Ben Worthmann - Meine Frau, der Osten und ich

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*******Die etwas andere Geschichte der deutschen Einheit******
Nach Mauerfall und Wende ist nichts mehr so, wie es war. Auch bei den Worthmanns geht es wieder mal ziemlich turbulent zu. Mitte der Neunzigerjahre haben sie mit allerlei Komplikationen zu kämpfen – beruflichen und familiären, banalen und brisanten, hochpolitischen und sehr alltäglichen. Darüber berichtet das Familienoberhaupt gewohnt pointiert und selbstironisch und ohne Scheu vor teils verwegenen Gedankensprüngen. So entstand eine ungewöhnliche Mischung aus sehr menschlicher Komödie und Zeitgeschichte. Dieser jetzt erstmals erschienene heitere Familienroman ist der mittlere Teil einer Trilogie, bestehend ferner aus «Etwas ist immer» und «Leben für Fortgeschrittene».
Ferner vom Autor im Handel: Die Psycho-Thriller «Die Frau am Tor», «Nocturno», «Das Grab der Lüge», «Tödlicher Besuch», «Auf gute Nachbarschaft» und «In einer Nacht am Straßenrand».

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Ich habe Anna gegenüber oft dieses Beispiel zitiert, wenn sie wieder einmal damit anfing, wie leicht bei anderen alles laufe. Ich fand, es war ein passendes Exempel, um den Unterschied zwischen subjektiv und objektiv zu illustrieren und außerdem die Irrelevanz des Materiellen.

„Fassaden“, sagte ich dann, „was sagen schon die Fassaden des Erfolgs? Wie es dahinter zugeht, weiß ohnehin keiner.“

Inzwischen fand ich allerdings, dass ich eigentlich längst stellvertretender Chefredakteur hätte sein sollen. Es stand mir einfach zu, so sah ich das, und wenn ich es jetzt nicht bald schaffte, würde es zu spät sein. Ich war Innenpolitik-Chef, was seit jeher eine gute Basis für den Sprung nach oben ist, und ich hatte mir einen gewissen Namen als Verfasser von Leitartikeln und Kommentaren gemacht, außerdem konnte ich fast zwanzig Jahre Berufserfahrung vorweisen - allerdings war ich mir mittlerweile nicht mehr so sicher, ob das viel zählte, neuerdings schienen es manche besonders schnell besonders weit zu bringen, die so gut wie keine Erfahrung hatten.

Vor allem machte ich mir seit einiger Zeit Sorgen um Amann, unseren Chefredakteur. Amann wäre der einzige gewesen, der mein Anliegen hätte befördern können. Ohne sein Wort konnte ich nicht sein Stellvertreter werden, logisch, das hatte gar nichts mit den spezifischen Bräuchen der Zeitungsbranche zu tun. Aber es sah so aus, als sitze Amann selbst nicht mehr ganz fest im Sattel, auch wenn es noch keine handfestes Indizien gab, aber dass er in letzter Zeit müde wirkte und noch etwas deutlicher desinteressiert als sonst, das war einfach nicht zu übersehen.

In den Verlagsleitungen diverser anderer Blätter schien eine Art Paranoia ausgebrochen zu sein. Wer würde es schaffen, „die Hauptstadtzeitung“ zu werden? Das war die große Frage. Sie redeten von nichts anderem, und die Art und Weise, wie sie das taten, war kaum geeignet, einen erfahrenen Journalisten irgend etwas Gutes ahnen zu lassen. Hier würden bald der eine oder andere Amoklauf und alle möglichen Blutbäder im Personalbereich fällig sein. Bei einem der Konkurrenzblätter hatten sie kürzlich einen Mittdreißiger als Verlagschef engagiert - also als den Mann an der Spitze des ganzen Unternehmens-, der vorher als Jungmanager eines Zigarettenkonzerns reüssiert und noch nie einen Zeitungsbetrieb von innen gesehen hatte. Das publizistische Credo, das er vor der versammelten Mannschaft ablegte, lautete: „Kohle machen!“ Und obschon es sich um unsere härteste Konkurrenz handelte und wahrlich kein Blatt von überragendem Niveau, sträubten sich mir die Haare, als ich davon hörte. Das Mitleid, das ich mit den Kollegen dort empfand, war indes nicht nur altruistischer, sondern gewissermaßen auch prophylaktischer Natur. Es konnte leicht sein, dass wir selbst über kurz oder lang zu Objekten des Kollegenmitleids wurden.

Aktuell galten meine Befürchtungen vor allem Rottmann, meinem Stellvertreter. Rottmann war ein Schwein, so hart das klingen mag. Ich wusste seit längerem, dass er jede Gelegenheit zu nutzen versuchte, um gegen mich zu intrigieren. Unter normalen Umständen hätte mich das nicht weiter gestört, so viel Härte hatte ich inzwischen auch. Aber die Umstände waren nicht normal, sie waren jedenfalls nicht so stabil, wie sie hätten sein sollen. Kleine Machtverschiebungen, die sonst ohne Bedeutung geblieben wären, drohten Angriffsflächen erzeugen, die unangenehme Folgen nach sich ziehen konnten. So viel hatte selbst ich, der diese Aspekte des Berufslebens lange vernachlässigt hatte, inzwischen mitbekommen. Rottmann war zehn Jahre jünger als ich, er war unverheiratet und die meiste Zeit war er in aussichtslose Beziehungen verstrickt. Er stellte es zwar so dar, als sei er derjenige, der sich vor Bewerberinnen kaum zu erwehren wisse und deshalb immer wieder in prekäre Situationen gerate. Aber er hatte den fast schon exhibitionistischen Drang, mich immer sehr detailgetreu auf dem Laufenden zu halten, und um sich aus dem, was er so erzählte, zusammenzureimen, wie seine Affären oder besser Pseudo-Affären tatsächlich beschaffen waren, musste man kein diplomierter Psychologe sein. Es war offenkundig, dass die Probleme, die er da beschrieb, nur einen Namen hatten: Rottmann.

Da er im Unterschied zu mir einen Doktortitel besaß, hielt er sich außerdem sozusagen kraft Naturrecht für den besseren Ressortchef, was die Sacher nicht leichter machte. Immerhin war ich inzwischen soweit, dass ich keine Scheu hatte, ihn dann und wann recht deutlich daran zu erinnern, wer das Sagen hatte - „die harte Tour“, wie Anna es nicht ohne Genugtuung nannte, wenn ich ihr abends davon erzählte. Sie war nach wie vor der Meinung, dass ich mich viel zu schwer damit tat, mich ins richtige Licht zu setzen. Aber sie war fair genug, um die kleinen Fortschritte zu registrieren.

Rottmann spielte sich auch gern damit auf, das bürgerliche Leben abzulehnen, allerdings nur, sofern ihm durch derartige Bekenntnisse kein Nachteil drohte. Mich nannte er einen angepassten Liberalen, was in seinen Augen so ziemlich das Schlimmste war, wie er behauptete, zumindest dann, wenn es sonst niemand hörte. Die meisten bei dieser Zeitung bezeichneten sich selbst als mehr oder weniger liberal. Manchmal dachte ich, dass Rottmann weniger ein Schwein als eine arme Sau sei. Das Heikle an solchen psychogrammatischen Diagnosen ist, dass man die Leute in ihrer Gefährlichkeit manchmal unterschätzt.

Rottmann konnte obendrein nicht gut schreiben, was für einen Journalisten ein Problem sein kann, wenn auch nicht sein muss. 1m Lauf der Jahre habe ich etliche kennengelernt, die es trotz erheblicher Defizite auf diesem Gebiet weit gebracht haben. Immerhin war Rottmann intelligent genug, um selbst einzusehen, dass er kein guter Schreiber war, doch das machte die Sache nicht viel besser. Er verwandte seinen Ehrgeiz nämlich darauf zu verhindern, dass die Beiträge anderer, die im Unterschied zu ihm schreiben konnten, ins Blatt gelangten. Auch bei mir hatte er das schon probiert, obschon er wusste, dass er da kaum eine Chance hatte. Jetzt, in meiner Abwesenheit, tat er jedoch gewiss alles, um beispielsweise zwei von mir hinterlegte Leitartikel aus der Kategorie der zeitlosen, grundsätzlichen Betrachtungen zu Fragen der politischen Kultur unter Verschluss zu halten. Amann hatte zwar Duplikate dieser Beiträge und eine Sekretärin, die ihm zeigen konnte, wie diese Texte im Computer zu finden waren, aber er war etwas schusselig, auf seine nicht einmal unsympathische Art neigte er zu dieser etwas professoralen Zerstreutheit, was letzten Endes auch der Grund dafür war, weshalb ich mir Sorgen um ihn - und damit indirekt auch um mich - machte. Vermutlich war er gar nicht in der Lage, die Existenz der von mir hinterlassenen, im Textverarbeitungssystem gespeicherten Beiträge überhaupt zu realisieren.

Während ich hier meinen Urlaub absaß, malte ich mir aus, wie Rottmann jeden Tag, wenn in der Konferenz über die Kommentarthemen beraten wurde, mit irgendwelchen abseitigen Vorschlägen aufwartete, nur um nicht auf meine „Stücke“, wie wir in unserem Jargon sagten, hinweisen zu müssen. Es gab hier im Ort einen gutsortierten Kiosk, der auch die Blätter aus Berlin führte, und ich schaute jeden Tag dort vorbei, um einen Blick in unsere Zeitung zu werfen. Jedes Mal musste ich feststellen, dass noch keine Zeile von mir erschienen war.

Doch nicht nur der Schatten Rottmanns und die Sorgen um Amanns und damit auch um meine Position lagen mir auch der Seele. Ich

machte mir außerdem Gedanken wegen meiner Figur. Ich treibe zeit meines Lebens Sport, hebe Gewichte, gehe ins Studio und achte darauf, meinen Körper in Schuss zu halten. Es gehört für mich einfach zum Tageslauf wie Essen, Trinken und Schlafen. Da in dem Urlaubsprospekt zu lesen gewesen war, die Ferienanlage verfüge über einen Fitnessraum, hatte ich diesmal meine beiden verstellbaren 25-Kilo-Hanteln zu Hause gelassen. Was ich dann in der Ferienanlage vorfand, waren ein paar Aerobic-Hanteln von zwei, drei Kilo aus Plastik, die im Vorraum einer selbstgebastelten Heimsauna herumlagen, sowie ein Sprungseil - ein ziemlich erschütterndes Bild.

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