Walter Brendel - Ein Prinz als Geisel

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Dieses Buch behandelt das Schicksal von Prinz Cem Dschem, der für 20 Tage als Sultan über einen kleinen Teil des Osmanischen Reich herrschte. Er lieferte sich selbst den Ordensritter von Rhodos und einem langjährigen Leidensweg aus. Er wurde von der Kirche aus Geisel gehalten und benutzt und musste seine unüberlegte Handlung teuer bezahlen. Nicht erst seit der Borgia-Geschichte ist er bekannt geworden. Die Zeugen dieser Geschichte haben längst das Zeitliche gesegnet, aber bei den heutigen historischen Ermittlungsmethoden ist es nicht schwierig, die Toten reden zu lassen, wenn es sich um einen bedeutenden Fall handelt. Sie werden die Aussage kaum verweigern, denn sie berührt das alles nicht mehr. Das Einzige, was sie zu befürchten haben, ist die Verurteilung durch die Historie. Doch ein solches Urteil schadet niemandem, da es in Abwesenheit gefällt und bedingt ausgesprochen wird.

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Der zwanzigste Juni nahte, ein Tag, den Dschem nichtvergessen würde. Er befahl die Stadt zu verlassen und nach Jenischehir zu ziehen. Er wolle nicht, dass Brussa seine Treue zu ihm bezahlen muss und dass deshalb auf freiem Feld gekämpft wird.

Er beriet sich mit den obersten Bey, Ja'kub Agha, und fasste einen seltsamen Entschluss. Seiner Ansicht nach, sagte er (später erfuhr man, dass Ja'kub Agha ihm dies geraten hatte), müsse sich unsere Streitmacht in zwei Flügel teilen. Der eine werde nach Nikaia aufbrechen, um Bajezids Truppen in den Rücken zu fallen, der andere sich bei Jenischehir zum Kampf stellen. Den zweiten, stärkeren Flügel sollte Ja'kub Agha befehligen.

Alles geschah so, wie Ja'kub angeregt hatte. Noch in der Nacht zogen die Truppen in zwei verschiedenen Richtungen ab. Am zwanzigsten kam es zu der Schlacht bei Jenischehir, doch der Angriff in Bajezids Rücken blieb aus – die Leute waren schon unterwegs geschlagen worden….

Gleich zu Beginn des Gefechts, als die Gegner einander noch in kleinen Plänkeleien abtasteten, Bajezid seine Krieger ausschwärmen ließ und Dschem ihnen eine lockere Kette unserer Reiterei entgegenzustellen versuchte, sprengte Ja'kub auf schaumbedecktem Pferd heran. Wirklich, sein Handwerk ist der Krieg, dachte im, denn der oberste Bey war offensichtlich in seinem Element. Er riet Dschem, sämtliche Spahis in den Kampf zu führen. Dschem stimmte zu. Innerlich wusste er aber, dass die fünftausend Spahis in dem Meer des ihnen entgegenstehenden Heeres regelrecht ertrinken würden. Die berittenen Spahis suchten eine Furt und fanden auch eine. Allen voran trat Ja'kubs Ross ins Wasser - der oberste Bey führte seine Leute zielstrebig an. Selbst im Fluss bewegten sich die Spahis so schnell wie möglich, jeder Augenblick war ja kostbar. Als sie das andere Ufer erreicht hatten, wandten sie sich in dichten Haufen in Richtung auf Bajezids Standort. Ja'kub Agha hatte sich dem Feind bereits auf Sichtweite genähert. Aufs äußerste gespannt, warteten wir darauf, Rufe, Stöhnen und Waffengeklirr zu hören, das heißt den feierlich-triumphalen Lärm einer Schlacht. Aber was geschah? Die Spahis, Dchems Hoffnung und Stolz, verschwanden lautlos in Bajesids Heer. Ja'kubs Verrat schien die Schuld an der Niederlage von Dschem zu nehmen. Vielleicht sah er in dieser Schandtat das Wirken des Schicksals, dem er sich unterwarf.

Er wahrte die letzten Reste seiner Sultanswürde. Sie reichten bis zum Zelt. Er schwang sich in den Sattel seiner schwarzen Stute, fasste die Zügel kurz und galoppierte gen Sonnenuntergang. In wildem Ritt legten die Verbliebenen bis Mitternacht einen Weg zurück, der sonst zwei ganze Tage erforderte - von Jenischehir bis in die Ermeni-Berge. Nur die Karamanen folgten. Sie warfen unterwegs immer wieder Bündel und Waffen weg, denn Dschem ritt, als jagte ihn der Teufel.

Ermeni ist ein höchst unwirtliches Gebirge, unbewohnt, ohne eine einzige Quelle. Man überquerten es nachts unter erstaunt herabschauenden großen Sternen. Nur der Hufschlag der Pferde und die Flüche der Karamanen durchbrachen die Grabesstille. Allen voraus, an der Spitze der geschlagenen Schar, ritt Kassim Bey, der Rangälteste nach Ja'kubs Desertion. Er war der letzte lebende Spross der Karamaner Fürsten. Etwa zwanzig Trupps folgten unter seiner Führung Dschem, um ihn auf seinem Rückzug zu schützen. Kassim kannte das Ermeni-Gebirge und die umliegenden Wüsten. Er hatte Dschem völlig in der Hand, aber er verriet ihn nicht. Vor Dschem und seinen Getreuen lag der Fluss Tekke. Dahinter begann Syrien.

Dschem und seine Gefährten wurden von einer Gruppe Turkmenen überfallen, die sie ihrer letzten Habseligkeiten beraubte. Am 26. Juni erreichten sie Konya, wo sie für den Moment sicher waren. Sie brachen allerdings bereits drei Tage später auf, um in Richtung Südost-Anatolien weiter zu fliehen. Sie würden damit mamlukisches Territorium erreichen, wo sie sich vor weiteren Verfolgungen durch Bayezid sicher glaubten.

Von Ereğli aus überquerten sie das Taurusgebirge, um nach Tarsus zu gelangen. Von den lokalen Fürsten wurde Cem und seine Anhänger – mittlerweile eine Gruppe von zweihundert bis dreihundert – gastfreundlich empfangen. Sie waren Vasallen der Mamluken und standen damit Sultan Bayezid feindlich gegenüber.

Nach der Nacht im Ermeni-Gebirge bemühte sich Dschem mit aller Kraft, sich selbst und die Welt zu überzeugen, dass er im Recht sei, dass er Hunderttausende hinter sich habe und einen großen Kampf führe. Keinerlei Zeichen verrieten, dass wir auf fremdes Gebiet überwechselten. Darin lag etwas Heimtückisches - alle verhängnisvollen Grenzen im menschlichen Leben sind so niederträchtig unsichtbar. Man steht noch diesseits, und ehe man recht zur Besinnung kommt, ist man plötzlich drüben. Das Unwiderrufliche ist geschehen, ohne dass man den entscheidenden Augenblick erfasst hat.

Als man Kaitbais, des Sultans von Ägypten, meldete, dass Dschem die Grenze überschritten hatte und sich auf seinem Gebiet aufhielt, ordnete er an, ihn mit allen Ehren in seine Hauptstadt zu geleiten, Kassim Bey und die Karamanen aber zurückzuschicken, um Dschems Familie aus Konya nachzuholen.

So traf Dschem mit einem kleinen Gefolge in Kairo ein. Er wurde im Palast des Diwidars, des Großwesirs, untergebracht. Zwei Tage später, suchte er Kaitbais, auf. Das war eine reine Höflichkeitsvisite.

Um Dschem das Warten erträglicher zu machen, schlug ihm sein Gastgeber vor, die heiligen Stätten in Mekka und Medina zu besuchen. An einen Einmarsch in Karaman war ja nicht zu denken, solange Bajezids Heer dort stand. Er nahm die Einladung mit Freuden an, die Untätigkeit in Kairo zermürbte ihn. Trotzdem brach er erst im Spätherbst des Jahres 1481 auf. Seine Wallfahrt dauerte ganze vier Monate. Währenddessen warteten die Ereignisse nicht, viel veränderte sich in Anatolien. Häufig kamen Boten nach Kairo. Von ihnen erfuhr man, dass Kassim Bey mehrfach die Grenze überschritten habe. Bei seiner Rückkehr hegte er neue Hoffnungen; er sagte, die Lage gestalte sich völlig zu Dschems Gunsten. Mehrere anatolische Sandschakbeys - Anführer der Spahis - hätten sich offen gegen Bajezid ausgesprochen und erwarteten seinen Bruder als ihren Retter. Der Wichtigste war zweifellos Mahmud Bey, der Verwalter von Angora.

Dschem kehrte im Winter nach Kairo zurück und traf gleich seine Vorbereitungen. Von den Vertrauensleuten zahlreicher anatolischer Beys umgeben, fühlte er sich jetzt nicht mehr verlassen und verbannt, ja er wurde zusehends sicherer. Dann kam der Tag, wo sich Dschem von Kaitbais verabschiedete. Damals wusste keiner, dass es eine Trennung für immer war. Die Truppen sollten früh am Morgen aufbrechen. Das Heer zählte nur wenige Tausend Mann, aber Dschem hatte seinen Ehrgeiz dareingesetzt, es uns in bester Ausrüstung vorzuführen. In bunter Schar ritten die Krieger hinter ihrem Gebieter, gewappnet für den Kampf.

Vor dem Abschied hörte Dschem laute Rufe, darunter eine Frauenstimme. Durch die Wachmannschaften drängte sich eine Frau. Ihr Gesicht war verhüllt, so dass man ihr Alter nicht feststellen konnte. An ihren Kleidern erkannte ich, dass sie einem höheren Stand angehörte. In den Armen hielt sie ein vielleicht ein oder zwei Jahre altes Kind. Die Frau erreichte Dschem. Wortlos hob sie das Kind hoch und setzte es vor Dschem in den Sattel. Dabei verschob sich ihr Schleier, und sie stand mit unbedecktem Antlitz vor ihm. Es war die zweite Frau des Eroberers, Dschems Mutter, die Serbin. Die Ähnlichkeit mit ihrem Sohn verblüffte - das gleiche helle Gesicht mit den hellen Augen. Ihr Erscheinen verwirrte ihren Sohn tief. Er wandte den Blick nicht von ihr, während seine Hände das Kind hielten, ohne die Zügel loszulassen.

Die unverschleierte Frau umfasste mit beiden Händen Dschems Hüfte (höher reichte sie nicht) und schmiegte sich mit ihrem ganzen Körper an ihn, so fest, als wollte sie ihn nie wieder freigeben. Mit geschlossenen Augen und zusammengepressten Lippen gab sie sich völlig dem letzten Beisammensein mit ihrem Sohn hin. Im Verhalten der beiden lag etwas Reines, zutiefst Menschliches.

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