Ben Worthmann - Meine Frau, der Osten und ich

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*******Die etwas andere Geschichte der deutschen Einheit******
Nach Mauerfall und Wende ist nichts mehr so, wie es war. Auch bei den Worthmanns geht es wieder mal ziemlich turbulent zu. Mitte der Neunzigerjahre haben sie mit allerlei Komplikationen zu kämpfen – beruflichen und familiären, banalen und brisanten, hochpolitischen und sehr alltäglichen. Darüber berichtet das Familienoberhaupt gewohnt pointiert und selbstironisch und ohne Scheu vor teils verwegenen Gedankensprüngen. So entstand eine ungewöhnliche Mischung aus sehr menschlicher Komödie und Zeitgeschichte. Dieser jetzt erstmals erschienene heitere Familienroman ist der mittlere Teil einer Trilogie, bestehend ferner aus «Etwas ist immer» und «Leben für Fortgeschrittene».
Ferner vom Autor im Handel: Die Psycho-Thriller «Die Frau am Tor», «Nocturno», «Das Grab der Lüge», «Tödlicher Besuch», «Auf gute Nachbarschaft» und «In einer Nacht am Straßenrand».

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Er hatte, wenn man es objektiv zu sehen versuchte, aber auch etwas neuerdings Gesamtdeutsches an sich - etwas von diesen Leuten, die einem ebenso im Supermarkt in Berlin-Steglitz wie in einer Videothek in Berlin-Lichtenberg begegnen können und bei deren Anblick man nie genau weiß, ob sie ein rotes oder braunes Parteibuch besitzen und ob sie in ihrem Wohnzimmer einen Kampfhund halten oder einen kastrierten Wellensittich. Klar war, dass er irgendwo und irgendwann mit seiner Frau diese Kinder gezeugt haben musste, und bei diesem Gedanken tat seine Frau mir ein bisschen leid. Als ich sie mir dann etwas genauer ansehen konnte, weil sie ein paar Schritte näher kam, erschien mir die Ähnlichkeit mit Patricia Arquette erheblich geringer, als ich zunächst vermutet hatte. Sie sah sogar ziemlich alltäglich aus, wahrscheinlich hatte sie es gar nicht besser verdient.

Manchmal hasse mich, wenn ich derartige Gedanken habe. Aber was soll man tun? Das Höchste, das der Menschen hat, ist sein Gehirn, aber zugleich ist es auch das Gemeinste.

Später, beim Anfahren, als das Licht der Scheinwerfer voll auf das Nummernschild fiel, musste ich dann noch feststellen, dass es sich nicht um einen Opel-Vectra aus Magdeburg handelte, wie ich anfänglich gedacht hatte, sondern um einen aus Mannheim.

Aber noch war es nicht so weit mit dem Weiterfahren, noch leuchtete vor uns in einiger Entfernung, genau in der sanften Kurve, wo auch die Blaulichter blinkten, etwas, das wie eine Lichtreklame von McDonald's aussah. Die Vorstellung, jetzt einen Hamburger zu essen, hatte ihren Reiz, bei allem Respekt vor den Geboten einer vernünftigen Ernährung, die ich im Allgemeinen beherzige, schon aus Eitelkeit, wegen der Figur. Man kann nicht immer nur vernünftig sein, und als Ehemann ist man es sowieso nicht. Leider hatte der Gedanke an den Hamburger den Nachteil, dass er gegenwärtig nicht zu verwirklichen war, jedenfalls nicht ohne den mehr oder minder kalten Ehefrieden auf leichtfertige Weise zu gefährden. Aussteigen und einfach die paar hundert Meter gehen, das wäre an sich eine vernünftige Überlegung gewesen, denn so wie das hier aussah, würde es noch eine Weile dauern. Doch Anna hatte entschieden, dass Aussteigen gefährlich sei, und ich war weit entfernt davon, diese Entscheidung jetzt wieder in Frage zu stellen.

Außerdem wäre es doch noch ein ganzes Stück bis zu dem Hamburger gewesen, wenn ich es genauer bedachte. Ich tröstete mich mit dem Befund, dass immerhin der Aufbau Ost schon weiter gediehen war, als es manche Skeptiker bisher hatten wahrhaben wollen, wobei ich mich selbst gar nicht ausnahm. Wo sich die blühenden Landschaften des Kanzlers Kohl tatsächlich befanden, wusste niemand, er selbst vermutlich auch nicht, aber immerhin, McDonald's hatte die ersten Autobahnraststätten erobert. Das war doch irgendwie ein Symbol der Hoffnung. Andererseits war genau an dieser Stelle der Unfall passiert, dessentwegen wir hier festsaßen. An Hamburger dachte da vom im Moment bestimmt niemand. Vielleicht waren Menschen zu Tode gekommen, mit dem McDonald's-Emblem als letztem Bild von dieser Welt vor Augen. Gerade zerschredderte ein Hubschrauber die Stille der Sommernacht.

„Emm-Zee-Doonalt“ - dieses seltsame Klanggebilde war in meiner Erinnerung abgespeichert, seit wir uns vor ein paar Jahren, kurz nach jener historischen Novembernacht, erstmals wieder auf die Schlossstraße in Steglitz gewagt hatten, eine der Haupteinkaufsstraßen von Berlin. McDonald's war offenbar das Erste gewesen, das auf den beigetretenen Lebensplänen stand, die plötzlich tausend- und millionenfach umgeworfen und neugeschrieben wurden.

Wir Einheimischen mussten uns den Weg durch Menschenmassen bahnen. Unsere Söhne behaupteten, man könne die Ossis an ihren Jeansanzügen und an den Turnschuhen erkennen, die zu wenig Streifen hätten, außerdem am Teint - zu wenig Vitamine, keine Solarien. Anna und ich, wir fanden das ein bisschen borniert. Aber dass die neuen Mitbürger irgendwie anders aussahen, entging auch uns nicht, genauso wenig wie dieser kollektive Trieb, Hamburger zu essen. McDonald's, das war für sie ein Inbegriff des neuen Lebens, der gastronomische Siegespreis für die sogenannte friedliche Revolution. Dass plattgehauene Buletten zwischen den Hälften einer Schrippe mit Ketchup und Salatblatt solch eine Bedeutung erlangen konnten - eigentlich war das auch ein bisschen traurig.

Unser jüngster Sohn schreckte mich aus meinen Gedanken auf. „Ein paar hundert Meter weiter, und wir könnten jetzt was Anständiges essen“, ließ sich Julius von der Rückbank vernehmen. Er hegte also ähnliche Überlegungen wie die Ostberliner damals - und ähnliche, wie sie mir vor ein paar Augenblicken durch den Kopf gegangen waren. Julius wollte zum Ausdruck bringen, für welch eine unglückliche Fügung er es hielt, dass wir uns zu dem Zeitpunkt, da der Unfall geschehen war, nicht weiter südlich, also näher an der McDonald's-Raststätte, befunden hatten.

Bevor Anna Julius zurechtweisen konnte, sagte ich: „Wir sollten froh sein, dass wir nicht näher daran waren. Ein paar Sekunden später oder ein paar Meter weiter - und es hätte sein können, dass wir auch dort hineingeraten wären. Also bitte, lass es gut sein, ja?“

Anna gönnte mir einen zustimmenden Blick von der Seite. Ich hatte kaum zu Ende gesprochen, als ein dunkler Kombi auf der gesperrten Gegenspur auftauchte, dort, wo vorhin die Rettungswagen entlang gerollt waren. Der Mann von Patricia Arquette, der gerade seine nächste Flasche geöffnet hatte, sagte etwas, und einige seiner Worte purzelten durch das offene Dach und die heruntergekurbelten Fenster zu uns herein, darunter eine Vokabel, die Anna noch ein Stück tiefer in ihren Sitz sacken ließ - Leichenwagen. Kurz danach kam der nächste anthrazitfarbene Wagen vorbei.

„Verdammt“, sagteAnna mit erstickter Stimme, „ich will hier weg!“

Ich sagte ihr, wenn sie bereits dabei seien, die Leichname wegzuschaffen, sei abzusehen, dass die Autobahn bald wieder frei werde. Ein nächtlicher Stau mit Leichentransporten - das war für Anna zu viel, das war mir durchaus klar. Ich fragte sie, ob sie noch eine rauchen wollte, und natürlich wollte sie, und ich bewunderte sie fast dafür, dass sie die endlosen Sekunden abwartete, bis ich sie angezündet hatte und ihr den zweiten Zug ließ.

Wir kamen aus dem Urlaub, aber wenn es etwas gab, das wir wirklich nötig gehabt hätten, dann war es Erholung.

3.

Urlaub an der ostdeutschen Ostseeküste - das war keine wirklich gute Idee gewesen. Aber ich hatte es irgendwie wissen wollen, trotz gewisser Warnungen. Dabei waren es keineswegs verbohrte, einigungskritische Westdeutsche gewesen, die diese Warnungen ausgesprochen hatten. Von denen gab und gibt es ja genug, und interessanter Weise trifft man darunter etliche, die noch vor einigen Jahren, als für alle Fälle vorgesorgt schien, nur nicht für den Mauerfall, regelmäßig ihre biederen Bekenntnisse zu dem im bundesdeutschen Grundgesetz verankerte Wiedereinigungsgebot abgelegt hatten, und zwar nicht zu leise, sondern mit deutlichem vernehmbarem konservativem Timbre. Doch als es dann ernst wurde damit, fanden sie das gar nicht mehr so witzig - etwa nach dem Motto: Mein Gott, die deutsche Einheit, so ernst haben wir das doch gar nicht gemeint, musste das denn wirklich sein?

Dieser Badeort ein paar Kilometer nordwestlich von Rostock rühmte sich einer gewissen Authentizität, und das nicht einmal zu Unrecht, schließlich hat die ganze Bäderkultur hier ihren Anfang genommen, und die Berliner waren die ersten gewesen, die von der neuen Errungenschaft Gebrauch machten. Auf der anderen Seite musste ein Begriff wie Authentizität im Osten Deutschlands immer noch nicht viel bedeuten. Authentisch war da vieles - einfach deswegen, weil es der DDR an Geld oder an Interesse oder auch an beidem gefehlt hatte, sich um die Erhaltung gewisser traditioneller Einrichtungen zu kümmern.

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