Weitere Bücher aus der Rödnbach-Reihe:
Mords-Kerwa (Juli 2012)
Mords-Wut (Dezember 2012)
Mords-Urlaub (Mai 2013)
Mords-Schuss (August 2013)
Mords-Kerle (November 2013)
Mords-Krach (März 2014)
Mords-Brand (August 2014)
Mords-Fasching (Februar 2015)
Erstfassung Dezember 2015
Alle Rechte vorbehalten
Die Rödnbacher
Peter Kleinlein |
Rödnbacher, Hobbydetektiv und neuerdings Herzpatient |
Marga Kleinlein |
seine stets besorgte Ehefrau |
Simon Bräunlein |
Metzgermeister aus Rödnbach, Hersteller der 1A preisgekrönten Bratwurst |
Gisela Bräunlein |
seine Ehefrau, das Gehirn des Familienbetriebes |
Lothar Schwarm |
Friseurmeister aus Rödnbach, sehr sensibel, äußerst gepflegte Erscheinung |
Maria Cäcilie Leimer |
Kosmetikerin aus der Oberpfalz und Lebensgefährtin von Lothar Schwarm |
Die Ermittler
Erwin Schindler |
Kriminalhauptkommissar |
Heinz Havranek |
Kriminalobermeister |
|
|
Das ZFARM-Personal
Dr. Beatrix Freitag |
Ltd. Ärztin im Rehazentrum ZFARM |
Sybille Thalheimer |
Physiotherapeutin, die Naturburschige |
Nikita (Nick) Stiller |
Physiotherapeut, der Philosoph |
Rosanna Ruffo |
Physiotherapeutin, die italienische Sirene |
Elena Stavros |
Physiotherapeutin, eine Zypriotin |
Ellen Wanner |
Diplompsychologin |
Ulla Körner |
Krankenschwester |
Carla Hanke |
Krankenschwester mit LoBo-Frisur |
Corinna Schwab |
Ernährungsberaterin |
|
Die freundlichen Damen vom Empfang, die zahlreichen stets hilfreichen Physios |
Die Patienten
Anwar al-Hamadi |
Der Mann mit dem traurigen Gesicht |
Jörg Rohrbach |
Der Neue |
Olli Weiler |
Kardiopatient mit einer langen glorreichen Vorgeschichte |
Rigobert Purrucker |
Der Mann mit den 8 Stents |
Bernhard Semmler |
Der Mann, der noch keen Lasder ausgelossen hat, Sachse |
Wolfgang Tanner, Wotan |
Der Optimist, der alle anderen aufbauen möchte |
Richard Vogel |
Eine sportlich aussehender, abgeklärter Zeitgenosse |
Erkan Danoglou |
Ein Mann der den Eingang zum Keller sucht (zum Lachen), ihn aber nicht findet, Schulterbruch |
Demetrios Papastathopoulos, alias Sokratis |
Der Strahlemann, ein Mann mit perfekten Manieren, aber miserablem Blutdruck |
Theresia Neumann |
die mit dem künstlichem Kniegelenk |
Edgar Schüler |
Kardiopatient mit Burnout, Freund blutrünstiger Thriller |
Patrick Schlegel |
Glubb-Fan mit einer Schleimförderanlage anstelle einer Lunge |
Sylvia Zimmermann, alias Bella |
professionelle Altenpflegerin mit allen Voraussetzungen für einen veritablen Kurschatten, trotz Rückenproblemen |
Lieselotte Schaller |
etwas verwirrte alte Dame im Rollstuhl |
Andy Reichart |
Ewig nörgelnder Patient mit einer Abneigung gegen fast alle Therapien |
Farid al-Shukri |
Verdächtiger arabischer Patient mit ungewöhnlichen Vorlieben, Fan der SpVgg Greuther Fürth |
Werner Bäumler |
Peters Ex-Kollege und kongenialer Partner zu beider aktiven Zeit |
|
|
Weitere Beteiligte
Dr. Mohammed al-Saadi |
Internist, Freund und Hausarzt von al-Hamadi |
Jehan al-Hamadi |
Die Ehefrau des Opfers |
Fatima al-Hamadi |
Beider Tochter |
Es ist jetzt fast schon wieder drei Wochen her, dass Peter Kleinlein auf der Geburtstagsfeier seiner Schwägerin Elli, der jüngeren Schwester seiner Ehefrau Marga, mit einer plötzlich auftretenden, seltsamen Mattigkeit zu kämpfen hatte. Ein ungewohntes Gefühl hatte sich unmittelbar nach dem letzten Tanz in ihm breit gemacht, das er nicht recht zu deuten vermochte. Er hatte urplötzlich enorme Mühe Luft zu holen. Es fühlte sich an, als ob ein zentnerschwerer Mühlstein auf seinen Schultern liegen, seine Lungenflügel zusammendrücken und mit Macht jeglichen Atem herauspressen würde. Peter war jedoch noch nie in seinem mittlerweile fast siebzigjährigem Leben Müller, noch pflegt er für gewöhnlich solch schwere Lasten auf seinen Schultern spazieren zu tragen. Er war sein Lebtag lang ein IT-Spezialist, ein Schreibtischtäter und befindet sich nun im Ruhestand, seit sieben Jahren schon. Der Stress des täglichen Funktionierenmüssens liegt weit in der Vergangenheit und ist bereits komplett vergessen. Druck verspürt er seitdem nicht mehr. Weder seelisch, noch körperlich. Daher war ihm mit einem Schlag klar, dass hier etwas überhaupt nicht stimmte. Die ungeheuere Enge, die er verspürte und die jeden Atemzug zur Qual machte, war von einer Art und ungeheuren Intensität, die er so nicht kannte. Müde zu sein fühlte sich entschieden anders an. Die Atemlosigkeit hatte ihre Ursache aber auch nicht in dem wilden Tanz, zu dem ihn die meist jüngeren Festgäste animiert und mit auf die Tanzfläche geschleift hatten. Auch dieses Gefühl hätte er sicher erkannt. Es war einfach anders. Es fühlte sich so seltsam fremd an, dass er es sich nicht erklären konnte. Auch seiner Marga nicht, die ihn aufgrund seines überraschten Gesichtsausdruck fragend ansah.
„Woss issn Beder? Du schausd richdi kabudd aus. Ich maan, etzerdler werds langsam Zeid, dass mer hamm gänger. Du gfällsd mer im Momend garnedd.“
Dass er ihr nicht gefiel stimmte so nicht ganz. Er gefiel ihr im Allgemeinen sogar ausnehmend gut und heute ganz besonders. Schick sah er aus in seinem Festtagsanzug und der silbergrauen Krawatte, die inzwischen, auch infolge der heftigen Verrenkungen und der damit unmittelbar verbundenen Hitzewallungen, schon lange auf Halbmast hing. Die meisten anderen Gäste hatten die ihren schon lange abgenommen oder von vorne herein auf den als altmodisch verrufenen Kulturstrick verzichtet. Was Marga vielmehr meinte war, dass Peter nicht gesund aussah und ihr sein Zustand nicht gefiel. Die anderen Gäste hatten allesamt noch nichts bemerkt, seine bessere Hälfte kannte ihn jedoch in und auswendig und wusste genau wie er selbst augenblicklich, dass etwas ganz und gar nicht stimmte.
„Etz iss ja aa scho glei vierer in der Fräih, dou iss schließli nimmer grad zu bald, wemmer hamm gäihd. Kumm, mir soong ade zu der Elli und zum Manfred und dann fahr mer. Drink dei Zeich aus und dann bagg mers. Iss sowieso nu a weider Weech bis hamm nach Rödnbach.“
Wenn es eines weiteren Indiz‘ für Peters Zustand bedurfte hätte, dann hätte die Marga es aus der Tatsache erhalten, dass ihr Mann sofort aufstand und sein halb volles Glas einfach unbeachtet stehen ließ.
Im Auto wurde es nicht besser. Peter hing leicht nach vorne gebeugt in einer reichlich unnatürlichen Haltung auf dem Beifahrersitz. Sein Atem ging schwer. Nach wenigen Kilometern war beiden klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Es war Sonntag früh, ein Arzt wäre im jedem Fall nur über einen Notdienst erreichbar. Da kann man es getrost als Glück im Unglück bezeichnen, dass die Kleinleins auf ihren Nachhauseweg von Schwabach, wo die Feier zu Ellis sechzigstem Geburtstag stattgefunden hatte, über die Autobahn mussten und dass gerade in diesem Augenblick das blaue Schild mit dem Hinweis auf die Abfahrt Nürnberg-Langwasser aus dem Dunkel auftauchte, mit der Zusatzinformation Klinikum Nürnberg-Süd. Kurz entschlossen setzte Marga, die auch ohne Peters aktuelles Problem, allein schon aus alkoholtechnischen Gründen als Fahrerin eingeplant gewesen wäre, den Blinker und nahm zügig die Ausfahrt. Weitere zehn Minuten später standen die beiden bereits vor dem spärlich beleuchteten Haupteingang des Klinikums. Einen Parkplatz hatten sie, was um diese Zeit nicht verwunderte, unmittelbar vor dem dorthin führenden, überdachten Weg gefunden. Ein Umstand, der tagsüber gut und gerne einem Sechser im Lotto gleichgekommen wäre. Es war inzwischen kurz vor fünf Uhr morgens und es regnete leicht.
Читать дальше