Heiko Rosner - Zu dumm zum Beten

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Vier Kleinkriminelle aus Hamburg-Ottensen geraten an fundamentalistische Brandstifter, hysterische Kirchentagsbesucher, einen Doppelgänger von Heinz Erhardt, eine durchgehende Wildsau, einen hypernationalen Matthias Matussek, einen unterzuckerten Kardinal, einen restlos überforderten Jürgen Domian und Uwe Seeler im Rollstuhl. «Zu dumm zum Beten» ist eine turbulente Satire mit zahlreichen aktuellen Anspielungen, in der sich alltäglicher Wahnsinn mit der Unvernunft des Lebens mischt. Warnung: Das Buch kann Ihnen und den Menschen in ihrer Umgebung schwere Schäden zufügen!

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Tat er aber doch. Einer wie Wim Tölpel brauchte Publikum, erst recht seit er als hyperventilierender Kreischkatholik keine Einladungen von den Talk Shows mehr bekam. Er knallte den Präsentkorb auf den Tresen und annektierte den einzig freien Hocker zwischen Big G und Siebzehn, als wäre er für ihn reserviert. Seine verbeulte Stoffhose war mindestens drei Nummern zu groß, unter den Ärmeln seines zerknitterten Hemdes zeichneten sich afrikagroße Schwitzflecke ab.

„Meine Frau hat Geburtstag“, lärmte er ungefragt los und richtete seine eidotterfarbene Krawatte, als würde er hinter Grazzianos Pizzaofen versteckte Kameras vermuten. „Also vielmehr meine Ex-Frau. 50 wird sie. Hat mich eine Stange Geld gekostet. Aber ich bin ja nicht nachtragend. Ist gut für the Soul. That’s Magic. Sonst heult sie wieder den ganzen Tag.“

Siebzehn zuckte unbeteiligt mit den Schultern und rückte ein Stück beiseite. Das half aber nichts. Rudi Augstein, wir haben ein Problem.

„Ist alles, was die können, heulen. Vor den Richtern kommen sie damit immer durch. Weil unsere Justiz viel zu durchweibert ist. Als Mann bist du immer der Unterdrücker. Das sind mittlerweile Zustände wie in diesem Neger-Südafrika.“ Der Mann, den sie Wim Tölpel nannten (im Viertel war er auch bekannt als „Kosaken-Breivik“ oder „Gossen-Saddam“) versank in ein kurzes, tiefes Brüten, als wäre er an eine kaputte Herzrhythmusmaschine angeschlossen. „Frauen sind wie Falludscha“, möhrte es nach einer Weile aus ihm. „Man kommt rein, aber nie wieder raus. Am Ende hilft nur die syrische Lösung. Alles plattmachen. ‘Ne andere Sprache verstehen die nicht.“ Er sah Siebzehn an, als hätte er einen Verbündeten vor sich, der sich lediglich nicht zu erkennen gab.

„Scheiß-Häuserkampf“, murmelte Siebzehn, in einer Absicht, die er nicht als böswillig bezeichnet hätte. „Sollen sie doch ihren Müll selbst runtertragen.“

„Ganz genau!“ Der Super-Journalist war ganz aus dem Häuschen. „Das ist die richtige Einstellung, mein Freund. Wir haben uns viel zu lange unterdrücken lassen. Sex ist nicht alles. Sex ist nur Saft. Es gibt etwas, das viel besser ist als Sex, das ist ein guter Anwalt. Den bezahlt man auch, aber der belügt einen nicht.“

Siebzehn rutschte unauffällig ein Stück zur Seite. Abwesenheit simulierend. Big G trollte sich ebenfalls, er hatte dringend in der Küche zu tun. Feiges Stück, dachte Siebzehn.

Worauf Wim Tölpel seine Konzentration ganz auf den stoppelbärtigen Insulaner mit Rastahintergrund ausrichtete. Ein neues Opfer ließ er so schnell los. „Wissen Sie überhaupt, wer ich bin?“, fragte er ohne jeden Anflug von Eitelkeit.

„Nein“, sagte Siebzehn, als hätte er die Hackfresse noch nie gesehen.

„Tun Sie nicht so. Alle kennen mich. Ich bin...“

Siebzehn wusste natürlich, wer der Angeber war. War mal ein richtig Großer gewesen. Vor langer, langer Zeit. Edelfeder, oder wie sie das nannten. Der Thomas Mann des digitalen Zeitalters. Hatte ein Buch über Väter ohne Kinder geschrieben, oder so ähnlich. Mit dieser Bild-Tussi Alice Schwarzer rumgezankt. Die ganz dicke Lippe riskiert. Biss sie ihn am Ende rausschmissen, weil er als religiöser Eiferer durch die Sender gezogen war. Nur noch peinlich. Lebte heute von Klangschalentherapien und Meinungsabfällen, die er an freie Radiosender verfütterte. Aber wenn ihn jemand auf der Strasse erkannte – was immer seltener vorkam – blies er sich noch immer auf wie ein balzender Auerhahn und machte für eine Currywurst den Thomas Mann.

„Ich hab keine schlechte Meinung von den Leuten, müssen Sie wissen. War schon immer ein Teamplayer.“ Die Stimme des hektisch blinzelnden Ex-Reporters färbte sich fast lutherisch. „Wenn einer mit einer guten Idee zu mir kommt, bin ich Berufssoldat. Aber das ist aus der Mode gekommen. Guter Journalismus ist aus der Mode gekommen. Die Wirklichkeit ist aus der Mode gekommen. Heute sind das alles nur nur noch Google-Abschreiber, die keinen Fuß mehr vor die Tür setzen. Alles Bewohner der Insel des Bekannten. Da gibt es weder Drama, noch Dramaturgie, noch einen guten Einstieg.“

„Ich lese eigentlich nichts“, sagte Siebzehn in der vergeblichen Hoffnung, den Vielschwafler auf Distanz zu halten. No way.

„Wissen Sie was Wirklichkeit ist? Nicht das was in den Zeitungen steht. Das ist lächerliches Surrogat der Wirklichkeit. Unsere Wirklichkeit wird von Meinungsforschern, Feldmausschützern und Lobbyparasiten gemacht. Die wissen nichts. Die hinterfragen nichts. Die suchen nur die passenden Brocken zusammen. Aber sie verkaufen ihren Mist als Meinungsjournalismus. Ich lach mich tot! Das darf man bloß öffentlich nicht laut äußern, sonst...“ Wim Tölpel machte die Geste eines abgeschnittenen Halses. „Wer die Moral hat, hat die Macht. Das ist wie bei Diktatoren. Nur unsere lieben Verlegerdiktatoren, die baden nicht in Blut, sondern in Dividenden. Was letztlich auf das Gleiche hinausläuft. Trinken wir einen, Kumpel?“

Siebzehn gab einen Grunzlaut von sich, der wohl nur in bestimmten Polarkreisen als freudlich oder gar einladend hätte ausgelegt werden können. Er hasste es, wenn andere Leute sich ungefragt an ihn ranwanzten. Wim Tölpel wertete die sublime Reaktion des Fremden automatisch als Zustimmung und orderte mit großer Geste zwei Bier mit Geschoss. Big G nahm die Bestellung entgegen und tat so, als hätte er den Til Schweiger der deutschen Presse noch nie gesehen. Andere Gäste zahlten fluchtartig.

„Wir leben in einer Zeit der umgekehrten Desinfomation“, leitartikelte es in höchster Phonstärke aus dem Mund des korpulenten Dauerdenkers. „Immer mehr Leute kennen immer weniger Sachen, weil es immer mehr Sachen gibt, die man kennen könnte. Das führt dazu, dass wir alle in einem großen Suppentopf der Entwertungen und Vereinfachungen leben. Adolf Hitler schreibt auf dem Mond seine Tagebücher. Na klar, wo denn sonst? Micky Maus eröffnet im Gaza-Streifen einen Osama-bin-Laden-Vergnügungspark. Wer als erstes hundert Dagoberts abschießt, bekommt einen Freiflug mit Teppichmesser-Show und Tick, Trick und Track als Terroristen. Wetten, das wäre der Renner? Kein Kafka und kein Kohl könnte sich das ausdenken. Da möchte man doch am liebsten auf allen Vieren gehen, um mit Voltaire zu sprechen.“ Die Backen des Weltskeptikers blähten sich auf wie zwei verstopfte Belüftungsschlitze. „All Rubbish! Nothing but Fuck’n’Roll!“

Die Faust von Wim Tölpel flog krachend auf die Tischplatte, so dass Big G verstört vor dem Zapfhahn zusammenschreckte. Siebzehn zeigte dem Italo mit einer geruhsamen Geste an, dass er die Sache im Griff hatte. Nur ein Depressions-Charlie mit Knick in der Rübe, nichts weiter. Solche Schlotterdicks liefen im Viertel massenhaft rum, die taten keinem was.

Der Tölpel wertete Siebzehns Handbewegung als Zustimmung. „Es gibt nur noch eine Fixgröße in diesem Durcheinander, und das ist der Glauben“, stieß er mit stiergroßen Augen aus. „Menschliche Ideologien versagen, menschliche Technik stößt an ihre Grenzen, aber es gibt nur ein Buch der Ewigkeit und des ungetrübten Wissens, und das ist die Bibel. Ohne sie wird unsere Zivilisation zerfallen wie ein morsches Holzhaus im Sturm.“

Siebzehn verdrehte die Augen. Hatte er an diesem Morgen versehentlich mit Weihwasser gegurgelt oder warum liefen ihm neuerdings diese Religionsspinner nach?

„Wie stehen sie zum Wort des Hirten, mein Freund?“ Der Biblische musterte sein struppiges Gegenüber mit kritischem Blick. „Glauben Sie an die Liebe Gottes?“

„Liebe klappt bei mir nicht so“, murmelte Siebzehn unter seinem Rasta-Vorhang. „Ist mir zu anstrengend.“

„Anstrengend? Was kann an Liebe anstrengend sein?“

„Alles davor und danach“, brummte Siebzehn. „Geht mir auf die Nerven. Vor allem das Danach.“

„Falludscha, sag ich doch. Aber diese Liebe meine ich nicht. Die ist hinfällig. Ich meine die Liebe zu Gott, unserem Erlöser.“ Wim Tölpel hob entrückt die Stimme. „Er ist überall! Er ist hier! Jetzt!“

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