Mike Nebel - Tschapka
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Guru Kaportzke sprach am Vortag an die Heuschrecken kein Wort über das, was die Kolonne den Leuten anzudrehen hatte. Natürlich nicht, jeder wusste Bescheid und wie ich Kaportzke verstand, war ihm das Produkt sowieso vollkommen egal. Am Abend zuvor, als Kaportzke und ich zu unserem Zweiergespräch in der Lobby zusammensaßen, erzählte er mir die Geschichte von einem neuartigen Lexikon, verpackt und hineinverschlüsselt auf eine kleine Diskette, welche sich die Leute in ihre Computer stecken können. Kaportzke sprach von etwas revolutionärem, etwas, was die Welt vorher noch nie zu Gesicht bekam. Niemand braucht mehr ein zwei Meter großes Bücherregal, um von A bis Z alles unterzubringen, nur diese kleine Scheibe war der Schlüssel zur Allgemeinbildung von Menschen, die etwas auf Allgemeinbildung setzen. Während er das sagte, drehte er die kleine, bei Licht in Regenbogenfarben schimmernde Scheibe im mittigen Loch immer wieder um den Zeigefinger, sowie man es mit einem hölzernen Spielzeug machen würde.
Meine kleine Ausfahrt fand am 09. Mai 1992 statt und an diesem Tag, wie auch an den Tagen zuvor und danach, wusste ich nicht allzu viel von Computern. Was ich wusste, war, die NASA hatte einen, auch der israelische Geheimdienst, mein ehemaliger Professor an der Uni, der mich durchrasseln ließ, und einen sah ich mal in einem Kopiershop in Berlin. Ein Mitstudent aus Berliner Zeiten sagte mir kurz vor meinem Verlassen der Stadt, schon in zehn Jahren werden die Computer über die Menschen herrschen, hörst du Ronny? Ich hörte und pulte mir unterdessen in dem Lokal, in dem wir saßen, den Strandsand vom Wannsee aus den Zehenzwischenräumen. Sollten die Computer tatsächlich – und nun waren es nur noch acht, nicht mehr zehn Jahre – die Herrschaft des Planeten Erde an sich reißen, würden sie bestimmt Gehirnwäschen mäßig oder sensorimplantierend mit Manfred beginnen. Sozusagen als ersten Testlauf, nur um zu schauen, ob, angefangen bei einem einfachen Exemplar unserer Spezies, alles glatt läuft.
Ich blätterte während der weiteren Fahrt durch den Prospekt und versuchte krampfhaft den pädagogisch wertvollen Beitrag des Produktes, speziell gemünzt für Familien, deren Kinder und Kindeskinder, mit dem neben mir fahrenden Manfred in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen. Die Frage, die letzten Endes vollkommen unbeantwortet blieb: Warum ausgerechnet Manfred? War er tatsächlich derjenige, der auserkoren war, das Gut der Allgemeinbildung derer dort draußen, mit pädagogischem Feingefühl und strotzend vor Wissen, auf ein neues Niveau zu bugsieren? Warum sitzt kein Lehrerehepaar hinter dem Steuer, was ich für um einiges angebrachter hielt. Die jedoch größten Probleme hatte ich damit, mir Kreisches geistigen Zugang zu diesem, sagen wir mal, Bildungsprodukt vorzustellen. Doch vielleicht lag ich auch komplett falsch und Manfred würde sich schon während unseres ersten Besuchs als wandelndes Lexikon entpuppen, fernab jeglicher persönlicher Geldgier und stets um das Wohl eines jeden Käufers besorgt. Doch warum sollte er sich so entwickeln, war Manfred doch einer von Kaportzkes Drückern und ich hörte Kaportzkes Worte nur zu oft in meinem Ohr.
Zirka fünf Minuten später forderte Manfred mich auf, die erste Karte laut vorzulesen, was ich auch tat. Wir standen bereits vor einem Häuserblock, nur zweistöckig, dafür aber ganz massiv in die Länge gebaut, dieses Mietshaus.
„Rita Perlheimer, Adresse …na wir stehen ja schon hier, wir haben´s ja gefunden.“
„Alles laut vorlesen, Luschke!“
„Okay, Manfred, Rita Perlheimer, Leipziger Straße 45, … und hier steht noch, Großmutter, Witwe und alleinstehend, eine Tochter und zwei Enkelkinder.“
Es gab einen kurzen Moment der Stille im Wagen, sicher war es eine Denkpause Manfreds, gefolgt von einer Bestätigung seinerseits: „Verstanden!“ Er sprach das „Verstanden“ so aus, als hätte er eine überlebenswichtige Information erhalten. „Manfred, wir möchten, dass du das zweite Triebwerk erst nach Wiedereintritt in die Atmosphäre zündest.“ „Verstanden!“ Wahrscheinlich war seine Denkpause überhaupt keine Denkpause, er tat nur so, um mir das Gefühl zu geben, er würde sich über die Informationen von Frau Perlheimer Gedanken machen. Was sagte noch Kaportzke? Sollten nicht alle Drücker einen Scheiß auf diejenigen geben, die wir zu besuchen hatten? Nachdem ich mich aus dem tiefkauernden Cabriolet herausgezogen hatte und einen Moment am Wagen stand, zog Manfred ausgesprochen beeindruckend mit nur einem Arm, einen langen Bogen machend, das Verdeck zu. Ich war erstaunt der kleinen Vorführung, was ihm nicht entging und dazu veranlasste, die ganze, auch wenn kurze Präsentation, nochmals für mich zu zelebrieren. Mein Gott, wenn die Computer wüssten, auf wen sie sich hier als Testobjekt einlassen würden.
Ich fragte Manfred, ob ich an der Tür läuten darf. Ich durfte. Die vielen Sekunden, die vergingen, bis sich Ritas Tür öffnete, verbrachte ich damit zu verstehen, warum der Typ neben mir seine Skibrille nicht absetzen wollte. Wäre ich an Frau Perlheimers Stelle gewesen, ich hätte beim ersten Blick auf Manfred auf dem Hacken kehrtgemacht, die schwere Schublade der Wäschekommode aufgeschoben, den geladenen Trommelrevolver herausgenommen, zurück zur Tür gegangen, die Waffe in Richtung Skibrille gehalten und nur gesagt: „Sie verschwinden sofort!“
Die Haustür öffnete sich und Rita Perlheimer lächelte uns an. Ich lächelte zurück, legte freundlich meinen Kopf etwas zur Seite und reichte ihr zur Begrüßung meine Hand in die offene Tür hinein. Fehlende Abstimmung zwischen Manfred und mir führte nun dazu, dass er, noch immer wie eine Gestalt aus einer fremden Galaxie hinter seiner verspiegelten, großflächigen Fassade versteckt, einen Schritt nach vorn machte, sich die in meiner Hand sanft schlummernden Hand von Frau Perlheimer griff und ein paarmal an dieser zog und schüttelte. Er tat es so unhöflich und rüde, als wollte er von Beginn an uns, der guten Frau Perlheimer und mir, demonstrieren, wer hier der Platzhirsch in unserem Trio ist. „Frau Perlheimer, wir sind ihr Termin, lassen Sie uns beginnen.“ Stimmlage und Emotionslosigkeit erinnerten mich nun an einen dieser Spezialagenten, die unangemeldet vor deiner Haustür stehen, weil du eine merkwürdige Erscheinung am Himmel gesehen hast. Nur in einer derartigen Situation hätte sein Aufzug mit der Skibrille Sinn gemacht, die sich hinter Frau Perlheimer in der gläsernen Flurtür spiegelte. Er wäre um einiges glaubwürdiger gewesen, hätte er unseren Termin entweder als Auftakt einer feindlichen Übernahme durch eine fremde Lebensform angekündigt, oder andersrum, uns als genau eine solche Spezialeinheit vorgestellt, die auf der Suche nach fremden Lebensformen war. Doch so wirkte sein Spiegelbild nur absurd und tatsächlich beängstigend zugleich. Und in dieser Kleinstadt war Frau Perlheimer an diesem Morgen die erste auf unserer Tour, die leider dran war. Erst als Manfred nach Betreten ihrer Wohnung merkte, dass dort die Sonne nicht ganz so geißelnd schien wie draußen auf den Straßen, reagierte er und schob sich sein Monstrum aus dem Gesicht. Einige Male blinzelte er mit den Augen kräftig durch, musste sich an die neuen Lichtverhältnisse gewöhnen, verständlich, sah er doch die Welt an diesem Morgen bisher in einem anderen Licht.
Frau Perlheimer war eine überaus freundliche, zuvorkommende und adrette Person, ich tippte auf zwischen siebzig und achtzig Jahren, weißhaarig und großzügig gelockt, dazu dezent geschminkt und im modernen blauen Hosenanzug wippte sie voran in ihre Wohnstube. Sie war nicht eine von diesen älteren Damen, die in Kittelschürze und Wollsocken mit einem Schrubber bewaffnet vor einem stehen. Ihre Ausdrucksweise war galant, höflich und aus bestem Hause: „Mögen die Herren etwas trinken? Ein wenig Wasser, Kaffee oder einen Schluck Limonade?“ Manfred winkte mit den Worten „…nee, lassen Sie mal, sind für Geschäfte hier …“ ab. Ich bestellte Kaffee, worauf Frau Perlheimer kurz in die Küche ging, sich eine Thermoskanne mit heißem frischen griff, welchen wir beide anschließend mit etwas Trockengebäck und freundlich zugewandten Blicken genossen. Unterdessen schob Manfred seinen Aktenkoffer auf dem Esstisch in die richtige Position, ließ die Verschlüsse aufspringen und holte all die wichtigen Dinge hervor, die er benötigte, um Frau Perlheimer so richtig über den Tisch ziehen zu können. Sodann begann sein Verhör.
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