Ben Worthmann - Meine Frau, der Osten und ich

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*******Die etwas andere Geschichte der deutschen Einheit******
Nach Mauerfall und Wende ist nichts mehr so, wie es war. Auch bei den Worthmanns geht es wieder mal ziemlich turbulent zu. Mitte der Neunzigerjahre haben sie mit allerlei Komplikationen zu kämpfen – beruflichen und familiären, banalen und brisanten, hochpolitischen und sehr alltäglichen. Darüber berichtet das Familienoberhaupt gewohnt pointiert und selbstironisch und ohne Scheu vor teils verwegenen Gedankensprüngen. So entstand eine ungewöhnliche Mischung aus sehr menschlicher Komödie und Zeitgeschichte. Dieser jetzt erstmals erschienene heitere Familienroman ist der mittlere Teil einer Trilogie, bestehend ferner aus «Etwas ist immer» und «Leben für Fortgeschrittene».
Ferner vom Autor im Handel: Die Psycho-Thriller «Die Frau am Tor», «Nocturno», «Das Grab der Lüge», «Tödlicher Besuch», «Auf gute Nachbarschaft» und «In einer Nacht am Straßenrand».

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Es war wahrscheinlich klug von mir gewesen, diese Warnungen wohlmeinender Kollegen Anna gegenüber gar nicht zu erwähnen. Das ging mir jetzt durch den Kopf, während wir immer noch in diesem Stau standen und ich mich zu fragen begann, ob wir hier je wieder wegkommen würden, selbst mir das Ganze langsam etwas unheimlich. Andererseits hatte ich womöglich einen Fehler gemacht, als ich die Warnungen nicht beherzigte. Denn hätte ich das getan, wären wir nicht in diesen Ort nordwestlich von Rostock gefahren und hätten uns überhaupt viel Ärger erspart. Am besten wäre es gewesen, in diesem Jahr ganz auf einen Urlaub zu verzichten, zumindest zu der fraglichen Zeit, als sich bei unserer Zeitung die Dinge etwas unerfreulich entwickelten. Aber was richtig und falsch ist, weiß man ohnehin immer erst dann, wenn es zu spät ist, das ist die eigentliche Tragik der menschlichen Existenz.

Was mich angeht, so wäre ich am liebsten gleich am ersten Tag wieder abgereist, doch ich sagte nichts, ich schluckte es herunter. Männer machen das ja bekanntlich gern, sie teilen sich nicht mit, sondern fressen alles in sich hinein und leiden einsam und schweigend, weshalb sie auch früher sterben.

Anna und Julius hatten zwar anfangs ihre kritischen, teilweise abfälligen Bemerkungen gemacht, aber das gab sich, Anna wirkte nach verhältnismäßig kurzer Zeit zunehmend entspannt. Und Julius hatte offenbar beschlossen, dies hier als eine Art Abenteuerurlaub zu betrachten - was es ja in gewisser Weise auch war - , und ich konnte mir vorstellen, dass er bereits daran dachte, wie er sich in der Schule mit seinen Erlebnissen „in der Zone“ brüsten würde. Der Grund für diese positive Sicht der Dinge war in erster Linie in dem Umstand zu sehen, dass wir in einer ziemlich komfortablen Appartement-Anlage untergebracht waren, einer Art von Enklave, in der es sich aushalten ließ. In einem Seebad Urlaub zu machen, nur um sich möglichst vom Meer fernzuhalten und den Badeort selbst zu meiden - das kam mir zwar ein wenig schizophren vor, aber Anna und Julius sahen das weniger streng. Das hatte vor allem mit dem Swimmingpool zu tun, den es in der Anlage gab. Dort hielten sich ständig ein paar dreizehn-, vierzehnjährige Mädchen auf, womit für die Deckung des Grundbedarfs an Erlebnishunger erst einmal gesorgt war, soweit es unseren etwas frühreifen Sohn betraf. In Annas Fall lagen die Gründe dafür, die Dinge in milderem Licht zu sehen, auf einer ähnlichen Ebene, nämlich etwa auf Höhe des Beckenrandes. Es gab hier eine große Liegewiese, auf welcher zahlreiche Menschen anzutreffen waren, nicht nur die Eltern jener Mädchen, an denen unser Sohn sein Wohlgefallen fand. Das aber hieß: Anna hatte, trotz mancher Entbehrungen, etwas gefunden, das meiner Erfahrung nach auf ihrer Positiv-Liste weit oben rangiert, noch vor anderen zivilisatorischen Errungenschaften wie gepflegten Ostseestränden oder im Sinne ihrer Zweckbestimmung nutzbaren Strandpromenaden. Sie hatte Leute um sich herum, mit denen sie von morgens bis abends reden konnte. Anna redet gern, um nicht zu sagen, gelegentlich zu viel. Man könnte sie eine Virtuosin auf dem Gebiet der verbalen Kommunikation nennen - oder, neutral formuliert: Sie ist mit der Fähigkeit ausgestattet, Neugier und Mitteilungsdrang auf frappierende Weise in eine Balance zu bringen, die höchste Effizienz garantiert, falls ein Begriff wie Effizienz in diesem Zusammenhang angemessen ist. So gesehen war dies hier ein Dorado für sie.

Als ich Anna vor Jahren kennenlernte, stand sie als schüchterne blonde Elfe in einem der langweiligen Flure jenes Zeitungshauses, in dem wir beide Volontäre waren. Wir sollten hier zu brauchbaren Redakteuren ausgebildet werden, das war der prosaische Zweck unserer Anwesenheit in diesem Betrieb, doch Annas Anblick, der kam mir wie ein reines Wunder vor. Das hatte nichts mehr mit dem Leben eines Zeitungsvolontärs zu tun. Ich sah sie, und ihr Anblick weckte in mir sogleich diese archaischen Instinkte eines männlichen Beschützers hilfloser weiblicher Wesen.

Es gibt ja inzwischen diese Theorien von den genetisch codierten Reflexen. Vielleicht nahm ich in Sekundenbruchteilen auf, dass sie trotz ihrer Zierlichkeit relativ breite Beckenknochen hatte - günstige Reproduktionsvoraussetzungen also -, und dass ihre Haut glatt und rosig und ihre Lippen voll waren und ihr Haar fest und dicht und die Augen blau und klar, alles Signale der Vitalität. Ich dachte jedenfalls: Die oder keine, wobei „dachte“ es nicht ganz trifft. Da waren eher die Instinkte und die Emotionen am Werk, und außerdem die Intuition - lauter Mächte, gegen die wenig auszurichten ist.

Anna erzählte mir hinterher, bei ihr sei es völlig anders gewesen. Zuerst einmal hatte sie mich angeblich gar nicht zur Kenntnis genommen. Sie konnte sich nach unserem ersten Zusammentreffen kaum an mich erinnern, nach dem zweiten, auf irgendeiner Redaktionsparty, bei der ich mich ziemlich unverblümt an sie heranmachte, dann allerdings schon. Im Rückblick schilderte sie es dann etwa so: Ein heruntergekommener Späthippie sei ich gewesen, und wenn sie sich meiner nicht angenommen hätte, wäre ich gewiss vor Erreichen meines dreißigsten Jahrs in der Gosse geendet. Ich sei derjenige gewesen, sagte Anna, der an ihre mütterlichen Instinkte gerührt habe. Der Himmel weiß, wie so etwas zusammenpasst - ein altertümlicher Hippie-Beschützer und eine mütterliche Elfe, aber es passte, irgendwie. Ihre Freundinnen, lauter strenge Gutachterinnen, gaben uns beiden übrigens maximal drei bis vier Monate.

Nach ein paar Wochen hatte ich auf einer Fete erstmals erlebt, wozu meine blonde, etwas schüchterne Anna fähig war, wenn es darum ging, andere Menschen auszufragen und sie zugleich in Grund und Boden zu reden. Ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen, was ich da alles mehr oder minder unfreiwillig mitbekam. Hemmungen kannte Anna offenkundig nicht, es war, milde gesagt, erstaunlich, wie viele Worte solch ein zarter, vermeintlich zurückhaltender Mensch weiblichen Geschlechts binnen verhältnismäßig kurzer Zeit von sich zu geben vermochte.

„Du quatscht sie zu und du quetscht sie aus, und du machst das beides zugleich“, sagte ich hinterher zu ihr, einigermaßen fassungslos. „So etwas ist, logisch gesehen, eigentlich gar nicht möglich.“

„Wie meinst du denn das?“, fragte sie unschuldsvoll und strahlte mich dabei aus ihren kornblumenblauen Augen an. „Willst du damit sagen, dass ich zuviel rede?“

Sie sagte das in dem Ton, in dem eine Frau erschrocken sagt: „Huch, was ist denn das, das ist ja eine Laufmasche“, und dazu fiel mir dann überhaupt nichts mehr ein. Ihr wiederum fiel dazu ein, dass ich nicht immer so stur sein solle. Ich musste später noch oft daran denken.

Das lag zu jener Zeit, da wir gemeinsam mit unserem jüngsten Sohn Urlaub nordwestlich von Rostock machten, fast zwei Jahrzehnte zurück. Mittlerweile hatten wir drei Söhne, von denen zwei, Max und Paul, mehr oder weniger erwachsen waren, und jene Beziehungsprophetinnen aus unserer Anfangszeit waren inzwischen immer noch frustrierte Singles oder mindestens einmal geschieden. Ich war, nachdem mir Anna jahrelang mit ihren Klagen wegen meines Mangels an Karriereehrgeiz in den Ohren gelegen hatte, Ressortleiter bei dieser Zeitung in Berlin, die dank der Einheit einen gewissen Bedeutungsaufschwung erfahren hatte, es ging uns nicht schlecht, die Kinder waren so gut geraten, wie drei Knaben eben geraten können. Anna war immer noch eine auffallend hübsche Frau, und ich, ich hatte mich auch einigermaßen gehalten oder versuchte es doch zumindest. Wir hatten eigentlich keinen Grund, uns zu beschweren - objektiv betrachtet und von meinen aktuellen Sorgen abgesehen.

Aber was heißt schon „objektiv gesehen“? Was letztlich zählt, ist das Subjektive. Vor Jahren hatten wir Nachbarn, die wir immer beneideten, weil sie ein eigenes großes Haus besaßen. Eines Tages erhängte sich der Mann, weil seine Firma pleite war, und wenig später schluckte seine Witwe, nach Annas Meinung eine resolute, selbstsichere, dazu noch attraktive Frau von Mitte dreißig, die letale Dosis Rattengift. Ihr Bruder starb im Sommer darauf an einem Stromstoß, als er beim Rasenmähen die Schnur durchschnitt.

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