Benjamin Winter - Eine Partie mit dem Selbst

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Was treibt die Menschen an, die Abgründe erleben, nach dem höchsten Glück streben und sich freiwillig ihres Höhepunktes berauben. Eine Sammlung von Kurzgeschichten und Erzählungen, die die verschiedenen Charaktere unserer Art darstellen und sie in ihrem Sein betrachten. Von ihren Anfängen, bis zu ihrem Ende, aus verschiedenen Epochen und Teilen der Erde und mit unterschiedlichsten Absichten, vom Bösen bis zum Guten.

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Der Älteste zog eine Weltkarte heraus und und tippte auf einen Punkt mitten im Blau des Atlantischen Ozeans.

»Genau hier.«

»Da ist nichts.«

»Korrekt. Für die Kartographen ist an diesem Orte nicht das Geringste. Die Insel existiert, aber eben nicht in den Köpfen und Büchern der anderen.«

»Das heißt niemand weiß, dass sie existiert?«

»Goldrichtig«, sagte der Greis und nickte.

»Meine Crew und ich waren es einst, die die Insel entdeckten beziehungsweise entdecken sollten. Indessen denkt unsere Nation, dass wir verschollen wären.«

»Aber Sie sind alle unglaublich alt. Wie könnten Sie denn noch ein Schiff navigieren?«

»Wir weilen hierzulande, seit wir einstmals junge Burschen waren.«

»Wann war das?«

»Welches Jahr schreibt man gerade?«

Als der Greis die Jahreszahl hörte, musste er lachen.

»Sodann sind wir hier schon ganze einhundertdreizehn Jahre. Das kann man kaum glauben, nicht wahr?«

»Einhundertdreizehn Jahre?«, fragte der Mann.

»Sie scherzen.«

»Es mutet verschroben an, gleichwohl entspricht es der Wahrheit.«

»Wie alt sind Sie zum jetzigen Zeitpunkt?«

»Einst war ich Vierzig. Also einhundertdreiundfünfzig Jahre.«

»Absurd!«

»Ich kann es Ihnen nicht übel nehmen. Andererseits schauen Sie hinaus in die Landschaft. Sie ist malerisch, formvollendet, womöglich makellos. Ein Garten Eden. Ferner könnte sie in der Zukunft vollendet sein. Es bedarf viel Zeit etwas derartiges zu schaffen.«

»Das haben alles Sie gemacht?«

»Jeder Weg, jedes Feld und jeder Hain ist von uns angelegt.«

»Aber wie können Sie denn so alt sein?«

»Wir sterben nicht. Vielmehr können wir nicht sterben. Es gelingt nicht. Und Sie können es inzwischen vermutlich ebenfalls nicht mehr. Gewiss nicht an diesem Ort.«

»Warum bleiben Sie hier?«

»Das ist unser Zuhause. Es gefällt uns. Außerdem waren wir in England nicht mehr erwünscht und werden wohl kaum erwartet. Ich hatte einen Sohn. Der ist schon lange dahingeschieden und seine Enkel gleichermaßen. Wir sind wie Zeitreisende.«

Der Greis blieb stehen und blickte in die Ferne. Ein Lichtstrahl fiel ihm ins Gesicht.

»Das Elysium.«

»Sie müssen der Menschheit von diesem Ort berichten. Von seinem Zauber und seiner Schönheit.«

»Nein! Würden wir dem nachkommen, ginge all das unter. Es brauchte uns zwei Menschenleben, zu verstehen, wie man die Natur behandelt. Wie könnte man erwarten, dass sich Geschöpfe, die allenfalls die Hälfte davon erleben, vergleichbar gebaren?«

Er drehte sich um.

»Der Moment wird kommen, dass unser Geschlecht diesen Ort entdecken und beschlagnahmen wird. Aber wir werden ihn nicht erzwingen.«

»Ich glaube Ihnen. Sie wollen das, was Sie aufgebaut haben, beschützen. Hier gibt es keinerlei Unglück.«

»Im Gegenteil.«

»Was denn?«

»Ich erwähnte, dass wir nicht sterben können, dass es uns nicht erlaubt ist, heimzukehren?«

»Ja.«

»Lebewesen sollten nur eine bestimmte Zeitspanne existieren. Sie sollten geboren werden, das beste aus ihrem Dasein machen und dann wieder Eins mit der heiligen Erde werden. Dergleichen nennen wir sterblich. Wir aber leben wie Götter. Kaum ein Mensch sieht den Baum, den er pflanzt wieder vergehen. Wir schon. Es ist nicht so, dass wir nicht alles versucht hätten. Aber auf natürliche Weise lässt uns diese Insel nicht sterben. Das Alter kann uns nichts anhaben, Krankheiten befallen uns nicht und Gefahren gibt es hier keine. Wir sind gute Christen, aber wir waren gewillt, zum Äußersten zu greifen.«

»Selbstmord?«

Der Alte nickte.

»Während wir uns an die Klippe stellten und zum Sprung ansetzten, flog ein Adler vorbei, der unsere Blicke auf die Landschaft zog. Jene göttliche Endlosigkeit nahm uns ein, hypnotisierte uns und zwang uns den Berg wieder hinunterzusteigen.«

»Aber Sie können für immer leben. Sie haben alles.«

»Das ist es ja. Es ist grausam, weil wir alles haben.«

Der Alphabet

»Kann ich mich setzen?«

Der Mann schaute von seinem Buch auf, nickte und wies ihm mit einer Armbewegung den Platz vor ihm zu. Fred setzte sich und bestellte einen Cocktail.

»Wissen Sie, ich habe meiner Frau diese Yoga-Stunde empfohlen. Sie amüsiert sich und ich hab mal etwas Zeit für mich. Wir sind hier im Urlaub. Mir gefällt das Hotel. Hat einen ganz besonderen Flair. Erinnert ein bisschen an die 20er Jahre. Nich' wahr?«

Der Lesende nickte, blieb aber stumm.

»Wir sind aus Berlin. Sind extra wegen des Sees her. Endlich mal raus aus der muffigen Großstadt, wissen Sie. Die Natur ist schon was feines. Wo kommen Sie denn her?«

»München.«

»Na, da haben Sie es ja nicht so weit. Was lesen Sie denn da?«

Fred schaute auf den Buchtitel. Es war ein italienisches Buch, mit einem einfarbigen Einband.

»Aha. Scheint ja interessant zu sein. Fesselt Sie ja richtig.«

Der Kellner kam und stellte das Glas mit dem bunten Cocktail auf den Tisch.

»Herrlich. Trinke solche Sachen ja Zuhause nicht. Gibt sonst nur Bier. Hab das immer als Frauenzeug angesehen. Aber hier trink ich das auch. Vielleicht mach ich mir davon auch mal ein Glas, wenn ich wieder in der Stadt bin.«

Er nahm einen langen Schluck aus dem Strohhalm.

»Was trinken Sie?«

»Pinot Noir.«

»Wein. Wein ist auch was feines. Trinke ich auch gerne. Zieht einen am nächsten Morgen aber so runter. Kennen Sie sicher auch.«

Sein Gegenüber blickte nicht von seinem Buch auf.

»Sie sind nicht so der gesprächige Typ was?«

»Ich würde nur gern mein Buch lesen. Danke.«

»Ich will Sie nicht stören. Aber denken Sie nicht, dass eine richtige Unterhaltung besser ist, als dieses langweilige Lesen?«

Der Mann klappte das Buch energisch zu und lehnte sich nach vorn.

»Nein auf keinen Fall. Bücher kann ich mir aussuchen. Menschen nicht.«

»Verstehe, Sie mögen Menschen nicht so was?«

»Das kann man nicht pauschalisieren. Es stimmt allerdings, dass ich meine Zeit nicht mit sinnlosen und trivialen Konversationen vergeude.«

»Das heißt Sie sprechen mit niemandem?«

»Nur mit interessanten Persönlichkeiten.«

»Aber wie können Sie denn wissen ob eine Person interessant ist, bevor Sie mit ihr gesprochen haben?«

»Einfache Verhaltenspsychologie.«

Er lehnte sich zurück und zog die Augenbrauen hoch.

»Verhaltenspsychologie?«

»Ja. Schauen Sie sich doch einmal selbst an. Sie kamen zu meinem Tisch, weil Sie niemanden haben, mit dem Sie sich unterhalten könnten. Ihre Frau vergnügt sich bei irgendeiner Tätigkeit und Sie wissen nun nichts mit Ihrer Zeit anzufangen. Ich habe doch recht oder?«

Fred verschränkte die Arme.

»Sie sind ein unangenehmer Mensch wissen Sie das!«

»Mag sein. Sie halten mich für asozial. Das verstehe ich. Aber manche gesellschaftliche Konvention ist für mich persönlich unfruchtbar.«

»Mein Gott! Die Leute müssen Sie hassen.«

»Sicherlich.«

»Das erklärt aber noch nicht, warum dann ein langweiliges Gespräch herauskommen soll, wenn Sie denken die Leute zu verstehen.«

»Ganz einfach. Das Gespräch beginnt meist mit peinlichen Vorstellungsfloskeln wie: Woher kommen Sie, Was machen Sie. Ich kann das noch weiterführen. Aber Sie verstehen was ich meine. Was soll denn aus solchen Fragen entstehen?«

»Na Gemeinsamkeiten feststellen. Oh man, Sie wissen echt nicht mit Menschen umzugehen was?«

»Ich bitte Sie. Die Grundannahme, dass sich jeder Mensch gerne das Leben eines anderen anhört, ist doch sehr ignorant.«

»Und Bücher sind Ihnen dann wohl wichtiger? Öffnen eins und finden was Sie wollen?«

»So könnte man es ausdrücken.«

»Lesen Sie viel?«

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