Julie Burow - Ein Arzt in einer kleinen Stadt
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»Wer leistet Ihnen Hilfe bei der Pflege Ihres Mannes?« fragte der Arzt endlich.
»Außer einem Dienstmädchen, das ich erzogen, habe und das ziemlich alle Verhältnisse meiner Familie kennt, betritt niemand anderer als ich diesen Raum.«
»Aber wer bändigt den Kranken in den Momenten der Raserei?«
»Meine Augen, meine Stimme.«
»Wenn aber diese Mittel nicht ausreichen? Herr Baum ist ein riesenstarker Mann, und sein Zustand kann jeden Augenblick in eine Raserei umschlagen, die dem Leben so zarter Wesen, wie Sie, gnädige Frau und Ihre, jugendliche Dienerin, gefährlich sein dürfte.«
»Ich stehe in Gottes Hand, Herr Doktor, und lebe und sterbe auf meinem Posten. Ich fürchte die Paroxysmen des Mannes nicht, den ich bis jetzt noch immer durch ein liebevolles Wort lenken konnte. Ich werde unter keiner Bedingung einen Fremden in die traurigen Geheimnisse meines Familienlebens einweihen; einen rohen Krankenwärter vielleicht? Bis jetzt genießt mein Gatte der öffentlichen Achtung. Außer einigen vertrauten Freunden ahndet niemand weder seinen Fehler, noch die furchtbare Strafe desselben. Ich muss meiner Kinder wegen, meiner selbst wegen, einen siebenfachen Schleier über dieses entsetzliche Familienunglück ziehen. Meine Kraft wird ausreichen, so lange es Gott gefällt! – Zu Ihnen, mein Herr, habe ich das Zutrauen, dass Sie das traurige Geheimnis einer Frau bewahren, die Sie zu ihrem Vertrauten wählte, ohne Sie zu kennen, bloß auf das Wort einer Freundin hin, deren Achtung Sie sich sehr schnell gewonnen haben. Ich denke, ein Mann von Ehre wird und muss eine Frau in dem Streben, ihre Pflicht zu tun, unterstützen. Zudem sind Sie noch jung und Ihr Auge, Ihr ganzes Wesen hat einen Ausdruck, der mich hoffen lässt, in Ihnen mir im Laufe der Zeit einen Freund erwerben zu können.«
Franke fand keine Antwort: wenn höchste Bewunderung zur Freundschaft führen kann, so bin ich auf dem besten Wege zu derselben, wollte er sagen, aber das kam ihm wieder so trivial, so phrasenhaft vor und er schwieg daher gänzlich; aber in seinem Auge und in der einfachen Verbeugung, die er machte, lag eine so treuherzige Versicherung, dass Maria ihm die Hand reichte und mit Freundlichkeit sagte:
»Ich glaube Ihnen, Herr Doktor.« –
Er kam nach Hause. Die Stirne glühte ihm fieberhaft von der durchwachten Nacht und den vielfachen Gemütsbewegungen derselben. Einige Augenblicke erschien ihm die Frau, mit der er auf so seltsame Weise bekannt geworden, wie eine Heilige. Dann tadelte er leise ihren übertriebenen Stolz, dann dachte er mit Bewunderung ihrer fast erhabenen Schönheit, aber keine Minute verließ ihn die Erinnerung an sie. –
Doktor Franke war ein Mann von achtundzwanzig Jahren. Er hatte, wie wir wissen, in Paris und London geweilt, war durch die Straßen von Madrid geschlendert und hatte deutsche Lieder gesungen unter den Fenstern römischer Damen. Aber keine Frau hatte auf ihn einen Eindruck gemacht, der dem, unter dem er sich jetzt befand, auch nur entferntest zu vergleichen gewesen wäre. Wenn er seinen Reisegefährten bei sich gehabt hätte, so würde er ihm wahrscheinlich und zwar ganz wahrheitsgemäß gesagt haben, dass Maria Baum ein Weib sei, welche durchaus keine Leidenschaft erwecken könne. Der Ernst, die Festigkeit ihres Wesens erschienen ihm fast zu männlich, um jenes heitere, spielende Gefühl zu begünstigen, das er sonst Liebe genannt hatte. Sie war fünfzehn Jahre verheiratet und musste daher jedenfalls älter sein als er selbst, und eine Leidenschaft für eine ältere Frau hatte er bis dahin auch stets für eine garstige Karikatur gehalten. Dazu zog sich durch das ganze Wesen seiner neuen Bekannten ein gewisses Etwas, das ihm unter allen andern Verhältnissen drückend, ja in manchem Falle vielleicht lächerlich erschienen wäre. Ihr »Ich lebe und sterbe auf meinem Posten«, so wie die Worte »Ich stehe in Gottes Hand«, die sie ein paarmal wiederholte, hätten für ihn sonst einen Anstrich von Bigotterie, von Pietismus gehabt, der ihm jede andere Frau unangenehm oder lächerlich gemacht haben würde. In Mariens Munde waren sie ihm erhaben erschienen, es hatte in der Art und Weise, mit der sie sich auf ihre Pflichten berufen, auf ihren Gott gestützt hatte, ein Adel, eine Wahrheit gelegen, die dem jungen Weltmanne beneidens- und bewundernswürdig schienen.
O glücklich derjenige, der bei den schwierigen Lagen, in die das Leben ihn versetzt, eine andere Stütze hat, als bloß sein Ehrgefühl. Glücklich derjenige, der ein Auge über sich glaubt, das ihn bewacht, eine Hand, die ihn stützt, einen Willen, in dem der eigene Wille aufgehen kann wie der Strom im Meere.
Franke ging in seinem Zimmer auf und ab und betrachtete den Winterhimmel, der von grauen Wolken bedeckt war.
Ganz unten am Horizont webte die untergehende Sonne einen Saum von Purpur und Gold um den schweren Wolkenmantel und einzelne Licht- und Glutstrahlen schossen unter demselben von Zeit zu Zeit hervor.
»O Menschenleben, grau in grau«, sagte Franke vor sich hin, »der Glaube ist die Sonne, die dir Licht und Glanz verleiht. Welch ein Elend, dass diese geistige, diese göttliche Sonne nichts ist, als ein Spiegelbild, zusammengesetzt aus den Wünschen und Träumen unsrer eigenen Brust. Unter dem Messer des Anatomen, unter dem Mikroskop des Naturforschers, in den Schmelztiegeln des Chemikers, unter dem Spaten des Geologen zerfliegt das schöne Sonnenbild eines persönlichen Gottes, und an seine Stelle tritt das kalte tote Gesetz und die ewig mit ihm sich gattende Materie. Wir arbeiten auf dieser Welt, um unser Dasein zu fristen und tun das Rechte, um vor unseren eigenen und anderer Augen nicht als Lumpe dazustehen. Grau in Grau – alles, was wir anseh'n, denken, fühlen. Es lohnt kaum zu leben, und selbst das Vergnügen, der Genuss – was ist's? – Ein Moment, in dem ein Blitz durch die öde Dunkelheit zuckt. Wer glauben könnte! – glauben! pah, glauben ist schlafen; erwachen müssen wir alle und ich glaube, ich träume jetzt und zwar von einer stolzen und schönen Frau. Dummes, dummes Zeug!« und damit rieb er sich die Stirne und ging hinab zu seinem Wirte, dessen chemisches Laboratorium er besehen sollte. –

Viertes Kapitel.
Im Laboratorium.
»Sie sind wohl in den Laboratorien der großen Naturforscher unserer Tage gewesen, da Sie sich in London und Paris, in Wien und Palermo aufhielten?« fragte der Senator.
Franke musste dies verneinen.
»Haben Sie Orfila gekannt?«
»Nur zufällig.«
»Örsted?«
»An ihn hatte ich Empfehlungen, aber keine Gelegenheit sie abzugeben.«
»Das ist wunderbar! Mediziner, weit und breit umhergereist und mit solchen Männern keine Verbindungen geknüpft, das ist wirklich wunderbar und seltsam.«
»Mein lieber Herr Senator«, sagte Franke lächelnd, »ich bin kein so großer Freund der Chemie, ja ich fürchte diese Wissenschaft sogar ein wenig. Es ist ein schlimmes Ding, alles und jedes auf diesem Erdboden sich in gewisse Grundstoffe auflösen zu sehen, die sich überall gleichbleiben. Eiweiß und Stärkemehl und etwas von irgendeinem Gas, das sind die Bestandteile aller Dinge und Wesen. Der Begriff des Lebens fliegt dem Chemiker unter der Hand zum Schornstein hinaus und ich sage mit Goethe:
Grau, teurer Freund, ist alle Theorie
Und grün des Lebens gold'ner Baum.«
»Natürlich, in Ihren Jahren und in Ihren Verhältnissen, aber der Chemie tun Sie Unrecht, sie zerstört nicht nur, sie schafft auch und schafft des Schönen und Nützlichen so viel. Ich bin auf praktischem Wege zur Theorie, zur Wissenschaft gekommen und der Anfang meines Wissens ist nur gering. Aber schon für mein früheres Geschäft sind einige chemische Kenntnisse ganz unerlässlich. Und welche seltsame Welt der Ursachen und Wirkungen eröffnet uns diese Wissenschaft, die außer dem so sehr ins praktische Leben eingreift. Hier zwischen meinen Tiegeln und Retorten möchte ich Ihnen auch einige Worte Goethes anführen, an die ich mich hier oft gemahnt fühle:
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