Eike Stern - Die Ehre der Stedingerin

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Norddeutschland Anfang des 13. Jahrhunderts. Die junge Ulrike führt ihrem Vater den Haushalt und bemüht sich, den jüngeren Schwestern die zu früh verlorene Mutter zu ersetzen, bis die Grafen von Oldenburg ihre Fühler nach dem Stedinger Land ausstrecken und Zwingburgen errichten. Als am Rathaus von Berne eine Proklamation verlesen wird und man das Recht auf den vergessenen Zehnten einfordert, ahnt Ulrike noch nicht, welche dramatische Wendung ihr Leben nehmen wird. Aber dann wollen sie und ihre Freundin mit einem Fuhrwerk zum Gottesdienst, und die Mädchen werden von den Schergen des Vogtes auf Burg Lechtenberg verschleppt…
Die beiden sind danach keine ehrbaren Frauen mehr, aber Ulrike kämpft um ihren Ruf. Zu ihrem Glück lernt sie auf dem Erntedankfest den Ritter Dirk von Keyhusen kennen, und der bringt es fertig, dass sich der Deichgraf von Bardenfleth der Sache annimmt. So rotten sich im Brokdeicher Holz vierhundert Bauern zusammen, und man entledigt sich der beiden jüngst erbauten Zwingburgen. Doch hinter dem Adel stand das mächtige Erzbistum Bremen, und das war auf die Dauer nicht gewillt auf seinen Zehnten zu verzichten…

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„Also so nehme ich dich nicht mit zum Tanz morgen“, gab ihr die schon ein wenig vertraute Freundin fassungslos zu verstehen.

Ulrike verzog trotzig die Stirn. „Was hast du denn?“

„Guck dich doch mal an“, empfahl ihr die Freundin und verschränkte nachdrücklich die Arme. „Du kannst doch nicht mit diesem lumpigen Kittel zu einer Feier gehen, wo auch Burschen sind. Also ich würde mir in so einem Zottel vorkommen wie eine Gänsemagd. Du bist erstaunlich, da fehlen mir ja die Worte.“

Es stimmte Ulrike betroffen. Eben noch mit vollen Backen kauend, stand ihr Mund ernüchtert still. „Du bist gemein. Ich habe‘ doch nur diesen Kittel.“

„Gemein ist, dich so losziehen zu lassen auf ein Fest, zu dem sich jede andere in deinem Alter fesch herausputzt.“

Was Birte meinte, war Ulrike durchaus bewusst. Ihr Kittel wirkte schäbig und fleckig, auch wenn sie das nicht störte. Oft wischte sie beim Kochen die Finger daran ab. Sie nahm sich ein zweites Stück vom Butterkuchen, biss ab und kaute wieder. Aus dem Gefühl, sich wehren zu müssen, brachte sie undeutlich hervor: „Ich weiß gar nicht, was du hast...“

„Zunächst - rede nicht, so lang du noch kaust, Rike, sonst hält dich jeder brauchbare Mann für ein Trampel.“

Ulrike schluckte. „Ja? Weißt du, auf so etwas habe ich nie geachtet“, entfuhr ihr, aber Birte überging es und als sie ihren Kleiderschrank aus hellem Buchenholz aufschlug, war das schon nicht mehr wichtig. Angesichts ihrer Kleidersammlung staunte Ulrike sie überwältigt an. Da hing eine tiefblaue Surkotte, die sie allenfalls in ihrem Zimmer anziehen durfte. So etwas zu tragen, blieb den Hofdamen von Adel vorbehalten; ein wenig erwachte bei Ulrike der Neid. Birte hatte selbst für derart eitle Anwandlungen genügend Geld.

Doch Birte ging es um sie. Die zeigte ihr ein friesisches Trachtenkleid, mit zierlicher Stickerei längs des Ärmels und der Säume. „Das ist von meiner Muhme. So laufen sie im Wangerland herum. Aber hat doch was, oder?“

Obendrein boten sich in Birtes Sammlung einige dezent bestickte Röcke und Kleider in hellblau, weiß und violett, jedes Stück aus weichem Linnen. Alles war gefällig und erweckte einen gepflegteren Eindruck als das, was sie am Leib trug, und Birte schob alles beiseite und empfahl ihr ein blütenweißes Sommerkleid. „Wir sind etwa gleich groß. Probiere es einfach an.“

Sie riss sich ihr abgetragenes Kleid über den Kopf, warf es auf Birtes Bett und zog sich das Sommerkleid über, strich es um sich glatt. Nie trug sie etwas Vergleichbares. Weich und sehr leicht und luftig fühlte es sich an, war nicht aus kratziger Wolle gewebt, sondern bestand aus feinstem Linnen. Auch einen passenden Gürtel in hellem Blau reichte ihr Birte, der die Taille unter ihren Busen verlagerte und sie gertenschlang machte, als sie den mit einer Schleife zuband.

„Na schau mal an“, lobte Birte und nickte zufrieden. „So kannst du dich sehen lassen, Rike.“

Sie waren unter sich in Birtes Kammer. Also stopfte sich Ulrike ungeniert den letzten Bissen ihres Butterkuchens in den Mund, und nachsichtig lächelnd deutete die Freundin auf den Standspiegel neben der Zimmertür. Ulrike hob entzückt das Kinn und strich beeindruckt das Kleid um sich glatt. „Du hast ja Recht, Birte. Ich kenne mich selbst nicht mehr. Nur… wie stehe ich vor dir da, wenn ich das annehme?“

„Meinst du, ich werde gerade das Kleid vermissen? Willst du es nicht geschenkt, leihe ich es dir.“

Auf ihr Augenzwinkern wandte sich Ulrike der Tür zu, um sich den wartenden Schwestern zu präsentieren. Sie streckte kaum die Hand aus nach der Tür, da blickte sie Birte erneut beschwörend an. „Du wirkst noch immer wie eine Fünfzehnjährige.“

Langsam wurde es Ulrike zu bunt, beständig von der Freundin belehrt zu werden. Sie drehte sich hochfahrend um und betrachtete sich gekränkt noch einmal ganz kritisch in dem großen Wandspiegel, ehe die Freundin hinter sie trat und sich herausnahm, ihr den Zopf zu öffnen. „So muss mich jeder Mann für eine Walküre halten“, scherzte sie, und es klang verletzt.

„So sollst du ja auch nicht zum Tanz gehen.“ Birte wandte sich mit kreativ gespitzten Sinnen der Eichenkommode zu und überflog den Inhalt der kleinen, bunt bemalten Steinschale, die neben dem Butterkuchen ihren Platz hatte. Ein Kamm fand sich darin, scheinbar aus Silber, sowie eine Haarspange aus dunklem Horn und eine Perlenkette. Birte kämmte energisch ihr Haar durch, egal wie grausig das ziepte, bis es geschmeidig glänzte, dann entnahm sie die Perlenkette und wies die Ulrike. „Halte dir mal die Haare hoch. Nur um zu sehen, wie das aussieht.“

Ulrike raffte das Haar im Nacken zusammen, und Birte verschlang es ihr zu einem kunstvollen Knoten, dem sie mit dem Perlenband Halt verlieh. Ihre ungewöhnlich geschickten Finger wirkten gepflegt wie die einer Burgdame, und hinterher war der Haarbausch zierlich mit silberweißen Perlen umbunden und konnte durchaus einen Windstoß überstehen.

„Siehst du, wie recht ich habe? Oder möchtest du dich wieder umziehen und lieber zum Tanz gehen wie ein kleines Mädchen?“

Je mehr Ulrike Gefallen an ihrem verwandelten Äußeren fand, desto mehr taute sie auf in Birtes Gesellschaft und fing an, sich mit ungeübten Händen die ungewohnte Frisur mit dem Perlenband zurechtzurücken. „Du bist meine erste richtige Freundin“, gestand sie Birte.

Die zwinkerte ihr vergnügt zu. „Und du meine Beste.“

Für einen guten Bürger hatte es Tradition, den Sonntag des Erntedankes mit einem Kirchenbesuch zu beginnen. Für Lüder und seine Töchter lag die Kirche von Berne mit ihrem großen freien Platz, auf dem zwei alte Linden standen, auf der gleichen Warft, eigentlich um die Hausecke. Die Glocke rief auch an diesem Sonntag zum Gottesdienst wie zu einer Pflicht, der jeder gern nachkam, und sie klang weithin über das Land. Jeder in Berne lebende Stedinger war stolz auf die zum Großteil aus Stein bestehende Kirche. Durch das bunte Mosaikfenster im Hintergrund der Eichenholzkanzel, flutete gedämpftes Sonnenlicht in das Kirchenschiff. Bestieg Pfarrer Wilke Holms die hohe Kanzel und überschaute mit einem feierlichen Ausdruck im hageren Gesicht die Köpfe seiner Schäflein, erhob sich die über zwanzig Bankreihen verteilte Gemeinde zum Singen. Ulrike hielt heimlich Umschau, wer fehlte. Eigentlich widerte sie die sonntägliche Heuchelei an. Freilich, jeder ging in die Kirche, allerdings zur Unterhaltung, weniger wegen des Gottesdienstes. Wilke Holms war ein begnadeter Redner, ein Talent, das fesseln konnte. Seine Predigten sorgten für Gesprächsstoff und Abwechslung nach all der Plackerei und Mühsal, die den Alltag füllte - mehr nicht. Wer außer ihr hörte schon richtig hin?

Heute schmückten alle Nischen bunte Blumengebinde. Zu Füßen der Kanzel bildeten Astern, Levkojen, Studentenblumen, Sommerrittersporn und Löwenmäulchen eine farbenprächtige Augenweide. Auf dem Altar war eine Auswahl aus 16 geweihten Heilkräutern angeordnet, und zwar so, dass in dessen Mitte eine majestätische Königskerze mit einer leuchtend gelben Blütensäule thronte, um welche man die anderen Pflanzen büschelweise gruppiert hatte, vornean Johanniskraut, Schafgarbe, Kamille, Wermut, Beifuß, Baldrian und Arnika.

Ulrike richtete es ein, dass sie bei Birte Aumund sitzen konnten, rechts von ihr die Schwestern und der Vater, links von Birte deren Brüder Klaas und Herse sowie Sibo Aumund, das Familienoberhaupt. Dann erfüllte frommer Gesang die Kirche, und in die einkehrende Stille hinein sprach Wilke Holms über Weisheit und darüber, alles habe seine Zeit. „Es gibt den Herbst, um zu pflügen, den März, um zu säen und den späten Sommer, um zu ernten. So wie es eine Zeit gibt, zu trösten und die Momente, in denen wir Trost brauchen. Wir geben, damit andere uns geben, sind wir in Not“, beschloss es der Pfarrer und segnete die Gemeinde.

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