Andrea Schatz - YOHO oder das Geheimnis des Unsichtbaren

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YOHO oder das Geheimnis des Unsichtbaren: краткое содержание, описание и аннотация

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Es ist wohl das Beste, der Reihe nach zu erzählen … sei es als reine Meditationsübung, als bereinigender Rückblick oder – ein schöner Gedanke – als Ermutigung für Menschen, denen Ähnliches widerfahren ist, denn im Februar 2015 bekam ich die Diagnose «Brustkrebs» vor den Latz geknallt. Und ich hatte wider Erwarten eine gute Zeit damit. Mein Anliegen: zu zeigen, dass die alltäglichen, scheinbar unwichtigen Dinge es wert sind, erzählt zu werden, so wie sie es wert sind, erlebt zu werden, denn ich war während meiner Therapie so sehr mit ihnen beschäftigt, sie machten mich so glücklich, dass ich «das große Thema» teilweise komplett vergaß, ohne je die Realität zu verdrängen. Das war der beste Teil meiner «systemischen Therapie». Meine Erkrankung war und ist Teil meines Lebens, aber nicht mein komplettes Leben. Egal was kommt – das Bisherige war gut.

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Während sich eine meiner jungen Kolleginnen einen Spaß erlaubte und mich mit einem „Ätsch, beim privaten Handygebrauch ertappt!“ foppte, versuchte ich tapfer zu lächeln, mich zu beherr­schen und gleichzeitig mein Bedauern darüber, die Volkshochschulkurse sicherlich wieder stor­nieren zu müssen, zu überspielen. Mechanisch machte ich mich auf den Weg ins Büro, um erst einmal weiterzuarbeiten, um später zu über­legen, machte aber nach drei Schritten kehrt, ging zurück ins Bespre­chungszimmer, schloss die Tür und versuchte meinen Lebensgefährten anzurufen. Der war leider nicht erreichbar, ich schrieb eine kurze SMS, klopfte bei meinem Chef und faselte etwas von früher gehen und Arzttermin, er nickte und schon klingelte mein Mobiltelefon, keine fünf Minuten später stand das Auto meines Lebens­gefährten vor dem Ein­gang und wir fuhren – nicht nach Hause, aber an den Fluss, der viele Geheimnisse kennt: an die Balinger Eyach.

Tagebucheintrag: Wer zieht hier die Fäden?

Mein Mikrokosmos ist unzweifelbar

biologisch erklärbar

histologisch überschaubar

ursächlich unklar.

Unser Makrokosmos ist anzweifelbar

philosophisch diskutierbar

wissenschaftlich nicht beweisbar

im Großen und Ganzen ungreifbar.

Im Rückblick finde ich es erstaunlich, wie ruhig ich geblieben bin. Mit 48 Jahren spürte ich zum ersten Mal etwas von der Tragweite der End­lichkeit des Daseins, doch gleichzeitig hatte ich den Eindruck, es handle sich um kurz­fristige Terminänderungen und nicht um eine potentiell lebensbedrohliche Diagnose namens Brustkrebs. Ein Riesenkompliment an meine Gynä­kologin, meinen Lebensgefährten und meinen Hausarzt, die allesamt Bodenhaftung bewahrten, nicht um den heißen Brei herumredeten und dennoch die unfrohe Botschaft mitfühlend mit mir trugen und mir Vertrauen in die bevor­stehende Thera­pie mit auf den Weg gaben.

Nach dem ausführlichen Gespräch mit meiner Ärztin war ich sofort einige Tage krank ge­schrieben, um meine Gedanken sortieren zu können. Ich schnappte mir das Fax mit dem pathologisch-anatomischen Gutachten und setzte mich ans Internet, um die mir nicht bekannten medizini­schen Begriffe zu deuten. Nur gut, dass ich beruflich bereits mit der medi­zinischen Termi­nologie in Berührung gekom­men war; doch der Bericht war gespickt mit irre­führenden Begriffen. Es war etwas gruselig, sich durch so viele Definitionen zu klicken, in denen überall Schlagwörter wie Überlebensrate, Rezi­div, töd­licher Verlauf, Sterblichkeit, Heilungs­chancen laut Statistik usw. enthalten waren. Sobald ich die wichtigsten Begriffe gefunden hatte, fuhr ich den Computer aus der aberg­läubischen Sorge, beim Weiterlesen dem siche­ren Tode geweiht zu sein, herunter. Ich hatte jetzt ein unschar­fes Bild von einem invasiv-duktalen Karzinom NST (no special type), das mäßig differenziert war (G2), dass der Tumor noch recht klein war (< 2 cm), bei Draufsicht auf 9 Uhr stand und damit gut operabel sein sollte, die Proliferations­rate mit 10 % nicht zu beängstigend war, dass der positive Hormon­rezeptorstatus für eine Therapie vorteilhaft war und dagegen der HER-2/Neu-Rezeptor (ein Protein) mit starker Aus­prägung Score 3+ weni­ger vorteilhaft war.

Das K-Wort wirkte nun weniger bedrohlich, ich konnte es aussprechen und denken, auch wenn ich es anderen gegenüber eher vermied (ersetzt durch den Begriff „Tumor“). Ein Krebs war an und für sich ja etwas Schönes, ich hatte im Urlaub schon kleine Krebse fotografiert, die sich zwischen Felsritzen versteckten und doch neu­gierig daraus hervor lugten. Außerdem war mein Lebensgefährte im Sternzeichen Krebs geboren, das konnte also nur Gutes bedeuten. Man legt sich die Dinge eben so lange zurecht, bis sie passen. Dass ich buchstäblich Glück im Unglück hatte, wurde mir erst später in der Klinik, als ich Menschen mit viel schwerwiegenderen Dia­gnosen oder weit fortgeschrittenen Krankheits­stadien traf, richtig bewusst.

Es folgten angenehme Tage. Ich erinnere mich an mildes Frühlingswetter, an die Stunden, die ich im gemütlichen Sessel unseres Wintergartens verbrachte, wo sich die vielen neuen Informa­tionen und wirren Gedanken setzen konnten: Ich war dankbar für eine recht gute Prognose (Brustkrebs ist heilbar), genoss die wärmenden Sonnenstrahlen, hatte keinen Zusammenbruch meines Weltbildes erlitten, endlich Zeit zu lesen, hatte auf weitere Deutungsversuche von Histo­logie / Pathologie im Internet verzichtet (dort ist nichts so sicher wie der Tod). Ein gewisses Freiheitsgefühl ersetzte das surreale Schweben, ich bereute meinen beruflichen Schritt nicht im geringsten und verspürte eine ruhige Zuversicht, dass alles gut gehen würde, und da war auch ein ruhiges, natürliches, tiefes Grundvertrauen mir selbst gegenüber. Es war einfach da, und dafür war ich ebenso dankbar wie ich froh war, dass der Tumor durch meinen Gang zur Vorsorge überhaupt entdeckt werden konnte. Dass alles gut werden würde, wusste ich von meiner sechsundachtzigjährigen Mutter, die in ihrem Leben viele schwere Wege gehen musste und vor vielen Jahren die damals noch zu härteren Bedingungen als heute durchgeführte Therapie eines Schilddrüsenkarzinoms überstanden hatte. Warum sollte ich es nicht auch schaffen? Zu dem Zeitpunkt hoffte ich, die bereits in Aussicht gestellte Chemotherapie nach der OP nicht antreten zu müssen – was ungefähr so naiv war wie mein Versuch, meiner Ärztin bei der Vor­sorgeuntersuchung die entartete Zelle als harm­lose Zyste zu verkaufen.

Blieb der Umgang mit der Familie und der Öffentlichkeit Welches war der - фото 1

Blieb der Umgang mit der Familie und der „Öffentlichkeit“. Welches war der schwierigere Part? Die Familie, würde ich sagen. Wegen der Emotionen. Und enge Freunde. Auf das Ver­halten der vielen anderen hatte ich eh keinen Einfluss. Ich ging Schritt für Schritt vor, suchte mir einen Freitagnachmittag als unspektakulären letzten Arbeitstag aus und verabschiedete mich im engeren Kollegenkreis mit kleineren Abschiedskärtchen und Gags.

Tagebucheintrag:

Lieber Chef und liebe Hühner. Schwerfallendes Be­kenntnis bei der lieben Freundin, die mich als einzige ganz genau versteht. Weitere mir wichtige Personen informiert, die es von mir direkt erfahren sollen. Familie noch offen – wie sage ich es der Mutter?

Ich versuchte es, sie ging mir zweimal durch die Lappen, und es war klar, dass ich sie gerne ent­wischen ließ. Der dritte Anlauf gelang. Ich sprach sehr behutsam, was gar nicht einfach war, weil sie schlecht hört und ich die klinischen Begriffe in möglichst einfacher Übersetzung darbieten musste. Ich hörte mich selber von Premiere und Abenteuer faseln (ich war bis dato noch nie Patientin in einem Krankenhaus gewe­sen), von guten Aussichten, von ihr als meinem großen Vorbild, von Organisatorischem, vom Genießen des tollen Frühlingswetters. Große Erleichterung, sie blieb cool. Eine Woche später würde sie mich vorsichtig fragen, ob es denn bösartig sei. Ich bejahte und dankte der Gnade des fortgeschrittenen Alters.

Nachdem der wichtigste Personenkreis Bescheid wusste (auch hier betonte ich die gute Thera­piemöglichkeit im Sinne von „Glück gehabt“ und „Alles halb so wild“), war es mir sehr wich­tig, das Steuer der Informationen in meiner Hand zu halten. Direkt und offen, wenn auch verständnisvoll, teilte ich meinem Umfeld mit, dass ich gegen betontes Mitleid oder gar Gejammer immun sei und dass die nächsten Monate zwar ein wichtiger Teil meines Lebens seien, dieses aber nicht durchgängig bestimmen würden. Ich bin ein Mensch, der viel mit sich selbst ausmacht, und das wollte ich beibehalten. Der Gedanke an den Empfang von Anstands­besuchen während der Chemotherapie oder stundenlange Telefonate über das eine große Thema war mir zuwider, einen ganz kleinen Kreis hielt ich danach immer auf dem laufenden und das war völlig ausreichend. Denn ich wollte ja auch meine anderen Pläne voranbringen bzw. umsetzen, auch falls manches nur langsam oder eingeschränkt machbar sein sollte. Das Positive an einer solchen Situation – dem Umgang mit Informationen über die Krankheit, Selbst­läufern und Gerüchten, Tratsch und Klatsch – ist, dass man die Menschen noch besser kennen­lernt. Es ergibt sich Nähe, wo man es nicht unbedingt erwartet hätte, und man lernt, sich von Personen und Situationen, die einem nicht unbedingt gut tun, zu distanzieren. Wichtig war es jedoch auch, den Menschen gegenüber nachsichtig zu sein – ich hätte nie gedacht, dass mir das gelingen würde, denn es war auch etwas anstrengend, wenn sich Blicke auf der Straße und das Ver­halten mancher Menschen änderten. Und doch schaffte ich es, die nötige emotionale Distanz zu wahren, die ich ganz unbescheiden meiner philosophischen Ader und meinem Bauchgefühl zuschreibe – plötzlich war ich die­jenige, die der Unsicherheit anderer mit Em­pathie begegnete. Die Macht der Verletzlichkeit hatte mich nicht besiegt; ich konnte meine körperliche Verletz­lichkeit als vorübergehendes Schicksal akzep­tieren, wäh­rend meine seelische Verletzlichkeit mich gar nicht erst herausfor­derte. Ich war wirklich authentisch und freute mich über dement­sprechendes bestätigendes Feedback. Oft lächelte ich in mich hinein und sagte mir „Nun bist du also berühmt geworden“, wenn auch nur in einem 600-Seelen-Dorf und einigen kleineren Kreisen außerhalb. Interessant war die unter­schiedliche Wirkung meiner Situation auf jüngere Frauen, die eher auf Körperbild und Beziehung fixiert waren, auf Gleichaltrige, die häufig pragmatisch reagierten, und auf viele ältere Frauen, die mit einer gewissen Hilflosig­keit auf meine Berichte reagierten. Das K-Wort fanden die meisten sehr abschreckend, weshalb ich es meist vermied.

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