wie Blumen in einem Garten
[ein „namenloser Schüler“ des berühmten persischen Dichters
Hafiiz
, 15. Jahrhundert]
{nebenbei: Räucher-Rezepturen finden Sie weiter hinten im Buch}
A
ber nicht nur zu und bei sakralen Riten hatte und hat der Weihrauch eine wichtige Bedeutung, sondern auch in der Heilkunde (Erfahrens- wie Natur-Medizin) hatte der Weihrauch einen wichtigen Stellenwert inne und es schient, als wenn dieses uralte Heilmittel gegenwärtig (s)eine Renaissance - und sogar, wenn auch nur sporadisch und sehr zögerlich, in der „Schulmedizin“ - erfahren würde.
Doch dazu später mehr.
Von Weihrauch und von Weihrauch!
Auf jeder Packung, auf der „Weihrauch draufsteht“, da ist auch stets „Weihrauch drinnen“!
Und wie auch sonst: „auf den Inhalt kommt es an“, will heißen, auf die „Weihrauch(harz)-Sorte.
Nachstehend - kurz & knapp - eine
„kleine Warenkunde“ rund um den Weihrauch
.
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Indischer Weihrauch (Boswellia serrata)
Weihrauchharz von allerhöchster Qualität. * Das in der Heilkunde ausschließlich verwendete Weihrauchharz!
Er vermittelt Stärke, Reinigung, Kraft und Energie.
Boswellia serrata
wirkt direkt & unmittelbar auf den Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns). Er reguliert Angstgefühle, gleicht Stimmungsschwankungen aus, ist emotional beruhigend, wirkt bei leichtgradigen depressiven Verstimmungen und bei physischer wie neuro-mentaler Erschöpfung.
Diese Sorte besitzt die Fähigkeit, den Atem zu vertiefen und zu verlangsamen, wodurch Körper und Geist leichter in einen meditativen Zustand kommen. Diese „Wirkung“ kommt besonders effektiv zum Tragen bei gleichzeitigen meditativen und relaxierenden Übungen.
Diese Sorte kann sehr gut pur verräuchert werden; ist aber auch sehr gut zu mischen mit z.B. Myrrhe, Myrte, Tonka, Zeder, Styrax u.a.m.
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Olibanum (Weihrauch) „Aden“
Dies ist ebenfalls eine hochwertige Weihrauch-Qualität.
Diese Sorte kann sehr gut pur verräuchert werden; ist aber auch sehr gut zu mischen mit z.B. Myrrhe, Zimt, Kiefer, Sandelholz, Lavendel, Orange, Kampfer, Basilikum, Pfeffer u.a.m.
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Olibanum „Somalia“
Auch genannt: Olibanum carterii.
Diese Sorte besitzt mittlere Qualität.
Diese Sorte kann sehr gut pur verräuchert werden; ist aber auch sehr gut zu mischen mit z.B. Myrrhe, Zimt, Kiefer, Sandelholz, Lavendel, Orange, Kampfer, Basilikum, Pfeffer u.a.m.
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Gelber Weihrauch
Diese Sorte eignet sich besonders zur Reinigung von Räumen. Räuchern Sie die Räume z.B. nach einer überstandenen Krankheit, um die Luft wieder rein werden zu lassen.
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Goldener Weihrauch
Diese Sorte erzeugt eine wohlig-entspannte Atmosphäre und Stimmung.
Wird auch
„Königsweihrauch“
genannt; es handelt sich dabei um Weihrauch nach ‚arabischer Tradition‘, geröstet und mit goldener Pflanzenfarbe glasiert. Er macht hell und freundlich und ist für alle fröhlichen Anlässe geeignet. Auch heute noch oft verwendet als „traditioneller
Dreikönig-Weihrauch“
!
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Grüner Weihrauch
Grüner Weihrauch - auch bezeichnet als
‚Omanischer Weihrauch‘
- [Herkunft ist das Sultanat Oman] ist besonders geeignet für „Erfolgs-Rituale“, um Wohlstand in ihr Leben zu bringen. Grün ist die Farbe des Geldes. Er zeichnet sich aus durch ein zitronig-limetten-artziges Aroma. Nebenbei: Stammpflanze ist Olibanum sacra.
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Roter Weihrauch
Das Räuchern von rotem Weihrauch stärkt Partnerschaften. Besonders wirkungsvoll bei Liebesritualen; bewirkt vielmals „wahre Wunder“.
Weihrauch gilt als Vermittler zwischen der materiellen und der geistigen Welt.
Roter Weihrauch
steht für das Element Feuer.
Er wird daher für Marsrituale, Liebeszauber und Lebenslust verwendet. Auch soll er dabei helfen, Kraft und Energie freizusetzen.
Das mag als „kleine Übersicht“ genügen.
Medicus curat – Natura sanat!
So lautet der sehr alte Spruch in voller Länge; was übersetzt heißt, dass der Arzt (Behandler) sich bemüht, den Patienten von einer Krankheit wiederherzustellen, die Natur mit all ihren Möglichkeiten aber zu heilen vermag.
Seit Urzeiten war ist der Weihrauch - und dies wie gesehen neben der Verwendung zu kultischen und religiösen Handlungen und Zere-monien - auch immer
„Heilmittel“
gewesen.
Gemeinsam soll nun diese „Seite“ des Weihrauchs aus zwei Blickwinkeln betrachtet und beleuchtet werden; einmal - so wie es auch früher war -, die
„Heilkunde von Gestern“
und dann aber auch - so wie es gerade gegenwärtig brandaktuell ist - die
„Medizin von Heute“
.
U
m es gleich und vorweg herauszustellen:
Sie werden mindest überrascht sein, wenn Sie nach diesen beiden Epochen der Heilkunde/Medizin und der Anwendung des Weihrauchs in der Therapie feststellen werden (müssen), dass schon in sehr frühen Zeiten Weihrauch für Krankheiten eingesetzt wurde - und erfolgreich zudem -, für Indikationen also, die in diesen Tagen wieder in der aktuellen Fachdiskussion stehen und wo nunmehr Wirkungsnachweise den Einsatz auch „wissenschaftlich“ absichern.
Ich kann es mir einfach nicht verkneifen:
„
Erfahrungsmedizin“
(oder „Erfahrensheilkunde“ {?}) macht also doch Sinn und hat nichts zu tun mit Kurpfuscherei oder Scharlatanerie und ist also doch zumin-dest eine überdenkens- und einbeziehenswerte Medizinrichtung oder ein Teilbereich der
„ganzheitlichen naturheilkundlichen Medizin“
!
Nicht mehr, aber auch nicht weniger!
Wenden wir uns - nach dem Exkurs in die kultisch-religiös/sakralen-spiritistischen Sphären - nunmehr der Bedeutung des Weihrauchs - und hier werden ohne sonderliche Unterscheidung nach „Aden-„, „Somali-„ oder „Indischem Weihrauch“ alle diese Spezies einheitlich auf den Prüfstand gestellt - in der Heilkunde zu.
Wagen wir zuerst den Blick zurück zur Bedeutung des Weihrauchs in der heilkundlichen Anwendung früherer Epochen.
Schon im Altertum bewährt …
D
ies gilt unisono für die Heilkundigen in Arabien wie auch in China und Indien.
Schon die alten Ägypter verwendeten „arabischen Weihrauch“ gegen mancherlei Beschwerden und Krankheiten, so bei Entzündungen des gesamten Magen-Darm-Traktes.
Übrigens:
Auch heute werden diese arabischen Weihrauch-Harze noch immer angeboten als
„Aden-„ und „Somalia-Weihrauch“
. Beim Weihrauch aus Asien handelt es sich stets um den
„Indischen Weihrauch“
.
Sowohl innerlich wie äußerlich wurde der Weihrauch viel verwendet gegen mancherlei Hautunreinheiten und Hautleiden (heute nennen wir diese u.a. Schuppenflechte, chronische Ekzeme und auch allergische Ekzeme) und dies (und ohne Kenntnisvermittlung untereinander) sowohl in der arabischen Welt wie auch in der Ayurveda-Heilkunde Indiens.
Verweilen wir einen Augenblick bei der
„Ayurveda-Heilkunde“
, also der
„Lehre vom langen Leben“
{?}:
(Abb. Gott Dhanvantari taucht aus dem Milch-Ozean auf, den Krug mit dem Nektar des Lebens in der Hand * Quelle: de.wikipedia.org)
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