Martin Huber - Saat der Rache

Здесь есть возможность читать онлайн «Martin Huber - Saat der Rache» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Saat der Rache: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Saat der Rache»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

MORD, HASS UND RACHE – EINE TRINITÄT, DIE ZUM UNTERGANG EINES GANZEN STAMMES FÜHRT.
Dieses Buch erzählt die Ereignisse, die zur Auslöschung eines niederrheinischen Volkes, an der Wende von der Antike zum Mittelalter geführt hatten. Dieses Geschehen war so prägend, dass es Eingang in den Schatz der mündlichen Überlieferungen und schließlich in die Sagenwelt der deutschen Sprache gefunden hat. «Die Chronik der Niflungen» stellt den Versuch dar, sich wieder den historischen Ursprüngen zu nähern.

Saat der Rache — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Saat der Rache», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Märeth wusste, was dieses Vermächtnis, von dem Didrik gesprochen hatte, bedeutete. Der Blutrache einen Weg zu ebnen, war ein heiliger Akt. Es gab für einen Mann nichts Schlimmeres, als ungerächt zur Todesgöttin Hel zu fahren. Wenn sie ihm einen Bluträcher schenkte, könnte sie ihm seinen Frieden geben und gleichzeitig ihr Heil mehren. Aber Hagens Beweggründe allein waren nicht ausschlaggebend, dass sie sich dazu bereit erklärte. Was Didrik nicht wusste: Sie selbst wollte einen Rächer zeugen.

Als Märeth dreizehn Jahre alt war – wenige Monate nach ihrer Ankunft in Susat, in Grimhilds Gefolge zusammen mit ihren Eltern – lag sie eines Tages im Stroh des Reitstalles der Burg. Sie hatte den Wurf einer Katze entdeckt und mit den kleinen Fellknäueln gespielt, bis das Muttertier fand, dass es genug sei, ihre Jungen eines nach dem anderen in die Tiefen des Strohgebirges trug und dem Mädchen mit einem Fauchen zu verstehen gab, dass es dort nicht willkommen sei.

Sie hätte auf die Katze hören und den Stall verlassen sollen. Aber das Heu duftete und die Wärme der Tiere lullte Märeth ein.

Als sie aufwachte, stand ein Mann über ihr – es war Attalo, der König. Von einem Ausritt zurückgekehrt, fand er das schlafende Mädchen im Stroh. Den Stallknecht hatte er daraufhin mit einem fadenscheinigen Vorwand fortgeschickt und war soeben dabei, seinen Gürtel zu lösen. Sein Beinkleid fiel zu Boden und er kniete sich über Märeth. Sie wollte schreien, aber eine Hand bedeckte ihren Mund und die andere umfasste die Gurgel des Mädchens. So groß war die Pranke des riesigen Mannes, dass sie den zarten Hals fast ganz umschloss:

„Wenn du leben willst, dann schweigst du jetzt und für immer. Hast du verstanden?“

Was konnte das Mädchen, fast noch ein Kind, gegen den Hünen ausrichten; also nickte sie. Die nächsten Augenblicke wollten nicht enden und sie biss sich in die Hand, um den Schmerz der Entjungferung nicht hinauszuschreien. Als der König von ihr abließ, sagte er beiläufig, während er sich wieder gürtete:

„Vergiss nicht, wenn du leben willst – zu niemanden ein Wort darüber!“ Dann stieg er über das weinend im Stroh liegende Mädchen hinweg und stapfte aus dem Stall. Die unmittelbar danebenstehende Stute, die daraufhin mit ihren samtweichen Nüstern Märeths Gesicht berührte, war der einzige Trost, den das Mädchen nach dieser Qual erhielt.

Das also war der Grund, warum sie sich der Vermählung durch ihren Vater widersetzt hatte. Es wäre nicht mehr zu verheimlichen gewesen, dass sie ihr Magdtum schon verloren hatte. Das wiederum hätte nicht nur Schmach und Schande über ihre Familie gebracht, sondern sie auch das Leben kosten können.

Märeth hatte es nie vergessen. Sie hasste Attalo aus tiefstem Herzen. Aber sie war eine Frau und zur Rache nicht berechtigt. Wenn jedoch Hagen einen Bluträcher zeugen wollte, dann trug sie gerne das Ihre dazu bei.

Als sie mit Didrik die Kammer betrat, lag dort Hagen noch bleicher als sonst auf der Bettstatt. Sein schwarzes Lederwams war völlig zerfetzt und blutverschmiert und in einem noch verheerenderen Zustand wie das Didriks. Auch er zeigte zahlreiche Wunden, aber am bedrohlichsten schien der große Blutfleck auf dem Laken unter seiner rechten Flanke zu sein.

Märeth sah sich den Recken genauer an. Sie kannte ihn schon aus ihren Kindertagen in Vernica und hier in Susat hatte sie ihn wieder beim Umzug der Niflungen durch die Stadt und danach beim Festmahl erblickt. Da sah sie ihn zum ersten Mal mit den Augen einer Frau. Er war nicht schön anzusehen, wenngleich er stattlich und gut gewachsen war und etwas Faszinierendes, fast Magisches in seinem Ausdruck hatte. Von der lauernden Wildheit seines Blickes aus dem einzelnen, linken Auge fühlte sich Märeth auf eine eigenartige Weise gleichzeitig angezogen und eingeschüchtert.

„Oheim Didrik“, sagte sie, „helft mir, ihn aus der Rüstung zu bringen“. Zu zweit richteten sie den Verwundeten auf und schälten ihn aus den Resten des ledernen Harnischs. Dies bedurfte all ihrer Aufmerksamkeit, damit sie sich selbst nicht an den schartig gehauenen Metallteilen verletzten. Hagen zerquetschte einen Fluch zwischen den Zähnen, aber die Schmerzen brachten wieder etwas Farbe in sein Gesicht. Er öffnete das Auge und sah Märeth vor sich, die ihm gerade die Lederriemen aufknotete. Mit einem durchdringenden Blick musterte er die junge Frau.

Nachdem sie ihn zu zweit seiner Kleider entledigt und vollständig nackt ausgezogen hatten, begutachtete Märeth die zahlreichen Wunden. Unzählige sah sie über den geschundenen Körper verteilt. Viele davon so schwer, dass sie jeden anderen auf der Stelle kampfunfähig gemacht hätten. Wie der große Lappen aus Haut und Muskeln an seinem linken Schenkel, von Hagen selbst provisorisch im Kampf verbunden.

Unter all den Verletzungen fand sich aber am rechten Rippenbogen der klingenbreite Stich von Ekkisax, Didriks Schwert, aus der ununterbrochen das Blut floss. ‚Hier rinnt das Leben aus dem Körper‘, dachte Märeth. Sie presste einen Stofflappen auf die Wunde und sagte zu Didrik:

„Drückt dies fest an, Oheim. Ich hole Verbandzeug.“ Damit eilte sie aus dem Zimmer.

Didrik saß neben Hagen auf der Bettkante, der wieder mit geschlossenem Auge in seinen Laken lag und schaute ihm in das blasse Gesicht.

„Mein Freund, du weißt, dass wir unserer Bestimmung folgten. Du musstest für die Sache deines Königs kämpfen und ich war meinem verpflichtet. Wie es aussieht, habe ich dir den Weg zur Hel bereitet. Aber mit Bestimmtheit hättest du im umgekehrten Fall ebenso gehandelt. Wir sind nun einmal Krieger und das ist unser Handwerk. Dafür brauchen wir einer dem anderen keinen Vorwurf machen. Märeth – sie ist die Tochter Irungs – wird dir deinen letzten Wunsch erfüllen und das Lager heute Nacht mit dir teilen. Ehre sie! Sie ist eine Frau mit besonderen Fähigkeiten und sie wird alles daransetzen, dein Vermächtnis weiterzugeben.“

Hagen öffnete das Auge, als Didrik geendet hatte, und ein Grinsen erhellte sein von Schmerzen angespanntes Gesicht:

„Mach nicht so viele Worte um die paar Scharten. Was war das für ein vortrefflicher Kampf. Ich ärgere mich nicht darüber, dass du mich geschlagen hast. Nur schade, dass zahlreiche ausgezeichnete Männer wegen Grimhilds Zorn zur Hel fahren mussten.

Aber was das Mädchen betrifft: Da hast du gut gewählt, mein Freund!“

„Du irrst dich,“ entgegnete ihm Didrik. „Nicht ich habe sie ausgesucht, sondern sie dich!“

Bevor Hagen nachfragen konnte, wie sein Gegenüber das gemeint hätte, betrat Märeth wieder die Kammer. Die beiden unterbrachen ihr Gespräch, um der Frau nicht zu zeigen, dass sich die Unterhaltung um sie gedreht hatte.

Sie trug einen Krug mit heißem Wasser und eine kleine Truhe mit sich, die sie auf einem niedrigen Schemel neben dem Bett absetzte. Märeth öffnete sie und entnahm ihr getrocknete Moospolster und Baumflechten, einen Beutel mit fein gemahlenem Pulver der Blutwurz, einen Tiegel mit Harz und lange Stoffstreifen. Nachdem sie alle Verletzungen mit Wasser gereinigt und mit einem sauberen Tuch abgetrocknet hatte, streute sie die blutstillende Arznei auf die frischen Wunden, wobei sie nicht vergaß, die notwendigen Segenssprüche zu flüstern. Die meisten Blessuren hörten damit fast unmittelbar auf zu bluten. Sogar die Blutung aus der Flanke kam zum Stillstand, aber Märeth wusste, dass der Schwertstich tief reichte und das Pulver innen keine Wirkung tun konnte. Die größeren Wunden deckte sie mit Moospolstern, und zerzupften Rindenflechten zu, die älteren und die oberflächlichen Kratzer bestrich sie mit Harz aus dem Tiegel. Zuletzt fixierte sie die Wundauflagen mit Binden und versah die geharzten Wunden ebenso.

Didrik stand daneben und schaute ihr bewundernd zu, mit welcher Ruhe und Sicherheit sie die Verletzungen versorgte. Nach verrichteter Arbeit räumte sie alles wieder in die Truhe, erhob sich und sagte zu Didrik, jedoch den Blick fest auf Hagen gerichtet: „Ich habe getan, was ihr, Oheim, von mir verlangt habt. Ich tat es, so gut ich es vermochte. Aber euer Freund wird an dieser Wunde sterben. Das weiß er selbst, so sicher wie ihr und ich. Auch den zweiten Wunsch werde ich erfüllen und die Nacht hier bei ihm bleiben. Geht nun bitte und lasst uns allein.“

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Saat der Rache»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Saat der Rache» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Saat der Rache»

Обсуждение, отзывы о книге «Saat der Rache» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x