Ben Worthmann - Meine Frau, der Osten und ich

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*******Die etwas andere Geschichte der deutschen Einheit******
Nach Mauerfall und Wende ist nichts mehr so, wie es war. Auch bei den Worthmanns geht es wieder mal ziemlich turbulent zu. Mitte der Neunzigerjahre haben sie mit allerlei Komplikationen zu kämpfen – beruflichen und familiären, banalen und brisanten, hochpolitischen und sehr alltäglichen. Darüber berichtet das Familienoberhaupt gewohnt pointiert und selbstironisch und ohne Scheu vor teils verwegenen Gedankensprüngen. So entstand eine ungewöhnliche Mischung aus sehr menschlicher Komödie und Zeitgeschichte. Dieser jetzt erstmals erschienene heitere Familienroman ist der mittlere Teil einer Trilogie, bestehend ferner aus «Etwas ist immer» und «Leben für Fortgeschrittene».
Ferner vom Autor im Handel: Die Psycho-Thriller «Die Frau am Tor», «Nocturno», «Das Grab der Lüge», «Tödlicher Besuch», «Auf gute Nachbarschaft» und «In einer Nacht am Straßenrand».

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war, wie gesagt, genau jenes Quentchen zu viel. Ein Stau auf der Autobahn reicht unter normalen Bedingungen schon aus, um Anna stark zu beunruhigen, doch so wie die Dinge lagen, konnte man kaum von normalen Bedingungen sprechen.

Anna sagte, sie halte das nicht länger aus, sie wolle jetzt nach Hause, und zwar sofort, außerdem sei dieser Ölgeruch kaum zu ertragen. Ich sagte ihr, erstens sei die Sache mit dem Öl halb so schlimm, das wisse sie doch inzwischen, zweitens sei daran jetzt nichts zu ändern und drittens müsse sie sich noch etwas gedulden mit der Weiterfahrt. So wie sie da neben mir saß in dem kurzen weißen Kleid, das ihr, ohne dass sie es zu bemerken schien, bis über die halben Schenkel hochgerutscht war, mit ihrer blonden Mähne, in der trotz der nächtlichen Dunkelheit immer noch die Sonnenbrille steckte, sah sie aus wie die Sünde, trotz dieses Gesichtsausdrucks, der alles andere als sexy war oder vielleicht auch doch, trotz allem. Frauen sind das größte Rätsel der Natur. Je länger man sie kennt, desto so weniger weiß man über sie, auch wenn es sich um Frauen

in einem seit Jahren höchst vertrauten Singular handelt.

„Manchmal bist du ein richtiger Blödmann“, sagte Anna, allerdings ohne besondere Schärfe. Das klang angesichts der Verhältnisse schon fast wie eine Liebeserklärung. Man glaubt nicht, wie beruhigend ein Schimpfwort aus dem Mund einer Beziehungsperson klingen kann. Julius erklärte vom Rücksitz aus, keine Sekunde länger werde er sich dies hier anhören. Was er nur verbrochen habe, mit solchen Eltern geschlagen zu sein, er werde jetzt aussteigen und sich die Füße vertreten, um seine Ruhe vor uns zu haben. Er war knapp dreizehn, in jenem Alter also, da Kinder oft entdecken, dass sie schwer erziehbare Eltern haben.

„Untersteh dich!“, fuhr seine Mutter ihn an und ihre Stimme hatte genau den Unterton, der mich an ihre Mutter erinnerte, was ich aber wohlweislich für mich behielt. Dieses Mütter-Thema ist ein Kapitel für sich - wenn man mich fragt, so ungefähr das dunkelste in der Geschichte der menschlichen Zweierbeziehung. Es markiert den Kulminationspunkt in der Kunst des Ehestreits, aber ob es sich dabei tatsächlich um einen Höhepunkt oder nicht eher um den Tiefpunkt handelt, das ist noch die Frage. Jedenfalls kann einen so leicht nichts mehr erschüttern, wenn man ihn erst erreicht hat.

Dabei ist - um kein falsches Bild entstehen zu lassen - eine leibhaftige Schwiegermutter gar nicht das Problem. Kommt beispielsweise Annas Mutter zu Besuch, macht mir das wenig aus, sofern sie nicht länger als zehn Tage bleibt. Ich habe mir sogar angewöhnt, sie mit Küsschen und Umarmung zu begrüßen und zu verabschieden, und zwischendurch bin ich hin und wieder regelrecht freundlich zu ihr.

Mit meiner Mutter, Annas Schwiegermutter, verhält es sich umgekehrt ähnlich. Man sollte Anna nur sehen, wenn sie zu Besuch da ist - Anna ist dann die Herzlichkeit in Person. Kein Mensch würde beim Anblick von mir oder von Anna in Gesellschaft der jeweiligen Schwiegermutter auf den Gedanken kommen, dass man es hier gewissermaßen mit wandelnden Zeitbomben zu tun hat, metaphorisch gesehen, die im Zweifelsfall fähig sind, das Rosenbett der ehelichen Harmonie schlagartig in ein Schlachtfeld zu verwandeln. Wie gefährlich Schwiegermütter sein können, zeigt sich nämlich erst, wenn sie in sicherer Feme weilen - also grob geschätzt die meiste Zeit des Jahres. In ihrer Abwesenheit mutieren sie zur leibhaftigen Provokation, um nicht zu sagen, zu potenziellen Kriegsgründen.

Bei uns, bei Anna und bei mir, ist es in derartigen Konfliktsituationen so, dass der ursprüngliche Anlass sofort in den Hintergrund tritt, sobald die Mütter in Gefechtsstellung gebracht werden. Ein falsches Wort genügt - und schon nehmen die Dinge ihren Lauf. Der ursprüngliche Auslöser eines solchen Mütter-Gemetzels ist meistens so unbedeutend, dass kam ein vernünftiger Mensch auf die Idee käme, zwei leidlich gebildete, gesunde, an einander gewöhnte Bewohner der hochzivilisierten Regionen dieses Planeten könnten in der Lage sein, sich deswegen mehr als zwei oder vielleicht auch drei unfreundliche Worte an den Kopf zu werfen.

Mir fiel in diesem Zusammenhang manchmal Günter Schabowski ein, der vor ein paar Jahren mit einer einzigen Bemerkung die gesamte DDR exekutiert hatte. Ein falsches Wort zur rechten Zeit oder auch umgekehrt - und schon hatte man das größte Durcheinander. So wie im Sinne der Chaos-Theorie der Flügelschlag eines Schmetterlings einen Taifun auslösen kann, vermag eine im Grunde unbedeutende Verhaltensweise meinerseits in Anna den Mütter-Orkan mit einer Macht zu entfesseln, die mich von einer Sekunde zur nächsten in Schwindel stürzt und mir jeden Glauben an den Sinn der menschlichen Existenz raubt.

Ich kann zum Beispiel aus Versehen gegen einen Putzeimer treten, den Anna vor Stunden mitten im Wohnzimmer stehengelassen hat, weil ihr zwischendurch eingefallen ist, dass sie noch irgendetwas anderes zu erledigen hat. Schon heißt es: „Wie deine Mutter, tolpatschig, stößt gegen alles, stolpert.“

Oder ich habe ausnahmsweise einmal vergessen, mich einer eher unangenehmen Pflicht wie der Abgabe der Steuererklärung fristgerecht zu unterziehen. Was muss mich mir anhören? „Wie deine Mutter - für das normale Leben nicht geeignet, immer alles beiseite schieben und die Augen zumachen und denken, es wird sich schon von selbst erledigen.“ Dabei hat Anna, ich schwöre es, noch nie in ihrem Leben eine Steuererklärung ausgefüllt, so wenig wie meine Mutter. Beide wüssten gar nicht, wie man so etwas macht.

Oder Anna findet, ich würde mich nicht energisch und häufig genug nach den Lernfortschritten unserer Söhne erkundigen. „Wie deine Mutter - die hat sich auch nie dafür interessiert, was du als sogenannter Student die ganze Zeit getrieben hast.“ Dabei kannte mich Anna damals, als ich Student war, noch gar nicht.

Am tollsten ist es, wenn sie mir vorwirft, ich würde den Geburtstag meiner Mutter vergessen. Zwar kann sie das schlecht mit dem Zusatz vergiften „wie deine Mutter“, aber es geht exakt in dieselbe Richtung. Zuweilen frage ich mich, wie es wohl wäre, wenn ich schon Wochen vor dem Geburtstag meiner Mutter anzufangen versuchte, mit Anna darüber zu beraten, was ich wohl diesmal meiner Mutter zum Geburtstag schenken solle. Vorstellen möchte ich es mir lieber nicht. Ein Ehemann, der seine Mutter verehrt, macht in jedem Fall etwas falsch. Einer, der sich nicht übermäßig viel Gedanken um seine Mutter macht, aber auch. Ein Ehemann, der seiner Schwiegermutter etwas reserviert gegenübersteht, hat ohnehin ein Problem. Und einer, der zu beide Schwiegermütter zum Teufel wünscht, kommt selbst in Teufels Küche. Seine Chancen, in dieser Angelegenheit überhaupt etwas richtig zu machen oder wenigstens halbwegs ungeschoren davonzukommen, sind beschämend gering.

„Für das, was wir an Streitereien dieser Art im Laufe der Jahre absolviert haben, hätten andere sich vermutlich schon mindestens ein dutzendmal scheiden lassen“, sagte ich einmal in einem lichten Moment zu Anna. Sie nickte nur und schaute mich dabei sehr freundlich an. Anna ist, wie bereits angedeutet, eine schöne, immer noch mädchenhafte Frau - auch nachdem sie drei Söhne zur Welt gebracht hat und über vierzig ist, ist sie das noch. Manchmal, wenn ich sie ansehe, werde ich noch genauso nervös wie vor zwanzig Jahren. Allein für so etwas muss man dankbar sein, das weiß ich zu schätzen, auch wenn mich bei ihrem Anblick gelegentlich die Mordlust packt. Um uns herum zerfielen die Ehen und sogenannten Langzeit- Beziehungen wie Papyrus unter den Fingern eines inkompetenten Archäologen. Das Verrückte ist, dass es mit den Jahren immer leichter zu werden scheint, einen sinnlosen Krieg vom Zaun zu brechen, obschon man eigentlich vermuten sollte, dass Eheleute im Lauf der Zeit ein wenig resistenter dagegen werden, dass sie allmählich die Kraft und die Lust daran verlieren, sich wegen Marginalien in die Haare zu geraten, aber weit gefehlt.

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