Mike Nebel - Tschapka

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An der Uni durchgerasselt, Schnupperkurs in einer Drückerkolonne, Schrottverkäufer in Russland. Anfang der 90er Jahre nimmt Ronny Luschkes Leben an Tempo auf. Neue Erzählungen aus dem Leben des Lebens- und Überlebenskünstlers Ronny Luschke, voller skurriler Begegnungen, Situationen und Abenteuer. Ein Muss für jeden Ronny Fan und für all die, die es werden wollen!

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„Warum sehe ich immer wieder nur dieselben Namen ganz oben? Meine Top-Verkäufer!“, schrie Kaportzke mit süffisantem Unterton in die Menge. “Und immer wieder dieselben Namen ganz unten? Meine Top-Pfeifen! Warum schaffen es meine Top-Pfeifen nicht einmal bis ins hintere Mittelfeld? Haben sie möglicherweise immer noch nicht begriffen, worum es mir geht? Haben sie tatsächlich nicht begriffen, wie man Geld verdient?“

Dass Kaportzke nicht zu den Leuten gehörte, die Gedanken daran verlieren, um den heißen Brei herumzureden, hatte ich mir schon gedacht, sein Auftakt war jedoch brachialer, als ich mir vorstellen konnte. Er war klar auf Angriff gepolt. Kaportzke stellte noch weitere fünf, rein rhetorische Fragen und bekam, wenig überraschend, keine Antworten. Warum auch, ich war mir sicher, Kaportzke hätte seine süffisanten Fragen jederzeit selbst beantworten können, was er dann auch tat. Kurz und bündig beendete er seine Ouvertüre mit – einfach nicht begriffen, diese Idioten!

Die letzten fünf der „Verkäuferhitparade“, allesamt waren sie ohne jeglichen Verkaufsabschluss, wurden von Kaportzke unisono zu Komplettversagern erklärt. Sie mussten sich auf sein Kommando von ihren Stühlen erheben und wurden zu Kaportzkes persönlicher Beleidigungsarie freigegeben. Auf der Hitparade – ich dachte einen Moment an die echte Hitparade, dort, wo auch die schlimmste Schnulze noch frenetischen Beifall bekommt – gab es zwei Meiers. Der eine ganz oben, der andere war einer von den fünf Pfeifen. Kaportzke nannte letzteren nur Versager-Meier. Genüsslich, abwertend und immer wieder aufs Neue.

„Versager-Meier, warum schadest du nicht nur dir, sondern auch mir? Warum willst du, dass ich diesen Monat nicht eine goldene Rolex bekomme, die ich bekommen könnte, wenn du daran denken würdest, mit dem Verkauf zu beginnen? Wie lange soll ich noch auf dich warten, Versager-Meier, sage es mir, wie lange? Wann trittst du dir selbst in den Arsch und lieferst mir endlich mal ein paar Abschlüsse? Oder wartest du darauf, bis ich dir mal richtig in den Arsch trete? Aber das kann ich dir nicht empfehlen, denn dann würde sich die Spitze meiner Stiefelette tief in deinen Versagerarsch bohren, klar?“

Versager-Meier sagte nichts und nickte nur unentwegt unter dem Reigen an Beleidigungen, die auf ihn niederprasselten. Während Kaportzke sich die anderen vier aus der Riege der Abschlusslosen vorknöpfte, suchte ich Kreische auf der Hitliste. Ich fand ihn im hinteren Mittelfeld. Immerhin. Und sein Name war Tobias Kreischke. Jetzt weiteten sich allerdings meine Pupillen. Kreischke ohne - K - war Kreische. Luschke ohne - K - weckte Kindheitserinnerungen in mir. Ich konnte mir zwar zu diesem Zeitpunkt kaum noch vorstellen, Kaportzkes Club der Erniedrigungen beizutreten, und sollte es doch geschehen, bangte ich darum, mich nicht in den unteren Regionen zu Versager-Meier gesellen zu müssen, was bedeuten könnte, wieder als Luschke ohne - K - gebrandmarkt zu werden. Womöglich der alles entscheidende Grund, in der ersten Kaffeepause nun doch das Weite zu suchen. Das eine „Ich“ drängte mich ständig zur Flucht im passenden Moment, das andere „Ich“ sah es allerdings deutlich gelassener, da dieses „Ich“ mir einhämmerte, ich wäre doch nichts anderes als nur ein Gast in diesem absurden Schauspiel. Ein Zuschauer in hinterster Reihe, dem nichts passieren könne.

Nachdem Kaportzke die letzten fünf der Hitliste ausreichend rundgemacht hatte, wandte er sich seinen Lieblingen zu, seinen Besten. Den Top Drei. Kaportzke winkte alle drei mit hektischen Handbewegungen zu ihm nach vorn. Natürlich saßen sie in der ersten Reihe, trugen allesamt feinen Zwirn, einer strich sich sogar mehrmals über sein Jackett, als er sich erhob, ein anderer machte triumphierend zwei Fäuste, die er uns entgegenhielt, der dritte im Bunde schien mir wie ein Dauergast unter den Besten zu sein, er war der Freude wohl längst überdrüssig und blickte nur verächtlich über die Tische. Wir durften nun applaudieren. Wir mussten nun applaudieren. Ich klatschte lange und war der Letzte, der mit Applaus aufhörte. Kreische schoss wieder Blut in seine eh getrübten Rotlinsen. Während alle ihren Applaus gaben, drehte sich Kreische eine Kippe für die erste Pause. Ich wusste, er verachtete mich schon allein meines Applauses wegen. Vielleicht am Abend an der Hotelbar mit Kreische ein paar Biere trinken und Biere machen Menschen warm untereinander. Wo gibt es schon Liebe auf den ersten Blick, schon gar nicht in einer Herde von Drückern, Ronny. Die ersten drei bekamen dann ihre Preise überreicht. Sehr merkwürdige Preise. Der Beste bekam ein Wochenende in einem Mietwagen geschenkt. Keinen schrumpeligen Kleinwagen, sondern offen und sportiv, um mit der Freundin in Dauerschleife schnittig um die Blocks brausen zu können. Will ich nicht, dachte ich mir. Der zweite einen Gutschein vom Elektrohandel, will ich auch nicht, und der dritte im Bunde einen CD-Spieler, gähn, hau mir bloß ab damit, Kaportzke. Wenn schon kein Bargeld, dann wenigstens dreißig Flaschen Rotwein, oder eine kleine Beteiligung an einer Brauerei, kam mir in den Sinn. Die Gewinner spielten ein wenig Freude und Überraschung vor, und der Rest wurde erneut zum Applaudieren aufgefordert. Dieses Mal machte ich es wie Kreische, keinen einzigen Klatscher, nur zweimal dumpfes Klopfen auf den Tisch.

„Scheiße Prämien hier in der Firma, alles für ‘n Arsch. Ein Wochenende frei innen Puff und frei Saufen, okay, oder richtig Asche auf die Kralle, aber nicht so“, raunzte mir Kreische zu. Und mir fiel auf, Kreische und ich, wir wurden langsam warm, auch ganz ohne Bier.

Nach der feierlichen Preisvergabe holte Kaportzke zu einer ausufernden Rede aus, zu der er sich vorab ein Mikrofon geben ließ, und sich somit die Lautstärke seiner Worte mindestens verdoppelte. Doch das war noch nicht alles. Kaportzke ließ sich von einem seiner Jünger aus der ersten Reihe einen Tritt reichen, der einsatzbereit neben der Bühne gestanden haben musste, um sich sodann auf diesem zweistufigen Tritt hinter einem Stehpult in eine erhöhte Rednerstellung zu bringen. Die vorderen Reihen blickten nun nach oben wie zu Gott. Oder hinauf zu Kaportzke. Kreische und ich blickte geradeaus wie immer, auch ein Vorteil der letzten Reihe. Kaportzke war nun zweieinhalb Meter groß. Wer so etwas tut, von dem kann man ruhigen Gewissens auch etwas Großes, ein unglaubliches Spektakel, eine Show sondergleichen erwarten. Kaportzkes Stimme war bei normaler Lautstärke, ohne jegliche Verstärkung, schon durchdringend genug, dass selbst die Damen und Herren der weit entlegenen Hotelrezeption seiner Stimmgewalt folgen konnten. Doch nun, als er seine ersten Worte in das Mikrofon sprach, war es – nach ein, zwei schweren Rückkoppelungen mit zwangsweise logischem Fiepen – so, als ob Kaportzke urgewaltig das Ende der Menschheit abwenden wollte. Diejenigen, die ganz klar wie Schwerstabhängige nur so nach seinen Worten lechzten, und das war die absolute Mehrheit, wurden zu Willenlosen, der Rest sollte mürbe gemacht werden.

„Und noch einmal für alle, insbesondere für diejenigen unter euch, die zu oft leere Netze von ihren Fangzügen mitbringen. Regel Nummer eins: Wir wollen niemanden langwierig überzeugen. Wir beherrschen die Kunst der Überredung, des Aufschwatzens, der Nötigung. Wir setzen unter Druck und wir zeigen Konsequenzen auf, sollten sie nicht unterschreiben. Haben wir eine Methode, eine Technik, um an Aufträge ranzukommen? Versager-Meier, brauchst du etwa neue Verkaufstechniken, um endlich mal ein paar Geschäfte machen zu können? Ich sage es dir und allen anderen auch: Nein, brauchst du nicht, du brauchst nur die Technik der Überrumpelung. Regel Nummer zwei: Seid gierig und schnell. Verzettelt euch nicht in ellenlange Produktpräsentationen, alles Humbug. Regel Nummer drei: Macht ihnen ein schlechtes Gewissen, wenn sie nicht unterschreiben wollen, das funktioniert immer. Baut Druck auf und bedrängt sie, dann sehen sie keinen anderen Ausweg, als zu unterschreiben. Die Erlösung ist die Unterschrift!“

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