Jacques Varicourt - Die Stippvisite
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Weniger cool blieben in unserer näheren Umgebung Leute wie Michael Jürf und Ralf. Michael wurde aufgrund seiner ständigen weinkrampfartigen Attacken die ihn im Suff überkamen, auf Anraten seiner besorgten Mutter, von einer Ausnahme-Kapazität, im Bereich der Psychologie behandelt. Der Behandlungsort war selbstverständlich: Horneburg. Hier, wo die vornehme Familie Jürf seit Mitte der siebziger Jahre, immer mal wieder hin- und her gezogen war, aus Gründen, die psychologisch kaum nachzuvollziehen sind, hier also wurde Michael in die fürsorglichen Hände eines Seelen-Klempners gegeben, um sein Problem zu behandeln und zu lösen. Ralf, der zu Schwermut und Amnesie neigende Voll-Blut-Alkoholiker, erging es nicht wesentlich anders. Magda war hierbei die treibende Kraft gewesen, weil Ralf nur noch besoffen im Bett lag und Fernsehen guckte. Er sprach in Rätseln, er wurde immer sonderbarer, er verfiel in Phasen von totaler Schizophrenie; manchmal kleidete er sich nachts an, fuhr mit dem Fahrrad an die Landungsbrücken und legte sich dort auf die Pontons, um die Bewegung der Elbe zu spüren. Die Hafenpolizei griff ihn mehrfach auf, Ralf drohte zu verwahrlosen, sein Bart war unnatürlich lang, er wechselte seine Unterwäsche nicht mehr regelmäßig, ferner geriet er mit Magda immer öfters in Streit, harmloseste Dinge des Alltages regten ihn so dermaßen auf, dass Magda ihn in die psychiatrische Klinik von Hamburg-Ochsenzoll einliefern ließ. Erst hier fand Ralf nach einem schweren Alkoholentzug zurück zur Wirklichkeit. Ralf begann Gedichte zu schreiben, er aß wieder mit Appetit, er hatte darüber hinaus ein gutes Verhältnis zu seinen Ärzten, die praktisch, rund um die Uhr, für ihn da waren. Es mangelte ihm an nichts, dennoch verfiel Ralf gelegentlich, immer mal wieder, in sogenannte: Krisen. Besonders die Eckkneipe „Möller“ in Altona fehlte ihm, so dass er mehrmals, sehr eindringlich, seine Ärzte darum bat, dorthin gehen zu dürfen – in Begleitung. Und es wurde tatsächlich eine Ausnahme für Ralf gemacht, Ralf trank natürlich nur kohlensäure-freie Selters bei „Möllers Eck“ unter Aufsicht, aber das Ambiente kam ihm zugute, sein Lebenswille schien reaktiviert zu sein, Ralf lächelte beglückt. Als der Abend hereinbrach, und sozusagen zum Abschied sowie für sein Stationszimmer in Hamburg-Ochsenzoll, schenkte ihm Doris, eine der Angestellten von Möller, ein Bild von „Möllers Eck“, und zwar so, wie es in den zwanziger Jahren im Eck aussah, Ralf bedankte sich dafür, er sagte 3 mal Danke. Dann ging er mit seinem Pfleger und mit seinem Arzt wieder zurück zum Altonaer Bahnhof, hier wartete er geduldig auf das Taxi, und schon hatte Ralf einen großen Schritt zurück ins „normale“ Leben geschafft, weil er sich friedlich aufgeführt hatte. Fettwanst Michael Jürf hingegen weinte, schrie und pöbelte in seinem Behandlungszimmer in „Horneburg“ so dermaßen aggressiv herum, dass er stärkere Medikamente bekam, und man ihn unter ständiger Aufsicht halten musste, weil er gedroht hatte seinen Psychotherapeuten zu erwürgen.
Es mag in diesem Zusammenhang vielleicht als unwichtig vom Leser empfunden werden, aber ich, ein interessierter Hobby- Psychologe, vertrat, zu dem damaligen Zeitpunkt, die Ansicht, dass Michael Jürf wie auch Ralf, unter Psychopathie litten. Bei beiden war, von Geburt an, die Anlage einer seelischen Fehlreaktion vorgegeben. Hierzu rechnete ich, und nicht nur ich allein, „alle“ seelisch-charakterlichen Abartigkeiten die man sich vorstellen kann, diese vor allem im affektiven und natürlich auch im willensmäßigen Bereich. Hervorzuheben sei besonders das Triebverhalten, welches nicht ungenannt werden darf, gerade, weil es in diesem Potential häufig zu Normabweichungen kommt. Intelligenzstörungen, so wie sie bei Michael und Ralf, intervallartig auftraten, werden mit der Psychopathie allerdings „nicht“ nach gängiger Meinung miteinander in Verbindung gebracht, auch wenn „ich“ bei Michael und Ralf häufig den Eindruck hatte, dass „beide“ diese Theorie, ganz eindeutig, widerlegen würden, wenn man ihnen zuhörte und sie gelegentlich beobachtete. Michaels Mutter, Christa, eine stets besorgte und zum Teil auch verwirrte Zeiterscheinung, hatte es ihrem Sohn immer recht leicht gemacht, indem sie ihm alles abnahm, damit er seinen fetten Körper nicht zu sehr bewegen musste. Christa Jürf und auch ihr Ehemann „Uwe“, die selber aus den ärmsten „Kieler Familien“ entsprungen waren, gehörten zu der sogenannten geschädigten Nachkriegsgeneration; deren ebenfalls verwöhnten, verzickten, verhätschelten und unselbständigen Töchter Susanne und Manuela, waren ein zusätzliches Abbild ihrer eigenen, ein wenig verkorksten, Individualität. Susanne, von allen nur zärtlich „Sanne“ genannt, betrieb in Horneburg zwar einen Schneiderladen, aber auch sie war geistesgestört, sie war in einem Maße erkrankt, dass die Mediziner sie als bedenklich einstuften. Sanne saß manchmal schon früh am Morgen im Schaufenster ihres Geschäftes und starrte regungslos auf den Gehweg, in Erwartung dass jemand kommen würde, obwohl sie ihren Laden noch gar nicht aufgeschlossen hatte, und das auch nicht im Geringsten beabsichtigte zu tun... wenn denn dann doch jemand kam. Nach einem Aufenthalt an der Ostseeküste, im Bereich „Rügen“, in einem Sanatorium für psychisch Kranke, erholte sie sich ein bisschen, doch ihr Hass auf Arbeitslose und auf Leute mit ähnlichen Problemen wie sie selber sie hatte, nein, dieser Hass legte sich nicht bei ihr. Sanne war Michael und ihrer Mutter Christa am ähnlichsten, alle drei verband das Gefühl: In einer Welt zu Leben, wo irreale Abläufe die Alltäglichkeit bestimmen, deshalb schlossen sie sich auch zusammen. Michael wurde beauftragt, nachdem man ihn aus seiner Behandlung entlassen hatte, Leute anzuwerben die genauso gestört waren wie er, seine Schwester Sanne und seine Mutter Christa, man wollte einen eingetragenen Verein gründen, mit dem Namen: Die Horneburger. Sicherlich, ein merkwürdiger Name für einen Verein, aber aufgrund der Vorgeschichte, durchaus verständlich, wenn man es auf die drei Gründungsmitglieder beschränkt und deren psychische Einschränkungen.
Doch es wurde alles noch viel schlimmer. Ende August 2005, kam es im verträumten Horneburg, kurzfristig, zu einem Einsatz des Sondereinsatzkommandos. Die gesamte Familie Jürf hatte sich in ihrem Reihenhaus verschanzt... und es war Uwe Jürf, der in den Morgenstunden, per E-Mail, der Stadt Horneburg gedroht hatte, einen Giftgasanschlag zu verüben. Nach dieser Ankündigung war Uwe dann völlig besoffen vor seinem PC zusammengebrochen, er war im Delirium und wollte Selbstmord begehen, wenn die Stadt Horneburg nicht auf seine Forderungen eingehen würde, so ähnlich hatte er sich per E-Mail geäußert. Uwe wollte freies Geleit, er wollte mit seiner Familie zum Priwall nach Travemünde ziehen, ferner verlangte er, dass man ihm und seinen Liebsten dort ein Haus zur Verfügung stellen muss, andernfalls hätte das für die Stadt Horneburg die wohl schlimmsten Konsequenzen. Die Einzige die „nicht“ im Haus der Familie Jürf war an dem Tag, war die schizophrene Tochter „Sanne“, sie saß mit einem geladenen Luftgewehr und einer Handgranaten-Imitation im Schaufenster ihres kleinen Ladens, mit einem Megaphon in der Hand berief sie sich immer wieder auf den „jüngsten Tag“, der unweigerlich kommen würde, würde die Stadt Horneburg nicht auf die Forderungen ihres Vaters eingehen. Sanne war mit Manuela, der ältesten Tochter im Hause Jürf, per Handy verbunden; was beide allerdings nicht wussten, war, dass das Sondereinsatzkommando ihre Gespräche mithörte. Christa Jürf, die wahnsinnige Mutter des Hauses Jürf, rannte während der ganzen Aktion, mit einer halb leeren Flasche Schnaps durchs Erdgeschoss, sie war angesoffen, aggressiv und sie befand sich in großer Aufregung. Nachdem die Sicherheitskräfte sich vor Ort einen Eindruck der Situation gemacht hatten, wurde das Reihenhaus der Familie Jürf gestürmt. Was sie vorfanden war nur mitleiderregend. Uwe Jürf kauerte im ersten Stock, geistig umnachtet, vor seinem PC, er wimmerte; Manuela Jürf hatte einen Kampfanzug an, einen Stahlhelm auf dem Kopf und sie drohte sich unverzüglich mit einer Handvoll „Chinaböller“ in die Luft zu sprengen, würde jemand näher kommen. Michael war mittlerweile vom Alkohol so fertig, dass er mit verheulten Augen vor dem Fernseher saß, und immer wieder bei dem Sender „Neun Live“ anrief, jener dubiosen Gewinnsendung aus München, bei der man Geldpakete gewinnen kann, wenn man Mitarbeiter von „Neun Live“ ist - so wurde gemunkelt. Christa Jürf, die sich fast „gar nicht mehr“ unter Kontrolle hatte, fuchtelte mit einem langen Küchenmesser herum, als sie dem Sondereinsatzkommando gegenüberstand. Doch es war alles umsonst. Das SEK entwaffnete Mutter Jürf, und nahm dann den Rest der Familie in Gewahrsam, auch Sanne, man brachte sie allerdings nicht zum Priwall nach Travemünde, sondern in die geschlossene Anstalt für Psychisch-Kranke in Hamburg-Ochsenzoll, wo sie umgehend medikamentös versorgt wurden.
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