Anna Lohg - Am Rande. Eine Bemerkung

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Am Rande. Eine Bemerkung: краткое содержание, описание и аннотация

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Üppig mit überflüssigen akademischen Abschlüssen dekoriert macht sich eine Aushilfe auf den Weg, den feinen Unterschied zu suchen. Wer maßt sich eigentlich an, den zu vergeben? Und überhaupt: Was soll das?
Die Suche führt zurück zu den Großeltern, hatten die sich doch zu Herrenmenschen erklären lassen. Deren Kinder riefen anschließend die Emanzipation aus, während die Gleichberechtigung bis heute nicht verwirklicht ist. Die nachfolgende Generation ließ sich dann über den Schulhof hetzen, den besten Noten hinterher. Kein Wunder, wenn die heute gebannt auf wirklich jedes Ranking starren. So geht es stets darum, irgendwen zum besseren Menschen zu küren – als ob es sowas gäbe. Und jene, die bei diesem Wettbewerb am Rande stehen, dürfen im günstigsten Fall die Drecksarbeit erledigen.
Und am Ende hat sich mal wieder eine Aushilfe um alles gekümmert: endlich ist der feine Unterschied gefunden, den keiner haben will.
Entlang von Heimat und Fremde, Armut und Reichtum, Gastarbeitern und Eliten ist dies eine wahre Geschichte – mit all ihren erbärmlichen Wendungen.

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"Warum tun die das?", wollte sie an einem dieser Tage wissen. Dicht gedrängt kauerten sie dort in diesen Verlies unterhalb der Kahtedrale, suchten bange im spärlichen Schein der einzigen Öllampe die Mutter, die Schwester oder die Freundin, ob sie es rechtzeitig geschafft hätten. Der Pfarrer war stets als erster in diesem feuchten Unterschlupf und genauso zuverlässig sorgte er für die Beleuchtung. "Was haben wir denen denn getan?", wagte sie das eiserne Schweigen zu durchbrechen. Mia erwartete tatsächlich eine Antwort auf ihre Frage.

Selbst durch das Erdreich drang das beißende Zischen zu ihnen vor, wenn eine Bombe fiel und draussen die Luft zerschnitt, gefolgt von einer Ewigkeit der Stille, bis sich mit einem Mal ein gewaltiger Druck entlud. Manchmal konnten sie ihn spüren, wie er ihren Körper durchfuhr, als würde er dort Spuren hinterlassen. Ihr vereintes Gebet wurde dann lauter, als könnten sie damit die Zerstörung abwenden, vielleicht vom eigenen auf ein anderes Haus umlenken.

"Warum werfen die Bomben auf uns?", drängte Mia. Da saß sie, klammerte sich an ihren Sohn, verlangte unverdrossen von irgendwem eine vernünftige Erklärung für den Wahnsinn, als ließe sich dieser gleichsam damit bezähmen.

"Wegen den vielen Straßen.", kam endlich eine geflüsterte Antwort aus dem Halbdunkel. Es war die Stimme einer alten Frau.

"Straßen?", fragte Mia und verstand nicht, weil sie glaubte, Kriege folgten nur hehren Zielen, keinen banalen Gründen. Kriege würden geführt, um Reiche zu gründen, Völker aus der Unterjochung zu befreien, doch am Ende wurden bloß Dörfer bombardiert, nur weil es dort viele Straßen gab, aber schon lange keine Seife mehr. Offenbar war der Krieg nur ein einfallsloses Gemetzel, bei dem sogar hehre Ziele vernichtet wurden. "Straßen!", wiederholte Mia ernüchtert.

"Auf einer Landkarte," setzte die Stimme wieder leise an, "sieht Zweiburgen wie wichtiger ein Knotenpunkt aus. Hier kreuzen sich viele Straßen." Am Ende waren die Römer schuld, weil die vergessen hatten, ihren gepflasterten Pfad mitzunehmen.

An jenem Tag verließ Mia zum letzten Mal den Bunker, aber das konnte sie da noch nicht wissen. An jenem letzten Tag, an dem Bomben auf Zweiburgen fallen sollten, schien ihr die Zerstörung nicht so beträchtlich wie die Male davor. Dieses Mal war kein einziges Haus getroffen worden, nicht einmal eine Scheune, bloß diese schäbige Baracke auf dem ehemaligen Grundstück des Totengräbers nah an der Fabrik. Es seien wohl etliche Zwangsarbeiter bei dem Einschlag umgekommen.

Derweil kurvte Edmund immer noch gemächlich durch die Lande, allerdings schon lange nicht mehr in einer Limousine. Schicke Automobile waren das gewesen, die er stets sorgsam gepflegt hatte, peinlich darauf geachtet, sie mögen keinen Kratzer abbekommen, da war nicht der Krieg die Herausforderung, ihm machten die Schotterpisten zu schaffen. Trotzdem war seine Limousine stets makellos, tadellos sauber im Inneren, außen immer hochglänzend poliert, genauso gelackt wie die Generäle mit ihrem glitzernden Gebimsel an der Jacke. Wie für eine Parade gestriegelt und geschniegelt zog sich der Chauffeur die Uniform möglichst glatt, salutierte zackig mit der Hand an der Mütze und öffnete beherzt die hintere Tür, auf dass sich der geschmückte Artgenosse klimpernd in den Fond setze. Schien dies ein kurioses Spiel um todernste Einsätze, bei dem jede noch so fragwürdige Regel befolgt wurde, als könnte ihnen nichts passieren, so lange sie sich nur streng genug an die Spielregeln hielten. Sie machten Krieg, aber achteten versessen auf ihre Etikette, bewahrten in jeder Lage die vorgeschriebene Haltung, davon überzeugt ihre absonderlichen Manieren seien vorbildlich, wenn sie allabendlich mit rituellem Pomp vom einem Zeltlager in die nächste Stadt fuhren. Gesittet steuerte Edmund eine glänzende Karosse mitten in die Nacht hinein, in eine schummrig erleuchtete Stadt, wo jener aus dem Fond dann sittsam ausstieg, vor einer dieser Lokalitäten in denen leicht bekleidete Frauen ihre Beine breit machen. Ob Nazi oder nicht, für Geld sei jeder Schwanz ein Schwanz, hängt sowieso eine Niete dran, die sich für einen Held hält, während Edmund unter einer Laterne geduldig den Lack wichste und an Mia dachte.

Aus dem Fond einer Limousine sieht wohl selbst der Krieg wie ein vornehmes Geschäft aus, bis dann zwangsläufig alles ruiniert ist und wieder das Elend den Sieg davonträgt. Als schließlich auch das Letzte verbraucht war und kein Kampf mehr lohnend schien, da kurvte Edmund einen wenig vornehm scheppernden Wagen durch die Gegend. Mittlerweile chauffierte er in einem abgewrackten Gefährt die nachwievor üppig dekorierten Herrschaften an immer mehr Schlachtfeldern vorbei, steckte jetzt auch die selbst erklärte Herrenschicht unvermeidlich in der genau der Misere, die sie angerichtet hatte. Mochte der Schlamm, durch den sie fuhren, irgendwie angleichend wirken, doch Edmund legte sehr viel Wert auf die arrangierten Ungleichheiten, er bestand darauf, in diesem und jedem anderen Krieg kein General zu sein, nicht weil er meinte, ihm fehle der vermeintlich große Verstand, der für das angeblich schwierige Handwerk des Gemetzels nötig sei. Ihm war es letztlich schon zuviel, bloß der Chauffeur zu sein, bei diesem Unterfangen, alles zu zerstören, um darauf vorgeblich wahrhaft Großes zu errichten. Edmund liebte die Beschaulichkeit, den friedlichen Alltag, sicher und verlässlich, doch inzwischen war das Wohlbehagen nirgends mehr zu finden, jeder Ort durch den sie fuhren schien aufgewühlt, als gäbe es kein Entrinnen, von einer Welt, die es mit niemandem mehr gut meinte. Als wäre es nicht sein Krieg, war sein Wunsch längst unbändig, alsbald zurück zu kehren, in den Frieden zwischen Hügeln, zurück zu Mia und seinem alten Leben.

Und dort in diesem leidlich fahrenden Gefährt sprachen die verbliebenen Generäle schon bald von großen Verlusten, von durchbrochenen Fronten, von vorrückenden Alliierten. Dieser Krieg sei leider verloren, obschon sie kurz zuvor noch ehrlich gedacht hatten, sie würden bald die ganze Welt beherrschen, zu ihrem Wohl. Davon sollten jene verzierten Herren nun Abstand nehmen und die Kehrtwende beschließen, mochten andere den Krieg woanders noch munter weiter führen, für Edmund war er hier, mitten im nirgendwo, zu Ende. Er konnte endlich seine ersehnte Heimreise antreten, die nach den Regeln dieses Spiels zuerst geordnet verlief, machten sie sich wie Gänse auf den Weg zurück zum Ausgangspunkt. Von allen Seiten bedrängt, hielt die Formation allerdings nicht lange stand, anfänglich vereinzelt, später aufgescheucht, brach die einst bejubelte Schicksalsgemeinschaft einfach auseinander. Vereint unter dem Hackenkreuz waren sie unlängst noch bereit gewesen, gemeinsam für ihr Wohl zu streben, aber dieser wunderbare totale Krieg kam ihnen jetzt wie ein gewaltiger Schlamassel vor, aus dem sie nur noch schnell heil raus kommen wollten. Der Rausch war vorüber und kaum jemand wollte sich daran noch erinnern können, vorerst wollte niemand mehr sein Schicksal mit irgendwem teilen. Die meisten Kameraden hatten sich eilig aufgemacht, möglichst ihre Uniformen los zu werden, wollten sie sich mit einer abgenutzten, vermutlich geklauten Jacke als harmlose Bauern verkleiden, in Unschuld tarnen. Edmund aber chauffierte bis zum letzten Tropfen, als der Tank leer war, stieg er aus und ging zu Fuß weiter, in seiner jauchigen Tracht blieb er weithin sichtbar ein Soldat der Wehrmacht. Die Uniform erschien ihm als die beste Tarnung seiner Harmlosigkeit, dagegen würde ein unschuldiger Bauer wie ein Feind auf der Flucht wirken. Selbst beim Geschäft des Tötens wurde das vornehme Getue gewahrt und ein Verstoß gegen die Etikette ruft stets Argwohn hervor, weshalb sich Edmund allseits ergeben, als ein besiegter Soldat zeigte. Zumal er bei diesem großen Spiel nur der Chauffeur gewesen war, seine Uniform wies nicht einmal Einstechlöcher für irgendeinen Nippes auf und Untergebene werden grundsätzlich nicht ernst genommen. Ungehindert würde er seinen Weg nach Hause gehen, daran hatte er keinen Zweifel, niemand würde einen Chauffeur aufhalten, denn der trüge keine Verantwortung, träfe ihn deswegen auch keine Schuld.

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