Mike Nebel - Tschapka

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An der Uni durchgerasselt, Schnupperkurs in einer Drückerkolonne, Schrottverkäufer in Russland. Anfang der 90er Jahre nimmt Ronny Luschkes Leben an Tempo auf. Neue Erzählungen aus dem Leben des Lebens- und Überlebenskünstlers Ronny Luschke, voller skurriler Begegnungen, Situationen und Abenteuer. Ein Muss für jeden Ronny Fan und für all die, die es werden wollen!

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Ich verstand und drehte nunmehr meinen kleinen Einwurf in die richtige Richtung. “Herr Kaportzke, ich ein erfolgreicher Hochschulabsolvent? Sehe ich so aus? Nicht im Geringsten, wo denken Sie hin. Seien Sie beruhigt, allenfalls habe ich mich als untalentierter Bongospieler in Bahnhofstunneln durchgeschlagen. Ein Zahlendreher? Wie soll ich etwas drehen, was ich kaum kenne? Ich versichere Ihnen, ich bin durch und durch keine große Leuchte.“

Kaportzkes Gesichtszüge entspannten sich. Große Leuchten waren einfach nicht bei ihm gefragt. Eine weitere Bierlänge gab es für mich nun einiges aus Kaportzkes Welt zu hören, wobei er weniger über sich sprach, vielmehr beschrieb er den Ablauf eines typischen Tages seiner „Jungs“. Jetzt wusste ich, wie der Hase lief. Der Hase ist ein fletschendes Kampfkarnickel in Gestalt eines Verkäuferschweines, welches wie vom Wahn gepackt durch die Vorgärten seine Haken schlägt, um sich dann solange am Opfer zu verbeißen, bis es aufgibt und den Auftrag unterschreibt. Oder jämmerlich verblutet, jedoch nicht ohne, dass das Kampfestier vorher noch die Tinte des Opfers zur Unterschrift führt.

Ronny, bist du eigentlich noch ganz bei Trost? Du wanderst hier direkt in eine Drückerkolonne hinein. Entweder du wirst ein Drücker, der seine Miete nicht zahlen kann, oder, wie Kaportzke es formulierte, eben eines der Verkäuferschweine allererster Güte, skrupellos, durchtrieben und mit einem ausgeprägten Hang zu Goldschmuck und tosendem Motorengeheule. Kaum gedacht, wurde ich von Kaportzke leicht in die Rippen gestoßen. Auch so ein merkwürdiges Ritual.

„Luschke, ich muss los, muss noch wohin, trinken Sie ruhig noch was, aber nicht zu viel, morgen müssen Sie fit sein. Die nächsten zwei Tage werden spannend für Sie. Schnuppern Sie bei uns erst einmal rein und denken Sie daran, ihre Biere zu zahlen.“

Kaportzke lud mich nicht ein. Kaportzke rechnete seine Biere heraus, zahlte seinen Teil und verschwand. Wir waren beide in einer fremden Stadt, wo musste Kaportzke also hin? Ich war mir sicher, er wollte noch einen kurzen oder längeren Abstecher in den hiesigen Kleinstadtpuff machen. Ein wenig war mir auch nach Kleinstadtpuff, doch hatte ich wenig Lust wieder auf Kaportzke zu treffen, außerdem reichte mein Geld sowieso nur noch für zwei letzte Biere an diesem Abend. Mir kam der Gedanke, vom Barhocker aufzustehen, Bier und Zimmer zu zahlen, um ganz unbemerkt das Weite zu suchen. Weg von Kolonnenführer Kaportzke. Mein Gott Kaportzke, was für ein Name und so, wie er hieß, so war er auch. Ein rüder, arroganter Typ, für den seine Kolonne nur aus „Verkäuferschweinen“ bestand. Warum überhaupt diese Höflichkeit? Warum nicht nur „Schweine“? Komm Ronny, bleib sitzen, nimm nicht den Nachtzug nach irgendwo. Was wäre, wenn du schneller mit Kaportzkes Welt warm wirst, als du denkst, und vielleicht bist du in einem Jahr selbst Kolonnenführer. Ich? Ausgerechnet ich?

Ich blieb am Tresen sitzen, fragte den Barmann nach einem gewissen Etablissement im Ort, bekam prompt den Tipp, die „Lido-Bar“, dort, am Ende der Straße, sehr nette Damen dort, angemessene Preise dort. Dort, am Ende der Straße. Ich blieb sitzen und trank mein letztes Bier.

Am Morgen danach war ich der erste im Konferenzraum. Ein Dutzend Tischreihen mit Dutzenden Stühlen. Ausreichend Platz für eine kleine Drückerarmee. Letzte Reihe in Nähe zum Ausgang war wie immer Ronny Luschkes Platz. Angestammt. Das war in den wenigen Besuchen in Auditorien niemals anders. Kaffeepausen sind nicht nur zum Kaffeetrinken da, sondern zum schnellen Abgang wie gemacht. Kaportzke hatte seine Leute im Griff, um Schlag neun war jeder Platz besetzt, keiner war verspätet, dafür viele verkatert oder in noch schlechterem Zustand. Es roch nach schalem Bier, kaltem Rauch und direkt neben mir nach Schnaps. Wonach roch ich? Keine Ahnung, doch die halbe Kanne Kaffee, die ich mir vor Minuten gab, übertünchte wenigstens sämtliche Reste von Modrigkeit im Mund, die ich nur allzu gut kannte. Kaportzke trug jetzt einen dunklen Anzug, nicht mehr seine Lederjacke vom Vorabend. Ansonsten ließ er sich nichts anmerken, auch nicht als einer seiner Leute ihn auf irgendeine Sache in der Lido-Bar ansprach. Der Bursche bekam kurzerhand einen verbalen Tritt in den Arsch, worauf er sich an seinen Platz kuschte. Es mussten wohl einige die Nacht in der Lido-Bar verbracht haben, es war anfangs Thema Nummer eins. Der Letzte, der reinkam, nahm neben mir am einzig verbliebenen freien Stuhl Platz. Der Typ trug ein Hawaiihemd, kurzärmelig, seine roten Unterarme waren übersät mit Einritzungen und kleinen Tätowierungen, und trotz meiner Schätzung von nicht mal dreißig, war sein Gebiss kaum als solches auszumachen. Er roch wie eine menschliche, offene Whiskeyflasche. Als er sich zu mir drehte, sah ich auf seiner rechten Wange eine alte Narbe, die vom Ohr bis zum Mund reichte. Eine schwere Kampfeswunde aus vergangenen Zeiten, sicherlich nicht von einem Gefecht mit einem widerspenstigen Kunden davongetragen, eher vermutete ich eine Hinterhof-Messerstecherei. Ronny, ein bisschen auf die Wortwahl aufpassen, nichts, was ihn leicht provozieren könnte. Am besten sage erst mal gar nichts, nur könnte das Narbengesicht womöglich gerade dein Schweigen als Provokation auffassen, also sprich doch, stelle dich freundlich vor und sage etwas Nettes über ihn. Ein Kompliment, nicht der Narbe wegen, nein, besser vielleicht für seine von Einkerbungen malträtierten Arme, oder doch für das orangerotgelb leuchtende Hawaiihemd? Sein Haar war zerzaust wie die eines Straßenköters und ich konnte aus seinem erwartungsvollen Blick spüren … ja, er wartete auf irgendetwas. Sicher auf ein paar höfliche Willkommensworte von mir.

„Ich bin Ronny, Ronny Luschke.“ Daran war nun wirklich nichts provozierend.

„Ich bin Kreische, alle sagen nur Kreische zu mir.“

Ich traf vorher noch nie einen Menschen bei dem der Name so sehr zur Stimmlage passte. Kreisches Stimmbänder mussten über eine sehr lange Zeit richtig in die Mangel genommen worden sein. Er sprach nicht, er krächzte jedes Wort fast wie unter Qualen heraus. Möglich, dass das Messer seines damaligen Kontrahenten nicht nur sein Gesicht, sondern auch gleich seine Stimmbänder der Länge nach mit aufschnitt. Den Rest erledigte sicher Hochprozentiges. Ich stellte mir kurz vor, wie es sein würde, wenn Kreische auf Kunden treffen sollte, was ihm ja jeden Tag passierte. Wählen die Leute heimlich die 110 oder flüchten sie über den Balkon ins Freie? Und was macht dann der zurückgelassene Kreische? Bedient er sich an der Hausbar und trinkt die gefundene Flasche Doppelkorn leer? Nicht dass ich total verkehrt lag und in wenigen Minuten wird Kreische zum Verkäufer des Monats ausgerufen und mit gefalteten Händen eine krächzende Dankesrede halten.

„Kreische, es ist mein erster Tag, ich mache erst einmal nur zur Probe hier mit. Heute die Konferenz, oder was das hier sein soll, und morgen mit einem von euch mit rausfahren. Vielleicht ja mit dir, Kreische?“

Kreisches Augen weiteten sich schlagartig, als hätte jemand ihm eine Ladung Valium verpasst. Als seine Pupillen sich wieder auf Normalgröße schrumpften, krächzte er mir ein „niemals, bei mir fährt keiner mit“ zu. Die Absurdität meiner Frage schoss ihm so massiv durch den Körper, dass er mich noch sekundenlang anstierte, wodurch mein Blick ebenfalls an seinen rotglasigen Augen haften blieb. Es ist wie mit Hunden, die in keiner guten Grundstimmung sind. Ein allzu langer Blick direkt in die Hundeaugen kann für den Zweibeiner schlimme Aggressionen des Tieres nach sich ziehen. Ich begann, meinen Kuli auseinanderzunehmen, die Mine zu prüfen, setzte ihn wieder zusammen, sortierte mein Schreibpapier von links nach rechts, dann zurück, dies alles nur, um Kreische zu zeigen, dass ich verstanden hatte und nicht auf Ärger aus war. Alles war vergebens. Aus dem rechten Augenwinkel konnte ich erkennen, wie sein Blick an mir kleben blieb. Ich gab mich so beschäftigt, wie es nur ging und schrieb „Heute erste große Konferenz“ auf ein Stück Papier, doch alles war umsonst. Auch wenn es lediglich eine vage Idee war, mit Kreische mitzufahren, doch nicht mehr als das, schien sein Gehirn unaufhörlich ihm eine Meldung wie „wenn der Typ es noch einmal wagen sollte, dann wird er die Kaffeepause nicht lebend überstehen“ zu signalisieren. Erst als Kaportzke die Bühne betrat – ich schrieb auf mein Papier „Kaportzke betritt die Bühne“ –, ließ er endlich von mir ab. Kaportzke krempelte sich die Hemdsärmel hoch und schlug einigen aus der ersten Reihe kumpelhaft auf die Schultern. Einem drückte er sogar seine Pranke derart in den Nacken, dass der junge Kerl mit schmerzverzerrtem Gesicht einen Katzenbuckel machen musste. Der Katzenbucklige drehte sich nach Sekunden der Peinigung aus Kaportzkes festem Griff heraus und rieb sich den malträtierten Hals, bevor er wieder seine internatshafte aufrechte Sitzposition einnahm. Kaportzke lachte lauthals kurz auf, als er sah, dass sein Griff nicht ohne Wirkung blieb. Alles Vorgeplänkel, alles nur Teil seines Vorspiels. Kaportzkes Auftritt begann mit feinem Ausrichten einer Folie auf dem Overheadprojektor. Nur die Überschrift war zu sehen, der Rest war mit einem Papier abgedeckt. Ich las dort „Verkäuferhitparade“ und ich schrieb „Verkäuferhitparade“, was Kreische jedoch nicht entging. Ein kurzer, flüchtiger Blick in sein Gesicht. Wieder schaute ich in ein von Valium aufgepumptes Augenpaar, und sein unverändert aggressives Reibeisen stieß „… schreib dir die Scheiße doch nicht auf, du Idiot!“ heraus. Kaportzke ließ ein lautes „Schnauze an alle!“ folgen, was außerordentlich gut funktionierte. Ab diesem Moment herrschte Ruhe. Geschlossene Schnauzen soweit ich sehen und hören konnte. Dann zog Kaportzke das Papier von der Folie und legte nicht nur viele Namen und Verkaufszahlen der letzten Woche frei, sondern er auch richtig los.

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