Cristina Fabry - Karfreitagabend

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Die neunte Stunde. 15.00 Uhr. Jesus ist tot. Und dann? Was taten die Jünger und Jüngerinnen am Abend des Karfreitag? Wie gingen sie um mit ihrer Trauer, Verzweiflung, Angst und Perspektivlosigkeit?
Lebenserinnerungen, Streitgespräche und Blicke aus sehr unterschiedlichen Perspektiven auf das Leben Jesu und seiner Weggefährt*innen sind Gegenstand dieser Erzählung, die die biblischen Texte der Evangelisten zur Grundlage hat, diese aber um viele Ausschmückungen und phantasierte Exkurse erweitert.

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Johannes war froh, dass er einen Auftrag hatte. Das half gegen die Angst. Jesus hatte ihn wirklich gut gekannt. Sogar unter der Folter hatte er noch für ihn gesorgt. Das war einfach unglaublich. Man musste irgendwie weiterleben. Für Jesus. Das erwartete er einfach.

Maria Alphäus spürte deutlich, dass sie endlich etwas unternehmen wollte. Es hatte sie in den letzten sechs Stunden schier verrückt gemacht, dass sie Jesus nicht hatte retten können und dass auch sonst niemand nur einen Versuch gewagt hatte. Jetzt war es zu spät und alles verloren. Aber sie wollte endlich etwas tun, das war das einzige, was half, den Schmerz, die Trauer und die Verzweiflung auszuhalten.

Zehnte Stunde

Ein Soldat stach eine Lanze in die Taille des Gekreuzigten und weil kein Blut austrat und stattdessen nur ein wässriges Sekret aus dem Körper sickerte, sahen sie, dass das Herz des Rabbis aufgehört hatte, zu schlagen. Gerade wollten die Knechte den Toten von der schweren Holzkonstruktion lösen, um sie für das nächste Opfer menschlicher Willkür bereit zu halten, da tauchten zwei Mitglieder des Hohen Rates auf. Josef von Arimathäa, ein heimlicher Verehrer Jesu, trat an die Soldaten heran und sagte: „Ich würde dem Verstorbenen gern eine würdige Grabhöhle in meiner Familiengruft zur Verfügung stellen. Mein Freund hier wird mir helfen, den Leichnam abzunehmen und fortzubringen.“

Er zeigte einen Brief mit dem Siegel des Pilatus vor und erklärte: „Ich habe die ausdrückliche Erlaubnis von höchster Stelle, wie ihr seht.“

In den scheinbar teilnahmslosen Augen des Kriegsknechts war ein Funken Mitgefühl zu erkennen. „Macht mit ihm, was ihr wollt.“, antwortete der Soldat unwirsch. „Als Toter kann

er keinen Schaden mehr anrichten und dann müssen wir wenigstens nicht irgendwann die Reste wegräumen.“

Er wandte den Blick ab. Vermutlich war ihm seine antrainierte Härte peinlich. Doch Josef von Arimathäa hatte Wichtigeres zu bedenken, als den Charakter und die Befindlichkeit dieses jungen Mannes.

Johannes beobachtete die angesehenen und wohlhabenden Mitglieder des Hohen Rates mit Skepsis. In dem anderen erkannte er Nikodemus. Der war zwar nie einer von den harten Hunden gewesen; hatte Jesus zugehört, nachgedacht, ihn mit Wertschätzung behandelt, aber er hatte nicht verhindern können, dass die Mehrheit seiner mächtigen Gruppe den Meister zum Tode verurteilt hatte. Sie hatten ihn verdammt, an die blutrünstigen Römer ausgeliefert und das Volk gegen ihn aufgehetzt. Das war kein Justizirrtum, sie hatten Jesus ermordet, weil er an ihren Stühlen gesägt hatte. Johannes wandte sich an Maria Magdalena: „Was haben die mit ihm vor?“, raunte er. „Reicht es nicht, dass sie sein Leben vernichtet haben? Wollen sie jetzt auch noch die Erinnerung an ihn auslöschen? Wir sollten uns an ihre Fersen heften, um sicherzustellen, dass sie nichts Schändliches mit ihm anstellen.“

„Am wichtigsten erscheint mir, dass wir wissen, wo sie ihn hinlegen“, erwiderte Maria Magdalena, „damit wir am Sonntag die Totensalbung vornehmen können. Ich kümmere mich darum. Ich nehme noch ein paar Freundinnen mit und du bringst besser Maria nach Hause. Die Ärmste kann sich ja kaum noch auf den Beinen halten.“

„Bist du sicher?“

„Ganz sicher. Geh nur.“

„Ich warte noch, bis sie Jesus abgenommen haben. Seine Mutter möchte ihn noch ein letztes Mal berühren.“, sagte Johannes.

„Ja. Natürlich.“, erwiderte Maria Magdalena.

Während Josef und Nikodemus den Leichnam vom Kreuz abnahmen und ihn vorsichtig auf mit Duftöl und Myrrhensalbe getränkten Tüchern ablegten, standen die Frauen und Johannes dabei und sahen zu. Maria, die Mutter Jesu trat vor und kniete sich neben ihren toten Sohn. Sie hob seinen leblosen Oberkörper hoch und presste ihn an sich, schmiegte ihre tränennassen Wangen an sein bleiches Gesicht, wiegte ihn in ihren Armen und weinte und schrie vor Schmerz. Alle anderen ließen es geschehen und gaben ihr die Zeit, die sie brauchte. Dann legte sie ihn zurück auf die Tücher, streichelte ein letztes Mal das geliebte Gesicht und trat zurück. Sie sah zu, wie Josef aus Arimathäa und Nikodemus den Toten in die Leinentücher wickelten und hoch hoben.

Maria Magdalena sprach die anderen Frauen an: „Wir müssen uns aufteilen. Jemand muss Kräuter, Öl und Gewürze für die Salben einkaufen, bevor die Geschäfte schließen und am besten noch vor Anbruch des Schabbat die Salben herstellen. Ich werde hinter den beiden Männern des Sanhedrin hergehen, damit wir wissen, wo sie den Herrn hinlegen, aber ich würde ungern allein gehen. Wollt ihr zwei mich begleiten?“, wandte sie sich an Maria Klopas und Frau Zebedäus.

„Ich gehe lieber nach Hause und bereite alles für die Salbenherstellung vor.“, antwortete die Letztere. Maria Klopas dagegen erklärte sich bereit, Maria Magdalena zu begleiten und eine weitere Maria, die Mutter des Joses, eine Cousine der Mutter Jesu, kam hinzu. Sie sagte: „Das sollte ein gelungenes Unternehmen werden, wenn drei Marias zusammenhalten, da werden wir die beiden Leichenträger sicher nicht aus den Augen verlieren.“

„Und wer kauft die Salben?“, fragte Maria Magdalena.

„Salome, Johanna und ich.“, erwiderte Maria Alphäus

„Dann sollten wir uns jetzt gleich in Bewegung setzen.“, sagte Maria Magdalena.

Es widerstrebte ihr, zusehen zu müssen, wie ausgerechnet zwei Mitglieder des Hohen Rates, die Jesus zum Tode verurteilt hatten, nun seinen toten Körper wegtrugen, dazu hatten sie kein Recht, aber sie hatten die Macht und nahmen sich, was sie wollten, sogar den toten Jesus. Er hätte von seinen Jüngern getragen werden sollen, begleitet von denen, die ihn so sehr geliebt hatten. Nicht einmal eine würdige Totenruhe gönnten sie ihm.

„Ich glaube, Maria, also meine Cousine, also die Mutter, hat schon immer geahnt, dass es so endet.“, plapperte Maria, die Mutter des Joses.

Die anderen beiden Frauen schwiegen. Was sollten sie auf so ein Gewäsch auch antworten?

Die redselige Cousine ließ sich aber nicht beirren. Im Gegenteil. Weil sie die Stille nicht ertragen konnte, fasste sie das Schweigen ihrer Begleiterinnen als Aufforderung auf, erneut das Wort zu ergreifen.

„Er war ja schon als Kind recht widerspenstig.“, erklärte sie. „Schon als Zwölfjähriger ist er einfach davongelaufen, um sich mit den alten Männern in der Synagoge herumzustreiten, ohne seinen Eltern Bescheid zu geben. Die ganze Familie war krank vor Sorge und befürchtete das Schlimmste...“

„Die Geschichte kennt wirklich jeder, der Jesus kennt.“, fiel Maria Klopas ihr ins Wort. „Und im Übrigen ist Maria von Nazareth auch meine Cousine, falls du es vergessen haben solltest.“

„Ja, ich weiß, aber du hast ja nicht direkt in Nazareth gewohnt, so wie ich damals. Kennt ihr denn auch die Geschichte mit den kleinen Tonvögelchen?“

„Ja“, erwiderte Maria Magdalena. „Darum wollen wir sie auch nicht hören. Wir wollen jetzt keine fröhlichen Geschichten hören. Wir sind sehr traurig und brauchen etwas Ruhe.“

„Ich bin auch traurig.“, erklärte Maria, die Mutter des Joses. Sie behielt für sich, dass sie nicht wie andere trauerte. Die einen schrien vor Schmerz, zerrissen ihre Kleider oder rupften sich Büschelweise Haare aus. Die anderen wurden ganz still, sanken mit kummervoller Miene in sich zusammen und taten gar nichts. Daran hatte niemand etwas auszusetzen. Aber wenn sie einfach über Jesus reden wollte, weil sie es nicht ertrug, dass er für immer verloren war, dann hatte dafür niemand Verständnis. Er war der einzige Mensch, der immer freundlich zu ihr gewesen war, ihr geduldig zugehört hatte und auch eingegangen war auf das, was sie gesagt hatte, der mit ihr gelacht und sie in schweren Stunden getröstet hatte.

Maria, die jetzt die Mutter des Joses war – und darauf hatte man sie reduziert, sonst wäre sie niemand gewesen – erinnerte sich gut daran, wie alles angefangen hatte. Die Frauen in ihrem Dorf und in ihrer Verwandtschaft, die schienen alle zu wissen, wie man Dinge tat und wie man sie nicht tat. Sie waren sich alle einig, eine eingeschworene Gemeinschaft. Jede achtete jede und war gern mit jeder zusammen. Ihre Cousine Maria, die Tochter der Anna, war schon ein wenig aus der Art geschlagen, die hatte auch nie so richtig dazu gehört. Aber sie wurde mit Respekt behandelt, höflich und vorsichtig.

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