.
„Was willst du denn hier? Verfolgst du mich etwa?“, fragte er.
„Warum sollte jemand dich verfolgen? Du siehst eher zum Weglaufen aus!“, erwiderte sie wütend.
Er kniff die Augen zusammen, deutete mit seinem nikotinverfärbten Zeigefinger unbestimmt in Richtung des Strandes und sagte: „Nochmal gebe ich nicht nach, heute wirst DU verschwinden!“
„Aber ich werde mich doch wohl mal kurz setzen dürfen, oder? Bin den ganzen Tag gelaufen“, antwortete Verena und setzte ihren Rucksack ab.
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