Jacques Varicourt - Die Stippvisite
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Als wir das Arbeitsamt dann endlich erreichten, setzte Ralf sich sofort an den Arbeitsamt-Computer, um die örtlichen Stellenangebote zu checken, Michael hingegen erkundigte sich bei der Auskunft: „Kann man hier irgendwo zur Toilette?“ „Ja,“ sagte die freundliche junge Dame, „da müssen Sie nur den Gang hinunter gehen, und dort, wo „WC für Herren“ dran steht, treten Sie einfach ein.“ Michael humpelte also, mit schmerzverzerrtem Gesicht zur Toilette, ich jedoch nahm mich der Dame von der Auskunft an. Wir betrieben lockere Konversation, das Thema Arbeitssuche fiel dabei, aus mir unerklärlichen Gründen, irgendwie unter den Tisch. Doch nach einer Weile erklärte mir die nette Person: „Sie müssen sich an das Arbeitsamt Ihrer Heimatstadt wenden, dann können Sie sich auch hier im Bereich „Timmendorf“ mit eintragen lassen - für eine Arbeitsstelle.“ Ich bedankte mich freundlich und hielt nach Ralf Ausschau. Ralf, man mag es kaum glauben, schlief bereits am Computer, ich rüttelte ihn wach und sagte: „Ralf! Du Schlafmütze! Auf geht’s, wir müssen wieder los, mein Magen knurrt, lass uns was essen- und trinken gehen.“ Daraufhin fragte mich Ralf: „Und Michael? Wo ist Michael?“ „Ach ja,“ sagte ich, „den dürfen wir natürlich nicht vergessen.“ Kaum gesagt, tauchte Michael auf. „Die Toilette ist hier sehr sauber,“ sagte er, „überhaupt ist auf diesem Arbeitsamt alles so sauber, ich würde am liebsten gleich hier bleiben.“ Da solche Wünsche allerdings nicht zu erfüllen waren, zogen wir von dannen – Richtung Strandpromenade, wo es einen Imbiss gab. Michael, dessen Fuß sich etwas erholt hatte, bestellte für sich 4 Frikadellen, eine doppelte Portion Pommes mit Majo und Ketchup, sowie eine Flasche Flensburger, er ließ es sich auch sofort schmecken, die Geräusche die er beim Essen von sich gab waren unüberhörbar. Ich und Ralf bestellten uns auch eine Kleinigkeit, aber als wir Michael so zusahen wir es fraß, ja, da erinnerte er uns an ein ausgehungertes Mastschwein, und auch die Imbissbesitzerin bemerkte: „Na, Ihnen scheint es ja zu munden?“ „Ja,“ sagte Michael schmatzend, „ich hatte heute auch einen kleinen Unfall, - ich bin auf die Fresse gefallen, hatte den Fuß verstaucht, ich war verletzt, jetzt geht es mir aber schon wieder besser. Ich sage immer: Hunger gut, alles gut.“ „Richtig,“ sagte die Imbissbesitzerin, „wenn Sie noch einen kleinen Nachschlag wünschen, es ist genug da.“ „Da?“ Fragte Michael. „Ja, - es ist sogar mehr als genug da,“ ergänzte die Frau ihr Angebot. Und während Michael noch umständlich überlegte, was die Frau wohl meinte, kam ein kleiner Hund angelaufen, welcher sich auf meinen Arm stützte. Er war hungrig, und wir gaben ihm, weil er so „lieb“ bettelte, ein Stück von unseren Frikadellen ab. Nachdem der kleine Hund aufgegessen hatte, düste er genauso schnell wieder davon, wie er kurz zuvor aufgetaucht war.
An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass Ralf die Fressorgie von Michael nicht unbedingt billigte, er machte sich schon so seine Gedanken, aber er wollte andererseits die Stimmung des Tages nicht verderben. Und nachdem wir alle zu Ende gegessen hatten, wir uns einen kleinen Kräuterlikör genehmigten – als Abschluss sozusagen, damit sich das Fett im Magen besser verteilte, gingen wir hinunter zum Strand. Das Meer war spiegelblank, der Horizont war diesig, aber es war sehr angenehm das alles erleben zu dürfen, und in meinem Überschwang griff ich ins Ostseewasser, ich trank eine Handvoll davon – es schmeckte herrlich, geradezu phantastisch. Ich bin sowieso der Ansicht, dass das Ostseewasser, speziell in der Lübecker Bucht, vielleicht sogar speziell am Timmendorfer Strand, heilende Wirkung hat. Allergiker und Schnupfengeplagte werden mir beipflichten, wenn ich behaupte: Wasser generell verfügt über wundersame Kräfte, die noch nicht restlos erforscht sind. Sicherlich gibt es, besonders aus Sicht der Schulmediziner gehörige Einwände, dennoch sollte man in diesem Zusammenhang nicht vergessen, dass der Placeboeffekt und der Glaube Berge versetzen kann. Nachdem ich mich also innerlich und auch äußerlich mit kühlem Ostseewasser gereinigt hatte, und wir feststellten, dass der so gepriesene Ostseesand in Timmendorf mit: Plastikmüll, Zigarettenstummeln und Dreck aller Art verunreinigt war, zogen wir drei es vor uns auf eine Mole zu begeben. Gemächlich wanderten wir an das Ende der massiven Holzkonstruktion, um uns so wie die anderen angereisten Tagesgäste auf einer Bank niederzulassen. Nachdem dieses geschehen war, entspannten wir uns. Ein Marineboot, weit in der Ferne, erregte unsere Aufmerksamkeit, Ralf erklärte uns: „Die machen da irgendetwas. Die tauchen oder so, oder die haben Probleme mit dem Motor – „das“ könnte auch sein, aber festlegen will ich mich lieber nicht.“ Ralf seine Auskunft, oder von mir aus auch seine Vermutung war derartig ungenau, dass ich keine Lust hatte näher darauf einzugehen. Michael hingegen war zu dem Zeitpunkt schon wieder so derartig besoffen, dass er die anderen Besucher der Mole belästigte, er verarschte jeden Einzelnen, er fragte Leute mehrmals nach der Uhrzeit, er gab sich als Grafen aus, er behauptete, dass er aus Kiel sei, dann wieder aus Hamburg, und er spuckte unentwegt ins Wasser - über das Geländer hinweg, ohne dass er merkte, was er tat. Plötzlich jedoch rannte er die Mole rauf und runter, er war aufgeregt. Mit seinem Handy in der Hand hatte er ein wenig die Kontrolle über sich verloren, Ralf sagte zu ihm: „Mensch Michael, nun setz dich doch endlich mal wieder hin, du machst einen ja ganz nervös.“ Michael war daraufhin, nach einem Moment völliger Verwirrung, auch im Begriff sich wieder hinzusetzen, doch da klingelte sein Handy – seine Mutter war dran. Michaels Mutter erkundigte sich, ob denn auch alles in Ordnung wäre, und Michael sagte: „Ich habe mir meinen Fuß verstaucht, es hat so weh getan, aber ich glaube es ist nichts gebrochen, ich komme morgen zu euch, wenn es euch recht ist?“ - Was die Mutter, so weit ich das beurteilen kann – bejahte, dann beendete Michael das Gespräch mit seiner Mutter. Nach etwa einer Stunde fuhren wir mit dem Bus zurück nach Travemünde Strand. Ralf schlief während der Fahrt. Michael war hingegen, also mittlerweile, total besoffen - dabei weinte er bitterlich. Und ich zählte unterdessen mein Geld, denn meine Kehle war trocken, ein Bier schien mir angemessen zu sein diesen Zustand zu ändern, doch die Fahrt nach Travemünde Strand dauerte Ewigkeiten, ich wurde immer durstiger.
Nachdem ich/wir auf dem Priwall in einem Imbiss unseren/meinen Durst gelöscht hatten, begann Ralf uns von der Geschichte des Priwalls zu erzählen, unter Mithilfe eines kleinen und bebilderten Taschenbuches. Er startete, recht feierlich, mit den Worten: „Der Beginn der Seebadentwicklung begann in Travemünde zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit dem Bau einer Seebadeanstalt. Der Ausbau zu einem Luxusbad erfolgte mit Akribie sowie deutscher Gründlichkeit. 1847 wurde auf Ersuchen von Lübecker Bürgern auf dem Priwall eine einfache Badeanstalt mit zwei Badehütten an der Kunkel errichtet. Das war der Beginn zum Ausbau des Volksbades. 1860 dann, nördlich der Mecklenburger Landstraße legte man einen Waldstreifen an, und im Jahre 1872 verursachte die Sturmflutkatastrophe in Travemünde erhebliche Schäden; aber auch die Schließung der Spielbank brachte einen schweren Rückschlag in der Entwicklung des Fremdenverkehrs. 1880 begründete sich der Verein für Ferienkolonien mit dem Ziel für ärmere Familien einfache Bauten für Ferienaufenthalte zu errichten, dann 1882 die Nordseite, sie war bereits teilweise erhöht und eine Pferderennbahn wurde angelegt, die sich langfristig großer Beliebtheit erfreute. Zahlreiche Besucher aus Travemünde kamen über eine eigens für Renntage montierte Schwimmbrücke auf den Priwall. Ist das nicht unglaublich?“ Wir nickten zustimmend und ermunterten Ralf weiterzusprechen. „Anno 1894 verfügte Oberbaudirektor Rehder, dass eine weitere Bebauung auf dem Priwall erst nach einer sturmflutfreien Erhöhung zu erfolgen sei. 1901-03 erfolgten weitere Aufschüttungsarbeiten. 1912 dann ein erster Bebauungsplan, er legte die Baufluchtlinie entlang der Mecklenburger Landstraße fest, wo sich seit 1896 eine Villenkolonie entwickelt hat. 1914 der Beginn der Industrialisierung auf der Südseite des Priwalls. 1918, man beachte die historische Jahreszahl, entwickelte sich eine feste Wochenendhauskolonie am Ende des Strandes, wo zuvor gezeltet wurde. 1939 kam es zu einer Sperrung des Priwalls für Zivilisten. Die Wochenendhäuser, auch die seit 1932 gebauten, konnten nicht mehr genutzt werden. Und 1940 schließlich, musste die Rennbahn einem U-Boothafen weichen. 1949 wurde die Wochenendhaussiedlung ihrer Zweckbestimmung jedoch wieder zugeführt, sie diente zwischenzeitlich auch für Notunterkünfte nach dem 2. Weltkrieg. Die Hauptattraktion des Priwalls ist: Die Viermastbark „Passat“. Viele verliebte Paare haben sich auf der Passat schon das Ja-Wort gegeben, auch Geburtstage und andere Feierlichkeiten fanden- und finden dort immer wieder statt. Als weitere Attraktion verzauberte auch in diesem Sommer, das Festival „SAND WORLD“ die Sinne vieler Besucher. Skulpturen von noch nie da gewesener Größe und Schönheit zieren den Strand, jedes Jahr erfolgt ein anderes Thema der Bauten. Künstler aus der ganzen Welt erschaffen und gestalten die mächtigen Bauwerke aus Sand, der übrigens kein Ostseesand ist, sondern, der Sand der zum Bauen verwendet wird, kommt, aufgrund seiner eckigen Form, aus den Niederlanden. Dennoch ist es immer wieder ein unvergessliches Sommererlebnis für Groß- und Klein!“ Als Ralf geendet hatte, fragte Michael ihn: „Darf ich das Taschenbuch auch mal haben?“ „Natürlich,“ sagte Ralf, und reichte es dem anscheinend neugierigen Michael über den großen Tisch. Während Michael gelangweilt die Seiten umblätterte, sagte Ralf zu mir: „1969 habe ich sogar auf dem Priwall gewohnt, zusammen mit meiner damaligen Freundin. Es war zu der Zeit, als ich bei der Marine war.“ „Warum bist du nicht dort geblieben auf dem Priwall, noch schöner kann man doch gar nicht wohnen?“ Fragte ich Ralf. „Ach, damals, in den sechziger Jahren, ja, das war so eine Zeit, eine Zeit für Verrückte und für Aussteiger.“ „Und das wolltest du nicht sein?“ „Ich war unentschlossen, ich war eben ein „Franke“ und ein Aschaffenburger mit Leib und Seele.“ Ich wurde aus diesen Argumenten zwar nicht so richtig schlau, aber ich nahm sie so hin, und bestellte mir ein weiteres, kühles Bier. Auch Ralf und Michael verlangte es wieder nach Gerstensaft und nach Apfelkorn, der prompt serviert wurde. Und obwohl Michael sichtlich besoffen war, enorme Schwierigkeiten hatte sich auf seinem Stuhl „gerade“ zu halten, kippte er die Körner reihenweise in sich hinein. Ralf war nicht großartig anders, er trank aus Gründen der Erinnerung an die schöne Zeit auf dem Priwall, dabei wurde seine Stimme immer weinerlicher. Ralf steigerte sich geradezu in eine Phase des Selbstmitleids hinein, die dann, ganz plötzlich und unwillkürlich, auf Michael übersprang. Und mit einmal fingen beide hemmungslos an zu schluchzen, die freundliche Bedienung half mit ein paar Papiertaschentüchern aus. Als Ralf und Michael sich wieder etwas eingekriegt hatten, stimmten sie „La Paloma“ an. Es war eine sehr traurige Version des alten Hans Albers Liedes, trotzdem erwies Ralf sich als enorm textsicher, und das, obwohl er besoffen war und seine verheulte Stimme mit der von Michael nicht im Geringsten harmonierte. Einige der anwesenden Gäste fühlten sich sogar gestört durch den seltsamen Gesang, der sich wie ein düsterer Schleier auf die Umgebung legte, doch weder Ralf noch Michael kümmerten sich darum, sie schissen was auf die Proteste der Gäste, mit denen Michael dann auch noch in Streit geriet, welcher jedoch nur von kurzer- aber heftiger Dauer war. Erst als der wutentbrannte Michael mit seinem Stuhl nach hinten unglücklich umkippte, und in voller Länge liegen blieb, allerdings unverletzt, erst nach diesem bereits zweiten kleinen Unfall an jenem Tag, hörte Ralf auf zu weinen und zu singen. Ralf legte seinen Kopf, seitlich etwas angewinkelt auf den Tisch, und schlief sofort ein, der Suff hatte ihn in seiner Gewalt. Michael versuchte sich aufzurichten - vergeblich, die freundliche Bedienung half ihm dabei, sie sagte: „So etwas kann doch jedem mal passieren.“ Als Michael, dank ihrer Hilfe, wieder am Tisch Platz genommen hatte, schlief auch er, schnarchend und mit Tränen in den froschartigen Augen, ein.
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