Matthias von Hellfeld - Das lange 19. Jahrhundert

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Das lange 19. Jahrhundert beginnt in der Mitte des 18. Jahrhunderts und dauert in seinen Auswirkungen bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs. Dazwischen liegen atemberaubende Entwicklungen, die unser Leben bis heute prägen: technische Neuerungen und Erfindungen, die Bildung von Nationen auf dem europäischen Kontinent und das Ende der absolutistisch regierenden Monarchien, die Durchsetzung von Verfassungsstaaten und Parlamentarismus, die Entstehung von Interessensverbänden wie Arbeiter- und Frauenbewegung, Jugendbewegung und Arbeitgebervereinigungen. Der Anfang war geprägt von Romantik und Biedermeier, das Ende war in Deutschland von einer preußischen Militärmonarchie charakterisiert. Über allem standen die Auswirkungen der Industrialisierung, die von England ausgehend den Kontinent im 19. Jahrhundert vollkommen veränderten. Die ehemals in der Agrarwirtschaft Beschäftigten wanderten in die Städte ab, wo sie oft in Elendsquartieren der Vororte landeten. Sie hofften auf neue und stabile Arbeitsplätze, die durch die Industrialisierung entstehen sollten. Diese Entwicklung löse die Urbanisierung aus, an deren Ende viele Städte ihre Einwohnerzahl verzehnfacht hatten. Und mitten drin versuchten die Deutschen mit einer Revolution, einen demokratischen Verfassungsstaat etablieren, der zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine deutsche Einheit in der Mitte Europas herstellen sollte. Die Deutsche Revolution von 1848/49 scheiterte, aber das Ziel eines gemeinsamen deutschen Staates wurde 1871 nach drei Kriegen gegen Dänemark, Österreich und Frankreich durch die Gründung des deutschen Kaiserreichs doch noch umgesetzt. Die nun folgenden Jahre waren geprägt von einer sozialen Spaltung (Katholiken- und Sozialistenverfolgungen) und dem Versuch durch ein ausgeklügeltes Bündnissystem den Frieden in Europa zu bewahren. Diese Politik war verknüpft mit dem ersten Reichskanzler Otto von Bismarck. Dessen Abschied leitete den Beginn einer aggressiveren Außenpolitik ein.

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Kurz nach den Ereignissen in Frankreich kam es auch in den linksrheinischen Gebieten Deutschlands zu revolutionären Erhebungen. Nahe der französischen Grenze waren die Rufe aus Paris deutlich zu vernehmen. In Mainz, Köln oder Trier erhoben sich ebenfalls Bauern, Handwerker oder innerstädtische Gruppierungen, um lokale Missstände zu beheben. Fast überall wurden diese Unruhen durch Vereinbarungen mit den Regierungen der Fürsten behoben, die unter dem Eindruck der Ereignisse in Paris zu Konzessionen bereit waren. Zu einer regelrechten Revolution kam es trotz der vielerorts festgestellten Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Bevölkerung und der politischen Realität nicht. Das lag vor allem an der Zersplitterung des deutschen Reichs. Zudem fehlte eine Zentrale wie Paris, von wo der revolutionäre Funke gelenkt werden und auf das Land überspringen konnte. Die deutschen Intellektuellen waren zwar unter den so genannten „Revolutionspilgern“, dennoch sah keiner von ihnen die Notwendigkeit einer politischen Revolution im eigenen Land. Entscheidend aber dürfte die Auffassung der deutschen Fürsten und Könige gewesen sein, dass sie von einer Schwächung der französischen Monarchie profitieren könnten (Demel, 2005), weswegen sie den Ereignissen in Frankreich keineswegs ablehnend gegenüberstanden.

Am 22. Mai 1790 verzichtete die Nationalversammlung in Paris feierlich auf Eroberungskriege. Angesichts der unverhohlen geäußerten Kriegsdrohungen einiger europäischer Fürsten- und Königshäuser entschloss sich die Nationalversammlung am 20. April 1792 aber trotzdem Österreich den Krieg zu erklären. Als die französische Armee eine schwere Niederlage einstecken musste, entstand im Sommer 1792 eine bedrohliche Lage für Frankreich. In den folgenden Wochen überschlugen sich die Ereignisse in der französischen Hauptstadt. Die Residenz Ludwigs XVI. in den Tuilerien wurde besetzt und der König gezwungen mit einer Revolutionsmütze auf dem Kopf auf das Wohl des Umsturzes zu trinken. Am 11. Juli erklärte die Nationalversammlung, „das Vaterland sei in Gefahr“, weil auch Preußen in einen Krieg gegen Frankreich eingetreten war und wenig später ins Land marschierte. Ende Juli erließ der preußische Oberbefehlshaber, Karl Wilhelm Ferdinand, Herzog von Braunschweig, ein Manifest mit der Aufforderung an die französische Bevölkerung, ihrem König Treue und Gehorsam zu erweisen. Als er drohte, Paris in Schutt und Asche zu legen, stürmten am 10. August 1792 aufgebrachte Pariser Bürger das königliche Tuilerienschloss und nahmen Ludwig XVI. nebst Gattin fest. Gleichzeitig wurde die Monarchie aufgehoben und der Nationalversammlung die Regierungsgewalt übertragen. Zwei Tage nach dem Sieg der Revolutionsarmee über ein preußisch-österreichisches Heer am 20. September 1792 bei Valmy erklärte die Nationalversammlung Frankreich zu einer einigen und unteilbaren Republik – der ersten von bislang fünf französischen Republiken.

Wenig später wurde dem in Haft sitzenden König der Prozess wegen Hochverrat gemacht. Das Urteil war vorher schon klar: Tod durch die Guillotine. Als das Haupt Ludwigs XVI. vor einer großen Menge Schaulustiger durch das Beil vom Hals getrennt war, griff der Henker in den Korb und hielt den blutenden Kopf des Königs in die Höhe. Laute „Vive la République!“ - Rufe erschallten, manch einer drängte sich nach vorne und tauchte sein Taschentuch ins königliche Blut. Den Anwesenden war klar, dass sie mit dieser Tat alle Brücken hinter sich abgebrochen hatten. Jetzt waren sie es selbst, die für Fehlentwicklungen oder soziale Ungerechtigkeiten zur Verantwortung gezogen werden würden. Die Menschen ahnten, einem Mord beigewohnt zu haben, der sie unwiderruflich mit der Revolution verstrickte. Im Moment der Hinrichtung des Königs waren die Zuschauer zu Mittätern geworden. Sie hatten die Revolution zu einer Sache des ganzen Volkes gemacht. Im benachbarten Deutschland löste die Hinrichtung Ludwigs aber einen Stimmungsumschwung aus. Die anfängliche Begeisterung für die Abschaffung der feudalen Strukturen und den Übergang zu einer konstitutionellen Monarchie war im Moment der Hinrichtung bei vielen deutschen Intellektuellen einer entsetzten Ablehnung gewichen. Zwar wollten die meisten, dass sich die Revolutionsideale auch weiterhin über den Kontinent verbreiteten, waren aber gleichzeitig über die „blutigen Entartungen“ der Jakobiner erschrocken. Johann Wolfgang von Goethe, der Carl August, den Herzog von Sachsen-Weimar bei der Belagerung von Mainz durch die französische Revolutionsarmee begleitet hatte, hoffte sogar, dass Revolutionen in Deutschland nicht stattfinden würden, wenn „die Regierung ihnen durch zeitgemäße Verbesserungen entgegenkommen und sich nicht so lange sträuben, bis das Notwendige von unten her erzwungen wird.“ Tatsächlich setzte sich bei den Regierungen der deutschen Fürsten die Erkenntnis durch, dass Reformen vielleicht doch besser waren als Revolutionen mit unvorhersehbarem Ausgang.

Die Revolution frisst ihre Kinder

Die Revolution stellte das öffentliche Leben in Frankreich auf den Kopf, nichts war mehr so wie vorher. Anfang 1793 wurde klar, dass die schwerste Bewährungsprobe für das Land noch bevorstand. Neben den immer zahlreicher werdenden Radikalisierern der Revolution, war Frankreich umzingelt von äußeren Gegnern. Unter diesem Druck spitzte sich die Revolution soweit zu, dass sie zeitweise das Gegenteil von dem darstellte, was sie ursprünglich erreichen wollte. Im Nationalkonvent, wo eine neue revolutionäre Verfassung ausgearbeitet werden sollte, prallten Gegner und Befürworter einer verschärften Revolution aufeinander. Es ging um die „Diktatur der Freiheit“, also um die Frage, ob und inwieweit die eigentlich angestrebten Revolutionsideale geopfert werden müssten, um die Revolution insgesamt zu retten. Der Abgeordnete Jean Paul Marat brachte es im April 1793 auf die Formel, dass man einen „vorübergehenden Despotismus der Freiheit errichten muss, um den Despotismus der Könige zu vernichten.“ Als sich eine Mehrheit unter den Delegierten fand, eine zeitlich begrenzte Diktatur zur Durchsetzung der revolutionären Ziele einzurichten, begann in Frankreich eine „Herrschaft des Terrors“, die alle Befürchtungen überstieg.

Kopf und Lenker des Terrors war Maximilien Robespierre, der zunächst die gemäßigten Girondisten aus den Reihen der Revolution ausschloss und ihnen Prozesse machen ließ, die diesen Namen nicht verdienten. Die Gerichte waren von „überflüssigen Formalitäten“ befreit worden, so dass zur Urteilsfindung schon die Aussage der Geschworenen genügte, sie seien ausreichend informiert, um ein Urteil zu sprechen. Die erste Französische Republik war vollständig in Händen der radikalen Jakobiner, die die gerade erst verkündeten Menschenrechte wieder außer Kraft setzten, um sie angeblich zu verteidigen. Die Revolution fraß aber nicht nur ihre Kinder, sondern auch ihre Väter. Als am 5. April 1794 Georges Jacques Danton die letzten Stufen zum Schafott hinauf gehen musste, erreichte die Henkershand einen der klügsten Köpfe der Revolution. Erschrocken über die Ausschreitungen hatte er zur Mäßigung aufgerufen, was ihm vor dem Revolutionstribunal als „zu große Milde“ gegen die Feinde der Revolution ausgelegt worden war. Spätestens mit Dantons Tod, dem der Dramatiker Georg Büchner mit seinem gleichnamigen Werk ein Denkmal gesetzt hat, war es den Zeitgenossen klar, dass sie Zeuge einer blutrünstigen Diktatur geworden waren. Mitte 1794 begann die schlimmste Phase der Schreckensherrschaft. Anstelle von Pfingsten wurde das „Fest des höchsten Wesens“ gefeiert, die Kirche Notre Dame hieß nun „Tempel der Vernunft“ und am 10. Juni 1794 wurde das „Schreckensgesetz“ verkündet, das Hinrichtungen auf dem Verwaltungswege erlaubte. Zwischen 50 und 100 Menschen wurden nun täglich im Namen der Revolution ins Jenseits befördert. Aber gleichzeitig wuchs auch der Unmut gegen den jakobinischen Terror, für den Maximilian Robespierre verantwortlich war. Als Ende Juli 1794 Robespierre und einige seiner Gefolgsleute verhaftet und tags darauf unter großer öffentlicher Anteilnahme guillotiniert wurden, signalisierte das anschließende Volksfest das Ende der Terrorherrschaft.

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