Walter Brendel - Ein Prinz als Geisel

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Dieses Buch behandelt das Schicksal von Prinz Cem Dschem, der für 20 Tage als Sultan über einen kleinen Teil des Osmanischen Reich herrschte. Er lieferte sich selbst den Ordensritter von Rhodos und einem langjährigen Leidensweg aus. Er wurde von der Kirche aus Geisel gehalten und benutzt und musste seine unüberlegte Handlung teuer bezahlen. Nicht erst seit der Borgia-Geschichte ist er bekannt geworden. Die Zeugen dieser Geschichte haben längst das Zeitliche gesegnet, aber bei den heutigen historischen Ermittlungsmethoden ist es nicht schwierig, die Toten reden zu lassen, wenn es sich um einen bedeutenden Fall handelt. Sie werden die Aussage kaum verweigern, denn sie berührt das alles nicht mehr. Das Einzige, was sie zu befürchten haben, ist die Verurteilung durch die Historie. Doch ein solches Urteil schadet niemandem, da es in Abwesenheit gefällt und bedingt ausgesprochen wird.

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Die Tage begannen spät, die Sonne stand gewöhnlich hoch am Himmel, wenn alle aus den Zimmern kamen und nacheinander in den schattigen Hof des Serails traten. In der Regel war Dschem bereits dort, er schlief „schnell", wie er sich ausdrückte - eine Fähigkeit, um die ihn viele beneidet habe. Er ritt am frühen Morgen eine Stunde oder länger vor die Stadt und kehrte dann zurück, um seinen Hofstaat zu wecken.

Der Tag hatte begonnen wie üblich. Als die „Künstler“ den Hof betraten, fanden sie dort Dschem, noch erhitzt von seinem morgendlichen Ritt.

Alle hatten sich vor dem Springbrunnen niedergelassen und begannen ihr Gespräch, da lief ein Wächter herbei und kündigte einen Boten an. Der Bote, ein einfacher Spahi, zu Tode erschöpft, staubbedeckt und schweißnass, fragte, durch so viel Anwesende irritiert, wer Dschem Sultan ist. Dschem hob den Kopf.

Der Spahi kniete schwerfällig nieder. Schmutzig, entkräftet, lag er auf dem Steinpflaster und sah den Schehsade von unten herauf an, als höbe er das Gesicht zur Sonne.

Der Bote verkündete, dass Mehmed Chan, der Ruhmreiche, nicht mehr unter den Lebenden weilt und Dschem die Sultanswürde angetragen wird. Er verkündete weiter, dass die Spahis, die erste Säule des Staates, zu Dschem stehen.

Dschem unterbrach ihn mit dem Hinweis, dass der Thron der Osmanen einen Nachfolger hat und verwies auf Bajezid.

Der Bote ließ sich nicht beirren. Er verwies auf die Unfähigkeit von Dschems Bruder und den Volkswillen. Er sagte gleichzeitig, dass nur die Mullas Bajezid wollten, weil sie dann die wahren Herrscher des Reiches wären.

Jetzt veränderte sich Dschem. Die Totenblässe wich von seinen Wangen, und er musterte den staubigen Spahi forschend, als wollte er ergründen, was sich hinter dessen erregten Worten verbarg: Verrat, eine Verschwörung, oder Treue.

Tief bestürzt verließ einer nach dem anderen den Hof. Dschem brauchte jetzt keine Dichter, sondern Soldaten.

Erst gegen Mittag rief Dschem alle wieder zu sich. Im Hof standen die Beys von Karaman und die Aghas aus Dschems Streitmacht, festlich gekleidet, in voller Kriegsausrüstung und mit allen Ehrenzeichen. Ihre Mienen entsprachen jedoch nicht diesem prunkvollen Aufzug, sie waren ernst, fast verdrossen. Nur Dschem schien frohen Mutes, er strahlte in neuem Glanz und wirkte schöner als je zuvor, als hätte ihn schon das Vorgefühl der Macht verändert.

Er befahl, zum Kampf zu rüsten und dass alle sich bewaffnen sollten. Er sprach davon, dass er keinen Bruderkrieg wünsche und er keinen Anspruch auf Rumellen, dass Gebiet was Bajezid bereits unter sich hatte, erheben würde. Dschems Stimme wurde lauter, als er davon sprach, dass er in Anatolien das Werk seines Vaters fortsetzen werde und die neue Hauptstadt Brussa sei.

Die alten Krieger sahen in Dschems Kampf von Anfang an das ungenügend durchdachte Unternehmen eines unerfahrenen Jünglings. Wohl schätzten sie den hervorragenden Ringer und begabten Dichter, aber jetzt ging es um mehr als um Ringkämpfe und Verse.

Mit dem Ruf "Auf nach Brussa!" schloss Dschem seine Ansprache. Seine Augen strahlten, seine Wangen glühten vor Begeisterung. Er bemerkte gar nicht, wie seine Rede auf die versammelten Würdenträger wirkte.

Die kurze Zeit als Herrscher

Gegen Abend brachen sie auf. Voran zogen die Spahis unter Jakub Agha. Dann folgten die Karamanen, eher zusammengelaufene Stämme als ein Heer. Ihre Anführer machten noch immer nachdenkliche Gesichter, wahrscheinlich wären sie am liebsten umgekehrt. Am Schluss ritt Dschem mit seinem Gefolge von eilends eingekleideten Dichtern und Sängern, die sich nur mit Mühe im Sattel halten konnten. Drei Tage später langten sie vor Brussa an. Dschem fand die Tore geschlossen. Eine Belagerung konnte er nicht durchstehen, es waren etwa viertausend Mann.

Dieser erste Misserfolg verwirrte Dschem. Er hatte offenbar geglaubt, alle Städte würden ihm ihre Tore öffnen und ihn freudig als Herrn anerkennen.

Dschem vor der Stadt Hinter der Stadt lagerte Ajas Agha mit seinen Truppen Am - фото 4

Dschem vor der Stadt

Hinter der Stadt lagerte Ajas Agha mit seinen Truppen. Am Morgen befahl Dschem den Angriff. Das Treffen mit den Truppen Ajas Paschas, endete mit einem vollen Erfolg für Dschem und das nur nach zwei Stunden. Danach ließ sich die nunmehr bereits zehntausend Mann zählende Streitmacht zur Mittagsmahlzeit nieder, da nahte von der Stadt her eine Menschenmenge. An ihrer Spitze ritten etwa zwanzig Würdenträger. Bald erkannte man auch den Verwalter von Brussa. Kein Zweifel, die Stadt öffnete dem Sieger ihre Tore. Dem Sieger! Dieses Wort berauschte Dschem mehr als Schiras-Wein. Er trug noch die Rüstung, das aus dünnen Ringen geschmiedete Kettenhemd. die Stiefel staubbedeckt - so stand er mitten unter seinem Gefolge. In einer Anwandlung von Großmannssucht stellte er einen Fuß zum Kuss vor; mit einer Stimme, aus der jedes Lachen verschwunden war, befahl er den Stadtobersten von Brussa aufzustehen. Am nächsten Morgen zogen Dschems Truppen in Brussa ein. Dschem hatte den Kriegern befohlen, sich gut auszuruhen und ordentlich zurechtzumachen. Er wollte den mit Füßen getretenen Stolz der alten Hauptstadt wiedererwecken und ihr einen Sultan und ein Heer vorstellen, die ihrer würdig waren.

Sämtliche Einwohner waren in den Straßen, samt ihren Säuglingen und Kranken. Von jedem Fenster, jedem Altan und jeder Mauer hingen Teppiche, gestickte Tücher, ja sogar seidene Bettdecken oder Mäntel herab. Die Stadt war geschmückt bis zu den Spitzen ihrer zahlreimen Minarette. Der neue Gebieter, von dessen Begleitern keiner mehr als fünfundzwanzig Jahre zählte, erhellte Brussa mit seiner Freude. Jung, schön, begabt, vergöttert, genoss Dschem die höchste Stufe des menschlichen Glücks.

Er war nicht der erste Sieger, der in Brussa einzog, schon andere aus dem Geschlecht Osmans hatten Sklavenketten und beutebeladene Karawanen in die Stadt geführt: Orhan, Murad und Bajezid der Blitz. Aber keinem wurde ein solches Glück als Zwanzigjährigem zuteil, keiner hatte einen so großen Sieg in seiner Jugend erlebt.

Dschem war in diesen Tagen unermüdlich. Konzentriert, stets beschäftigt, gab er seine Befehle. Er übte sich in der Macht. Nachdem er ohne prunkvolles Zeremoniell zum Sultan ausgerufen worden war (zum zweiten Mal innerhalb einer Woche!), ließ er Silbergeld mit seinem Monogramm prägen und jeden Tag in den Moscheen ein Gebet für sein Wohlergehen lesen.

Das war alles. Es genügte zu dieser Zeit, ein Herrscher zu werden. Dschem ging als Sultan in die Geschichte ein, obwohl seine Macht auf eine Stadt und auf achtzehn Tage beschränkt blieb.

Indessen trafen weitere Krieger in Brussa ein. Bei jedem neuen Trupp warf Dschem einen triumphierenden Blick in die Runde seines Hofstaates. Jeder Haufe zählte vielleicht zwanzig bis fünfzig Mann - turkmenische Horden oder Gemeinschaften voll Gebirgshirten, die ihre Frauen, ihre Herden und ihre Kinder in unsere Hauptstadt mitbrachten, in das vermeintliche Zentrum der Rebellion. Mit einer solchen bunten Schar konnte keiner die Macht verteidigen, geschweige denn sie erobern.

Es waren kaum fünfzehntausend Säbel beisammen, als - schon Mitte Juni - die Nachricht eintraf, dass Bajezid Chan an der Spitze des Heeres von der Hunkjar Tschairi auf dem Marsch nach Brussa sei.

Dschem schien völlig sorglos. Er verbrachte den Tag bei seinen Truppen und entwarf mit den Heerführern einen Plan für die bevorstehende Schlacht. Es war etwas überspanntes in seinem Bemühen, die Wahrheit zu vergessen und die Augen vor der Zahl der Truppen seines Bruders, der Kampferfahrung ihrer Paschas und Bajezids rechtlichem Anspruch zu verschließen. Dschem, der strahlende Liebling des Schicksals, glaubte hartnäckig, allen Tatsachen zum Trotz, an seinen höchst unwahrscheinlichen Sieg. Gegen Abend meldeten die ins Gebirge ausgesandten Kundschafter, dass Bajezid sein Lager drei Wegstunden vor Brussa aufgeschlagen habe. Er wollte eine offene Feldschlacht. Dschem war verwirrt, er hatte auf eine lange Belagerung gehofft, während der sich in Bajezids Truppe eine für ihn günstige Stimmung ausbreiten konnte. Die neue Lage durchkreuzte diese Pläne.

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