Andrea Schatz - YOHO oder das Geheimnis des Unsichtbaren

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Es ist wohl das Beste, der Reihe nach zu erzählen … sei es als reine Meditationsübung, als bereinigender Rückblick oder – ein schöner Gedanke – als Ermutigung für Menschen, denen Ähnliches widerfahren ist, denn im Februar 2015 bekam ich die Diagnose «Brustkrebs» vor den Latz geknallt. Und ich hatte wider Erwarten eine gute Zeit damit. Mein Anliegen: zu zeigen, dass die alltäglichen, scheinbar unwichtigen Dinge es wert sind, erzählt zu werden, so wie sie es wert sind, erlebt zu werden, denn ich war während meiner Therapie so sehr mit ihnen beschäftigt, sie machten mich so glücklich, dass ich «das große Thema» teilweise komplett vergaß, ohne je die Realität zu verdrängen. Das war der beste Teil meiner «systemischen Therapie». Meine Erkrankung war und ist Teil meines Lebens, aber nicht mein komplettes Leben. Egal was kommt – das Bisherige war gut.

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Ich blieb Beobachterin, doch durch meine zackigen Kopiererfolge erhöhte ich gleichzeitig meinen Einfluss auf das Gewebe, festigte damit meinen Anteil als Stake­holder und wurde so zum unerlässlichen Bestandteil im Körper meiner Wirtin. Natürlich führte diese Home-sweet-Home-Gemütlichkeit auch zu einer gewissen Träg­heit meinerseits, und da mich die aufwendige Kopisten­arbeit doch etwas angestrengt hatte, ließ ich mein Leben recht gemächlich vor sich hin trudeln. Ich bin keine Freundin kurzfristiger Erfolge. Man sieht ja an der Börse und in den Konzernen, wohin dies führt. „Mach mal langsam, Cellula“, sagte ich mir, „Geduld ist eine Tugend“.

„Geduld ist eine gute Eigenschaft; aber nicht, wenn es um die Beseitigung von Missständen geht“, zitierte Odyssea ausgerechnet Margaret Thatcher. Natürlich sah Odyssea ihr Leben nicht als Missstand an. Sie wollte nur ein paar Weichen stellen und vorübergehend etwas kürzer treten, da die Alltagsanstrengungen sie öfter lähmten und sie fühlte, dass dies durch eine motivierende neue Herausforderung zu ändern sei. Gleichzeitig sollte sie sich, egal wobei, davon auch noch ernähren können, und auf der Suche danach musste sie – nicht gerade ihre Stärke – Geduld haben.

Wachstum

Nach erfolgter Standortsicherung und der damit verbun­denen Vermeidung eines krassen Kulturschocks – man stelle sich nur vor, während der Auswanderungsreise gegen aggressive Magensäfte seine Frau stehen zu müssen – wurde ich, die gemütliche Cellula, plötzlich über­rumpelt.

Ohne dass ich in Eigenregie hormonelle Düngemittel zugegeben oder meine Geduldmaxime in Frage gestellt hätte, kam mir Odyssea auf die Schliche. Ich mochte noch so gut getarnt sein, gegen das Riesenvieh von Ultra­schallkopf mitsamt klebriger Masse hatte ich keine Chance. Ich zog mich vorsichtig aus meinem Liegestuhl in den Schatten einer Drüse zurück, doch es wurde so lange gesucht und gedrückt und umher geschoben, bis meine hippe gezackte äußere Aufmachung zum Vor­schein kam. Ich war entlarvt!

Zeitgleich ließen mir die Botenstoffe ausrichten, dass Odyssea inzwischen Nägel mit Köpfen gemacht hatte und die ersten Schritte in Richtung ihrer wahren Selbst­verwirklichung ging. Da wurde ich zum ersten Mal wirklich wütend! Wie viel Energie hatte ich darauf verschwendet, ihr klarzumachen, dass es Zeit für eine Veränderung war, und nun kam sie mir einfach zuvor! Ihre zähe Unentschlossenheit hatte mich doch förmlich gezwungen, aktiv zu werden!

Sollten meine Anstrengungen umsonst gewesen sein? Aus Enttäuschung und Wut nahm ich mir vor, meinem zweiten Vornamen – Karzinoma – ab sofort mehr Gewicht zu verleihen. Ich musste einfach klarstellen, dass sich eine Cellula Karzinoma nicht so leicht aus dem Konzept bringen ließ. Ehre, wem Ehre gebührt!

Schnell realisierte ich, dass mein Ziel erreicht war: Die Wirtin hatte endlich ihren Untermieter erkannt. Kichernd und stolz begann ich von der Eröffnung eines effizienten Milchwerks (mit Optionen für weitere Niederlassungen in der Biobranche) zu träumen.

Trotz meiner Freude vergingen die folgenden Tage in einer Art seltsamem Sog. Ich begann, mich in Odyssea hineinzuversetzen. Dabei konnte ich nicht immer neutral bleiben. Es war, als spürte ich zeitgleich ihr Neben-sich-Stehen und In-sich-Gehen. Da waren ihr erster Umgang mit Diagnose und Prognosen sowie Überlegungen zu Organisatorischem. Es war kein Zusammenbruch ihres Weltbildes zu erkennen, was mich ehrlich freute. Im Gegenteil schien mir ihre Haltung eher pragmatisch, realistisch und doch sensibel sich selbst und ihrer Um­gebung gegenüber.

Sicherlich spielte Odysseas philosophische Ader eine Rolle bei ihrer ruhigen Reaktion auf meine Intervention. Vor kurzem hätte ich mich deswegen noch beleidigt beschwert, doch seltsam, ich fühlte mich ihr irgendwie verbunden. Dieser für mich ungewohnte ganzheitliche Ansatz wunderte mich, und gleichzeitig wollte ich ihn nicht wahrhaben, da nicht als Voraussetzung zur objektiven Feldforschung geeignet.

In dem sich nun ergebenden Bild konnten wir beide existieren, ohne uns im Wege zu stehen. Diese Erkennt­nis hätte ich auch als friedliche Cellula gewinnen können. Ich fragte mich, ob meine Kopierwut ein Trugschluss gewesen war. Woher der Drang zu zackigem Outfit und unkontrollierter Vermehrung? Aus falschem Ehrgeiz?

Im Feld

Ich bin erwachsen geworden. Ausgestattet mit einem professionellen histologischen Befund und einem beacht­lichen Vorrat an überexpressiven HER-2-Neu-Rezep­toren, betrete ich selbstbewusst das Feld der klini­schen Prominenz. An meiner Größe, Lage und Aus­dehnung sowie den Östrogenrezeptoren muss ich zwar noch arbei­ten, aber ich bin zuversichtlich: Der Jugend Fleiß, des Alters Ehre.

Dass meine Wirtin nicht für eine klinische Studie in Frage kommt, ist wirklich schade. Odyssea passt einfach in kein Raster – das hätte ich den Ärzten bereits vorab sagen können. Sie will sich einfach nicht kategorisieren lassen, in keinem Bereich des Lebens. Schon fühle ich wieder diese Verbundenheit mit ihr, das Eins-Sein auf eine seltsame Art.

Der neue Kulturkreis des Medizintempels, in den wir Eintritt gefunden haben, fasziniert mich, er scheint eine unerschöpfliche Spielwiese zu sein. Ich fühle mich zu Höherem berufen und bin entschlossen, weiter auf diesem Pfad zu wandeln, Studie hin oder her. Mit zahlreichen Gleichgesinnten habe ich bereits Freundschaft geschlossen; tausende Zellinformationen aus zahlreichen Wirten bieten mir die spannendste Lektüre seit Jahren. Die Luft riecht förmlich nach Abenteuer.

Währenddessen lernt Odyssea Prognosen einzu­schätzen, stellt Fragen und bleibt trotz angekündigter Unannehm­lichkeiten zuversichtlich. Sie erzählen ihr, dass das Raubtier noch im Käfig sei. Das stimmt, aber nur deshalb, weil ich unauffällig bleiben und in Ruhe meine Forschungen voranbringen will ... und weil mein gemüt­licher Charakter immer die Oberhand gewinnt.

In diesem überwiegend für Frauen angelegten Labyrinth erscheinen täglich Hunderte Menschen mit höchst inter­essanten Zell- und Gewebestrukturen. Am liebsten würde ich ein ausgiebiges Patientinnen-Hopping buchen, um an alle Informationen zu kommen. Allein die kultu­relle Vielfalt und vertretenen Altersklassen bieten Stoff für ein mehrteiliges Werk.

Die Menschen ähneln meinem Zusammenspiel mit Odyssea, sind genervt und gleichzeitig geduldig, kämpfe­risch und ergeben. Die Frauen mit den dickeren Bäuchen sind am fröhlichsten, manche von ihnen auch leidend. Einige reden wie ein Wasserfall, andere schauen resig­niert vor sich hin. Besorgte männliche Begleiter wechseln sich mit denen ab, die sich offensichtlich fehl am Platz fühlen. Viele kehren nach einigen Stunden wieder in ihren Alltag zurück. Solange sie im klinischen Tempel sind, verhalten sich die meisten roboterhaft, mit Zetteln und Akten versehen, schnellen Schrittes vorüber­eilend. Ein Teil des Klinikpersonals trägt seltsame Uniformen; sie sind wohl als Abwehrschirme gegen Typinnen wie mich gedacht.

Es ist unmöglich, diese Beobachtungen systematisch zu gliedern. Sie wären eine komplett neue Studie wert – vielleicht liegt hier meine Zukunft.

Die einzig unangenehmen Unterbrechungen meiner Forschungstätigkeit sind die therapeutischen Schlag­wörter, mit denen man Odyssea hypnotisiert. Ich reagiere von Haus aus allergisch auf den kleinsten Hinweis im Zusammenhang mit Operationen, Zyto­statika, Radio­aktivität und anderweitiger Medikation.

Ernte

Die eingangs angeführte Lebendigkeit meines Forschungsgebietes bezieht sich längst nicht mehr nur auf das lebendige menschliche Wesen, meine Wirtin, und mich als leuchtendes Beispiel einer lebendigen Zelle. Die Lebendigkeit des Lebens selbst hat meine Wirtin und mich erobert. Wie Weizenähren kurz vor dem Abmähen knistern und fast zerspringen, begannen Odyssea und ich zeitgleich vor der Intensität der Wahrnehmungen zu erbeben.

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