Andreas Schütte - Asphalt im Kopf
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„Weg."
„Und meine Geschäfte?"
„Deine Geschäfte scheißen dich zu."
Aber ganz so schlimm sah Rupert die Sache nicht und fing an irgendwas von einer alten Oma aus Stendal zu faseln, die er an der Angel hatte, und die für ihren dämlichen Rauhaardackel 200 Mark (Westmark, Kurt!) auf den Tisch zu legen bereit war, ihre gesamten Ersparnisse, und der Hamster dort oben auf dem Regal, angeblich eine mexikanische Wüstenmaus, war einem kleinen Kind aus Neuruppin so sehr ans Herz gewachsen, dass er aus den Eltern mindestens einen Hunderter herausholen würde.
Die Bemerkung seines Bruders, dass die Wüstenmaus leblos im Laufrad hing, machte Rupert dann aber wütend. Er würde ihm den geschäftlichen Erfolg nicht gönnen, heutzutage müsse man eben erfindungsreich sein, und überhaupt wären die Schlafgewohnheiten von Wüstenmäusen ganz und gar jenseits seines Schusterhorizonts, 'schuldigung, Ex-Schusterhor... Aaargh!!!
Unter der Sitzbank war ein schwarzes Karnickel herangesprungen und hatte die Gelegenheit genutzt, seine kariösen gelben Vorderzähne in Ruperts Hand zu schlagen.
Er sprang auf und versuchte Jockel, so der Name auf dem Halsband, abzuschütteln, aber das blöde Vieh ließ nicht locker. Rupert schrie und hüpfte im Kreis, schlug Jockel immer wieder mit der Faust auf den Kopf, doch dessen Kiefer gaben seine Hand nicht frei, sondern gruben sich noch tiefer in sie hinein, und erst als er den Tauchsieder, mit dem er gerade Wasser aufgekocht hatte, an den Hals des Tieres drückte, ließ der Nager los.
Während sein beknackter Bruder heulend und fluchend nach draußen stürzte, um aus dem Schuppen das Verbandszeug zu holen, war Kurt Schwinge aufgestanden und hatte, ohne sich noch einmal umzublicken, den Hof verlassen.
Bei Rupert waren Hopfen und Malz verloren.
Hinter Boizenburg überschritt er die ehemalige Zonengrenze und hatte das Gefühl, in ein fremdes Land zu kommen. An der Alten Salzstraße wandte er dann seinen Schritt nach Norden. Es war eine endgültige Bewegung, eine Bewegung weg vom Fluss, an dem er fast sein ganzes Leben verbracht hatte, eine Bewegung wie die eines Bauern aus der Grundstellung im Schach - einmal gezogen, bleibt nur der Weg nach vorn.
Seit dieser Bewegung hatte er das nordwestlichste Bundesland mehr als 20mal von Ost nach West und zurück durchmessen. Schräg nach vorn. Aus Deutscher Mark wurden Euro, er wanderte weiter. Als Flugzeuge in das World Trade Center krachten, befand er sich gerade in Kopendorf auf Fehmarn und besohlte die Schuhe des örtlichen Kaufmanns. New York befand sich für ihn genauso auf einem anderen Planeten wie Benzinpreise, Unterhaltszahlungen oder Steuerabgaben. Er wanderte weiter. Hatte alle seine Wanderwege auf einer Karte eingetragen. Diese Karte war übersät mit Zeichen, Markierungen und Abkürzungen, die nur er selbst verstand. Jede Zahl, jeder Buchstabe war verbunden mit einer Erinnerung oder einer Geschichte. Die Karte war zu seinem Tagebuch geworden, unlesbar für jeden anderen. Im Laufe der Jahre war der Winkel der Schrägnachvorn-Wanderungen stumpfer geworden, und trotzdem war es irgendwann soweit gewesen, er hatte den Rand erreicht. Der Rand, das war für ihn die Grenze zu Dänemark.
Und jetzt war er bereits zwei Monate in dieser windigen, hügeligen Stadt, länger, viel länger als jemals zuvor an einem Ort auf seiner Wanderschaft. Verweilen war ungesund, zersetzte Stimmung und Moral des Vagabunden, aber er wusste einfach nicht mehr, wohin er gehen sollte. Schwinge holte den Zeitungsausschnitt, den er in einem Briefumschlag verwahrte, aus seinem Rucksack. Dort stand:
Wanderer, deine Spuren sind der Weg, sonst nichts
Wanderer, es gibt keinen Weg, denn Weg entsteht im Gehen
Im Gehen entsteht der Weg
und schaust du zurück, siehst du den Pfad,
den du nie mehr betreten kannst
Dieser Machado hatte Recht. Zurückgehen war unmöglich, aber eine Spur treten konnte er auch nicht mehr, obwohl, dachte er, entsteht nicht auch ein Weg, wenn...
„Hier, damit du besser einschlafen kannst."
Ein gesichtsloser Partikel hatte ihm im Vorübergehen mit mildtätigem Armschwung eine Flasche Schnaps vor die Füße gestellt. Idiot. Alkohol widerte ihn an. Aber scheinbar glaubten die meisten dieser Billigschuhpenner, dass ein Nichtsesshafter zwangsläufig der Trunksucht erlegen sein müsse. Wie auch immer, mit dem Sprit neben dem Bettelbecher lief nichts mehr, es war Zeit zum Aufbrechen. Er hatte noch ein gutes altes Brot vom Bäcker und jede Menge Tee. In der Gruft im Christiansen Park würde er ein kleines Feuer machen und gemütlich zu Abend essen, während die Sesshaften sich vor lauter Langeweile dummglotzten, dummschwatzten oder dummsoffen. Ihm sollte es recht sein.
Er stieg die Treppen zum Museumsberg hinauf. Den Alkohol vermachte er einem Jugendlichen, der die Flasche blöde grinsend seinen Kumpels wie einen gewonnenen Pokal vor die Nase hielt.
„Wer ist da drinnen?"
Er hatte schon von weitem bemerkt, dass etwas nicht stimmte. Die hüfthohe Tür zur Gruft war nur angelehnt, und als er jetzt davor stand, hörte er von drinnen ein Scharren.
„Wer will das wissen?" Eine Frauenstimme.
„Kurt Schwinge, Schuhmachermeister aus Tangermünde."
Pause.
„Und ich bin Hildegard von Bingen."
Schwinge bückte sich und öffnete die verrostete Tür. Weil der Sarkophag des phönizischen Seefahrers zur Restauration bei einem Steinmetz lag, bot das Innere der kleinen Gruft genug Platz für einen ausgestreckten Menschen. Der Erdboden war bedeckt mit Zeitungspapier, und am hinteren Wandende blickte ihm der Kopf einer bis zum Hals in Decken gewickelten Frau entgegen. Sie hatte leicht hervortretende helle Augen und strähniges schwarzes Haar. Ihr Alter war schwer zu schätzen, wahrscheinlich irgendwo zwischen 25 und 35, dachte er, je nachdem, wie lange sie schon auf der Straße lebte. Mit der Direktheit eines Menschen, der schon vor mehr als einem Jahrzehnt den Ballast der Sesshaften abgeworfen hatte, fragte er: „Hast du Läuse?"
Ihre Augen blitzten.
„Na klar, Schuhmacher. Pass auf, dass du nicht zu nah kommst, auf rotbärtige Penner stehen sie ganz besonders!"
„Hör mal zu, ich weiß nicht aus welchem Loch du gekrochen bist, aber genau dorthin solltest du dich ganz schnell wieder verdrücken, denn das hier ist m e i n Schlafplatz."
Schweigen. Reglosigkeit. Stures Starren. Zwei Meter feuchte Luft zwischen zwei Augenpaaren. Plötzlich wurde es wieder heller in der Grabkammer. Schwinge hatte seinen massigen Körper zur Seite gehievt und in Richtung Parkausgang gesteuert. Er wollte in der Nähe der alten Kapelle nach einem halbwegs wettergeschützten Unterschlupf suchen.
„Morgen bist du weg!" rief er noch. Seltsamerweise wusste er schon nach wenigen Schritten nicht mehr, ob die Worte wirklich seinen Körper verlassen hatten, oder ob er sie nicht im Gedanken an sich selbst gerichtet hatte.
2
Verena Lorke atmete durch. Der alte Penner schien verschwunden zu sein. Auseinandersetzungen um trockene Schlafplätze waren an der Tagesordnung, wenn man Platte machte. Ihre Hand unter der Decke hielt immer noch die Dose mit dem Reizgas umklammert. Es wäre nicht das erste Mal gewesen, dass Verena Lorke das Spray benutzte.
Sie stammte aus Rotenburg an der Wümme, einer toten Kleinstadt in der niedersächsischen Tiefebene. In diese Stadt, oder die Gegend überhaupt, hatte sie allerdings seit zehn Jahren keinen Fuß mehr gesetzt, seit dem Tag, an dem sie mit fünfzehn von zu Hause abgehauen war, weg von Papa und dem ewigen Spermaschlucken.
Die nächsten sieben Jahre hatte sie auf dem Straßenstrich in Hamburg gearbeitet, immer wieder unterbrochen von Aufenthalten in Heimen oder Wohngemeinschaften für betreute Hoffnungslosigkeit, wie Verena es selbst nannte.
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